Posts by MJGraf

    Aber jetzt ein anderes Problem. Hat irgendwer einen Link oder eine Möglichkeit an QuartusII Version 11 zu kommen?

    ist 11 die höchste Version, die noch Cyclone II unterstützt? Ich hätte hier glaube ich noch ne Version 13.

    Quartus II 13.0sp1 (aber nicht 13.1) unterstützt noch die Cyclone II-Familie, läuft einschließlich Programmiertool unter Windows 10, und kann auch noch als kostenlose Web Edition bei Intel heruntergeladen werden.

    Und du meinst, wenn man alle Funktionen eines Projektes selber programmiert, dann ist das auf jeden Fall besserer Code als eine Bibliothek, die vielleicht schon seit Jahren erprobt ist.

    Nö. Das habe ich nicht gesagt, und das würde ich auch nie sagen. Bibliothekscode ist für die Aufgabe, für die er spezifiziert wurde, fast immer besser als das, was ich ad-hoc zusammenbauen kann.

    Bibliotheken und, mehr noch, Frameworks, verleiten bloß dazu, aus dem Auge zu verlieren, was ich mir da gerade an Bord hole. Drei Beispiele, jeweils im Kontext Mikrocontroller:

    • Eigentlich will ich bloß einen Text mit zwei Zahlen drin ausgeben. Dafür nehme ich schnell printf ‒ und habe mir gerade ein paar Kilobyte hochoptimierte Parser- und Formatterbibliothek ins Compilat geholt, die ich gar nicht brauche. Kratzt am PC keinen Menschen, aber auf einem kleinen Controller schon.
    • Viele Arduino-Bibliotheken verwenden Fließkommazahlen für Sensorergebnisse, die "natürlich" nicht ganzzahlig sind - Temperatur in °C mit einer Nachkommastelle und sowas - um es dem Anfänger einfach zu machen. Natürlich "tut das", aber man holt sich halt auch die (wunderbar optimierte, aber hier unnötige) Fließkommabibliothek ins Compilat, und wenn man ein bisschen Sammeln / Rechnen möchte, belegt man mehr RAM als nötig und wundert sich, womit der Controller die ganze Zeit beschäftigt ist.
    • Die AVR-Controller haben einiges an On-Chip-Peripherie -- eine serielle Schnittstelle, Schieberegister, Timer für PWM, etc. Wenn einem die nicht reichen oder die entsprechenden Pins schon anderweitig belegt sind, gibt es Bibliotheken, um das gleiche in Software per Bit-Banging nachzubilden. Die sind so wunderschön gekapselt, dass der Anwender u.U. gar nicht merkt, wieviel mehr Last er auf den Prozessor legt.

    Also: Nicht alles selbst programmieren, aber zumindest grob umreißen, was die Bibliotheken funktionial und nicht-funktional tun.

    Es gibt keine Nachteile beim Arduino.


    Aber, ich gebe zu, es verführt etwas, unsauber zu programmieren (ich sag nur STRING Klasse).

    Das ist aber generell ein Problem von C++.

    Fast volle Zustimmung: Ich würde sagen, das Komplettsystem Arduino verführt - wie viele moderne Frameworks - dazu, zu programmieren, ohne in letzter Konsequenz zu verstehen was man tut, wie viele Zeit oder Speicher z.B. ein bestimmter Aufruf frisst, solange man nur sein Ziel erreicht. Das liegt nicht so sehr an der Sprache selbst sondern mehr an der Verfügbarkeit entsprechender Bibliotheken "für alles", die man nur noch zusammenstöpselt. Das ist in der Regel ok, denn Entwicklerzeit ist heute viel teurer als Maschinenzeit, nur manchmal tritt es einen dann doch in den Hintern, wenn man nicht weiß, was diese Bibliotheken intern tun.

    Warum gab es die ganzen "tollen" Sachen nicht schon vor Jahren ? 🤔

    Wie lange hat es gedauert, dem C-64 sein volles Potential zu entlocken? Vergleiche mal Grafik und Sound eines Spieles von 1983 mit einem Spiel von 1990 oder später.

    Ich beschäftige mich seit Jahren mit Atmel Mikrocontroller - da gabs noch kein Arduino und die "tolle" Umgebung, welche für einen Großteil der "Programmierer" wohl aus Copy + Paste besteht, da es ja mitlerweile X fertige Sketches gibt.

    Du meinst, professionelle Programmierer arbeiten anders? ;-)



    Im Ernst: Was gibt es bitte daran auszusetzen, wenn jemand sich für ein Hobbyprojekt seine Lösung zusammenkopiert, solange diese Lösung tut, was sie soll? Sobald nichtfunktionale Anforderungen (an z.B. Robustheit, Wartbarkeit, Performance, Lizenzthemen) dazukommen, muss man halt genauer hinschauen und mehr Arbeit investieren.

    Sehr interessant. Dieser Weg hat funktioniert, das Selbstkompilieren und selbst Snap sind bei mir fehlgeschlagen. :whistling:

    Bei mir hat das Selbstkompilieren mit einigen kleineren Stolpersteinen funktioniert. Weil's für ARM keine Binaries gibt, hatte ich auch keine andere Wahl, um es auf einem Raspberry Pi zum laufen zu bringen. ;-)


    Falls es jemandem weiterhilft: Ich habe zuerst nach dieser Anleitung den OpenGL-Treiber ausgetauscht, dann den Swap-Space auf 1GB hochgesetzt (der RasPi 3 hat sonst nicht genug RAM), und schließlich nach dieser Anleitung gebaut. Beweisfoto hier.

    Leider kommt man mit 16-Bit-Integer mit Vorzeichen nicht sehr weit (-32768 bis +32767). Damit könnte man auf dem PET nicht mal den Bildschirmspeicher adressieren.

    Den Einwand verstehe ich nicht ganz. Ob mit oder ohne Vorzeichen ist doch nur Interpretationssache: Die CPU sieht am Ende einfach nur 16 bit, und diese bestimmen den Adressraum.

    Ja, kann man alles machen. Und wird auch super übersichtlich und nachvollziehbar

    Ich kann mir nicht helfen, ich habe das Gefühl, du verschiebst hier nachträglich die Fragestellung: Geht nicht — geht schon —- ja, aber ist nicht schön.

    Wie groß ist das BBC Basic eigentlich im ROM? Also zum Beispiel im Acorn?

    16K. Der BBC Micro Computer hat vier Sockel für 16K-(EP)ROMs, die in den Adressbereich 0x8000-0xbfff eingeblendet werden können ("sideways address space"). Ab Werk war ein Sockel mit BBC Basic bestückt, die anderen kann der Anwender für Anwendungsprogramme, Systemerweiterungen oder andere Programmiersprachen nutzen. Die Systemarchitektur unterstützt ingesamt sogar 16 sideways ROMs, die übrigen 12 müsste man auf einer Erweiterungskarte unterbringen.

    PS: mich interessieren zuvorderst klassische Interpreter, aber falls es schnelle, gar interaktive Compiler gab, wäre auch interessant zu wissen

    Der BASIC BOSS (https://www.c64-wiki.de/wiki/Basic-Boss) war recht schnell, vor allem, wenn man ihm mit entsprechenden Compilerdirektiven auf die Sprünge geholfen hat.


    Und hier gab es einen Compiler-Vergleichstest: https://archive.org/details/64er_1994_08/page/n25/mode/2up

    (Wobei ich die technische Kompetenz der 64'er Redaktion im Rückblick ja eher skeptisch sehe, und die der späten Jahre gleich doppelt...)

    Leider kommt man mit 16-Bit-Integer mit Vorzeichen nicht sehr weit (-32768 bis +32767). Damit könnte man auf dem PET nicht mal den Bildschirmspeicher adressieren. Spannend wird es ab 24-Bit-Integer. Aber ob das dann noch so viel schneller ist, als FP.

    Den Einwand verstehe ich nicht ganz. Ob mit oder ohne Vorzeichen ist doch nur Interpretationssache: Die CPU sieht am Ende einfach nur 16 bit, und diese bestimmen den Adressraum. Nach 32767 / 0x7ff geht's halt mit -32768 / 0x8000 weiter. Wenn Du einen Wert in, sagen wir mal, 0x8010 schreiben möchtest, wäre das mit unsigned int halt "POKE 32784, xx" und mit signed int "POKE -32752, xx". So hat's beispielsweise auch Steve Wozniak im Apple Integer Basic gemacht.

    Bekommt man SMD mit einem normalen Lötkolben und Flussmittel hin oder benötigt man zwingend irgendetwas mit Heißluft?

    SMD ist ein weites Feld, aber ICs mit Beinen bis runter auf 0.5mm pitch und Widerstände / Kondensatoren bis 0805 kriegt man mit einem normalen Lötkolben, viel Flußmittel und (wenn, wie bei mir, die Altersweitsichtigkeit zuschlägt) ggf einer Lupe gut gelötet.

    Sorry wenn ich das so sage aber das finde ich krass billig! Mein C64 kostete so um 1987 rum gute 700DM und die Floppy, ebenfalls ein Jahr drauf, sogar noch 50DM mehr.

    Da hast Du vielleicht ein kleines bisschen zuviel bezahlt.;-) Das hier ist aus dem Quelle-Katalog Winter 86/87 (von https://retroport.de/retro-kult-quelle-katalog/):



    Quelle war bei Heimcomputern preislich eher in der Mitte, zumal der Katalog nur zweimal im Jahr herauskam und der Preisverfall oft schneller war. Die 400 DM waren der Weihnachts-Aktionspreis eines Hamburger Kaufhauses.

    Eigentlich ist das Teil doch viel zu schade um damit stundenlang herumzuhantieren.

    Ich getrau mich ja kaum noch in die Tasten zu hauen. [...]


    Man sieht doch wie wertvoll die Kiste geworden ist. Die Chips, das Gehäuse und die Tastatur.

    Da muss man heute tief in die Tasche greifen für originalgetreue (neue) Ersatzteile.

    Sowohl der komplette C-64 als auch die meisten Ersatzteile sind heute immer noch für weniger zu haben als "damals" in den 80ern, selbst wenn man die Inflation außenvor lässt. Mein C-64 kostete Ende 1986 knapp 400 DM, die 1541 ein Jahr später genausoviel. Ein CIA-Tausch (missglückter Versuch einer Modellbahnsteuerung) kostete 60 DM. Das hat damals aber niemanden davon abgehalten, die Kiste zu benutzen. Warum sollte es das heute tun?


    (Bei Rechnern, für die es gar keine Ersatzteile gibt, würde ich mir diese Gedanken vielleicht machen -- für den HP-85 zum Beispiel, der quasi komplett aus HP custom ICs besteht. Aber für den C-64 dürften Ersatzteile auf die nächsten Jahrzehnte kein Problem darstellen.)