Oliver und ich halten uns über aktuelle Projekte gern bedeckt, weil wir gelernt haben, daß es Stolperfallen gibt. Stolperfallen, die die Entwicklungszeit extrem verlängern können, die die Kosten in die Höhe treiben und damit auch Daten verschieben.
Wenn Tobiflex hier schreibt, daß wir ihn nicht bei der Entwicklung dabei haben wollten, ist das so nicht richtig. Tobias weiß sehr wohl, daß ich seine Leistungen sehr schätze und wir haben auch eine eMail-Vereinbarung. Daß nicht immer alles nach Plan verlaufen kann, ist Tobias genau so bekannt, wie hoffentlich "vielen"Anderen auch. Ein Plan der aufgrund totaler arbeitsmäßiger Überlastung meinerseits nicht funktioniert hat, war ein FPGA-Prototyp den ich ihm bauen wollte, um seinen 68000-Core zu testen. Tobias, ich weiß daß nicht toll war, aber ich find's auch nicht toll, daß Du das in der Öffentlichkeit so drehst - bis zum 29. Oktober stand meine Existenz auf dem Spiel, ich hatte wahrlich andere Sorgen.
Ganz nebenbei lese ich hier, daß ich in die Hölle komme, weil ich nicht in der CeVi Aktuell werbe. Ich hätte es gar nicht gelesen, wenn Oliver mich nicht mit der Nase auf diesen Thread gestoßen hätte. Ich denke, ich muß das Magazin und seine Redakteure noch eine Weile beobachten, bevor ich eine Entscheidung über Werbung darin treffen kann. Die Anfrage für Werbung ist vom 27. Oktober, dort steht auch noch drin, daß jetzt "alles ganz anders aussehen wird" - wie genau, das wurde mir nicht mitgeteilt.
Auch hier dürfte die berechtigte Frage erlaubt sein: Warum trägst Du das hierher in die Öffentlichkeit, wenn wir doch schon eMail-Kontakt hatten? Versuchst Du jetzt etwa genau das, was die Amiga-Future auch versucht hat? Druck aufbauen, Presse-Leute muß man mit kostenloser Hardware ködern? Sowas kommt gar nicht in die Tüte! Individual Computers hat seit Herbst 1998 eine feststehende Policy: Keinerlei Aktionen, die auch nur im Entferntesten darauf hindeuten, daß ich Testberichte oder Pressemeldungen kaufen würde. Nachdem meine Amiga-Produktoffensive 1998 so erfolgreich war, hagelte es Kritik, weil ich kostenlose Muster an die Zeitschriften geschickt habe. Daraufhin habe ich beschlossen, daß mir NIEMAND JEMALS wieder vorwerfen wird, ich hätte durch Zuwendungen (Werbung, Muster, sonstwas) einen Testbericht "gekauft".
Tatsächlich haben einige Redakteure recht offene Andeutungen gemacht, aber die Policy steht: Journalisten werden behandelt wie Kunden. Einzige Ausnahme ist ein verlängertes Rückgaberecht für die Produkte.
Also Leute, bitte versteht, wenn Individual Computers nicht vollmundig ankündigt, sondern lieber solide Hardware liefert. Wir entwickeln nicht nur Produkte, sondern auch uns selbst weiter. Was wir gelernt haben ist, daß beim Sprechen über Produkte, die noch nicht am Markt sind gilt: "Weniger ist mehr". Es sei Euch trotzdem versichert, daß wir auf den Markt hören, daß im Hintergrund oft wesentlich mehr abgeht, als für Euch vielleicht offensichtlich ist. Ich kann mich Oliver nur anschließen: Das Warten wird sich lohnen. Es sind momentan insgesamt acht Projekte in der Pipe. Würden wir über jedes Einzelne "Bericht erstatten", würden wertvolle Ideen verschenkt und Zeit vergeudet, um tägliche Entscheidungen zu erklären. Das kann's doch nicht sein, oder?
Jens Schönfeld