Beiträge von ncr64

    Hallo,

    ich arbeite zur Zeit an einer Platine aus der Commodore Floppy 1541-II. Mit der Platine lassen sich keine Disketten formatieren / beschreiben. Ich habe schon viel durchgemessen aber nichts ist auffällig. Ich schätze entweder sind der U10 (Gate Array) oder der R/W Verstärker (SMD-Bauteil) schuld.

    Den U10 habe ich nun ausgelötet und möchte ihn erstmal sockeln, um ihn bei Gelegenheit versuchsweise mit einem anderen auszutauschen. Nun ist es bei dieser Board-Revision so, dass ab Werk eine Drahtverbindung und ein Kondensator an Pin 21 von U10 angelötet sind (siehe Bild). Das ist auch auf Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. unten links extra vermerkt. Diese Bauteile abzulöten war nicht das große Ding. Ich frage mich jetzt allerdings, wie ich am sinnvollsten die ursprüngliche Verbindung von Pin, Kondensator und Draht wiederherstelle, wenn ich einen Sockel für U10 einsetze. Das ganze wieder an den Pin des ICs anzulöten wäre ja ziemlich witzlos, dann bräuchte ich auch den Sockel nicht wirklich.

    Ich habe einen recht flach aufliegenden Sockel. Man könnte jedoch einen kurzen Draht irgendwie an den Pin darunter drapieren, der Sockel könnte immer noch leicht schief eingelötet werden und ich denke die Kontakte würden alle passen. An den kurzen Draht würde ich dann Kondensator und den bestehenden Draht anlöten. Elegant ist das allerdings nicht. Daher wollte ich mal in die Runde fragen, ob es da eine smartere Lösung gibt.

    Danke schon einmal fĂĽr euere Ideen.

    Eine lange Reise geht zu Ende. Gerade ist mir die Reparatur des Laufwerks gelungen. Lange kreisten meine Gedanken um etwaige defekte ICs, die Verstärkerchips etc. Die letzten Tage hatte ich jedoch erst einmal konsequent die Signalwege des Lese-/Schreibschaltkreises durchgemessen. Hier war mir aufgefallen, dass Pin 5 von UD4 (9602) keine Verbindung zu UC2 Pin 19 und UC1 Pin 36 hatte.

    Bei einem nahezu baugleichen Laufwerk bestand die Verbindung wie im Schaltplan aufgeführt. So habe ich mir diese Leiterbahn genauer angesehen. Es war tatsächlich ein Abschnitt der Leiterbahn ungefähr von C32 bis zur oberen rechten Ecke des UC2 unterbrochen. Warum, kann ich gar nicht sagen, die Leiterbahn verläuft unter dem rechten Rand des Sockel des UC3 und wenn man darunter leuchtet dann sieht man einer Art kleinen türkisen Punkt, vielleicht Korrosion?

    Vorhin habe ich die fragliche Leiterbahn mit einem Draht überbrückt und jetzt läuft auch das Formatieren und Schreiben einwandfrei. Es sieht so aus als wären durch den Defekt einfach keine Daten in den Schaltkreis geliefert worden und das Laufwerk drehte endlos weiter ohne zu einem Ende zu kommen.

    Meine Einschätzung ist, dass in dem 74LS14 etwas durchgebrannt ist und deshalb Pin1 einfach keinen Strom aus R8 "zieht". Kann man das so sagen?

    Das Ergebnis stimmt, die Formulierung ist aber seltsam/falsch. An der zu UA1 Pin 1 zugewandten Seite von R8 sollten, wenn nichts weiter via P2 angeschlossen ist, 5V anliegen (und durch R8 fließt dann kein Strom): R8 ist ein sogenannter Pull Up-Widerstand. Ein via P2 angeschlossenes Gerät kann die Leitung auf 0V "herunterziehen".

    Insbesondere muss aber kein (nennenswerter) Strom durch R8 flieĂźen, damit an UA1 5V anliegen, und erst recht muss niemand am Strom "ziehen", damit an Pin 1 5V "ankommen". ;)

    Ein ganz gutes GefĂĽhl fĂĽr sowas kann man z.B. auf Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. bekommen, z.B. Schaltungen/Logikfamilien/TTL/Inverter , der Widerstand oben rechts ist ein Pull Up.

    Ja ich hatte schon befürchtet, dass ich das nicht richtig forumliert habe. Gut, dass P2 die Leitung auf 0V "herunterziehen" kann erklärt dann auch, wie der Bus-Reset da hineinspielt. Aber nach deiner Erklärung geht mir immer noch nicht auf, warum auf der anderen Seite von R8 dann keine Spannung anliegt. Der R8 selbst scheint in Ordnung zu sein (Multimeter ermittelt den korrekten Widerstandswert).

    Hallo,

    hier geht es um ein 1541 Alps-Laufwerk Assy 250442, welches offensichtlich im Dauer-Reset feststeckt. Es ist ein "Dauerläufer" und UC4 Pin 40 etc. sind alle Low.

    Komisch sehen die Messungen rund um UA1 / 74LS14 aus. Ich hänge an den Beitrag einen Ausschnitt aus dem Schaltplan an, der diesen Bereich des Reset-Schaltkreises abdeckt.

    An UA1 Pin1 sollten ja immer 5 Volt angliegen. In meinem Fall sind es aber nur 0,x Volt. An R8 liegen noch 5 Volt an, aber der Messpunkt zwischen R8 und UA1 Pin1 hat keine Spannung mehr. Dabei ist mir aufgefallen, dass UA1 Pin1 und UA1 Pin7 (Masse) laut Multimeter kurzgeschlossen sind, was bei einem funktionierenden Board nicht der Fall ist.

    Mir geht es nun um die Interpretation der Messergebnisse. Meine Einschätzung ist, dass in dem 74LS14 etwas durchgebrannt ist und deshalb Pin1 einfach keinen Strom aus R8 "zieht". Kann man das so sagen?

    Ähnlich stellt sich die Verbindung zwischen Diode CR7 und UA1 Pin9 dar. An der Diode kommen 5 Volt an, aber ich messe nur ~0.3 Volt in Richtung UA1 Pin9.

    Danke schon einmal für eure Einschätzungen!

    Danke für die Hinweise! Dass ein wenig Flüssigkeit an dieser Stelle hineingetropft ist klingt plausibel. Obwohl keinerlei eingetrocknete Rückstände zu sehen waren.

    Eine weitere relevante Leitung war doch noch von dem Schaden betroffen: Das Byte-Ready Signal von UC1 Pin 39 zu UC4 Pin 38 lief nicht durch. Dadurch sind Lese-Operationen einfach hängen geblieben. Das konnte ich durch eine weitere Brücke lösen und jetzt scheint alles wieder korrekt zu funktionieren.

    Hallo,

    in den letzten zwei Wochen hatte ich mich an eines meiner defekten 1541-Laufwerke herangemacht, welches ein Problem mit dem seriellen Bus hatte und bei "Searching for $" endlos hängen blieb. Das Reset-Signal vom Bus kam am Laufwerk an aber sonst tat sich gar nichts. Aufgrund meiner Recherchen ging ich davon aus, dass dies einer der leichter zu behebenden Fehler wäre. Jedoch weit gefehlt, es war eine Odyssee.

    Die gängigen Ratschläge bei dieser Symptomatik sind ja die ICs UA1 (74LS14), UB1 (7406), UC3 (6522) und UD3 (74LS86) zu prüfen und ggf. zu ersetzen. Den 6522 konnte ich, da gesockelt, schnell ausschließen. Die anderen drei habe ich der Reihe nach ausgelötet, geprüft und gesockelt. Sie haben aber alle auf einer anderen Platine funktioniert. Daher begab ich mich heute auf eine systematische Fehlersuche anhand des Schaltplans. Nach einer Weile fiel mir auf, dass die Spannungen am UB1 (7406) nicht den erwarteten Werten entsprachen. Nach einigem stochern im Nebel fand ich heraus, dass es keine Verbindung zwischen UD3 (74LS86) Pin 3 und UB1 (7406) Pin 11 gab.

    Die Verbindung dieser zwei Pins ist etwas komplexer gestaltet und wechselt ein paar Mal von der Unterseite auf die Oberseite der Platine und wieder zurück. Dadurch konnte ich eingrenzen, dass ein Stück Leiterbahn auf der Oberseite der Platine zwischen UB3 und UB2 nicht durchleitete. Siehe auch das angehängte Foto. Ich habe von der Unterseite her eine Brücke zwischen den zwei Punkten eingebaut und siehe da: Das Laufwerk kommuniziert nun problemlos.

    Das bringt mich zu ein paar Fragen zu denen ich gerne eure Meinungen / Erfahrungen hören würde:

    - ist das ein häufigeres Fehlerbild, dass Leiterbahnen Probleme machen? Ich habe mir schon viel Material zur 1541 reingezogen, aber von so einem Fall habe ich bisher nicht gehört.

    - was mag die Ursache für den Defekt sein? Auf dem zweiten Bild habe ich Veränderungen einiger Leiterbahnen in dieser Ecke hervorgehoben. Sie sind schwarz verfärbt. Jedoch sind die verfärbten Leiterbahnen in Ordnung, die betroffene Leiterbahn grenz lediglich an diesen Bereich an. Das Board insgesamt sieht auch gut aus und hat keine Anzeichen von Korrosion. Dies ist die einzige Stelle, wo solche Veränderungen an den Leiterbahnen zu sehen sind. Auch sieht das Board nicht verbastelt aus, sondern wie im Originalzustand.

    - gibt es typische Anhaltspunkte für defekte Leiterbahnen, damit man sich das aufwändige durchmessen aller Signalwege sparen kann?

    Anfällig für Defekte, wie es sich in deinem Fall zeigt, ist das Read/Write Verstärker. Da würde ich den Kondensator C15 überprüfen (oder tauschen. Ein Elko tuts auch).

    Aber sehr oft versagen die Induktoren (L8, L9). Am besten mal messen. Induktoren haben von Pin zu Pin einen geringen Widerstand von ein paar Ohm (falls du es mit einem

    Multimeter messen willst). Sehr hoher Widerstand: Induktor kaputt -> tauschen. Aber nur zum Testen, kannst auch den Induktor auslöten und mit einer Drahtbrücke überbrücken.

    Read/Write Verstärkerfehler zeigen sich meist so, dass die 1541 kein Dauerläufer ist (also ROM, VIA, CPU und Spannungen passen), die Motorsteuerung funktioniert, die Lesekopf-Widerstände passen

    und er sich auch bewegt, aber das Laufwerk nichts Lesen oder Schreiben kann. Warum? Weil dem R/W-Bereich einfach die Spannung dazu fehlt. WĂĽrde ich mal ĂĽberprĂĽfen.

    Falls die Diode mich nicht weiterbringt kann ich mal in dem Bereich nachsehen. Mein Laufwerk kann jedoch problemlos lesen, insofern ist das Problem vielleicht eher nicht hier zu suchen.

    Okay, danke für den Tipp bezüglich C7. Dennoch komisch, dass der Kondensator scheinbar nachträglich ausgebaut wurde.

    Gibt es irgendwo eine zuverlässige Teileliste für das Board? Wie finde ich den richtigen Typ für CR13 heraus?

    Die Diode scheint kurzgeschlossen zu sein. Dort will ich mal weiter machen, möchte aber das richtige Ersatzteil bestellen.

    Vermutlich 5,1V Z-Diode.

    Hast du Diode zum messen ausgelötet, zumindest einseitig?

    Ja 5,1V oder 5,2V habe ich in versprengten Dokumenten im Netz gesehen. Ich hatte gehofft es gäbe noch gesichertere Informationen.

    Ausgelötet habe ich sie noch nicht. Das kommt als nächstes dran. Ich habe aber die Messung mit einer funktionierenden Platine verglichen.

    Im Dioden-PrĂĽfmodus kommt nur eine minimale Spannung raus, Widerstand in beide Richtungen ist nahezu Null. Beim funktionierenden Board sieht das nicht so aus.

    Okay, danke für den Tipp bezüglich C7. Dennoch komisch, dass der Kondensator scheinbar nachträglich ausgebaut wurde.

    Gibt es irgendwo eine zuverlässige Teileliste für das Board? Wie finde ich den richtigen Typ für CR13 heraus?

    Die Diode scheint kurzgeschlossen zu sein. Dort will ich mal weiter machen, möchte aber das richtige Ersatzteil bestellen.

    Mir ist gerade aufgefallen, dass auf dem Problem-Board der Transistor C7 scheinbar fehlt. Der wurde m.E. nach ausgebaut. Bislang konnte ich C7 im Schaltplan nicht ausfindig machen. Im Netz gibt es Hinweise, dass er mit der Motorsteuerung zu hat. Könnte das irgendwie zu dem Schreib-/Formatierproblem führen?

    ein Transistor wĂĽrde Q... heiĂźen.

    C... sind die Kondensatoren.

    Stimmt, entschuldige, gemeint ist Kondensator C7. Ich hab's korrigiert.

    Ich habe schon einiges im Netz gefunden zum Thema Aufbereitung der Gehäuse von C64 oder 1541-II. Jedoch habe ich noch nichts speziell zu 1541-Gehäusen gefunden. Das besondere an diesen Gehäusen ist ja, dass sie eine Struktur haben und nicht glatt sind. Wenn man hier nun mit feinem Schleifpapier, Polierpaste etc. rangeht schätze ich, dass das Ergebnis nicht gut werden wird.

    Gibt es dazu schon Erfahrungen? Konkret habe ich zwei Schadensarten an einem Laufwerk: Einfache Kratzer und zum anderen größere Kerben die vermutlich durch Hitze entstanden sind.

    Ich freue mich auf Tipps!

    Von den auf den Platine gesockelten ICs kommt wohl am ehesten noch der 325572-01 als Schuldiger infrage. Der steht in diesem Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. nennt noch ein paar der kleineren eingelöteten Chips als mögliche Fehlerursache:

    Zitat

    If the drive will read OK but fails to format a disk, check UC1, UC2, UA1, and UD2.

    Leider habe ich keine herumfliegenden Austausch-Chips die ich da jetzt einbauen könnte. Der 325572-01 ist bei meinen anderen Laufwerken nicht gesockelt. Wenn ich es irgendwie besser eingrenzen könnte, würde ich mir den passenden besorgen. Aber so bin ich ratlos.

    nur um das auszuschlieĂźen, Du verwendest keine HD Disketten?

    Nein. Die Diskette(n) die ich verwende, verwende ich erfolgreich mit anderen 1541er Laufwerken. Und ich habe, wie weiter oben ausgefĂĽhrt, das betroffene Laufwerk mit einer anderen Platine kombiniert, da geht das Formatieren dann erfolgreich. Was den Fehler auf die hier vorhandene Platine begrenzen sollte.

    Auch die beiden 6522er ICs konnte ich jetzt aus der Rechnung herausnehmen. Die 6522A sind ja offenbar 2 MHz Varianten, die rückwärtskompatibel sind. Ich habe sie eingebaut, aber leider keine Änderung im Verhalten.

    Beim Formatiervorgang geht er zu Beginn ein zwei Spuren weiter, dann hängt es länger, dann macht er nochmal eine Serie von ein paar Spuren und etwa in der Mitte der Diskette geht es gar nicht mehr weiter (habe das Laufwerk fünf Minuten weiterlaufen lassen).

    An dieser Stelle bin ich mit meinem Laien-Latein erst einmal am Ende. Gut, es gibt noch ein paar weitere ICs die ich noch nicht gewechselt habe.

    In meinem initialen Posting in diesem Thread habe ich den Fehler angegeben. Aber entweder habe ich damals mit dem Formatierbefehl etwas falsch gemacht, oder das Verhalten des Laufwerks hat sich mittlerweile verändert. Jedenfalls kommt jetzt gar kein Fehler mehr, sondern das Laufwerk versucht endlos zu formatieren. Zu Beginn kann man noch ganz langsamen Fortschritt sehen d.h. der Kopf geht alle ~30 Sekunden eine Spur weiter. Dann bleibt der Kopf stehen, das Laufwerk dreht unendlich weiter und der Befehl kommt zu keinem Ende.

    Ich habe hier nun leider nur ICs mit 6522A-Beschriftung, während in dem problematischen Laufwerk 6522 ohne A stecken. Ich versuche gerade herauszufinden, ob die kompatibel sind.