Beiträge von Hobbyist

    Der unique selling point für einen neuen Retro-artigen Lern- und Spielcomputer wäre für mich:
    "Du kannst mit dem Teil einfache 2D Retro-Spiele recht einfach selbst coden."
    "Wir nehmen Dich bei der Hand und geben dir genau das eine Toolset, womit das hier gemacht werden kann."
    "Wir verstecken keine Komplexität, sondern erklären schrittweise die ganze Kiste von oben bis unten".
    "Wenn Du die Kiste irgendwann super beherrschst, kann Du vielleicht so coole Sachen damit machen, wie wir es nicht erwartet hatten."
    Alles ist offen und nachvollziebar: Tools, Sprache, OS/ROM, Systemarchitektur, Prozessor, Grafik- und Soundchip

    Danke fuer die Zusammenfassung dessen, um was fuer einen Rechner es hier im Thread aktuell geht :thumbup:

    Also für mich liest sich das wie eine Beschereibung des C64. (-;

    Foristen gibt, die sich unter einem modernen Retrorechner immer noch gerne ein 8 Bit-System vorstellen wie den Mega65 in der Erwartung, daß so ein Rechner dann so leicht bedienbar sei wie der C64. Das ist nach allem, was ich bisher sehen konnte, allerdings weder beim Mega65 noch beim C256 Foenix noch beim Commander X16 der Fall.

    Ich bin ja von der C64-Fraktion, aber die Bedienung sollte doch auf den neuen Rechnern schon leichter sein? Modernerer Editor, bequemere Sprache?

    ZeHas Pseudocode inspirierte mich, mal zu sehen, wie sich auf dem C64 die Bequemlichkeit beim Programmieren steigern lässt, also habe ich mir das auch mal vorgenommen und in C64-BASIC umgesetzt, mit dem Ziel, dabei den neuen Befehlen nahe zu kommen.

    Dazu habe ich zu Beginn des Programms einige intuitiv benannte "Konstanten" definiert, dazu eine Byte-Tabelle und Arrays zur Sprite-Positionierung und -Datenzuordnung.

    Die "Befehle", um aus numerischen Daten oder einer String-Matrix Sprites zu erzeugen, sind nun Unterprogramm-Aufrufe, nachdem Sprite-Nummer, -Position und Formdefinition im Hauptprogramm angegeben wurden.

    Das eine Unterprogramm erzeugt aus den numerischen Daten 8x8-Sprites (der restliche Sprite-Datenbereich wird mit Nullen aufgefüllt), das andere erzeugt aus einer String-Matrix ein vollständiges Sprite. Das Programm ist also quasi auch ein spartanischer Sprite-Editor.

    Für gesetzte Bildpunkte bot sich dabei das PETSCII-Zeichen "ausgefülllter Kreis" an, damit ist die Form schon im Code recht gut erkennbar (es lässt sich aber auch jedes andere Zeichen verwenden, alles außer einem Punkt gilt als gesetzt):

    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.

    Screenshot während des Programmablaufs, bevor Sprite 1 diagonal über den Bildschirm fliegt:

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    Ich hatte gehofft, ZeHas 8x8-Daten ergeben was Schönes, aber war wohl aus dem Zufallsgenerator. (-; Wobei Sprite 1 (links, rot) mit etwas Fantasie kniend einen Bogen spannt. (-:

    Fazit: Ist das Gerüst (Definitionen am Anfang und Unterprogramme) mal gebastelt, ist die Sprite-Handhabung recht ähnlich einfach wie mit den ausgedachten Befehlen im Pseudocode. Freilich ist dann da der Gerüst-Ballast, und das Einlesen der String-Matrix ist BASIC-typisch gemächlich (ginge vielleicht etwas schneller, bin nicht so der Code-Optimierer). Vielleicht krame ich mal einen Compiler raus.

    Der Code (umgewandelt mit PETCAT):

    PRG-Datei:

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    Für den C64 werde ich allerdings nichts mehr programmieren, weil es da gefühlt sowieso schon alles gibt und die Platform einfach ausgereizt ist.

    Ich glaube, in einige Richtungen geht noch was - wenn ich aus der vertiefenden Lernphase mal rauskomme und den Hintern dann hinreichend hochkriege. Ideen habe ich mehr als genug, mein Problem ist die Prokrastination bei der Ausführung. (-:

    Eigentlich habe ich sogar eine Idee, wie der C64 das gesamte Internet modernisieren könnte, aber die verrate ich natürlich (noch) nicht. (-;

    da er wahrscheinlich nicht auf PETSCII basieren würde

    Für mich ein großer Minuspunkt, ich liebe PETSCII. (Bei aller Prokrastination: Eine Reihe von PETSCII-Grafiken für das Spiel-Projekt auf der langen Bank habe ich damit zu meiner Zufriedenheit hinbekommen.)

    PICO-8-System

    Wenn ich es richtig sehe, ist das noch mal eine Abstraktionsschicht höher, da ist die Motorhaube noch mal weiter weg, geschweige denn ein Blick darunter.

    Man darf auch auf dem C64 im Team arbeiten. ;)

    Liegt mir nicht, da versuche ich es lieber selbst; dann wird es vielleicht schlechter, aber immerhin mit eigener Note. (-;

    Schön. Nur glaube ich nicht, dass man sich heute einen Spezial-Computer kauft, um darauf eine Textverarbeitung zu coden.

    Eine Textverarbeitung will ich auch nicht coden, aber verschiedene kleine Spezial-Editoren: für PETSCII, für kleine Texte mit Export nach Codepage 437, vielleicht Unicode; vielleicht was mit griechischen Buchstaben, ich würde gern mal Altgriechisch lernen. Eine Uhr, die mehr Funktionen hat als die Windows-Uhr. Ein philosophisches Konzept in ein kleines "Expertensystem" in Dialogform gießen als Entscheidungsfinder. Früher hatte ich ein BASIC-Programm als Taktgeber beim Entwickeln von Farb-Fotomaterialien. Sowas halt, kleine, Spezialinteressen bedienende Sachen.

    Pläne für ein Spiel habe ich auch im Hinterkopf, aber das betrachte ich als ferneres Großprojekt. (-; Spiele sind ja nicht das anspruchsloseste Feld zum Programmieren, sondern das ist eher im Gegenteil die Königsdisziplin, die auch eine künstlerische Ader erfordert (von der mir noch nicht klar ist, ob ich sie hinreichend habe).

    Aber du musst ja auch nicht zur Zielgruppe eines solchen Geräts gehören. Du hast doch ohnehin schon deinen Traumcomputer zuhause, was willst du denn mit einem weiteren? ;)

    Ja, aber ich wollte mal diese Perspektive einbringen. Der C64 erfüllt doch schon die meisten Anforderungen, ist in vielfältiger Form verfügbar (Originale, Replikas, Emus), ist damit verbreiteter, als es ein neuer Retro- (Pseudo-Vintage-)Rechner sein könnte. Ein neues System muss von Grund auf erlernt werden, es müssen die Bücher dafür erst noch geschrieben werden usw.

    Ich betrachte den C64 für Hobby-/Amateurzwecke als eine angenehm zeitlose und erleichternd abgeschlossene Plattform, auf der sich aber immer noch neue interessante Ideen umsetzen lassen.

    Dazu halte ich den erleichterten Blick "unter die Haube" für ein grundlegendes Computer-Verständnis auch für einen schönen Selbstzweck.

    Irgendwie ziehen solche neuen Rechner ja auch Energien aus der Community ab, und verleiten vielleicht dazu, auf den C64 als älterem System herabzublicken - was mir ohnehin schon zu viel grassiert, leider auch hier im Forum bisweilen.

    Spielt doch eben ueberhaupt keine Rolle wo das Label ist, wichtig ist nur, wie man es benannt hat. Wenn das label "RENDER" oder "COLLISIONCHECK" heisst, dann weiss ich beim Aufruf, was da passiert. Wo das im Code ist, ist mir doch wurscht.

    Es geht um das Durchschauen fremder Programme - oder eigener, deren Erstellung eine Weile zurück liegt, natürlich auch des Codes der Unterprogramme. Um zu wissen, was ein Aufruf macht, reicht auch ein REMark, der sogar aussagekräftiger sein kann als ein 1-Wort-Label.

    Auf dem C64 stand meist 1+1=? , Hallo und "?Syntax error, Ready."

    Auf dem Speccy liefen Programme, die bunte Kreise und Linienmuster gezeichnet haben. Da konnte man reingucken, abschreiben

    Ja, weil das Basic nichts taugte.

    Ich hinterließ in den Kaufhäusern auf einem C64 immer einige Textzeilen, die sich sanft ein- und ausblendeten wie die Schrift in den Vor- und Abspännen in Filmen, das geht sehr gut mit den Graustufen in wenigen BASIC-Zeilen.

    Vielleicht regt ja ein auf das Wesentliche beschränktes, spartanisches BASIC die eigene Fantasie mehr an als nur zum Abschreiben. (-;

    Ich glaub die Anzahl von Leuten die noch einen Casettenrecorder besitzen, wird so langsam überschaubar. Ich hab wohl noch 10 hier, und vermutlich geht die Hälfte nicht mehr, weil die Antriebsriemen zerbröselt sind.

    Ich habe zwei Datassetten. Eine fand ich in den Nuller Jahren im Wald. Beide laufen. Riemen gibt es bei Ebay für wenige Euro.

    alles eher CLI-mäßig

    Das wäre ein Rückschritt hinter den C64. Der hat ein CSI (Command Screen Interface).

    Das Gefühl hatte ich bei Basic auf dem C64 nicht: man schrieb quasi Software 2. Klasse (laaaaaangsam, keinen Zugriff auf die Grafik- und Sound-Features, knapper Speicher usw.) – den wirklich guten Stoff bekamen nur die Assembler-Programmierer hin.

    Sagtest du nicht an anderer Stelle richtigerweise, diese Grafik-Befehle in manchen BASICs seien recht sinnlos?

    Ich sehe wie gesagt einen Wert darin, wenn ein Antrieb besteht, Assembler zu lernen.

    Es soll in erster Linie darum gehen, Games zu entwickeln.

    Hm, ich hatte und habe auf dem C64 mehr Ideen für Nicht-Spiele.

    Auf dem C64 benoetigt man dafuer aber bereits POKEs und muss die Adressen kennen, das sollte z.B. nicht der Fall sein.

    Ist aber eine gute Vorbereitung auf Assemnbler. Es fühlte sich für mich auf dem C64 auch faszinierend und mächtig an, schon in BASIC direkt Chipregister manipulieren zu können. Nebenbei wird dabei für die Computerei zeitlos Grundlegendes gelernt wie Binärzahlen und Bit-weise logische Verknüpfungen.

    Das war das schöne am C16 (mein erster) und am C128er (mein 3er).

    Mit ein paar BASIC-Befehle dem Rechner direkt Grafiken und/oder Töne entlocken.

    Kreise, Quadrate, Piepser? Da finde ich am C64 auch für Anfänger die Grafikzeichen, Sprites und SID-Register kurzweiliger.

    ich möchte es so wie beim Pico-8, mit eingebauten Editoren. Im Code soll einfach Sprite 1 oder Tune 15 angesprochen werden und fertig. Wie ein Sprite aussieht, möchte ich komfortabel und mehrfarbig pixeln und nicht mit Data-Zeilen tippen müssen.

    Ist im C64 natürlich nicht eingebaut, dennoch gibt es Sprite-Editoren wie Sand am Meer; sicher auch auf Cartridges, das ist dann ja quasi eingebaut.

    Die sollen nicht mit BASIC 2.0 starten und die wollen auch nicht gleich in Asm die HW Register bangen.

    Warum diese Abneigung gegen Register und Assembler? Das ist der Blick unter die Motorhaube. Das ist bei einem 8-Bitter noch für Normalsterbliche verstehbar. So ähnlich ist das ja auch bei Autos, heute ist da unter der Haube für Amateure eine Black Box.

    habe ich auch Zeilennummern verwendet, weil die einfach fuer mich doch irgendwie "dazugehoeren". Obwohl die eigentlich total dumm sind

    Sie haben zwei Vorteile:

    In einem längeren Listing erleichtern sie das Finden von Sprungzielen, weil die Zeilennummern immer aufsteigend geordnet sind (ähnlich wie RAM-Adressen). Wäre das Sprungziel dann ein Label: Ja wo ist es denn, über dem Aufruf, unter dem Aufruf, wie weit weg?

    Es erleichtert die Umgewöhnung auf Assembler, wo die RAM-Adressen mitgedacht werden müssen, auch wenn es in komfortableren Assemblern (statt Monitoren) Labels gibt.

    Man lernt evtl ein bisschen mehr ueber die Funktionsweise eines Computers, wenn man ein Sprite in Form von DATA-Zeilen ablegt (aber eben in meinem Beispiel mit "." und "X"), als wenn man dafuer nur 'nen Editor nutzt.

    Es gibt für den C64 so Mini-Sprite-Editoren aus ein paar BASIC-Zeilen, die so funktionieren, also die Sprite-Form ist im Code erkennbar.

    Mein Traum-Retro-Computer:

    Es sollte einen gut durchdachten Grafik-Zeichensatz geben. Und die Zeichen müssen über die entsprechend bedruckte Tastatur bequem verfügbar sein. Sprites müssen sein.

    Die Zahl der Farben darf ruhig überschaubar sein, wenn die Farbpalette gut durchdacht ist - ich mag eher dezente als knallige Farben. Wenige Farben führen bei der Grafik automatisch zu Retro-Appeal, und es lassen sich dann auch alle direkt über die Tastatur einstellen. Da bei Grafikzeichen auch deren inverse Darstellung oft gebraucht wird, sollte auch der Revers-Modus über die Tastatur ein- und abschaltbar sein.

    Es sollte eine Hochsprache im ROM sofort startbereit verfügbar sein mit Direktmodus. Diese Sprache sollte intuitiv an das Englische angelehnt sein. Sie sollte eher aus wenigen einfachen Grundelementen bestehen als aus vielen vorgefertigten Strukturen - denn dann müssen diese Strukturen gebüffelt und penibel beachtet werden - ich möchte lieber intuitiv mit den Grundelementen loslegen und mir daraus kreativ eigene Strukturen basteln können. Prinzipiell erlaubt ja schon ein mächtiger Sprungbefehl, der überall hin kann, ähnlich wie JMP in Assembler, beliebige eigene Strukturen. Das erleichtert auch frei-algorithmisches Denken. Freilich kann das zu unübersichtlichem Code führen, wenn wirr gedacht und programmiert wird, aber ich denke und programmiere eh lieber klar und übersichtlich. (-:

    Die Hochsprache sollte nicht so schnell sein, dass Assembler witzlos wird - denn das Erlernen und Anwenden der eigentlichen Sprache der Maschine ist ein eigenes Faszinosum.

    Für einen Vorgeschmack auf das Assembler-Faszinosum sollte auch die Hochsprache schon hardwarenahe Elemente aufeisen, also Zugriffsmöglichkeiten auf Speicherstellen bieten, Maschinencode sollte sich erzeugen und in den Speicher bringen lassen, die Hochsprache sollte mit Maschinen-Unterroutinen verzahnt werden können, also es müsste Befehle in ersterer geben, um letztere aufzurufen.

    Es sollte ein charakteristisch klingender, aber nicht zu komplizierter Synthesizer-Chip eingebaut sein, dessen Register in den Adressraum eingeblendet sind, so dass sich an denen mit den Zugriffsbefehlen der Hochsprache herumspielen lässt.

    Ich mag haptische Massenspeicher-Medien - Fingernagel-kleine SD-Karten sind haptisch irgendwie unbefriedigend. Disketten und Cassetten sind haptisch genau in der richtigen, angenehmen Größe, die auch ansprechende Designs erlaubt. Gibt es zum Glück noch haufenweise bei Ebay, Cassetten sogar wieder neu.

    Also es sollten natürlich ein Disketten- und ein Cassettenlaufwerk anschließbar sein.

    Ich liebe Monochrom-Monitore in grün oder bernstein, die müssen anschließbar sein.

    Toll wären auch sofort startende Software-Module, dafür sollte ein Modulschacht vorhanden sein.

    Ich würde den Computer schon in erster Linie selbst programmieren wollen, aber um nicht immer nur Räder neu zu erfinden, wäre es schön, wenn auch ein Bestand vorhandener klassischer Software darauf läuft.

    Bis jetzt habe ich mich darum gedrückt, aber vielleicht will ich doch mal in die Elektronik einsteigen. Dann wäre es nett, wenn der Computer leicht programmierbare Ein-/Ausgänge hat für Experimente.

    Ein Flüstercomputer ohne Lüfter wäre schön.

    Das Handbuch sollte es auf unter 200 Seiten fertig bringen, in die Hochsprache kompakt einzuführen und dabei auch zeitlose Computergrundlagen wie Boolsche Logik oder Binärarithmetik zu erklären, sowie Spezifika des konkreten Computers wie Register von Grafik- und Soundchip abzuhandeln. Dazu eine kleine Memory-Map.

    Es sollte ein schnittig-formschönes Gerät sein - das Auge computert mit. Zum Glück ist da ja mal die Spritzgussform eines sehr schnittigen Gehäuses von 1986 wieder aufgetaucht, so dass es noch produziert wird.

    Aber ob es ein derart viele Dinge richtig machendes Hammer-Teil jemals geben wird?

    Ich fürchte, dafür hätte es doch mal einen entsprechenden Markt-Druck geben müssen und ein auf diesen dank zupackender Führung und fähiger Ingenieure richtig reagierendes Unternehmen; das hätte dann ja direkt einen passend schneidigen, an einen hohen militärischen Rang erinnernden Namen haben können. Vielleicht mit eigener Chip-Fabrik und dadurch erzielbare Preise für die breite Masse statt für die feiste Klasse? Mit guter Produktionsqualität, so dass die Dinger heute noch laufen würden sowie am Gebrauchtmarkt noch günstig erhältlich wären und wir uns hier gar nicht den Kopf über einen Neubau zerbrechen müssten?

    Aber ich träume.

    Der Angry Video Game Nerd hat "endlich" ein Video zum C64 gemacht.

    Offenbar schafften es überwiegend Spiele in die Auswahl, über die sich leicht billige Witze reißen lassen; schäbbiger C64; von Schnelladern nie etwas gehört; auch nicht davon, dass gerade die Lizenz-Spiele meist Mist sind; der steht doch auf der Gehaltsliste von Atari.

    Vielleicht eine blöde Frage eines Nicht-Technikers:

    Wenn die Farbsättigung am TV nicht gefällt: Lässt sich das nicht mit der Fernbedienung regulieren?

    Oder ist das Bild bei manchen Geräten so flau, dass selbst maximales Hochregeln nichts nützt bzw. so saturiert, das selbst die minimale Einstellung nichts nützt?

    Angefangen haben die Off-Topic-Diskussion (wieder mal) die Befürworter einer durch-vermännlichten Sprache, dann müssen auch Gegenmeinungen erlaubt sein.

    Nur leider wird inzwischen aus Spaß ernst

    Aus den maßlos übertreibenden, furchtbar originellen Witzeleien à là "Arschback-innen und Choplifter-innen" (Nicht-Personen gendern) wird gerade kein Ernst.

    95% der Bevölkerung werden in etwas hineingezwungen

    Nö, es können alle so rückwärtsgewandt leben wie sie wollen, etwa auch an grenzenloses Wachstum oder Schutzengel glauben (wenn da mal kein Zusammenhang besteht), aber müssen dann eben auch mit argumentativem Gegenwind leben.

    vor allem ärmeren Ländern mit wirklichen Problemen

    Eines der gravierendsten Probleme gerade der ärmeren Länder ist die miese gesellschaftliche Stellung der Frau mit der Folge einer leidvollen Überbevölkerung in bitterer Armut - gegen den Willen der Frauen, die sicher nicht bei kaum gegebener medizinischer Versorgung ein halbes Dutzend Kinder zur Welt bringen wollen.

    Eine benachteiligte Stellung der Frauen äußert sich in reichen Ländern anders, etwa "nur" in schlechterer Bezahlung für gleich Arbeit, Unterrepräsentation in Führungsetagen oder eben sprachlicher Marginalisierung - aber das uralte patriarchale Denken dahinter ist das selbe.

    Dieses "Argument", es gäbe noch schlimmere Probleme, deshalb dürfe in das Problem X keine Energie gesteckt werden, liebe ich. Dann hört mal ganz schnell auf, Probleme mit der Vergilbung eurer Retro-Rechner-Gehäuse zu adressieren, so lange noch Kinder in Afrika verhungern.

    Außerdem lassen sich Probleme mit Diskriminierung durch bloßes Nichtstun abstellen - es müsste nur aufgehört werden, Energie in die Diskriminierung zu stecken. Hier: Einfach die bei unbefangener Betrachtung geradezu groteske Männerfixierung der Sprache einstellen - das ginge von jetzt auf gleich ohne Energieaufwand.

    "But we haven’t seen how we can get information from the user when a program is running. One way that we can do this, is with the INPUT command."

    "Aber wir haben noch nicht gesehen, wie Eingaben während des Programmablaufs erfolgen können. Eine Möglichkeit bietet der INPUT-Befehl."

    Es ist hilfreich, sich von der Vorstellung zu lösen, alles Wort für Wort zu übersetzen. Das gilt generell, nicht nur im Hinblick auf Genderneutralität; zu wörtliche Übersetzung wirkt in der Zielsprache oft hölzern.

    So wirkt "Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist ..." umständlicher als "Eine Möglichkeit bietet ...".

    "der Computer" zu sagen doch sexistisch (..) Und schon werden auch Dinge gegendert werden... Ob ich spinne?

    Mit Verlaub, ja.

    Wenn ich einen Hund oder eine Katze sehe, muß ich im Deutschen keinen Blick zwischen die Beine wagen, um das Geschlecht zu bestimmen und damit das richtige Personalpronomen auszuwählen.

    Das sei im Englischen anders? - "The pig" - "it". Zum Teil wird es bei knuddeligen Haustieren anders gehandhabt, da soll mit "he" oder "she" Zuneigung und Respekt wie bei einer menschlichen Person ausgedrückt werden - aber da ist viel Hypokrisie im Spiel, denn das Schwein kann nichts dafür, dass es weniger knuddelig ist und deshalb ohne Zuneigungsbezeugung auf dem Teller landet.

    Das Prinzip wird sogar auf Worte wie das Kind oder Lehnworte wie das Baby übertragen. also kann man hierzulande auch über Kinder oder Babies sprechen, ohne ihr Geschlecht zu kennen. Das ist im Englischen ein schwieriges Thema und endet in aller Regel in Vermeidungsformen.

    Ich meine, auch schon "it" für "child" gesehen zu haben, aber als ich es eben googelte, sah ich es auch im von Dir beschriebenen Sinne problematisiert. Halte ich aber auch für ein irrationales Scheinproblem.

    Für rational würde ich halten: Wenn ein Geschlecht im biologischen Sinne nicht existiert (Gegenstände) oder für gewöhnlich schwer (auf den ersten Blick) zu bestimmen ist (viele Tierarten, Kleinkinder), ist es auch unnötig und führt es nur zu Problemen, sprachlich ein Geschlecht zuzuweisen.

    Wenn man hinterher alles doppelt- bis dreimal so lang ausdruecken muss

    "Alles" ist quatsch. "Bundeskanzler" ist eine der Ausnahmen, wo gendergerecht gedoppelt werden muss, weil das Amt nun mal so heißt. Wobei das in vielen Fällen auch entfallen kann durch Ersetzung mit "Regierung" oder "Kabinett" - dann ist es sogar kürzer - aber hier ging es eben um die Kandidatur für das konkrete Amt.

    Ein weiteres Beispiel für kompaktere Genderneutralität hier aus dem Forum:

    Im Forum "Software" gibt es die Unterforen "Anwenderprogramme" und "Spiele".

    Kompakter und genderneutral für ersteres: "Anwendungen". Da steht ja auch nicht maskulin aufgebläht "Spielerprogramme".

    "Arschback-innen" und "Choplifter-innen"

    Derartige Witzeleien sind auch durch ewige Wiederholung nicht weniger neben der Sache, die Frage der Genderneutralität stellt sich nur bei Personen-, nicht bei Gegenstandsbezeichnungen.

    Wobei die Marotte der deutschen Sprache (und einiger anderer Sprachen), Gegenständen grammatikalisch Geschlechter zu verpassen, ziemlich absurd ist - und etwa für Leute mit Englisch als Muttersprache eine der schlimmsten Hürden beim Erlernen des Deutschen darstellt.

    Bei Diskussionsbedarf über den Genderwahn bitte besser in den entsprechenden Thread wechseln.

    Ich habe damit nicht angefangen in diesem Thread, aber nun ist es nun mal auch hier Thema und von Relevanz für das Mega65-Handbuch.

    Wahnhaft in Panik bei dem Thema scheinen mir eher die Befürworter des Fetsklammerns an einer durchgehend maskulinisierten Sprache, solche Vetreter bringen das ja in der Regel auch besorgt aufs Tapet ("Bloß nicht gendern").

    "Bundeskanzlerwahl", aber das Wort wird neuerdings und irrtümlich als nicht genderneutral angesehen.

    "Kanzler" ist - im heutigen Sprachgebrauch - nicht genderneutral, sondern maskulin. Merkel wurde ja auch selten als "Kanzler" sondern meistens als "Kanzlerin" bezeichnet.

    Statt "Die Wahl der/des Bundeskanzler*innenkandidat*in" würde ich schreiben: "Abstimmung über die Kandidatur für das Amt des Bundeskanzlers bzw. der Bundeskanzlerin."

    Ich habe übrigens lange vertreten, die bisher maskuline Form konsequent auch auf Frauen anzuwenden, also "Angela Merkel ist Kanzler". Einige Frauen machen das auch in vollem Bewusstsein so, z. B. Mai Thi Nguyen-Kim ("Ich bin Chemiker.") Das würde nach und nach dieser Form das spezifisch Maskuline nehmen, bis alle bei "Kanzler" oder "Chemiker" auch unbewusst mit einer Frau rechnen - dann wäre es genderneutral. Der Zug scheint mir aber (bis auf weiteres) abgefahren.

    "Der Anwender oder die Anwenderin oder der geschlechtsneutrale oder diverse Anwendende möge bitte beachten, dass er, sie oder doch er (OMG Sicherheitslücke: der Anwendende, geht ja mal gar nicht; kann ja nur ein Kerl gemeint sein!) hierfür .. äh worum ging es? .. ach ja, die das M-Taste drücken betätigen muss sollte möchte."

    Genderneutrale Sprache ist oft sogar kompakter, Beispiele siehe oben.

    Dein Satz ist Gaga und hat mit genderneutraler Sprache nichts zu tun, maskuline Sprache ließe sich genauso gaga-mäßig aufblähen.

    Dein Satz kompakt: "Bitte die M-Taste drücken." Das ist genderneutral.

    Am kompaktesten ist übrigens eine Gegenüberstellung / Tabelle:

    For survival, use:

    M - Missile

    L - Laser

    E - ECM

    ...