Beiträge von Ruudi im Thema „C64 wieder beleben“

    Wenn Du die nicht brauchst.... ich nehme die wohl....muss ja noch mein uT MOS Board bestücken.... nur funktionierendes ( und ausreichend )Material zu finden ist schwer.

    Muss hier mal ne Lanze FÜR die MT-Rams brechen:

    Wenn die gehäuft defekt sind, wurde der Rechner vermutlich längere Zeit feucht-kalt (unter 12°C droht Zinnpest) gelagert und/oder großen Temperaturschwankungen ausgesetzt (Garage, ungedämmter Dachboden etc), denn diese Chips hatten eine anfälligere Passivierung, d.h. kann eindringende Feuchtigkeit den Chip schneller schädigen, grundsätzlich aber leiden früher oder später ALLE Chips mit Plastik/Epoxid-Gehäuse unter diesem Problem. (bei keramischen Gehäusen gibt es gute Ausführungen, die dann meist nach MIL zertifiziert sind, die CSG/MOS Keramikgehäuse gehören leider da auch nicht zu den Vorzeigekandidaten, dort war das scheinbar höherwertige Gehäuse eher ne Notlösung, keine Qualitätssteigerungsmaßnahme...)

    Zurück zu den MT-RAMs: Bevor man die unnötigerweise tauscht, besser VOR Inbetriebnahme austrocknen (der ganzen PCB) im Backofen (48h min. bei ca. 60 Grad C), dann erst bestromen und testen und dann, wenn alles funktioniert, mit gutem, NICHT wasserlöslichen Platinenlack (conformal coating) DÜNN lackieren und wiederum gut durchtrocknen lassen.

    Sockeln bringt nur neue Probleme, insbesondere auf mittelfristige Sicht!

    Ausfallende MT-RAMs sind generell aber nur Frühindikatoren für Feuchte/Zinnpestschäden und nicht per se unzuverlässiger!

    Meine persönliche, langjährige Hitliste aus mehreren Hundert Reparaturen von Defekten in C64 Geräten führen unangefochten die CIAs an, dann folgen PLA und SID, erst dann kommen die MOSlinge (TTL-Chips aus MOS-Produktion) und weit abgeschlagen dann die MT-RAMs, wobei ich zudem die Erfahrung gemacht habe, das defekte originale RAMs (egal welchen Herstellers) meist auf teildefekte Originalnetzteile hinweisen als echten Root-Cause...