Beiträge von Ruudi im Thema „Alte 5 1/4 Zoll Disketten“

    Freund von mir kann seine Amiga-Spiele anhand der Ladegeräusche auseinanderhalten

    Klare Empfehlung für die nächste "Wetten dass..." Sonderausgabe zum 80. Geburtstag von Gottschalk oder so...:D

    PS: ein Freund von mir kann seine Knarren auch aufgrund der Ladegeräusche auseinanderhalten:pumpkin:

    Ich kann das bestätigen, ich habe auch schon einige Diskettenkonvolute gekauft, darunter waren auch div. HD Disketten auch so gelabelt von unterschiedlichen Herstellern, auch ohne Verstärkungsring und diese sind mit C64 Software bespielt, und am PC hab ich diese dann ausprobiert, weil ich es wissen wollte und es waren tatsächlich HD Disketten.

    Die Bit-Dichte all dieser Disketten, letztlich egal ob nun DD oder HD kommt ja gleich nach handgemeisselter Keilschrift, vergleicht man das mit den Dichten, die final auf den Harddisks erreicht wurden oder auch nur mit dem, was auf die div. Syquests, ZIPs etc. der 1990er schon passte.

    Da verwundert es wenig, dass auch suboptimale Schreibströme noch zu wiederabrufbaren Ergebnissen führen. Zudem streute der Schreibstrom speziell bei den C=-Laufwerken mit ihren doch eher primitiven, von C= selbst entwickelten (vermutlich von ähnlich hausbackenen Apple-Lösungen "inspiriert") Ansteuerungen sehr stark mit der Induktivität resp. auch dem DC-Widerstand der Kopfspulen, da es kein echter Regelkreis war, sondern lediglich durchgeschaltet wurde mit fixem Vorwiderstand, d.h. auch alle Toleranzen, angefangen von der Versorgungsspannung über eben den Shunt und die Schalttransistoren bis eben hin zur Kopfspule da mit reinspielten.

    Manche 1541 dürfte somit durchaus die Schreibfeldstärke erreicht haben, die für HD notwendig ist und somit auch dauerhaft drauf speichern können. Den Strom durch Tausch des Widerstands manuell zu erhöhen dürfte angesichts der eh -zumindest bei Mitsumi-LW- schon altersschwachen Kopfspulen aber keine gute Idee sein...:pumpkin:

    5.25" HD-Disketten haben eine deutlich mehr in Richtung Anthrazit gehende Oberfläche, fast so wie Chromdioxid-Kassetten :wink:

    Das ist allerdings kein hinreichendes Indiz, denn es gibt auch DD-Disketten, bei denen die Beschichtung so eine Farbe hat.

    Das wäre mir neu, resp. woher willst Du wissen, ob die wirklich als DD geeignet sind? Könnte ja auch -insb. in der Spätzeit der 5.25 Disks, also so ab 1990- umetikettierte Disks gegeben haben, getreu dem Motto "verkauft wird, was lagernd ist".

    Denn ne Weile funktioniert es ja auch mit den HDs, je nach LW und Streuung des SChreib/Löschstroms auch dauerhaft...

    Meiner Erfahrung nach sind die Disketten meist unschuldig, es liegt entweder an den Laufwerken oder aber schlicht daran, dass es

    die falschen Disketten sind:

    Die DD-Disketten (aber auch die ganz seltenen QD=4D) haben eine rostBRAUNE Oberfläche, in etwa der gleiche Farbton wie die NORMAL-Kassetten fürs Tapedeck/Datasette (Eisenoxid eben...)

    Zudem sollten sie weder vorformatiert noch für PC formatiert sein, das führt nicht selten dazu, dass die Format-Routine in der 1541 abbricht, vermutlich auch ein Problem der (un)genauen Spurlage der C= Billig-Laufwerke. Es gibt zwar unterschiedlichste Ansätze und Gerätschaften, um Disketten physikalisch, sprich magnetisch zu löschen, aber meiner Erfahrung nach sind die applizierten Magnetfelder zu schwach und die rein mechanischen Lösungen sogar "gefährlich", weil diese die Floppy statisch vormagnetisieren können, wogegen dann der Lösch- und R/W-kopf der Floppy ankämpfen muss...

    5.25" HD-Disketten haben eine deutlich mehr in Richtung Anthrazit gehende Oberfläche, fast so wie Chromdioxid-Kassetten :wink: und sind äusserlich ansonsten kaum von den DDs zu unterscheiden, da es -im Gegensatz zu den 3.5"- kein zusätzliches Erkennungsmerkmal oder Aufdruck/Logo etc gibt.

    Das Indexloch an sich wäre zwar für die 1541 entbehrlich, aber sollte da sein und dient dann noch einer weiteren Unterscheidung: je Umdrehung darf genau einmal "Durchsicht" möglich sein, d.h. der eigentliche Datenträger, also die Magnetfolie darf genau ein Index-Loch haben. hat sie viele davon, ist es eine hart-sektorierte Disk und auch nur mit viel Geduld nutzbar, sprich mehrere Formatierversuche, anlöschen mit magnetishem Wechselfeld (Tonkopf-Entmagnetisierer oder (Netz-) Trafo, dessen Kern modifiziert wurde (ACHTUNG: Netzspannung ist lebensgefährlich!)

    Wenn das Laufwerk verstellt / defekt ist:

    - falsche Umdrehungsgeschwindigkeit: kritischer als manche glauben, kann man mit Stroboskoplampe vermessen, manche haben dazu schon eine passende Bedruckung für 50/60 Hz, aber eine solche kann man auch selbst anfertigen und testweise anbringen.

    Gründe für abweichende Geschwindigkeit sind meist defekte Elkos auf der Motorplatine oder "Einstellversuche" von Laien, seltener schwergängige Lager etc.

    Schwergängige Disketten kommen hingegen öfter mal vor, da hilft dann oft, die Diskette leicht zu stauchen (also mit der Hand an gegenüberliegenden Kanten Druck auszuüben, so dass die Disk etwas "ausbaucht" und mit den freien Kanten auf den Tisch etc zu klopfen, dann um 90° versetzt nochmals...

    - falsche Spurlage: inbesondere bei den alten Alps-Laufwerken (mit Garagentor-Verriegelung anstelle Knebel) ein oft und schon damals vorkommendes Problem, sollte bei der 1541-II aber insofern nicht mehr so die Rolle spielen, aber kommt natürlich auch bei den anderen Laufwerken vor, nur eben nicht so häufig, d.h. gekaufte kommerziell beschriebene Disketten (z.b. die Heftdisketten der 64er) als Vorlage nutzen und mit Oszi und Hilfstool (das fortlaufend eine Spur einliest, aber auf Kommando immer wieder auf Spur 0 rekalibriert) auf möglichst Amplitudenmaximum und "rechteck"ähnlichste Kurvenform einstellen.

    - Defekt in der Floppy-Elektronik, was die Erzeugung der Löschspannung /"Bias" anbelangt. Insbesondere am Löschkopf muss bei Schreib/Formatierbetrieb eine höherfrequente Wechselspannung anliegen, ansonsten wird entweder die Disk stark statisch vormagnetisiert (und somit unbrauchbar, s.o.) oder das Schreiben funktioniert nur noch sporadisch, Formatieren meist gar nicht mehr. (insb. bei Disks, die an anderen Systemen oder mit abweichender Spurlage schon formatiert waren)

    - Kopfschaden an Mitsumi/Newtronics D500 Laufwerken: ich habe hier im Forum vor Jahren mal einen Trick gezeigt, wie diese LW wieder zum Lesen verwendet werden können, wenn der Kopf halbseitig hinüber ist (geht aber nur für eine der beiden Hälften, der Löschkopf übernimmt dabei dann den Gegenpart, dieser ist in seiner Polarität aber auch fix, da gemeinsame Leitung mit der Mittelanzapfung des R/W Kopfes) Diese LW können dann aber eben nicht mehr schreiben oder formatieren (was ja auch nur schreiben ist..) Erkennbar wäre die Modifikation an einer Umverdrahtung des Kopfanschlusses im Stecker an der PCB. Wäre dann aber sehr unfein vom Verkäufer, aber nur der Vollständigkeit halber mit angegeben hier.

    n.B.: "Baden" in Alk zur Reinigung halte ich speziell bei den weich vergossenen Mitsumi-Köpfen für kontraproduktiv, könnte gut sein, dass damit deren Alterung beschleunigt wird!