Genau! Auch da ist dann wieder die Frage, ab wann es ein eigenes Spiel ist. Ebenso bei S.E.U.C.K. und anderen Baukastensystemen. Da sind zwar viele Parameter durch das jeweilige Construction Kit vorgegeben, aber es steckt auch immer eine gewisse kreative Eigenleistung mit drin, um Spielelemente zu gestalten, eine Story zu erfinden, etc.! Pauschal zu sagen, S.E.U.C.K.-Spiele seien keine richtigen Spiele, klingt natürlich sehr wichtig, wenn man ein ultrakrasser, szenebekannter Assemblergott ist und sich auf Kosten anderer profilieren möchte. Aber dennoch haben auch diese Spiele ihre Fans und es gibt kleine Perlen unter diesen Spielen. Vieles ist natürlich auch einfach Schrott. Aber wo ist die Grenze?
Beiträge von Telespielator im Thema „Anzahl Spiele für den C 64“
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wer's noch nicht kannte
Kannte ich schon, staune aber jedesmal wieder. Wenn der Vertreter der Softwareindustrie behauptet, pro Kopie entginge seiner Firma ein Umsatz von 25 Mark, ist das doch an den Haaren herbeigezogen. Da hätte der Reporter doch sofort kontern müssen, dass das doch eine Milchmädchenrechnung sei, weil schließlich nicht annähernd soviel Kaufkraft bei der Zielgruppe vorhanden konnte. Welcher Jugendliche konnte sich denn mehr als zweimal im Jahr Spiele für 60 Mark oder mehr leisten? Wenn man aber für 8 Mark eine Diskette mit mehreren Spielen kaufen konnte (oder sie gar von einem Kumpel kostenlos kopiert bekam), konnte man sich auch vom Taschengeld hundert Spiele im Jahr kaufen. Wahrscheinlich lag der tatsächliche Schaden pro Raubkopie bei 50 Pfennig oder so. Aber das konnten sie nicht zugeben, da hätte der Staatsanwalt die Akte gleich wieder zugeklappt. Und dann noch dieser dämliche Schlusskommentar. Jaaa, wer hat denn unseren Kindern das böse Programmieren beigebracht? Und dann kriegen sie noch fünf Mark, wenn sie 'ne Eins schreiben. Da muss man aber viele Einsen geschrieben haben, damit man sich ein Originalspiel von Ariola leisten konnte. Da haben sich die meisten Kinder dann wahrscheinlich lieber Rauschgift von den fünf Mark gekauft und das sind dann auch noch die Lehrer schuld... *lach*
die teure Lernsoftware
Oha, da kommen schlimme Erinnerungen in mir hoch. "Primus" hieß glaube ich diese sauteure Lateinvokabelsoftware, die mein Vater damals kaufte, und für die ich dann ausnahmsweise mal an seinen heiligen 4/86er durfte. Die war noch stinklangweiliger als das Lehrbuch, da wären Karteikarten noch besser gewesen, die waren wenigstens bunt. Entsprechend gerne (= gar nicht) und oft (= drei mal?) habe ich damit dann gearbeitet und entsprechend viel (= nichts) hat's gebracht. Vor allem konnte man die Software von der Diskette nur zweimal installieren, was dafür, dass der Mist fast 100 Mark gekostet hat, schon fies war. Und wenn ich dann vor dieser grauen DOS-Maske saß, war das noch mehr Quälerei als der strunzdoofe Lateinunterricht in der Schule. Wenn mein Vater seine (damals tatsächlich vorhandenen) BASIC-Kenntnisse eingesetzt hätte, um sich mit mir ein paar Abende an den C16 zu setzen und ein eigenes Lateinvokabelprogramm zu schreiben, hätte ich wahrscheinlich sogar Spaß dran gehabt und richtig was gelernt (und zwar wahrscheinlich Lateinvokabeln und Programmieren auf einmal).
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Naja, aber es gab ja vorher auch schon Computerzeitschriften und Kataloge, Prospekte, Werbeflyer etc.
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Na, diese Kaufhäuser gab's aber auf'm Dorf nicht.
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Hab ich leider alles weggeschmissen in meinem Wahn, 2012.


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Mal abgesehen davon, dass die Preise, die verlangt wurden, für die Zielgruppe oft völlig unerreichbar waren, wird es außerhalb der Metropolen sicher auch oft schwer gewesen sein, überhaupt Läden zu finden, die Computerspiele anboten.
Mich würde mal interessieren, ob Eltern, die ihrem Nachwuchs damals C64 & Zubehör spendiert haben, gewusst haben, was Software kosten kann oder ob vielleicht auch davon ausgegangen wurde, dass die schon irgendwoher kommen würde. Gab es da seitens der Eltern überhaupt ein Unrechtsbewusstsein? Immerhin war das Kopieren von LPs aus Kassette für Freunde, Kollegen und Bekannte ja auch allgemein üblich und mein Vater
hatte sogar die eine oder andere Kassette für seinen C16, die ihm ein Kollege mit seinem Doppelkassettendeck an der Stereoanlage überspielt hatte.
Ich selber (Jg. '80) habe ja erst 1989/90 (so genau weiß ich das leider nicht mehr) mit dem C16 angefangen, gefolgt von einem Win95-Rechner (1996) und der erste C64 kam erst kurz danach ins Haus, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
Wenn ich mir vorstelle, ich hätte wäre 1986 vielleicht zwölf Jahre alt gewesen und hätte einen C64 für 899 Mark zu Weihnachten bekommen, hätte ich mir die 1541 frühestens zu Weihnachten 1987 zu wünschen brauchen und zu Weihnachten 1988 dann mal ein Spiel.
Vielleicht war ich auch zu bescheiden und meine Eltern weniger geizig, als ich dachte, immerhin waren später ein Mofa und eine 125er kein so großes Problem, aber ich denke, bei vielen wird das Geld deutlich knapper gewesen sein. Immerhin überstieg der Preis einer C64-Grundausstattung damals sicher die ein oder andere Wohnungsmiete. Wenn man davon ausgeht, dass ein C64 nur dann wirklich Spaß gemacht hat, wenn man wenigstens ein neues Spiel pro Monat (wahrscheinlich eher mehr) bekam, war die Vorstellung, sowas auf legalem Wege zu erreichen für die Mehrheit der User schlicht wirklichkeitsfremd.War das nicht auch irgendwie seltsam, dass Joysticks teils billiger waren als manche Spiele? Wie habt Ihr das wahrgenommen damals?
Deshalb habe ich mir sowas gebastelt
Hast Du dafür 'ne Zeitung zerschnippselt?
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Telespielator und ein Emulator... OMG!
Naja, zum nur mal kurz antesten nehme ich auch schon manchmal den Vice. Ist ja sonst ein wenig umständlich. Aber ein Emulator wird für mich hoffentlich nie die echte Hardware ersetzen...
Turbo Chameleon
...dann kann ich auch gleich 'nen Emulator nehmen.
Aber ich habe ja eh nicht vor, dieses Projekt durchzuziehen. Bin nur der Meinung, es wäre schaffbar, wenn man unbedingt wollte. Ob das Sinn hat, ist eine ganz andere Frage. An wieviele der 27000 Spiele würde man sich nachher wohl erinnern?und es gibt sehr viele, alte, kleine Spiele die KEIN Basic sind...
Und wenn schon. Ein Spiel muss ja nicht schlecht sein, nur weil es in BASIC programmiert ist. Hatten wir nicht schonmal einen Thread zum Thema die besten kleinen Spiele? Wäre jedenfalls auch nicht uninteressant.
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Fragt sich nur, wieviel. Und wenn man nach 270 Tagen damit durch ist, muss man sich eh wieder was anderes suchen...

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Na, das ist doch schon ganz ordentlich.
Aber auch nur bedingt eine Antwort auf die Ausgangsfrage... So richtig weitergekommen sind wir da noch nicht (ich bin ja auch mit meinem OT-Geschwafel nicht ganz unschuldig). 
Ist aber schon interessant, ob es irgendeine Möglichkeit geben könnte, auch nur annähernd herauszufinden, wie viele Spiele tatsächlich kommerziell rausgebracht wurden also zumindest im Laden oder Versandhandel zu bekommen waren oder sind. Dazu würde ich auch Abtippspiele und über Sharewareversender vertriebene Titel zählen. Reine Szenereleases hingegen finde ich schwierig. Wo ist da die Grenze? Wenn jemand ein Spiel auf der Willow Party 1999 veröffentlicht hat, haben das damals ja gerade mal 30 Leute bekommen, dann wurde es vielleicht noch über Swapper verbreitet und heute kann man's in der CSDB runterladen. Wie relevant ist so ein Spiel? Wenn man aber jedes Spiel zählen will, was je irgendjemand programmiert hat, gibt's sicher tausende von Spielen, die nie das eigene Kinderzimmer verlassen haben.
Streng genommen ist das ein Spiel (Zahlenraten 1000, Copyright Telespielator 2020):
10 ?"AN WELCHE ZAHL DENKE ICH";:INPUT X:IFX=INT(RND(1)*1000)+1THEN?"GENAU!"
Das ist ein weiteres Spiel (Zahlenraten 2000, Copyright Telespielator 2020):
10 ?"AN WELCHE ZAHL DENKE ICH";:INPUT X:IFX=INT(RND(1)*2000)+1THEN?"GENAU!"
Und hier noch eins (Zahlenraten 3000, Copyright Telespielator 2020):
10 ?"AN WELCHE ZAHL DENKE ICH";:INPUT X:IFX=INT(RND(1)*3000)+1THEN?"GENAU!"
In die GB64 würde das aber wohl eher nicht aufgenommen werden. Ebenso würde keiner behaupten, der Telespielator sei ein ganz toller Spieleprogrammierer, weil er in einer Minute drei verschiedene Spiele rausbringt. Was definiert aber ein Spiel, das als vollwertig gelten darf?
Einzelne Kriterien greifen i.d.R. zu kurz. Es gibt schließlich Spiele ohne Grafik, Spiele ohne Sound, Spiele ohne Joystickunterstützung und Spiele ohne Punkteanzeige... und es gibt natürlich Spiele, die immer und immer wieder dasselbe Original kopieren. Wie unterschiedlich müssen zwei Pac-Man-Versionen sein, damit es wirklich zwei verschiedene Spiele sind? Und was ist mit den Spielen von z.B. Kingsoft, wenn diese mit anderem Cover und unter anderem Namen von Anco rausgebracht wurden. Sind das wirklich zwei verschiedene Spiele, wenn nur das Titelbild anders ist? Einerseits schon, andererseits nicht. Langer Rede, kurzer Sinn: Man kann letztlich nur seeehr ungenau sagen, wieviele Spiele tatsächlich für den C64 existieren.
Es sind aber tausende, die Zahl ist fünfstellig. Und das ist ja auch schon ziemlich beeindruckend.

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Würde ich die üblichen Diskettenladezeiten einer 1541 voraussetzen dann wären innerhalb von 2 Minuten die meisten Spiele noch nicht mal gestartet.
...und wenn man eine Datassette verwendet, dann noch viiiel länger. Naja, aber für so ein Vorhaben wäre dann vielleicht ein Emulator wirklich mal ganz sinnvoll. Man will ja wohl eher nicht zehntausend Disketten im Wohnzimmer stehen haben, zumal das zurückschreiben auf Disk ohnehin noch der langwierigste Prozess in der Rechnung wäre. Aber mit 'nem Emu auf 'nem Schmockphon wäre das schon was ganz anderes. Viele Leute haben täglich einen Weg von 15 und mehr Minuten mit dem ÖPNV zur Arbeit und dann nochmal zurück. Wenn man auf dem Weg zur Arbeit und zurück jeweils sieben Spiele (also 14 pro Tag) antestet, ist man, wenn man Wochenenden, Feiertage, Urlaub und Krankheitstage abzieht, wahrscheinlich immer noch in weniger als drei Jahren durch. Wenn man dann noch die ganzen Mini-BASIC-Fingerübungen abzieht und wirklich nur kommerzielle Releases antestet, geht's sogar noch schneller. Außerdem findet man, wenn man will, sicher noch weitere Gelegenheiten, mal schnell ein Spiel anzutesten (und vom Schreiben einer Rezension war ja gar nicht die Rede). Auf dem Klo, im Aufzug, an der Haltestelle, in der Schlange beim Bäcker, beim Warten an der Kasse, in der Mittagspause... Gibt es nicht auch dieses Kernal, mit dem man via W-LAN blitzschnell auf den C64 laden kann? Dann ginge das sogar mit realer Hardware. Gerade stelle ich mir vor, jemand wäre Rentner oder so und würde einen YouTubekanal aufmachen, auf dem er von Montag bis Freitag in je 5 Stunden jeweils 100 Spiele in Echtzeit antestet und mit bissigen Sprüchen kommentiert. Der hätte sicher schnell zahlreiche Follower, so dass er damit Geld verdienen könnte (und mit Merchandising noch zusätzlich) und binnen eines Jahres wär's wohl reif für's Guiness-Buch der Rekorde... Es gibt auch Leute, die gucken sich jeden Tag stundenlang Let's-plays an oder die ganzen Serien rauf und runter Also, ich hätte da keinen Bock drauf, aber grundsätzlich möglich wäre das schon und ob das zermürbender wäre, als sich z.B. jeden Tag acht Stunden im Callcenter von unzufriedenen Kunden beschimpfen zu lassen, lasse ich mal dahingestellt.
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Ich habe nie behauptet, ich würde es anstreben, mal sämtliche Spiele anzutesten, die es gibt. Kommen ja auch jedes Jahr noch jede Menge dazu. Aber theoretisch unmöglich ist es halt nicht. Wenn man jedes Wochenende 5 Stunden damit verbringt, Spiele anzutesten (á 2 Min.) ist man auch in unter vier Jahren damit durch. Meistens hat man halt besseres vor... Man will ja z.B. das eine oder andere Spiel auch mal länger als zwei Minuten spielen! 
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Der alte Mathelehrer trifft seinen ehemaligen Schüler, der trotz großer Probleme in Mathematik offenbar zu einigem Wohlstand gelangt ist.
"Ach, Herr Bodhi! Schön sie zu sehen! Und, womit bestreiten Sie inzwischen Ihren Lebensunterhalt?"
"Ich bin eBay-Händler! Ich kaufe C64-Spiele für 4 Euro das Stück ein und verkaufe sie für 9 Euro, und von diesen 5 % Gewinn kann ich gut leben."

also mehr, als wir in unserer mickrigen Restlebenszeit noch antesten können.
27.000 Einträge auf ein Jahr verteilt sind pro Tag ca. 74 Spiele. Wenn man zum Antesten pro Spiel 2 Minuten braucht sind das pro Tag 2h30'. Kann man schaffen, so lange werden die meisten hier doch hoffentlich noch leben... Sogar, wenn man nur 'ne halbe Stunde pro Tag Zeit hat, ist man in 5 Jahren damit durch.

Allerdings sind die 27.000 eine recht ungenaue Zahl, weil zahlreiche Spiele mehrfach von verschiedenen Publishern, teils unter verschiedenen Namen oder in verschiedenen Sprachen veröffentlicht wurden. In der Gamebase fehlt leider ein Feature wie es Atarimania hat, dass man sich die jeweils erste Releaseversion eines Spiels anzeigen lassen kann. Und selbverständlich kann niemand wissen, wieviele Spiele irgendwelche Leute mal geschrieben, aber vielleicht bestenfalls an ein paar Freunde verteilt haben, es gibt also eine Dunkelziffer. Die Gamebase enthält zudem auch Spiele aus der Zeit vor der Veröffentlichung des C64, die z.B. in Büchern oder für den VC20 oder die CBM-Rechner veröffentlicht worden sind, die aber auch auf dem C64 laufen. Sind das dann wirklich C64-Spiele? Wahrscheinlich gibt es in zahlreichen Büchern über BASIC abtippbare Spiele, die auch auf dem C64 laufen würden, hier aber nicht mitgezählt wurden.
Eins steht fest: Es gibt lange noch nicht genug C64-Spiele!

Ich darf mich zu den " Wohlhabenden " zählen, mit etwas mehr als 1000 Disketten, trocken und sicher gelagert.

Originaldisketten? Zehn Diskettenboxen voll Sicherheitskopien sind ja nicht übertrieben viel...
