Beiträge von Frenetic im Thema „C64-Farben und Farbsehschwäche“

    Wenn ich mich JETZT so umgucke, wo es kurz vor der Dunkelheit ist, da wundert es mich nicht, dass Sachen mit den knaatschigsten Farben nur noch blass gefärbt sind.

    zwei Aspekte, an die Ihr denken müsst: das Licht ist in der Dämmerung nicht einfach nur "dunkleres Tageslicht", das Sonnenlicht hat einen weiteren Weg durch die Atmosphäre. Und zu Pupille und Co: die Evolution hat sicher nicht zufällig dafür gesorgt, dass die Zäpfchen praktisch alle in und um die Fovea/gelber Fleck liegen, Stäbchen überall auf der Retina.

    Nicht nur die Wahrscheinlichkeit. Hier kannst du nachlesen, woher dieser absurde Test kommt: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    "Wie man mit einem aus den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau auf einem Bildschirm aufgebauten Testbild feststellen kann, dass jemand ein Tetrachromat ist, bleibt das Geheimnis der Erfinderin. Es ist nicht möglich." -> sagte ich doch :wink: Ich konnte leider keine peer-reviewed Publikationen zum Thema Perzeption von der/den Erschaffern des Tests finden...

    Farben werden im Auge als Differenz (oder Verhältnis?) verschiedener Zäpfchen "berechnet". AFAIK sind da schon im Auge spezialisierte Zellen für da, es geht gar kein RGB (+Helligkeit) ins Hirn.

    Vor dem Hirn passiert noch viel mehr als die Differenzen der Signale der Sensoren zu berechnen (rezeptive Felder, als Folge JNDs, Kontrastverstärkung etc.) -- schon alleine wegen der Informationsreduktion (von vielen "Sensoren" auf "wenige" Signale Richtung Gehirn). Aber Ausgangspunkt sind 3 Typen von Zäpfchen, auch oft als LMS bezeichnet nach hauptsächlicher Empfindlichkeit in long, middle, short wavelengths (klar alle mit überlappenden Spektren).

    Diese Verschaltung im Auge ist wohl fest auf 3 Werte in Richtung Hirn festgelegt, echte Tetrachromaten können Menschen damit nicht sein.

    Tetrachromaten haben einen 4. Typ Zäpfchen, die dann auch verschalten werden. Die sind beim Menschen eben nur so selten (ich habe mal gelesen, man geht von einer "Hand voll" Menschen aus!), dass die nie in einem Buch zu Perzeption bzw. in Modellen auftauchen ;)

    Stäbchen haben auch eine spektrale Empfindlichkeit.
    IM PRINZIP wären also eh 4 verschiedene Sensoren im Auge, was Tetrachrmatik erlauben müsste.

    nicht ganz. Stäbchen sind für skotopischen Sehen (= nachts, bei nur ganz wenig Licht -- dann sind die Zäpfchen aber nicht aktiv und umgekehrt). Nur in einem Übergangsbereich (mesopisch, Dämmerungssehen) sind beide aktiv, aber ich habe noch nie gehört, dass man da von tetrachromatischem Sehen ausgeht. Vermutlich ist es einfach zu wenig Reiz für die Zäpfchen.

    Bei den 3 ??? kann ich nicht mitreden, aber zum Video: ich sehe nicht, wie Du auf einem Monitor (3 für den Menschen wahrnehmbare Primärfarben) etwas darstellen kannst, was ein Tetrachromat aber kein Trichromat unterscheiden könnte. Alle Mischfarben sind Metamere zu realen Spektren, aber auf dem Monitor eindeutig durch die Tristimulus-Werte (RGB) definiert, also im Rahmen der wahrnehmbaren Differenzen unterscheidbar. Umgekehrt: 2 reale Spektren, die für einen Trichromaten metamer sind (also als gleiche Farbe wahrgenommen werden), können aber durchaus für einen Tetrachromaten unterschiedlich aussehen. Also, gehen wir besser davon aus, wir sind keine Tetrachromaten -- die Wahrscheinlichkeit ist da ganz auf meiner Seite der Argumentation :wink:

    Zumindest die mangelnde Unterscheidung kann man natürlich simulieren. Im Prinzip ist das relativ gut untersucht, hier ein paar Links (zum Weiterschauen) auf die Schnelle:

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    Übrigens ganz interessant zum Thema Farbwahrnehmung, die man sich nicht vorstellen kann: sucht mal nach Tetrachromatismus (beim Menschen)!