Beiträge von kinzi im Thema „Beschleuniger für C64“

    also gar keine Möglichkeit sowas am C64 unter den richtigen Gegebenheiten A CIA und Co umzusetzen?

    Doch, mit entsprechendem Aufwand. Wenn es "wie im C128" sein soll, dann musst du den VIC tauschen (und einige andere Verrenkungen einbauen). Dürfte ein bissi aufwändig werden. ^^

    Ansonsten:

    Turbokarten gibt es, wurden hier schon erwähnt.

    Turbo-Prozessoren (Rossmöller & Co.) gab es auch, könnte man auch nachbauen, Unterstützung derzeit quasi NULL, Kompatibilität dürftig.

    Wohl deshalb bindet sich niemand diesen Klotz ans Bein. ^^

    aber das es sich beim 128er um keine Beschleunigung des C64ers handelt dem muss

    ich wiedersprechen. Schließlich wird dabei die 64 CPU 8500? und Chips VIC2, CIA benutzt, die ja beim 128er auch enthalten sind, aber halt mit 2MHz = Beschleunigung und nicht die Z80 CPU

    Der VIC IIe im C128 ist eine extra dafür angepasste Version (8566 in der PAL-Variante), daher heißt er ja auch "e".

    Der 8565 im C64 (respektive der 6569 in den alten Modellen) hat weder einen umschaltbaren Takt (2 MHz) noch einen separaten 1 MHz-Ausgang für den IO, noch die Möglichkeit, IO-Zugriffe ("IOACC") von außen gemeldet zu bekommen und dann den Takt runterzuschalten.

    Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Der C128 wurde zu diesem Zweck mit viel Aufwand entwickelt.

    Das hast du aber bei jeder Art von Beschleuniger die Du an den C64 anschließt, wobei die Zeichen- Grafik- Sound-Ausgabe noch über den C64 geschied wenn

    Du das Modul direkt am C64 benutzt .

    Schon richtig, liegt in der Natur der Sache. Wie gesagt, ich will das nicht schlechtreden. Es soll das "Problem" verdeutlichen.

    Weiterhin habe ich kinzi furchtbar genervt schon mit meiner Idee, doch ein eigenes Display für die 64er Testhardware anzubauen -

    Na ja, "furchtbar" ist anders. :biggrin:

    vielleicht hat manche Idee von mir auch schon zu anderen Gedanken bei jemandem geführt, vielleicht nicht.

    Das ist auch gut und richtig so., erst recht wenn ...

    wobei ich VERSUCHE, freundlich und konstruktiv zu sein

    ... alles gut. Oft kommen die Leute ja wirklich beim Reden zusammen und auf neue Ideen. Das Problem ist ein wenig, dass einem manche Sachen relativ simpel vorkommen und man sich fragt, wieso das keiner macht, wenn einem die Details fehlen.

    Nehmen wir die "2 MHz-Sache": Nichts scheint einfacher zu sein, bei den PCs ist ja schließlich auch jahrelang die Taktfrequenz immer weiter hochgeschraubt worden. Kann also nicht so schwer sein. einfach ein paar MHz mehr einzubauen. Auffällig ist nur, dass es bis auf ein paar aufwändige Versuche keine wirklich massentauglichen Ergebnisse dazu gibt.

    Ja, Uridium z. B. erkennt und verwendet den 2 MHz-Modus auf dem 128 im 64-Mode. Nur. Das sind ein paar Rasterzeilen außerhalb des sichtbaren Bildes, wo die CPU im 2 MHz-Mode läuft. Denn wenn sie das tut, erzeugt der VIC IIe kein Bild mehr. Kann er nämlich ganz nicht. Das gleiche mit den 2 MHz der 264-Reihe - die CPU läuft im 1,76 MHz-Mode, wenn es der TED zulässt.

    Viele Leute verkennen, dass bei den Commodore-Geräten - wie bei vielen Heimcomputern - nicht die CPU das Herzstück ist, sondern der Video-Chip. Sein Timing muss passen, sonst ist der Bildaufbau im Eimer. Der Videochip ist der Chef über RAM- und Bus-Zugriffe, die CPU "darf auch mal", wenn es der Bildaufbau erlaubt. Das ist ein sehr fein abgestimmtes Konzert, das CPU und VIC da zusammen spielen, damit beide auf z. B. das RAM zugreifen können, ohne sich in die Quere zu kommen.

    Wenn nun dieses Zusammenspiel einseitig "gestört" wird, in dem die CPU höher getaktet wird, fangen die Probleme an: Das ganze System beschleunigen geht nicht, der VIC braucht seinen fixen Takt, da hängt der Bildaufbau dran. Die CPU wiederum erhält den Takt vom VIC. Gut, das könnte man ändern, man taktet die CPU separat. Und schon beginnen die Probleme, weil zwei separat erzeugte Takte zu synchronisieren ist Aufwand.

    Also wird der CPU.Takt aus dem VIC-Takt durch Vervielfachung, z. B. per PLL gewonnen. Noch mehr Aufwand, aber OK. Dann müssen die zusätzlichen Takte der CPU eben in ihrem Taktfenster stattfinden. Die CPU hat pro Takt 500 ns, um den RAM-Zugriff abzuwickeln. Dafür reichen im C64 200 ns RAMs.Verdoppelt/vervierfacht man den CPU-Takt, halbiert/viertelt sich die erforderliche Zugriffszeit des RAMs auf 100 bzw. 50 ns. Das wird schon schwieriger. (Verdoppelung klappt da meist noch:) Das gleiche gilt für ROM-Zugriffe.

    Ganz schlimm wird es bei I/O-Zugriffen, 2 MHz machen die CIAs der "A" Type noch mit, die normalen (ohne A) meist nicht; bei 4 MHz ist sehr sicher Schluss. Man will ja aber eine Erweiterung für alle C64, nicht nur für die, die zufällig gerade die "A"-Typen verbaut haben. Spezifiziert ist der C64 nämlich für "normale" Typen "ohne A".

    Also taktet man für I/O-Zugriffe runter, wie es der C128 (bei nur 2 MHz!) auch schon macht. Und schon wird aus der tollen 2 oder 4 MHz-CPU eine CPU, die manchmal schneller läuft. Und das bei ziemlichem Aufwand für den Umbau. Schneller laufen würden z. B. Rechenoperationen, aber da der 6502 nur addieren kann, ist der Geschwindigkeitsvorteil lächerlich ... jedes Zwischenergebnis muss wieder irgendwo ins RAM, jeder Opcode für die nächste Rechnung muss irgendwo aus dem ROM geholt werden. "Interne" Berechnungen, die von einer schnelleren CPU profitieren würden gibt es da praktisch nicht.

    Und die ganzen Rahmenbedingungen werden leider nicht besser, auch wenn man den Traum immer und immer wieder träumt. :smile: Wenn, dann muss man das ganze System beschleunigen. Und dann kann man gleich einen neuen Computer bauen, weil das hat dann nichts mehr mit einem C64 zu tun.

    Übrigens, wenn man sich ansieht, was für ein Aufwand da getrieben wurde, um den C128 mit 2 MHz laufen zu lassen und was dann dabei herausschaut ... sinnlos, MMN. Aber vielleicht (hoffentlich) verkenne ich die Lage und es kommt jemand demnächst mit einer Turbolösung mit viel MHz um wenig € um die Ecke, ^^

    mich verwundert es, das bei all den Tüftlern mit so vielen Entwicklungen hier, nicht schon jemand einen ähnlichen Ansatz versucht hat, also eine zB. Arm CPU, die es ja wirklich zu hauf und günstig gibt, mit den ensprechenden Schaltkreise versehen und auf ein Cadridge gepackt in eine Beschleunigerkarte verwandelt die dann entsprechende Modi bereitstellt 2, 4, 20Mhz...

    Da steht ja schlieslich einiges open source bereit.

    Ja, das liegt in der Natur der Sache des C64-Systems. Wenn man sich mal näher damit beschäftigt, erkennt man die Schwierigkeiten, die einem da im Wege stehen.

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    Nur ein Beispiel: Welches RAM soll denn der 20 MHz-CPU die Opcodes 20 x schneller anliefern für die Programmausführung?

    Ach, das soll auch ins Cartridge? Was bleibt dann noch vom C64?

    Der C64 ist deshalb interessant, weil es ein abgeschlossenes, definiertes, begrenztes System ist. Mit vielen GHz und GB schöne Sachen kann jeder, der Visual Basic bedienen kann.

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    Und schlußendlich die viel entscheidendere Frage: Wie viele Leute werden DAFÜR Programme schreiben,

    DAS kommt dann obendrauf noch dazu. ^^