Diskret ist das Gegenteil von kontinuierlich und digital das Gegenteil von analog. Aber im Kern ist die Bedeutung ähnlich.
Digital bedeutet eigentlich "abzählbar" ("digitus" ist das lateinische Wort für Finger) und diskret bedeutet ursprünglich "unterschiedlich" ("discernere" heißt "unterscheiden"). Die Bedeutung ist also praktisch identisch, aber der Sprachgebrauch unterscheidet sich trotzdem leicht. Wenn man einen Wert digitalisiert, wird er von einer kontinuierlichen Größe (analoge Spannung) in eine diskrete Größe (digitaler Wert) überführt.
Digitaltechnik ist also eine Technik, die auf abzählbaren Zahlenwerten basiert und nicht auf kontinuierlichen analogen Spannungen.
Daß Digitaltechnik in den allermeisten Fällen mit binärer Logik umgesetzt wurde, hat dazu geführt, daß viele Leute "digital" und "binär" gleichsetzen, aber deshalb haben die Worte trotzdem nicht die gleiche Bedeutung. Man könnte Digitaltechnik auch auf mehreren diskreten Zuständen aufbauen, aber zwei Zustände (an/aus) sind halt einfacher zu handhaben. Es ist aber in jedem Fall ein Irrglaube anzunehmen, Digitaltechnik würde nur zwei Zustände kennen. Das ist schon auf der untersten Ebene nicht der Fall (Tristate von Bussen) und natürlich kann man auf digitale Modulation/Demodulation mit viel mehr als zwei Zuständen betreiben. Spätestens auf der Ebene von Mikroprozessoren sollte jedem klar sein, daß sie digital sind, weil sie mit abzählbaren Werten arbeiten, aber daß die Implementierung basierend auf binärer Logik halt nur eine Möglichkeit der Implementierung sind, wenn auch derzeit praktisch die einzige.