Tja, das ist schade, denn bei mir hatte er sich zuletzt (nach einiger Zickerei am Anfang) noch würdig gemeldet:
Was war denn das ursprüngliche Problem? Was hattest du repariert?
Snoopy hatte das Gerät gar nicht ausprobiert, sondern so, wie er es erhalten hat mir zukommen lassen.
Ich hatte zunächst eine überhöhte Stromaufnahme am Eingang gemessen und mich entsprechend auf Fehlersuche gemacht. (habs mit nem alten, noch aus der Röhrenzeit stammenden AC-Labornetzteil, quasi ein Stelltrafo, aber für Niederspannung- betrieben und man sah, das beim langsamen Hochdrehen eben der Strom sehr schnell anstieg.
Dazu habe ich die Schaltung analysiert, es kam dann aber auch bald ein brauchbarer Schaltplan hier im Thread, was die Arbeit doch erleichtert hat, wenngleich natürlich die Funktion sich schon auch so erkennen ließ. (siehe Beiträge ganz weit oben..)
Interessanterweise waren SÄMTLICHE Stromversorgungs-Bauteile, die ich getestet hatte ok, den LM317 aka 7805 im TO3-Gehäuse habe ich aber vorsichtshalber getauscht, um Fehler, wie sie ja auch beim Elefantenfuß von C= gerne auftreten zu verhindern.
Das Gerät ist meiner Meinung nach aus der Nullserie, die Alu-Bleche sind von Hand gebohrt und nachgefeilt, teils sehr grob und wie von Jemanden, der niemals eine Unterweisung in Metallbearbeitung bekommen hat. Auch wurde auf der Platine extrem viel gepatcht und wohl auch Fehler gesucht durch Abklemmen versch. Schaltungsteile.
So wurden auch die Leitungen, die gemultiplext Display und Tastatur bedienen vom externen "Exansion"-Steckverbinder abgetrennt, wo sie eigentlich anliegen sollten, als hätte es Probleme mit der Tastaturerkennung oder dem Display gegeben.
Ich habe auch die uralten Elkos mit je einem Pin ausgelötet und dann auf Kapazität und ESR vermessen, die waren interessanterweise alle noch gut, die Kapazität teils sogar auf Neu-Niveau (sind aber mit Datecodes versehen und definitiv aus der damaligen Zeit!), aber auch der ESR durchaus brauchbar.
Daher habe ich mich entschieden, diese im System zu lassen.
Auch die Tastatur reagiert gut und auf allen Tasten, kein Vergleich zu den Billig-Folientastaturen ein paar Jahre später aus dem Hause Sinclair.
Zudem habe ich auch die sonstigen Leitungen steckbar gemacht, die zw. Bodenplatte, wo die Versorgungsbuchse (2.5mm Klinke mono, wie Fernstart an frühen Kassettenrecordern) und Batteriehalter wie auch der rückwärts betriebene Trafo für die HV des Panaplex-Displays (so ne Art Nixie, aber schon mit Flachglas, vom Aussehen eher wie ein VFD, aber ohne Heizdraht und mit oranger Leuchtfarbe, diese Teile wurden nicht lange gefertigt und sind bedenklich, da sie radioaktive Stoffe wie Radon enthalten) Man sieht die beiden je 5 pol. WAGO Steckverbinder auf Snoopy s Fotos oben recht gut. Ich habe diese verwechlsungssicher montiert, d.h. m/w vertauscht und auch noch zusätzlich farblich markiert.
Damit ist das Gerät nun deutlich "servicefreundlicher" zerlegbar und auch offen betreibbar.
Nach dem erfolgreichen Test und Zusammenbau hatte ich jedoch auch Probleme mit dem Klinkenstecker rsp. Buchse, da diese sehr viel Spiel aufweisen und es zu Wackelkontakten kam.
Ich habe das aber auf meinen -von einem alten Universalnetzteil stammenden- recht klobigen Klinkenstecker zurückgeführt, wollte das Gerät so original wie möglich erhalten.
Ich stellte dann auch fest, das die beiden großen Siebelkos, die ja sogar über die PCB rausstehen (schon im Anlieferzustand) quasi unter mech. Vorspannung stehen, sobald das Gehäuse geschlossen wird und sich dort ein Pin losgerissen hatte (samt Leiterbahn, elektrische Verbindung also ok) und ab und an das geerdete Alu-blech darunter berührte. d.h zu nem Kurzschluss führte. Ich habe das dann noch nachgelötet und auch das Alublech mit nem Hartpapier-Streifen an der Stelle isoliert. Möglicherweise hat nun aber auch der 2. Elko das gleiche Problem bekommen oder der Kleber des Hartpapierstreifens hat versagt. Leider sah man den Bereich nicht auf den Fotos, die Snoopy gestern hochgeladen hat.
Erst am Tag des Rückversands kam zudem auf, das Snoopy kein Original-Netzteil dazu hat und ich hab ihm auf die Schnelle aus einem C64-II Netzteil und eben diesem Klinkenstecker eine Lösung gebaut und diese auch noch erfolgreich getestet, sowie den Trafo unter Last vermessen, hatte selbst bei den 1,5 A, die der Chef-Memo zieht noch 9,2V und keine Überlast-Auffälligkeiten wie Brummen oder starke Erwärmung. Das entspricht auch meinen Erwartungen, da die 5V Schiene ja überhaupt nicht belastet wird (gar nicht angeschlossen ist...) und somit beim Trafo weder Kern noch Primärwindung überlastet wird.
Snoopy hatte zunächst schon Probleme, dieses Netzteil überhaupt in Betrieb zu nehmen, angeblich hatte auch der (vergossene) Klinkenstecker ab und an nen internen Wackelkontakt.
Fazit: Blöd gelaufen, aber ich wollte das Gerät nicht permanent modifizieren, die mvon mir gemachten Änderungen lassen sich allesamt rückstandfrei zurückbauen. Hätte ich die Netzeingangsbuchse aber getauscht, hätte ich die Bohrung am Gehäuse sowie auch innen die entspr. Befestigungen, möglicherweise auch den ganzen Resetschalter, der dort sehr eng mit dran verbaut ist, ändern müssen, das wäre nicht ohne neue Löcher zu bohren resp. das ganz umzuverdrahten möglich gewesen.
Ich denke, es wäre besser, das Gerät im Originalzustand zu erhalten, vielleicht sollte Snoopy eine Zusammenfassung der Tests und Modifikatiionen dem Gerät auch beifügen zusammen mit Ausdrucken von Anleitung und Schaltplan.
Das Gerät ist ein extrem früher Vertreter seiner Gattung, möglicherweise der erste überhaupt und insofern eigentlich wirklich ein Museumsstück, insb. da sehr früh produziert (Datecodes Mitte 1977 auf allen ICs und auch einigen passiven Teilen) und auch ansonsten (siehe oben) es sehr deutliche Anzeichen gibt, das es wohl aus der Null-Serie stammt und daran eventuell sogar debugging für die Serie betrieben wurde.
Zur Erinnerung: als das Gerät gebaut wurde, war die 65xx-Serie gerade mal EIN Jahr auf dem Markt!