Beiträge von Crass Spektakel im Thema „Amiga mit 256kByte“

    Was ich noch dunkel erinnere ist, dass manche meiner Freunde sich auf ebendiese original Commodore Speichererweiterung 256K, die in die Front des 1000ers reingesteckt wurde, Huckepack nochmal 256K zusätzlich raufgelötet haben. Dabei wurden die zusätzlichen Speicherchips auf die bereits vorhandenen raufgelötet ...

    Dieser Speicher musste dann aber auf der CLI oder startup-sequence noch extra irgendwie eingebunden werden ... damit er genutzt werden konnte... dann hatte man damit 256k onboard + 2*256K Expansion in der Frontklappe ...

    Jein, es war üblich diese Karten von 256 auf 768kByte aufzurüsten, also zwei RAMs draufzulöten. Ein paar Kabel mußte man auch noch innen in den PC verlängernd reinlegen. Damit kam der Amiga auf 512kByte ChipRAM und 512kByte SlowRAM. Alternativ konnte man den Amiga auch ohne diese Trapdoor-Erweiterung auf 1024kByte aufrüsten indem man direkt im inneren die Bausteine und Kabel verlegte. Das wurde sogar mal in der 68000er oder Happy Computer als Artikel abgedruckt und war spottbillig. Interessanterweise war der interne Einbau fast identisch zu ähnlichen Umbauten am Atari ST.

    Das mit "addmem" ist korrekt und hat ein paar witzige Stolpersteine. Hat man das RAM komplett intern verbaut erkannte der Amiga nur 256kByte und man mußte einmal 256kByte ChipRAM und einmal 512kByte SlowRAM mit addmem anmelden was dazu führte daß das ChipRAM partitioniert war und man z.B. nicht im Stück 300kByte ChipRAM nutzen konnte. Und Bootloader sahen natürlich auch nur 256kByte.

    Mit addmem konnte man noch andere lustige Sachen machen, z.B. das IO-RAM eines Sidecars/A2088/A2286 als FastRAM anmelden solange der PC nicht emuliert wurde. Das waren 128kByte geschenktes FastRAM.

    Theoretisch gingen sogar mehr als 1024kByte aber das war halt SlowRAM. Nicht erstrebenswert. Keiner meiner Amigas (500-3000) hat SlowRAM, hab das immer gezielt vermieden.

    +256K WOM war auf dem Mainboard dabei da wurde das Kickstart reingeladen...

    +256K RAM war auch auf dem Mainboard dabei

    +256K Frontside-Expansion wurde in Deutschland ab 1986 eigentlich immer dazugelegt

    Das WOM war bei einigen Amigas auf einer Extra-Platine die übrigens in einem ROM-tauglichen Sockel steckte und bei anderen direkt auf dem Mainboard. Die Extra-Platine hatte den Vorteil daß man das WOM einfach durch ein (EP)ROM ersetzen hätte können. Wenn es jemals passende ROMs dafür gegeben hätte :wink:


    --- schnipp ---

    Und jetzt was ganz anderes.

    Mein Amiga ist ein US-Model mit der Seriennummer 146. Ein lokaler Distributor hatte eine handvoll Geräte sehr früh und teuer direkt importiert und eines der Geräte seinem Sohn geschenkt.

    Der Sohn nutzte das Gerät kaum zwei Jahre ohne es auf PAL/DE umzubauen. Das 110V-Netzteil hang an einem externem 220-zu-110V-Wandler. Dann lies er den Amiga ungeliebt in der Ecke verstauben und verkaufte ihn mir um 1989 für 600DM. Ich ärger mich heute noch daß ich das Sidecar für 100DM nicht dazugenommen habe... Aber er gab mir ein Umbauset auf PAL/DE dazu, gratis, das lag jahrelang ungenutzt neben dem Rechner. Dafür fehlten sämtliche anderen Unterlagen.

    Interessante Features:

    -WOM/WCS sitzt auf einer Extra-Platine. Bei PAL-Amigas ist das nicht der Fall.

    -kein Extra-Halfbrite-Mode mit NTSC-Chips. Ich habe NTSC aber nur sehr kurz auf dem Gerät verwendet weil ich den 1100V-Wandler zurückgeben mußte und habe das Gerät anschliessend dauerhaft auf PAL umgebaut.

    -Innen und Aussen kein Schriftzug bezüglich "1000". Allerdings habe ich das Netzteil getauscht und das NTSC-Netzteil ist tief in der Bastelkiste begraben.

    -Die deutschen Tastenaufkleber sitzen auch nach 35 Jahren bombenfest.

    Beim Antworten auf einen anderen Beitrag ist mir gerade aufgefallen daß es ja einen Amiga mit nur 256kByte gab: Der Ur-Amiga aus der ersten Reihe. So einer steht sogar auf meinem Dachboden aber als ich ihn gebraucht erworben habe kam er schon mit 512kByte RAM die intern auf die alten RAM-Chips verlötet waren - sowas war anno tobak ja immer eine preiswerte Methode das RAM aufzurüsten.

    Was kann man eigentlich mit einem Amiga mit 256kByte anfangen? Ich schätze selbst mit Kickstart 1.0 war nach dem Booten der Workbench bestenfalls noch 180kByte frei.

    Hat jemand von euch jemals mit sowas gearbeitet?