Andere als aus den 80ern sind mir nicht bekannt. Oder wurden die 1990 noch produziert? In PCs (z.B. IBM XT) waren auch schon lange Schaltnetzteile. Ist halt deutlich effizienter bei höherem Strombedarf.
Schaltnetzteile gibt es historisch gesehen schon recht lange, sogar schon länger als Halbleiter, da wurden dann schnell laufende Motoren mit 2. Kollektor drann als "Zerhacker" eingesetzt, zu finden z.b. in alten Röhren-AUTO-Radios, in der Avionik etc.
Schaltnetzteile sind zunächst mal: KLEINER und GÜNSTIGER in der Fertigung. Ob wirklich effizienter, das hängt ganz von der Auslegung, dem betriebenen Aufwand und der Ausgangssituation ab. Wenn von DC nach DC gewandelt werden soll, sind sie unverzichtbar, wenn man Netzspannung zur Verfügung hat, sind Trafonetzteile bei korrekter Auslegung (und bekannter konstanter Ausgangsspannung) zwar deutlich größer und teurer, aber nicht zwingend uneffizienter, es sei denn, man wählt die sekundäre Spannung des Trafos zu hoch und verbrät den Rest dann im Linearregler. Aber es gibt auch irre schlechte Schaltnetzteile...
Schaltnetzteile sind klein, können sehr variable Spannungen noch mit relativ gutem Wirkungsgrad liefern, aber verursachen zum Einen aktiv massive elektromagnetische Störungen über ein sehr breites Frequenzband und sind, was die Potentialtrennung anbelangt meist deutlich schlechter ausgelegt als herkömmliche Netzteile mit echtem 2-Kammer-Sicherheitstrafo.
Denn zum Einen würde so ein höherfrequent genutzter Trafo deutlich an Effizienz verlieren, wenn man die Spulen örtlich trennt (Beispiel, wo es gemacht wird: Zeilentrafo in CRT-TVs und -Monitoren), zum Anderen überbrücken dort als Gegenmaßnahme zu den erzeugten hochfrequenten (im Vergleich zu den 50/60 Hz jedenfalls) Störungen X/Y-Kondensatoren die magnetische Potentialtrennung und können im Fehlerfall die volle Netzspannung an den Ausgang durchleiten (so gab es z.b. sogar mit original Apple-Ladegeräten für iphone etc. TÖDLICHE Unfälle bei Nutzung des an die vermeintlich sichere Kleinspannung angeschlossenen Geräts in der Badewanne!)
Zudem, und das ist der Grund, warum ich es hier auf F64 immer wieder erwähne:
Nicht nur das Netzteil unterscheidet sich in der Auslegung sehr stark zw. klassischen Trafonetzteil und Schaltnetzteil, nein: auch die angeschlossenen Geräte müssen darauf ausgelegt sein, denn die wenigsten Schaltnetzteile (insb. nicht die günstigen Ausführungen mit denen der Markt überschwemmt wird) erfüllen alleine sämtliche Anforderungen ( Personenschutz, Störabstrahlung, Betriebssicherheit)!
Das wird ins angeschlossene Gerät verlagert, beginnend mit ganz anderen Eingangsfiltern, im C64 z.b. ist eine (gern mal überbrückte oder bei späten Hongkong-Geräten gar nicht erst bestückte) CMC (Gleichtaktunterdrückungsdrossel) und ein paar große, aber nur für sehr niederfrequenten Netzripple ausgelegte Elkos drin, ein Schaltnetzteil liefert aber deutlich höherfrequenten Ripple, der damit kaum zu filtern ist.
Zudem eben das Problem mit der oft mangelhaften Potentialtrennung, manche Steckernetzteile sind enger bestückt, als es die Einhaltung der Luft&Kriechstrecken auch nur für die nominale Netzspannung erfordern (nach VDE) erfordern würde, oft werden die für 90 - 110V Netze passenden Abstände 1:1 übernommen bei dann bis zu dreifacher tatsächlicher Spannung (unser Netz hat gerade durch die sog. erneuerbaren Energien inzw. massive Schwankungen, 250V eff. sind an sonnigen Tagen mit Wind in Nähe lokaler Erzeuger KEINE Seltenheit!)
Man spielt also letztlich auch mit seinem Leben, wenn man arglos Billig-Netzteile an Geräten mit berührbaren Metallteilen einsetzt, wo im Fehlerfall Netzspannung (auch bei trockener Anwendung) zu Stromschlägen führen kann! Z.b. das Blech seitlich am Ein/Ausschalter des C64/VC20, sowie die oft offen liegenden Erweiterungsmodule, also alles, was irgendwie elektrisch mit dem Innenleben verbunden ist. Dazu muss übrigens das Gerät noch nicht mal eingeschaltet sein, die Masseverbindung der +5V sind z.b. permanent mit dem Netzteil verbunden und wenn das durchschlägt, hat man diese Spannung an berührbaren Teilen auch im Zustand "Aus"!
Es gibt natürlich auch Schaltnetzteile, die "ordentlich" designt und aufgebaut sind, aber sicher nicht für lau! (Wobei man auch Schrott teuer verkaufen kann, d.h. Preis allein ist kein Qualitätsmerkmal!)
Zudem ist vielen nicht klar, das C64 & Co. eben für erdfreien Betrieb ausgelegt sind, aber dennoch (s.o.) berührbare Metallteile enthalten, was zulässig ist, solange eben das Netzteil die sichere Potentialtrennung (Sicherheits-Trafo mit 2 Kammern) bietet oder diese Metallteile nicht berührbar sind.
Ersteres hat Commodore damals mit den "Elefantenfüßen" Trafonetzteilen realisiert (auch das Steckernetzteil von C16/116 ist diesbezüglich sicher), Letzteres ist auch bei Geräten mit werksmäßigem Schaltnetzteil nur dann gewährleistet, wenn man angebrachte Erweiterungen selbst erdet, sofern dort Metallteile berührbar sind (die CMD-Geräte sind da z.b. mit ihren Ganzmetallgehäusen aber hoher Stromaufnahme z.b. so ein Fall...)
Es mag übertrieben wirken, wenn ich hier bei entsprechenden Themen das stets betone, aber: die Todesfallzahlen durch Stromeinwirkung sind nach steilem Abfall seit den 1970ern durch Einführung von Schutzleitern und FI-Personenschutzschaltern *) und Stagnation nun seit Jahren wieder am Steigen, die der durch fehlerhafte Geräte ausgelösten Sachschäden (Brände etc) sogar sehr deutlich!
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*) das ist wohl immer noch der bekanntere Begriff, im Fachjargon heißen die RCCB, oft auch fälschlich RCD (nur für reinen Sachschutz)