Beiträge von Computerbastler im Thema „Funktioniert ein C64 Lightpen an einem TFT?“

    ... weil beim Lightpen die Tatsache ausgenutzt wird, dass der Bildschirm flackert. Das Bild wird von oben nach unten in Zeilen geschrieben, jede Zeile dauert bei PAL 64us incl. Rücklauf. Die Tatsache, dass ein Bild entsteht, liegt am Nachleuchten der Leuchtstoffe. Immer, wenn der Elektronenstrahl an einem Punkt vorbeikommt, leuchtet dieser auf und muss für die nächste 1/25s nachleuchten, bis der Strahl an dieser Stelle wieder vorbeikommt. Folglich ist der Punkt im Moment der Anregung durch den Elektronenstrahl am Hellsten und wird dann kontinuierlich dunkler, bis er wieder mit Elektronen beschossen wird. Der Helligkeitssprung ist das, was der Lightpen detektiert. Und der VIC weiß, wo sich der Elektronenstrahl örtlich zu dem Zeitpunkt des durch den Lightpen detektierten Helligkeitssprungs befindet. Daraus ergibt sich, dass jede Art von Display, die prinzipiell anders funktioniert (TFT, LCD) oder zeitlich entkoppelt ist (100Hz-Röhrengerät) nicht funktionieren kann.

    Beim 100Hz-Gerät wird das Bild zwischengespeichert und der Strahl kommt in der gleichen Zeit 2x an der Stelle vorbei, wo sich der Lightpen befindet - was zum Einen zu kleineren Helligkeitsänderungen (=weniger flackern) führt, zum Anderen aber auch dazu, dass der Strahl zu dem Zeitpunkt nicht an der Stelle ist, an der der VIC meint, dass er ist. Die Koordinaten, die dann ausgegeben werden, sind also falsch.

    Beim TFT/LCD werden die Pixel nicht sequentiell beleuchtet. Das optische Verhalten der Pixel ist grundsätzlich anders wie beim CRT und der Controller steuert die zwischengespeicherten Inhalte Pixel für Pixel in einer Matrix an - ebenfalls zeitlich entkoppelt vom Eingangssignal, was wiederum für völlig falsche Koordinaten sorgen würde, selbst wenn der Lightpen etwas sehen würde.

    Fazit: der Lightpen nutzt für sein Funktionsprinzip die Unzulänglichkeiten der CRT aus - kann also nur bei einer CRT funktionieren.