Posts by Wiesel

    denn solche technischen Lösungsversuche für Ressourcenverbrauchsreduktion ohne drastischen Lebensqualitätsabfall, wie sie etwa Jens beschrieben hat, schließen sich mit den dann noch verfügbaren Mitteln von vornherein aus.

    Ähemm.. nicht richtig. Gerade weil die Machbarkeit nicht nur bewiesen ist, sondern schon jetzt klar ist, dass sie günstiger ist als mit fossilen Energieträgern bin ich der Meinung, dass man der Energiewirtschaft nur noch den nötigen Kick geben muss, um den finanziellen Abstand zwischen fossilen und erneuerbaren Energien zu vergrößern. Ich bin der Überzeugung, dass eine CO2-Steuer nur für sehr kurze Zeit wirklich den Bürger belasten wird. Sie wird das Unausweichliche, nämlich exponentiell steigende Ölpreise, lediglich vorweg nehmen und den Ausbau von Infrastruktur für erneuerbare Energien beschleunigen.


    Das Projekt heißt auch "Energiewende" - es wird so oder so kommen, auch ganz ohne Eingreifen von Politikern, weil fossile Energieträger schon jetzt ein veraltetes Modell sind. Es (also das Projekt) kann aber über politisches Eingreifen in Form einer CO2-Steuer beschleunigt werden. Und das finde ich richtig. Ergo finde ich es falsch, dagegen zu protestieren, denn Du protestierst damit auch dagegen, dass z.B. Elektrizität demokratisiert wird, und Du überlässt Versorger-Konzernen zu lange das Ruder was Energiepreise angeht. Hat Dir die Sonne schonmal eine Rechnung geschickt?


    Einwandvorwegnahme: Ja, Deutschland ist weltweit das einzige Land mit einer Sonnensteuer, denn Betreiber von Solaranlagen mit mehr als 10kWp müssen derzeit noch die EEG-Abgabe für selbst verbrauchten Strom bezahlen (ich gehöre zu diesen Leuten). Glücklicherweise hat die EU im Dezember 2018 diesbezüglich den mahnenden Zeigefinger gehoben und eine Verordnung verabschiedet, die allen Staaten auferlegt, jegliche Hindernisse für erneuerbare Energien zu entfernen und allen Marktteilnehmern zu erlauben, Strom direkt zu handeln. Das muss Deutschland noch in nationales Recht umsetzen. Es geht um die EU-Richtlinie 2018/2001 (Link zum rechtsverbindlichen Text). Hatte ich erwähnt, dass ich Europa mag?


    Jens

    Ich finde ja, die Bestuhlung der französischen Nationalversammlung sieht ziemlich genau so aus.

    Als ich ein wenig gesucht habe (natürlich nicht umfassend) habe ich nur mit "Parliament" und dem Englischen Landesnamen nach Bildern gesucht. Dass man dabei nicht jedes Gremium erwischt das ein Land hat, ist natürlich "erwartet". Allein in Deutschland haben wir Bundestag, Bundesrat, die Landesparlamente und ganz sicher auch ähnliche Vorzeige-Sääle in einigen Städten.


    Du hast aber Recht: Die Französische Nationalversammlung hat solche Polster und vertikal angeordnete Holzornamente, die neben dem Kopf sichtbar werden, wenn man ein wenig im Stuhl versinkt. Jetzt bräuchten wir noch einen Frankreich-Kenner, der die Gesichter einordnen kann - über deren Amtszeiten könnte möglicherweise auch eingegrenzt werden, wann die Bilder entstanden sind. Es passt ja auch schön zusammen mit dem Hinweis auf die Pariser Müllabfuhr.


    Schauen wir uns mal die Kassiererin in der rechten Hälfte links oben an: Das sieht auch aus wie eine Art Köstümchen/Uniform/corporate design. Von den Farben her passt das ganz sicher nach Frankreich, aber Carrefour ist es wohl kaum. Es sieht mehr nach Baumarkt aus. Jemand ne Idee?


    Jens

    Wäre mal interessant, wer die Leute auf dem Bild sind und wo es zuerst aufgetaucht ist.

    Ein Hinweis könnten die roten Polster und das Ornament im Holz darüber sein, die man auf dem meisten Politiker-Bildern sieht. Die Aufnahmen sind:


    - nicht aus Deutschland, denn die Gesichter und die Farben passen nicht in den Bundestag

    - nicht aus England, denn da haben die Sitze nur rotes Polster, kein Holz

    - nicht aus dem EU-Parlament, denn das ist blau bezogen

    - nicht aus dem Französischen Senat, denn der hat einzelne Stühle

    - nicht aus dem Polnischen Parlament, denn da sind die Polster Hellgrün

    - nicht aus Slowenien, denn da sind die Stühle grau

    - nicht aus den Niederlanden, denn da ist die überwiegende Farbe Orange

    - nicht aus Österreich, denn da sind die überwiegenden Farben Beige und Grau

    - nicht aus Schweden, denn dort gibt es einzelne Stühle, kein Holzornament

    - nicht aus Finnland, denn da gibt es keine roten Polster

    - nicht aus Tschechien, denn dort sind die Polster hellbraun

    - nicht aus Spanien - dort passen zwar die Holzornamente, aber nicht die Polster

    - nicht aus Portugal - dort ist das Holz heller

    - nicht aus Belgien - kein Rot

    - nicht aus Ungarn - falsche Holzart

    - nicht aus Dänemark - keine roten Polster dort

    - möglicherweise aus Italien - dort stimmen Holz- und Polsterfarbe, aber "Holz über dem Polster" finde ich nicht

    - in Griechenland stimmt Polster- und Holzfarbe, aber auch nicht ganz

    - nicht aus Malta, da sind die Stühle grün.

    - nicht aus Kroatien, da finde ich kein vertikal angebrachtes Holz

    - nicht aus der Slovakei - keine roten Polster

    - nicht aus Slovenien - auch keine roten Polster

    - nicht aus Irland, denn die haben blaue Teppiche und braune Polster (wie, nicht grün!?)

    - nicht aus Rumänien - keine roten Polster

    - nicht aus Bulgarien - schon wieder keine roten Polster

    - nicht aus Estland - vorherrschende Farbe hellblau

    - nicht aus Lettland - die haben grüne Polster

    - nicht aus Litauen - die haben viel helleres Holz

    - nicht aus Luxemburg, denn da gibt es kein vertikales Holz über den Polstern


    Die Google-Bildersuche liefert also nur wenige Hinweise. Vielleicht hat ja jemand schonmal gesehen, wo die Müllabfuhr in diesem kompletten "corporate design" gehalten ist, also Auto, Tonne und Uniformen im gleichen Farbton?


    Jens

    Ich möchte kein Parlamentarier sein - von 38,5-Stunden-Woche können die nur träumen. Und sich bei denen über ein Nickerchen aufregen, wo ihr Gehalt (auf Jahr! Nicht nur auf den Monat) noch nicht einmal einen Cent pro Steuerzahler ausmacht, wird der Sache nicht gerecht. Da gibt es ganz andere Baustellen, aber sicher nicht die Bezüge von Parlamentariern.


    Jens

    Steuern erhoben werden,

    die noch nicht mal dafür eingesetzt werden.

    Das geht auch in Deutschland nicht - und ist auch nicht gewünscht, denn sonst funktioniert der Sozialstaat nicht.

    Quote

    Was sind eigentlich Steuern?

    In dem Gesetz, das in Deutschland die Grundlage für alle Steuern ist – in der sogenannten Abgabenordnung (AO) – ist genau definiert, was Steuern sind: „Steuern sind Geldleistungen, die nicht eine Gegenleistung für eine besondere Leistung darstellen und von einem öffentlich-rechtlichen Gemeinwesen zur Erzielung von Einnahmen allen auferlegt werden, bei denen der Tatbestand zutrifft, an den das Gesetz die Leistungspflicht knüpft; die Erzielung von Einnahmen kann Nebenzweck sein.“ (§ 3 Abs. 1 AO).

    Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung.

    Mit anderen Worten: Nein, wenn man eine Steuer bezahlt hat, bekommt man dafür keine direkte Gegenleistung und hat keine gesonderten Ansprüche. Man zahlt in einen großen Topf, und aus dem wird alles bezahlt, was das Volk vom Staat erwartet.


    Natürlich wird die so genannte "Gegenfinanzierung" von bestimmten Projekten oft so dargestellt, aber der Grundsatz, dass eine Steuereinnahme nicht zweckgebunden verwendet werden darf, ist ein sehr wertvoller Teil unserer Staats- und Gesellschaftsform, denn dieser Grundsatz stellt Gerechtigkeit her.


    Jens

    Also werden die Anteile mit einer absurden Formel geschätzt.

    ...die allein deswegen schon absurd ist, weil der elektrische Anteil der Fahrt mit null CO2 angenommen wird.


    Ich bin dafür, dass Politiker, die so etwas verabschieden dürfen, zuvor eine Abiturklausur Physik-LK bestehen müssen. So eine Formel ist nichts Anderes als "Strom kommt aus der Steckdose und Milch aus der Tüte".


    Jens

    Ich glaube, Lachen ist angemessen...

    Weil ein Stromverbrauch auf 100km angegeben wird, aber die elektrische Reichweite nur 50km ist? Ja, allein deswegen schon. Und weil der Verbrauch auf 100km nicht zur Reichweiten- und Kapazitätsangabe passt? Yep, deswegen auch: 50km Reichweite mit 14kWh Akku macht für mich 28kWh Verbruach auf 100km, nicht die angegebenen 16,2kWh. Eine schöne Demonstration, wie Prüfzyklen und Realität auseinander driften.


    Dass der Ausstoß von 66g auf dem Prüfstand für eine Dauer von ein paar zehn Minuten erreicht wird, glaube ich. Wir haben leider keine echten Tests in Form von "unabhängiger Prüfer nutzt das Teil sechs Wochen lang, das Ergebnis wird veröffentlicht". Aber rechnen wir doch mal mit dem deutschen Strommix, also 0,7kg CO2 pro kWh (Quelle: SMA, Wechselrichterhersteller). Mal 28kWh sind 19,6kg CO2 auf 100 elektrische Kilometer, oder auch 196 Gramm pro Kilometer. Das klingt für so einen schweren Renner schon sehr viel realistischer, weicht aber mal um den lockeren Faktor 3 von der Herstellerangabe ab. Und ist im Übrigen erstaunlich nahe am CO2-Ausstoß meines 17 Jahre alten LPG-Volvo. Mit anderen Worten: Nein, dieser Porsche ist keine tolle technische Entwicklung. Er ist nur ein Paradebeispiel von "wir rechnen den alten Dreck schön".


    Natürlich weiß ich, dass die allermeisten Fahrten mit PKWs unter 20km lang sind. Und genau deswegen sind Hybride, die ich (für mich) als teure Spielzeuge mit schwerem Verbrenner-Ballast einstufe, dennoch besser als reine Verbrenner, denn viele Leute wissen gar nicht, dass sie eigentlich gar nicht eine so große Reichweite brauchen. Und wer sich für den Preis einer Eigentumswohnung einen Porsche kauft, der wird wissen, dass jeder Kilometer auf der Uhr das Teil massiv entwertet - Langstrecke in den Urlaub wird wohl kaum damit gefahren.


    Schau' mal nach dem Begriff "range anxiety" - bloß weil die Leute einmal im Quartal mehr als 200km am Stück brauchen, lehnen sie ein Auto mit geringerer Reichweite ab.


    Selbst meine LPG-Umbauten (ich fahre seit 1994 mit LPG) sind schon für einige Leute ein no-go, denn die Reichweite auf Gas ist mit ca. 340km vergleichsweise gering (Tank liegt in der Reserveradmulde). Dann muss ich noch in etwa wissen, wo eine LPG-Tankstelle ist und sie gezielt ansteuern - die gibt es übrigens "gefühlt" häufiger als E-Tankstationen. Trotzdem bekomme ich zu hören, dass man lieber 700km zwischen Tankstopps hat, und man sich besser fühlt, wenn man auf den 15km zur Arbeit an drei Tankstellen vorbei fährt. Dass ich mit meinem LPG/Benzin-Hybrid eine kombinierte Reichweite von fast 1100km habe, erwähne ich bewusst nicht, weil mein Benzintank eigentlich immer rund um die 10L-Füllstandsgrenze dümpelt.


    Ich bleibe bei meiner Aussage: Autofahren ist in Sachen CO2-Ausstoß generell doof. Carpool, Fahrten kombinieren, bei gutem Wetter mit dem Rad fahren. Sonst noch Ideen? Öffentliche Verkehrsmittel fallen hier in der Eifel leider flach - die kommen teilweise gar nicht - selbst wenn sie nur ein paar mal am Tag fahren.


    Jens

    nur kann ich mir das finanziell einfach nicht leisten

    Doch, kannst Du. Die Installation einer Solaranlage kostet weniger als ein gebrauchtes Auto. Finanzierung für Immobilienbesitzer jederzeit möglich. Banken vergeben momentan Kredite mit einer Null vorm Komma. Er Ertrag einer Solaranlage liegt bei ca. 3,5% p.a. Die Bank gibt Dir den Kredit mit Kusshand.


    Keine Ausrede :-)


    Jens

    Bei der chemischen Speicherung sehe ich immer das Problem, dass sich die Energie explosionsartig entladen kann.

    Bei der Flüssigmetallbatterie gibt es keinen "thermal runaway". Und bei der chemischen Speicherung von Wärme muss Wasser als Reaktionspartner hinzugefügt werden. Und wenn es davon zuviel gibt, leitet das wieder so viel Wärme ab, dass ich nur das Problem "verschwendete Wärme" sehe.



    Bei Kohlenwasserstoffen haben wir das Problem nicht, da ja Sauerstoff zur Reaktion benötigt wird.

    Fast richtig - da ist aber nur Diesel wirklich "sicher", denn da kannst Du nen brennenden Streichholz rein werfen und er geht einfach aus. Benzin hingegen ist ein Brandbeschleuniger, also eine zusätzliche Gefahr, z.B. bei Hybrid-Fahrzeugen oder bei einem Unfall. Und entweichendes Gas willst Du auch sicher nicht als ungefährlich darstellen. Tatsache ist, dass die Gefahren ganz gut kontrollierbar sind - das sind sie aber auch bei Batterien. Und bis Batterien die Energiedichte von Kohlenwasserstoffen erreicht haben, ist noch reichlich Luft.


    Jens

    Ich bezweifle, dass ich meine Waschmaschine nachts laufen lassen will.

    Musst Du nicht. Der Strom ist zwar heute noch tagsüber teurer, aber wenn es einen echten Markt gäbe, würde sich das schnell verteilen. Wir sind hier alle C64-affin, haben also eine Vorstellung, was mit verdammt wenig Rechenleistung alles möglich ist. Eine Waschmaschine, die eine kleine Datenverbindung hat, kann ohne Zweifel von Fern gesteuert werden (aka "Start nach der Mittagspause, dann ist sie fertig wenn ich nach Hause komme"). Meine Waschmaschine ist etwas über zehn Jahre alt und sie hat eine Funktion "Starte in X Stunden". Das nutze ich, um die Maschine in der solar-Peak Zeit zu starten, damit ich den Strom nutze, der aufgrund von Netzparametern nicht eingespeist werden darf (70%-Abschaltung ist in Deutschland Pflicht).


    Mit einem funktionierenden Markt und vielen Anbietern findet sich bestimmt ein Anbieter, der Dir zum richtigen Zeitpunkt den Solarstrom verkauft, den er selbst nicht nutzen kann und nicht einspeisen darf. Wenn es mir gelingt, den Strom, welcher über der Wirkleistungsbegrenzung liegt, selbst zu verbrauchen, ist das toll, denn das ist wirklich "geschenkter" Strom. Und davon gibt es zur Mittagszeit immer wieder mal was - und wenn der Wind kräftig bläst ebenfalls.


    Grafisch sieht das so aus, einmal wenn ich Zuhause bin und den Strom nutzen kann:

    Da siehst Du über der roten gestrichelten Linie den Strom, den ich nicht einspeisen durfte. Der Graph darüber zeigt, dass ein großer Verbraucher zur Mittagszeit eingeschaltet wurde.


    Wenn ich nicht Zuhause bin, bekommt die Erzeugungskurve eine Delle:


    An dem Tag hätte ich liebend gern den Strom verkauft - gern auch für weniger als 10 Cent/kWh, denn jeder Cent mehr als "null" ist nicht nur ein Gewinn für mich, sondern auch für die Umwelt, denn dieser Strom entlässt kein CO2 in die Luft.


    Das ist nur ein Beispiel - derer Beispiele würde es viel mehr geben, wenn es einen echten Markt für Strom gäbe.


    Jens

    Diese 3000x erscheint mir eher ein theoretisch möglicher Wert zu sein?!?!

    Ja, selbstverständlich. Eine Solarzelle hat einen Wirkungsgrad von ca. 20%, und der geht noch runter, wenn die Zelle besonders warm wird. Dann ist der größere Teil des Planeten mit Meeren bedeckt, wo es naturgemäß etwas schwieriger ist, Strom in Richtung Land zu befördern. Und wir haben das Tag/Nacht Problem - bisher hat niemand eine Möglichkeit gefunden, Sonnenenergie zu nutzen, wenn die Sonne nicht scheint.


    Es geht aber nicht darum nach Gründen zu suchen warum es nicht geht, sondern nach Möglichkeiten zu suchen, diesen gigantischen Energieüberschuss nutzbar zu machen. Also mir würde es reichen, wenn wir nur ein tausendstel der Energie die wir von der Sonne bekommen technisch nutzbar machen - macht immer noch dreimal mehr als wir brauchen.

    Wenn wir praktisch SO viel erneuerbare Energie tatsächlich JETZT schon hätten, würde jeder Neubau weiterer Kraftwerke - EGAL, welcher Art völlige Geldverschwendung sein...

    Yep, Du hast es erkannt. Langfristig wird es billiger sein, Erneuerbare zu nutzen, denn die haben in aller Regel praktisch keine Betriebskosten wie z.B. den Brennstoff. Da jedoch niemand auf die Idee kommt, neben das Kohlekraftwerk auch gleich einen Berg Kohle für die Betriebsdauer von 30 Jahren zu legen, wird der Irrsinn von "Kohle verbrennen" nicht sofort deutlich.

    Und wie schon oft hier erwähnt - Deutschland alleine KANN die Welt nicht retten,

    Die Welt muss nicht gerettet werden - dieser Planet kann gut ohne Menschen existieren. Menschen können das aber nicht so gut ohne einen bewohnbaren Planeten. Insofern lass' uns besser den Begriff "Menschheit retten" benutzen, denn das kommt der Realität deutlich näher.


    Und natürlich kann Deutschland mit CO2-Einsparung nicht die Menschheit retten. Aber: Wir können neue Technologien entwickeln oder existierende Technologien verbessern, marktfähig machen. Das exportieren wir dann und halten unseren Status als Exportweltmeister (hmm.. haben wir den eigentlich noch?).

    Das mag stimmen, nützt aber nichts solange die Wirtschaft behauptet, dass dies teurer ist, der Verbraucher nichts ändern will

    und die Politik sich diesem kollektiven Willen beugt.

    Aus dem Grund gefällt mir die Doku so gut, die ich gestern verlinkt hatte: Sie beleuchtet das Thema von der Seite des Geldes her. Und Geld ist es egal, was Politiker machen - es wird immer die Methode gewählt, die den größten Ertrag bietet. Und für Großkonzerne ist es vorteilhaft, wenn sie zentral Energie erzeugen und dem dummen Volk erzählen, dass das der einzige Weg sei, weil erneuerbare Energien nicht grundlastfähig sind. Jeder Oberstufenschüler sollte aber verstehen, dass man lediglich einen Gasspeicher zwischen eine Biogasanlage und die Verstromung des erzeugten Gases bauen muss, damit Biogas einspringen kann, wenn es eine Dunkelflaute gibt (Dunkelflaute=keine Sonne und kein Wind).


    Diese ganzen Szenarien bedeuten jedoch, dass das gesamte Volk am Funktionieren des Energieflusses beteiligt ist - und damit auch an den Erträgen. Dass daran kaum (politisches) Interesse besteht, sieht man schon an der Vortäuschung einer Börse für Strom in Leipzig. Wenn wirklich Interesse an einem funktionierenden Markt für Strom bestünde, hätten die Politiker schon längst echte "smart meters" eingeführt, die über den Strompreis an der Börse Bescheid wissen. Es wäre ein Leichtes, größere Verbraucher wie Wasch- und Spülmaschinen gesteuert vom Strompreis ein- und auszuschalten, wenn die Info ausreichend zeitnah beim Verbraucher ankommt.


    Es gibt Zeiten, da ist der Strompreis negativ, aber davon können nur die ganz großen Abnehmer profitieren (Aluminiumwerke beispielsweise). Warum nicht das Volk?


    Das mag jetzt anti-kapitalistisch klingen, ist es aber keineswegs. Im Gegenteil: Jeder Verbraucher kann (in seinen Grenzen) auch Anbieter und somit Unternehmer werden. Den Gedanken finde ich gut - und zwar gut für alle.


    Jens

    Das hieße aber im Endeffekt - Back to nature - und irgendwie auch back to stoneage...

    Nein, eben nicht. Bitte schau' doch auf das, was ich in diversen Beiträgen hier verlinkt habe: Es läuft alles darauf hinaus, dass wir ohne fossile Brennstoffe unseren *gesamten* Energiebedarf decken können. Sparen müssen wir nur so lange, wie die regenerative Energieerzeugung noch weiter ausgebaut wird. Irgendwann wird ein Zustand erreicht sein, in dem regenerative Energien jederzeit und überall im Überfluss vorhanden sind.


    Die regenerativen Energiequellen bieten insgesamt 3078-mal so viel Energie wie derzeit weltweit benötigt wird:

    • direkte Sonnenenergie 2850-mal
    • Wind 200-mal
    • Biomasse 20-mal
    • Meeresenergie 2-mal
    • Wasserkraft 1-mal

    Quelle: Max Planck Institut für Meteorologie, Hamburg.


    Es ist nur so, dass unsere derzeitige Technologie auf fossile Brennstoffe ausgelegt ist. Das muss sich ändern - und das ist gut für jeden Einzelnen, denn Energie als Währung in den Händen von Großkonzernen kann nicht im Interesse eines Einzelnen sein, der sich dem Preisdiktat beugen muss. Insbesondere zeigt diese Aufstellung, dass es nullkommagarkeinen Grund gibt, neue Atom- oder Kohlekraftwerke zu bauen.


    Jens

    (Edit: Hmm.. wenn ich die Einzelpositionen zusammen zähle, komme ich nur auf 3073...)

    Dieser Juni sei global der wärmste Juni seit Beginn der Messungen gewesen, heißt es. Das kann ich natürlich nicht überprüfen.

    Doch, kannst Du - viele Betreiber einer PV-Anlage stellen stolz ihre Erträge ins Netz, so dass Du eine breite Datenbasis hast. Ich kann bestätigen, dass der Solarertrag im Juni 2019 überdurchschnittlich hoch war. Das gilt im Übrigen auch für den Juli - Vertauschung ändert zwar Zahlen, aber dieses eine Faktum nicht.


    Diese Datenbasis eignet sich übrigens hervorragend für unwissenschaftliche Betrachtungen, beispielsweise die Vertauschung von Ursache und Wirkung, die so gern von den Skeptikern vorgenommen wird. Oder auch das Andichten von ursächlichen Zusammenhängen, wenn man eine Korrelation gefunden hat.

    unsachliche Fisimatenten

    Du nutzt dieses Wort häufiger. Es ähnelt "Fisematenten", hier schön erklärt. Ich finde, es passt nicht so wie Du es einsetzt. Frag' mal Deinen Rhetoriklehrer.


    Klima zeigt sich über mehrere Jahre.

    Vorsicht: Wenn wir hier nicht sauber argumentieren und immer die 30 Jahre nennen, die für den Referenzzeitraum definiert sind, rutschen wir schnell in die Falle, die die Skeptiker gern stellen: Da werden nur noch die Durchschnittstemperaturen über wenige Jahre betrachtet um zu behaupten, dass es sogar kühler wird. Gewisse politische Gruppierungen machen genau das: Sie nennen zuerst die Definition, zeigen dann einen kleinen Ausschnitt und behaupten dann, dass es gar keinen Klimawandel gäbe.



    Bringt es die Diskussion um das eigentliche Thema irgendwie voran, wenn wir über Messdaten, Gefühlte Temperaturen, das Verhalten einzelner und Erinnerungen spekulieren?

    Ja und nein. Das Thema scheint sich hier von "Bäume pflanzen" zu "Klimawandel, Ursachen und Folgen" geändert zu haben. Da ist es sicher nicht falsch, wenn man auch über die Erfassung und Auswertung von Daten redet. Das ist nämlich die Wurzel an der man leicht übersehen kann, dass man vereimert wird. Aus diesem Grund veröffentlicht der IPCC wohl auch Rohdaten, damit die Methoden von anderen Wissenschaftlern nachvollzogen werden können.


    Selbst wenn wir hier nicht zu einem Konsens kommen, zeigt die Diskussion doch, dass es ein unglaublich komplexes Thema ist, bei dem es verdammt viele Dinge zu beachten gibt. Mindestens ist jetzt schon bewiesen, dass es keinesfalls so einfach ist, wie populistische Parteien behaupten, sondern dass die einfachen Formeln, auf die der Klimawandel zurück geführt wird, lediglich dazu dienen, Stimmen von denen einzusammeln, die nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, sich mit so einem komplexen Thema umfassend auseinander zu setzen.


    Jens

    Interessante Versuche, Natrium und Apfelschalen(!) in Batterien zu verwenden.

    Ähemm... nee.. spektrum.de nutzt so viele Tracker und JS-code, der das Blockieren dieser Tracker erkennt, dass ich das Video leider nicht anschauen kann. Die Liste ist gefühlte 40 Domains lang - solche Seiten funktionieren hier nicht. DL-Helper, Upload auf Youtube?


    Stichwortsuche liefert lesbare Seiten:

    https://www.elektroniknet.de/e…aktivmaterial-126775.html


    Ein paar Tage später, besserer Artikel, inklusive Links zu den Original-Papers:

    https://www.pflanzenforschung.…ndlich-kostenguenst-10565


    Was mich bei den Feststoff-Batterien noch stört ist, dass sie offenbar alle nach X Ladezyklen irgendwie kaputt gehen - Dendriten bilden, Nanotubes brechen oder wegen der thermischen Ausdehnung einfach nen mechanischen Knacks bekommen. Das dürfte bei flüssigen Metallen nicht passieren, ergo könnte so ein Speicher unendlich viele Lade/Entladezyklen haben.


    Alles *sehr* interessant, aber nicht mehr wirklich beim Thema :) (es ging doch eigentlich um "Bäume-pflanzen-Rekord", oder?)


    Jens

    Öl und Gas vollständig durch Bio-Ethanol und Bio-Methan zu ersetzen wird wohl kaum gelingen.

    Da gibt's nen TED-talk, der eine simple Bierdeckelrechnung macht: Wie breit müsste der Grünstreifen neben der Autobahn sein, damit die darauf fahrenden Autos alle Biotreibstoff tanken können? Der Mann ist auf eine exorbitant hohe Zahl gekommen, irgendwas irrwitziges im Bereich von über 100 Meilen (Brite, Ingenieur, Zitat "I'm an engineer, and engineers love back-of-the-envelope calculations that make you go hmmmm") - vielleicht findet den Talk ja jemand und verlinkt ihn?

    Blöd ist halt, dass die Speicherung von elektrischer Energie so unglaublich schwierig ist. Ich bezweifle, dass hier nochmal ein Durchbruch gelingt.

    Du zweifelst, ich sehe großes Potential in der Flüssigmetallbatterie, die in den USA von Ambri und auch in Deutschland an der TU Dresden erforscht wird. Der Chemieprofessor, der Ambri mitgegründet hat, hat auch mal nen TED Talk gehalten. Momentan hört man wenig davon, aber der Ansatz ist meiner Meinung nach der Richtige, denn die verwendeten Elemente sind im Überfluss und lokal (=aus politisch stabilen Gebieten) zu haben, und die Batterie hat keinen Memory-Effekt, bildet bauartbedingt keine Dendriten wie das Li-Ion Zellen tun. In Dresden wird wohl momentan erforscht, wie man die Strömungen im flüssigen Metall unter Kontrolle bekommt - das Paper dazu ist leider nicht öffentlich zugänglich (wenn jemand Zugriff hat, ich würde es *sehr* gern lesen!).


    Die Amerikaner (also Ambri) scheinen Schwierigkeiten mit den Siegeln einer Zelle zu haben und machen momentan ein Geheimnis daraus, welche Chemischen Elemente sie verwenden möchten - wohl weil sie's patentieren möchten.


    Dann haben wir erst letztes Jahr von Silizium-Anoden in Akkus gelesen - Durchbruch AFAIR von der Uni Kiel. Artikel bei Heise. Da ist übrigens auch zu lesen, dass ein deutsches Halbleiterunternehmen mit im Boot ist, um Massenproduktion von Siliziumanoden zu entwickeln.


    Diese zwei Ausblicke der Forschung halte ich für sehr vielversprechend, denn sie decken zwei wichtige Bereiche ab: Letzteres den Mobilbereich, also Handys, Laptops und Elektromobilität. Die Flüssigmetallbatterie ist für Speicherung auf sehr viel größerem Maßstab geeignet, also "ein paar Container davon neben jedes Windrad", dann kann auch bei Windstille Windkraft benutzt werden. Ich kann mir sogar vorstellen, dass so eine Flüssigmetallbatterie zu einem kombinierten Wärme/Stromspeicher entwickelt werden kann, denn laut Aussage von Donald Sadoway muss man die Batterie nicht heizen, sondern kühlen, wenn sie im Betrieb ist. Da würde ich doch gern mein Haus als Kühlkörper im Winter zur Verfügung stellen - kostenlose Heizung und Warmwasser nehme ich gern :-)


    Langfristig wird es wohl darauf hinauslaufen, dass man elektrische Energie thermisch (Vulkangestein) oder mechanisch (Druckluft) speichert und bei Bedarf wieder in elektrische Energie umwandelt. Der Wirkungsgrad ist natürlich eine Katastrophe, aber es ist günstig und umweltschonend.

    Du vergisst die chemische Speicherung.


    Da gibt es einmal die schon fast langweilige Möglichkeit, mit Wärme Natronlauge zu konzentrieren. Gibt man wieder Wasser hinzu, wird's warm. Das funktioniert aber nur für Niedertemperatur-Heizungen, also wenn das ganze Haus Fußbodenheizung hat. Außerdem ist die Speicherdichte in Natronlauge nicht wirklich groß. Es gibt wohl ein paar Schweizer, die mal eine Versuchsanlage gebaut haben. Vorteil ist hier natürlich, dass alles flüssig ist und das Speichermedium entsprechend einfach zu handhaben ist.


    Die andere Möglichkeit ist, in Magnesiumchlorid die Wärme zu speichern. Gibt man Wasser hinzu, wird das sehr viel heißer als Natronlauge. Es werden sechs Wassermoleküle angelagert und so ein Hexahydrat gebildet. Hier scheint die Speicherdichte viel größer zu sein, aber da es ein Salz bleibt, ist es schwieriger zu handhaben. Die Challenge ist wohl, sich ein System auszudenken, bei dem das Salz am besten gar nicht bewegt wird. Das überlasse ich erstmal Anderen - Schuster, bleib' bei Deinen Leisten.. da gibt es ein Forschungsprojekt der Uni Lüneburg, zu dem ich leider nichts Näheres erfahren konnte als das, was auf der Webseite zu lesen ist: https://www.leuphana.de/kooper…/thermische-batterie.html - die Motivation war zwar nicht "Saisonspeicher", sondern "Versorger will BHKWs länger/geplant laufen lassen", aber wofür eine Technologie am Ende eingesetzt wird, entscheidet der "system integrator", nicht der Forscher.


    Beide Verfahren haben gemeinsam, dass der Speicher keine Selbstentladung hat, also die Wärme vom Sommer in den Winter bringen kann, dass die Anzahl der Lade/Entladezyklen das Medium nicht altern lässt (theoretisch unendlich), und dass Überladen bzw. Tiefentladen keinen Schaden verursacht. Eigentlich alles, was man in einem Speicher haben will. Und da wir viel mehr Wärme als Strom brauchen (in diesem Haus 26.000 kWh Wärme, aber "nur" 7.000 kWh Strom pro Jahr), ist der Wärmespeicher eigentlich viel interessanter als ein elektrischer Speicher, den ich übrigens nicht habe.


    Verstehst Du jetzt, warum ich glaube, dass "Technik" nicht das Problem, sondern die Lösung ist? Da kommen verdammt viele faszinierende Dinge auf uns zu. Kein Grund, pessimistisch zu sein.


    Jens

    Darf ich bitte noch einmal auf die gegebene Sachlichkeit hinweisen, die wir uns alle in anderen Beiträgen dieses Threads gewünscht hatten?


    Im Prinzip können wir uns doch auf ein "we agree to disagree" einigen, denn das Resultat ist das Gleiche: Es gibt einen Klimawandel, und die fossilen Brennstoffe werden knapper und damit teurer. Es ist egal, wer den Klimawandel gemacht hat, denn das Resultat wird das Gleiche sein: Landwirtschaft und unsere Lebensweise wird sich ändern müssen. Ob wir hinten runter fallen, weil wir jetzt an der alten Lebensweise festhalten, oder ob wir gut vorbereitet sind, weil der Staat positive Anreize für CO2-Einsparungen (=Einsparungen von fossilen Brennstoffen) gibt, können wir prinzipiell selbst wählen.


    Die Motivation aus der heraus man CO2 einspart, ist vollkommen egal: unter dem Strich steht immer das Gleiche, nämlich dass es volkswirtschaftlich und umwelttechnisch besser ist, weniger CO2 auszustoßen. Oder wird selbst das schon angezweifelt?


    Jens

    Aber wie sieht es mit der Energiebilanz aus? Wie viel Energie muss ich reinstecken um die Solarzellen zu produzieren? Wie lange muss eine Solaranlage laufen um diese Energie zu produzieren? Darüber erfährt man in dem Video (die ersten 10 Minuten) nichts...

    Das findet sich an anderer Stelle, da liegt AFAIR der CO2-Breakeven bei ca. 18 Monaten (man korrigiere mich, wenn jemand eine Quelle findet). Sicher ist, dass sämtliche Solar-Installationen der Welt zusammen genommen schon jetzt CO2-negativ sind, wenn man den Strommix dagegen rechnet.


    Wir haben heute alle energieeffiziente Kühlschränke und Waschmaschinen.

    Zwei mal nein. Kühlschränke erwärmen noch immer sinnlos die Umgebungsluft, während sie den Inhalt kühlen. Wirklich effizient wäre, wenn die entstehende Wärme dort gespeichert wird, wo sie benötigt wird, also z.B. im Warmwasserkreislauf des Hauses. Im größeren Stil wird das schon gemacht: Werkstätten die Druckluft brauchen, beheizen das Gebäude mit der Wärme, die der Kompressor erzeugt. Große Gaststätten haben einen Kühlraum, der sehr gut gedämmt ist, und deren Abwärme genutzt wird. Der Wille jedoch, einen Kühlschrank zu bauen, der sich in das Energiesystem des Hauses integriert, scheint nicht da zu sein.


    Waschmaschinen sind alles Andere als energieeffizient. Sie nutzen die edelste Energie die wir haben - also Elektrizität - um Wasser zu heizen. Das ist nicht nur teuer, sondern aufgrund der Systemverluste bei der Erzeugung im Kraftwerk auch sehr CO2-ineffizient. Waschmaschinen mit Warmwasseranschluss sind exorbitant teuer (obwohl es nur ein Ventil mehr ist - inklusive Steuerung dafür vielleicht 15,- EUR Aufpreis). Die einzige Lösung die mir dazu eingefallen ist, war ein thermostatischer Regler, den ich vor die Waschmaschine geschaltet habe: Jetzt stelle ich die Temperatur dort ein, wähle "Wasser sparen" und kann auch sicher sein, dass die Maschine mich nicht verarscht, indem sie "so wie 40 Grad" wäscht (also 25 Grad, aber dafür 2 Stunden länger, weil irgendeine praxisferne Untersuchung gezeigt hat, dass das vergleichbar sei). Die Wärme kommt aus dem Gasboiler für 6,6 Cent pro kWh, und nicht vom Kraftwerk für fast 30 Cent pro kWh. Gleiches übrigens für die Spülmaschine.


    Klar könnte jetzt jemand argumentieren, dass der Strom vom Dach mit "nur" rund 10 cent pro kWh absolut CO2-neutral wäre, aber über die fehlende Einspeisung würde an anderer Stelle wieder Strom verbraucht werden, der mit 0,7kg CO2 pro kWh zuschlägt. Also wieder ein Argument "billiger ist gleichzeitig CO2-sparsamer".


    Jens