Posts by DrZarkov

    Ich habe ein funktionstüchtiges SX 64 bekommen, leider fehlt das Tastaturkabel. Weiß jemand, ob ich einfach ein paralleles Kabel löten kann, oder ob sich irgendwelche Leitungen kreuzen? Oder noch besser: Hat jemand zufällig noch ein richtiges Tastaturkabel für den SX 64 übrig und würde es mir verkaufen?

    Das erklärt nun auch, wieso Warrior in einer höflichen, aber bestimmten Mail seine Teilnahme an der Classic Computing 2006 abgesagt hat, obwohl er um die Ecke wohnt, und mir telefonisch eine exakte Wegbeschreibung von Venlo aus hingelegt hat.

    Heute habe ich einen SX 64 und einen 1084-Clone vom Flohmarkt, jedoch besser als das Original.


    Anno 1983 hatte ich nach einem Monitor gesucht, und hatte damals die Auswahl zwischen einem (damals subjektiv so empfundenen) nicht so gutem Commodore-Monitor, einem Portable von Loewe und einem Portable von Sharp. Der Sony war mit mit damals 800,00 DM zu teuer und schied direkt aus. Obwohl der Loewe einen Scart-Anschluss hatte, war das Bild deutlich schlechter als bei dem Sharp über Antenneneingang, im Laden machte ich einen einfachen Test, Bildschirmhintergrund schwarz, Schrift in weiß. Bei Loewe ging alles in Regenbogenfarben auf, der Commodore war matschig, und der Sharp hatte trotz Antenneneingang ein klares Bild. Also wurde der Sharp gekauft, der bei mir bis 1995 als Monitor für den C 64 (und als TV) Dienst tat. Danach kam mit dem Amiga ein 1084 ins Haus, als der später gegen einen zeitgenössischen Monitor getauscht wurde, musste der Sharp wieder für den C 64 herhalten. Im letzten Jahr hatte meine Mutter den Sharp für das Bügelzimmer bekommen, vor einigen Monaten verabschiedete sich der Fernseher mit lauten Zisch und Brutzelgeräuschen. Fast 23 Jahre alt geworden, und ein erfülltes Leben. Die Bildröhre war noch immer topp, schade, dass es heutzutage keinen Sinn mehr macht, einen Portable zu reparieren.

    Teleclub war doch sehr lange unverschlüsselt, da hätte sogar ein ZX81 zum dekodieren gereicht :-)))


    Soweit ich weiß, wurde danach umgestellt, ich denke Syster hieß das System. Dabei war der Ton frei empfangbar, das Bild wurde farblich invertiert, der Synchronimpuls wurde farblich verändert. Kann schon sein, dass der C 64 zusammen mit einem Genlock und einer einfachen elektronischen Schaltung zur Phasenverschiebung geeignet war, dieses System zu knacken. Das niederländische TV hatte dieses System ebenfalls eingesetzt, vielleicht findet man da ein paar Hackerinfos zu diesem System.


    Das später vom teleclub ebenso wie von Premiere eingesetzte Discret konnte mit genug Rechenkraft dekodiert werden, immerhin reichte mit Schlüssel sogar ein 68000er aus zur Entschlüsselung. Ein C64 war jedoch ganz sicher nicht leistungsfähig genug.

    Tramiels Absprung bei Commodore wurde ja geschafft, bei Atari hat er sich ebenfalls rechtzeitig der Verantwortung entzogen und lebt jetzt in einer Villa mit 2 Rolls Royce. Aber Gould hätte es verdient als verbitterter alter Mann zu leben. Vielleicht mit Mehdi Ali als Buckligem, der ihm als niederer Diener zur Seite steht :P


    Bender: Alle Amigas verkauft?

    Da mag was dran sein! Besser wäre es gewesen, MOS hätte Commodore gekauft und nicht umgekehrt, statt Irving Gould hätte es einen anderen Geldgeber gegeben, der auch im richtigen Augenblick Tramiel auf die Finger geklopft hätte, und nicht im falschen Moment den Geldhahn zugedreht hätte. Gould hatte zwar die Kohle, war aber eine ziemliche Pfeife.


    BTW: Was machte Gould eigentlich nach der C= Pleite? Man hat ihn doch hoffentlich zur Rechenschaft gezogen?

    In dem niederländischen Text steht, dass das ganze über ein Midi-interface auch an Commodore-Rechnern und an Amigas angeschlossen werden kann, eine Amiga-Software war ebenfalls im Lieferumfang. Könnte aber trotzdem ein Lizenzbau sein, zu Escom- und Tulip-Zeiten war ja der Amiga auch noch recht verbreitet, bzw. wurde von Escom ja noch gebaut.

    Ohne alte Glaubenskriege wieder aufwärmen zu wollen, aber was war denn am Atari ST im Vergleich zum Amiga innovativ? Die gekalute Idee (der ST war von vornherein als Rache an Commodore gedacht, Tramiel wusste ja,w as C= da gekauft hatte), der müde Chipsatz des ST, das schlechte Betriebssystem, der schwache Soundchip oder die schwarzweiß-Grafik? Für mich war der ST immer nur ein Amiga für Arme und ich habe nie verstanden, warum das jemand gekauft hat. In der Entwicklung haben beide die gleichen Fehler gemacht und nicht die richtigen Innovationen und vor allem nicht zur richtigen Zeit herausgebracht. Beide dachten der C 64 (oder das VCS als Atari-gegenstück) verkauften sich über 10 Jahre ohne Änderung, das muss wohl bei anderer guter Hardware auch in Zukunft so bleiben. Und so worden sie letztendlich vom PC und letztendlich sogar vom eigentlichen direkten Konkurrenten, den Mac überholt. Was ich Atari zugestehe ist mehr Liebe beim Gehäusedesign. Der Chipsatz der 8 Bit Ataris war auch gut, er stammte ja schließlich auch von J. Miner :-)

    Verkorkst ist ein sehr hartes Wort. Natürlich hätte man vieles besser machen können, aber gemessen an der Konkurrenz war es schon sehr gut. Nicht ohne Grund ist Commodore zum Marktführer aufgestiegen, obwohl man nicht der erste am Markt war. Ich denke da nur an die zwar hübsch anzusehenden, jedoch grenzenlos unpraktischen Sinclairs der frühen Stunde. Oder den nicht üblen, aber mit Folientastatur kaum zu bedienenden Atari 400. Oder die zwar durchdachten, aber überteuerten TI99 und Apple II.

    Ansonsten hab ich von "Case modding" oder "pimp my brotkasten" noch nichts gehöhrt!


    Das ist ja eher lustig:-)) Den C64 verbinde ich eigentlich von Anfang an mit Modding! Schon 1985 gab es in der 84er Beriche, und sogar einen Wettbewerb mit den interessantesten und schönsten Umbauten. Kaum einer, der nicht wenigstens einen Resettaster eingebaut hat, bis hin zu den zahlreichen Hacks in der Elektronik, wie Stereo-SID, neues Betriebssystem, Floppyspeeder bis hin zu kompletten Gehäuseneubauten mit abgesetzter Tastatur. Es gab sogar SX64 Clones von "professionellen" Firmen, die eigentlich normale C64 mit 1541 im Koffer mit Farbfernseher waren. Teilweise bevor der SX 64 auf dem Markt war, teilweise als Konkurrenz wegen dem größeren Bild. Was war das Geschreie groß, als damals der C64c kam, wo nichts mehr in das Gehäuse rein passte! Ich mag zwar die alten bräunlichne Gehäuse auch am liebsten, aber damals wrde mindestens ebensoviel gemoddet wie heute. Das Einzige was es nicht gab, waren die Wörter modding und pimping. Zumindest nicht in Deutschland.

    Äh, Jack Tramiel war ein eiskaler Kapitalist! Ich empfehle jedem das Buch "On the edge". Natürlich haben wir ihm die Homecomputer zu verdanken, die er gegen den Willen seiner Techniker durchgeboxt hat,und dafür Chuck Peddle rausgeekelt hat. Aber wenn Tramiel jemand erzählt hätte, dass er mit Donuts doppelt soviel verdienen könnte, wäre er ohne mit der Wimper zu zucken umgestiegen. Dass er Atari gekauft hat, war verletzte Eitelkeit. Immerhin hat ihn der Rausschmiss durch Irving Gould (noch ein Erzkapitalist, der Commodore fast schon in den 70ern durch falsche Entscheidungen in die Pleite getrieben hat) Tramiel vor Altersarmut bewahrt. BTW: Was ist aus Gould geworden? Er hätte es ja verdient, durch die Pleite jetzt in Armut zu leben. Oder Medi Ali, das Commodore Gegenstück zu Darth Vader? Was macht der jetzt?

    So unrecht hatten die ja gar nicht. Das Internet als Killerapplikation schlechthin war ja noch nicht "erfunden", selbst BTX gab es 1984 noch nicht für Homecomputer (wobei der C 64 da auch mal wieder ein Vorreiter war). Für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation war auch 1984 eine halbwegs brauchbare Tastatur Pflicht, außerdem musste die Bildschirmschrift lesbar sein. Der C 64 war damals auch auch ein guter Kompromiss. Profirechner mit guter Tastatur gab es auch damals schon, und der Apple II hatte sowohl eine bessere Tastatur, als auch klar lesbare Schrift am Bildschirm. Er galt als Profigerät, weil es für den Apple damals eben sowohl Bürosoftwarea, als auch Anwendungen für exotische Bereiche gab, die durch die Steckkarten möglich wurden. Darum damals auch der Unterschied zu den Homecomputern. Die CBM-Reihe von Commodore galt ja auch als professionell.


    Also wenn man zu hause den Rechner als bessere Schreibmaschine, zum spielen und zum Programmmieren lernen nutzen wollte, da war der Test gar nicht mal so verkehrt. Der Sinclair war damals eine Strafe in der Ergonomic, die Schrift des Colour Genie war wirklich nahezu unleserlich, ich erinnere mich mit Grausen an meine ersten Programmierversuche an diesem Gerät anno 1983. Hervorragendes Basic, aber einen Fehler zu finden fast unmöglich. Am Atari 800 XL, den mein Bruder damals hatte, waren die Farben eindeutig "matschiger" als am C 64, das Handbuch war ein Witz, aber das Basic und die tastatur waren besser als C 64. Die vielen kleinen Vorteile machten halt den C 64 zum Marktführer, was wiederum die Softwareproduzenten antrieb, was wiederum zu Käufern des C 64 führte. Später war durchaus die Software für semiprofessionellen Einsatz des C 64 vorhanden, aber 1984 halt nur begrenzt.