Also betrachten wir das doch mal ganz konkret:
Ich generiere einen Sinus von 50MHz, der also aus 100 Millionen Halbwellen je Sekunde besteht.
Ich nutze dazu einen Arbiträrgenerator, der IM SCHNITT jede 100. Halbwelle weglässt, jedoch zufällig und NICHT GLEICHVERTEILT im Abstand.
Kein Problem, siehe Bilder.
Kurze Erklärung (ledes der Bilder enthält mehrere Tausende Waveforms):
- Bild1 zeigt "digitale" Signale, der Trigger kann z.B. bei 10% der Zeitachse
gelegt werden und ist so ab 70% der Zeitachse wieder scharf, d.h. eine Waveform
wird also teilweise zweimal angezeigt, d.h. kein Datenverlust und damit kein
übersehener Fehler.
- Bild2 zeigt mittelfreq. Sinus-Wellen, überlagert von einem hochfreq. Sinus-Wellen
(fast ausserhalb der Bandbreite).
- Bild3 zeigt in Etwa dein Szenario, ohne viel Mühe erkennt man den Fehler.
Du kennst dich zwar unbestreitbar in einigen Feldern rund ums Oszi gut aus,
deine Vorstellungen bzgl. Digital-Oszi sind aber start ausbaufähig: Daten werden
in einem DSO idR nicht an die CPU weitergereicht und von der gezeichnet, sondern
z.B. wie bei mir von einer complexen FPGA-Logik (bei mir: in zweistelligen GigaPixel
Bereich, füllt etwa 80% des FPGAs). Mit entsprechender Triggerlogik (mehr als nur
einfache Übergänge, z.B. Definition von ganzen Bereichen) kann man die perversesten
Trigger definieren. Damit übersieht man wirklich nichts Denkbares mehr.
Was dein 50Mhz-Signal bei 250MS/s angeht: für C64 oder Amiga total uninteressant,
Signale haben max 25MHz, evtl. mal Glitches, aber die erkennt man auch bei 250MS/s.
Was mich am Owon HDS272 stört, ist der relativ kleine Speicher von 8KSamples, das
ist sehr knapp.
60 vs. 500.000 beim analogen Oszi!
Was für eine Bildschirmtechnik steckt denn in einem analogen Oszi?
Das ist einfach nur ein phosphorbeschichteter Schirm, der von Strahl
zum leuchten gebracht wird.