[...] der unbedarfte C64 Anwender denkt dann [...]
Hier ist schon mal eine grundsätzliche Fehlannahme drin. Es gibt keine unbedarften C64-Anwender. Die Kenntnis des C64- und 1541-Handbuchs darf man einfach mal voraussetzen.
Aus meiner Sicht sind für einen Editor, gleich welcher Art, nur drei Datei-Funktionen zwingend notwendig: 1. Speichern (mit automatischem Löschen einer vorher existenten Datei, um der Semantik des CBM DOS gerecht zu werden), 2. Laden und 3. Verzeichnis der Disk anschauen. Das habe ich so z.B. in Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. auf dem VC-20 so realisiert.
Alles darüber hinaus sind Komfort-Funktionen, die im wesentlichen in Richtung Arbeitsorganisation gehen. In dem Fall hättest Du das aber auch noch nicht zuende gedacht: Umbenennen und Löschen einer Datei, in Ordnung, was macht der User wenn alle Disketten voll sind und er erst mal eine neue Diskette formatieren muß? Wenn Du das zuende denkst, kommst Du darauf, daß Du im Grunde die komplette Funktionalität die Du von einem Dateimanager kennst, gleich noch in dein spezielles Anwendungsprogramm mit hinzupacken müßtest. Deswegen meine Frage, ob Du gerade eine DOS SHELL programmierst.
Ich wiederhole mich hier zwar, und andere Gesprächsteilnehmer sehen das ja auch so ähnlich, aber nochmal: Nein - der erfolgreiche Betrieb deines Programms hängt eben nicht von der Rückmeldung des Scratch-Befehls ab! Was zählt ist: der User soll in der Lage sein, seine (unter Umständen stundenlange) Arbeit auf einem Speichermedium sichern zu können. Das möglichst, ohne daß das Programm zwischendurch abstürzt. Wenn von vornherein klar ist, daß das Programm als Dateioperationen "nur" Speichern, Laden und Verzeichnis anschauen ermöglicht, ist es Sache des Anwenders vorher dafür zu sorgen, daß er eine formatierte Diskette zur Hand hat. Sowas, etwas netter formuliert, stand dann auch in den Anleitungen der Programme drin.
Du kannst es gerne etwas aufwendiger machen. Irgendwann kommst Du aber an den Punkt, wo Du einen vollwertigen Dateimanager geschrieben hast, der zufällig auch noch Zeichensätze editieren kann und das heißt, den Programmieraufwand an einen Nebenkriegsschauplatz zu verschwenden.