Hello, Guest the thread was viewed25k times and contains 262 replies

last post from root42 at the

Reine Kopfsache - 1541-II - Mitsumi D500 - Kopfdefekt

  • Leider ist so eine Spule noch Mal kleiner. Das selbst zu wickeln ist vermutlich ohne Stereo Mikroskop nicht möglich. Und erst Mal muss man den Kern ja auch retten, ohne den zu verbiegen. Das alles dann wirklich im perfekten Winkel wieder einbauen und haltbar vergießen.


    Ist zwar nach heutigen Maßstäben lowtech, aber dann doch zu winzig um es ohne spezielle Maschinen zu tun.

  • Und erst Mal muss man den Kern ja auch retten, ohne den zu verbiegen.

    Da ist nix mit biegen, Ferrit ist wie Keramik äusserst spröde, d.h. das bricht einfach!


    Den Kopf neu zu wickeln und wieder korrekt zusammen zu setzen halte ich selbst mit Stereomikroskop (hab sowohl privat ein älteres, aber doch recht taugliches von Vision Engineering, als auch beruflich ein nagelneues mit allen Schnickschnack von ebendieser Firma) für eine fast unlösbare Aufgabe, fängt schon damit an, den alten Verguss-Schmoder da raus zu bekommen, ohne den Ferrit zu schrotten...


    Wenn dann, müsste man das neu fertigen lassen bei ner Firma, die auch heutige R/W-köpfe für HDDs macht, für die müsste das eine leichte Übung sein, aber vermute mal, da würden selbst bei optimistischen 1000 Stk Abnahme keine akzeptablen Preise bei rauskommen.


    Persönlich habe ich das Problem nicht, dank zweier Ersatzköpfe aus dem Fundus eines hier leider nicht mehr aktiven Händlers...

  • MOSFETs gibt es in sehr niederohmigen Ausführungen, die normalerweise als Schalter bei hohen Strömen verwendet werden um die Verlustleistung gering zu halten. Bei denen liegt der Rdson im sehr kleinen einstelligen mOhm-Bereich.

    Da sind dann aber meist auch wieder größere Bauformen.


    Die integrierten MOSFET in den 4066 z. B. haben ca. 150 Ohm rDSon (WIMRE), und das ist hier definitiv zu viel. Ein BS170 hat typ. 2 Ohm, das wären hier 20% des Kopfwiderstandes.

    Das ist ja nicht schlimm, dann nimmt man halt ein größeres Package.

  • Da ist nix mit biegen, Ferrit ist wie Keramik äusserst spröde, d.h. das bricht einfach!

    ...

    Persönlich habe ich das Problem nicht, dank zweier Ersatzköpfe aus dem Fundus eines hier leider nicht mehr aktiven Händlers...

    Einerseits ist es mindestens extrem schwierig und dann helfen deine Ersatzteile eben auch nicht auf ewig, wenn Alterung zum versagen führt.


    Möglicherweise ist die Vergussmasse durch Ausdehnung oder Schrumpfung verantwortlich. Der Draht reißt ja am Ende ab. Wäre spannend einen Chemiker zu fragen, ob die Maße durch etwas chemisch entfernt werden kann, ohne den Lack des Drahtes zu entfernen.

  • Möglicherweise ist die Vergussmasse durch Ausdehnung oder Schrumpfung verantwortlich. Der Draht reißt ja am Ende ab. Wäre spannend einen Chemiker zu fragen, ob die Maße durch etwas chemisch entfernt werden kann, ohne den Lack des Drahtes zu entfernen.

    Ja das ist auch meine Vermutung das der Draht durch Wärme & Kälte dann reißt, die Vergussmasse bekommt man mit Aceton ab, 2 Köpfe habe ich so schon wieder flicken können.

  • Ja das ist auch meine Vermutung das der Draht durch Wärme & Kälte dann reißt, die Vergussmasse bekommt man mit Aceton ab, 2 Köpfe habe ich so schon wieder flicken können.

    Wärme und Kälte mag nen gewissen Einfluss haben, aber angesichts dann doch eher geringer und seltener Temperatursprünge -insb. die 1541-II werden ja nicht so sehr warm im Betrieb- sehe ich mehr die Eigenbewegung durch magnetische Remanenz "Lautsprechereffekt" für die Materialermüdung verantwortlich, mit komplett aushärtender Vergussmasse wäre das vermutlich kein Problem... (ergäbe aber womöglich andere Probleme dann...)


    Ob das Aceton nicht auch die Lackisolierung des Drahts angreift, wäre noch zu klären, aber ist ein erster Ansatzpunkt diesbezüglich...


    PS: Kann ja mal nen heilen Kopf mit in den nächsten Temperaturschock-Dauertest bei uns in der Firma tun und schaun, ob da was kaputtgeht, das sind dann aber jeweils -50° nach +110° Zyklen mit eben schlagartiger Temperaturänderung durch 2-Kammer-Aufzugsystem, damit bekommt man selbst lackierte Baugruppen in unter 1000 Zyklen mürbe... Würde davon ausgehen, wenn der Kopf 50-100 solche Zyklen überleben würde, dann wäre das als Ursache auszuschliessen...

  • Ich bin der Vermutung nachgegangen, das man Mitte/Ende der 90er die Geräte ausgemustert hat und dann entweder auf den Dachboden/Keller (Sommer/Winter starke Temperaturschwankungen) eingelagert hat, weil die Köpfe gehen ja auch kaputt bei Lagerung, und wo die Disketten lagern liegen ja meist auch die Geräte, und so wie manche aussehen siehe ebay, ist das für mich plausibel und zur Materialermüdung da stimme ich Dir zu 100% zu.

    Zum Aceton und der Vergussmasse, d.h. die Vergussmasse wird nicht flüssig wie bei Kunststoff, ich hatte die Vergussmasse Schicht für Schicht abgetragen, mit Wattestäbchen kurz einwirken lassen und dann das angelöste entfernen usw. es hat sehr lange gedauert bis ich beim Draht war - also in der Vergussmasse.

    Dann hab ich an dem Draht neuen verlötet also verlängert (war auch nicht einfach, mit Dauerohmmessung), bei einem anderen musste ich sogar eine Windung von der Spule runter nehmen um etwas Draht zu haben, gut das die Spulendrähte nicht verklebt waren und das hat dann auch funktioniert.

  • Mein Zeug lag immer im Keller eines modernen Wohnhauses. Also im Sommer nicht so warm und im Winter nicht kalt.

    Dann hat es sich dort vielleicht einfach zu Tode gelangweilt.

    (SCNR :-D )

    "Wenn du überredet, ermahnt, unter Druck gesetzt, belogen, durch Anreize gelockt, gezwungen, gemobbt, bloßgestellt, beschuldigt, bedroht, bestraft und kriminalisiert werden musst. Wenn all dies als notwendig erachtet wird, um deine Zustimmung zu erlangen, dann kannst du absolut sicher sein, dass das, was angepriesen wird, nicht zu deinem Besten ist." - Quelle unbekannt.


    "Steve Jobs hat User hervorgebracht, Jack Tramiel Experten." - Quelle unbekannt.

    "Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen." - Voltaire.

    "Diskutiere nie mit einem Idioten - er zieht dich auf sein Niveau hinunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung!" - Volksweisheit.


  • Vor allem Harze, Lacke und andere Kunststoffe sind meines Erachtens schwierig. Teilweise schrumpfen diese Stoffe. Teilweiße zersetzen die sich und dehnen sich dadurch aus. Kann durchaus auch aggressive Zersetzungsprodukte geben. Der Draht ist sehr dünn und auch Lötzinn kann Probleme bereiten.


    Niemals war angedacht, dass hier etwas länger als ein paar Jahre leben würde. Damals war absehbar, dass die Technik schnell deutlich stärker werden würde. Das Laufwerk war im Vergleich zum PC schon schwach. Der konnte schon 1982 720kB und 1984 dann 1,2 MB auf einer Diskette speichern.


    Billig war wichtig, damit man damit zu normalen Leuten kommen konnte. Der PC war unerschwinglich. Aber das hatte eben auch Nachteile. Geschwindigkeit und Haltbarkeit.


    Und wir haben ja auch nicht die Mittel, diese Fehler im Kopf wirklich zu untersuchen. Ein Mikroskop ist schon das höchste. Chemische Analysen hat sicher niemand gemacht, oder?

  • Ja das ist alles richtig aber warum betrifft das im Schwerpunkt nur die D-500 bzw D502 Mechaniken (deren Köpfe), andere Laufwerke wie das D503 oder F-502 (Mitsumi/Newtronics), oder andere 360K / 1,2MB PC Laufwerke sind davon nicht betroffen und

    stammen aus der gleichen Zeit, jedenfalls ist mir da nichts bekannt, das die so eine hohe Kopfausfallrate haben, gut kaputt gehen kann immer mal was, aber so zentriert auf ein Bauteil wie dem Kopf.

    Ich hab nun mittlerweile auch eine große Anzahl div. 5,25" Floppys div Hersteller, und hab die alle wieder fit bekommen, aber derart schwere Kopfprobleme wie die D500er Serie war keins dabei.

  • Der konnte schon 1982 720kB und 1984 dann 1,2 MB auf einer Diskette speichern.

    Naja, 720K waren wenn dann auf 3.5" DD, das kam aber auf PCs erst später. 1985 auf dem Amiga waren 880K mit DD möglich. PC/XT hatte 360K auf 5.25"DD, da doppelseitig. 175K einseitig war da gar nicht sooo schlecht. Nur die Geschwindigkeit war bei Commodore erbärmlich. Ab dem AT 1985 waren dann 1.2MB Standard, das stimmt. Dennoch waren DD Disks noch sehr weit verbreitet, da die HD Disks anfangs auch noch sehr teuer waren.

  • tatsächlich gab es DD 5 1/4 FDD im PC schon so früh. War halt sehr teuer.

    Auf Fotos von defekten Köpfen sieht man merkwürdige Farben und der Lack sieht nicht gleichmäßig aus.
    Einfach damals eine schlechte Materialwahl oder ein ganz neues Material, wo man erst später Probleme erkannt hat.

    Wie der Lack vieler Autos Baujahr 2000, wo sich 20 Jahre später der Decklack löst.

  • Ich bin heute im "CBM Tech Topic 1988/22 October" auf eine interessante Stelle gestoßen:



    Offensichtlich gab es zwei verschiedene Versionen des Mitsumi D500.


    So ganz frei herumphilosophiert: Könnte sein, dass das D500 "ohne R" das war, was auch in der 1541B/C verbaut war und gerne ausfällt. Würde erklären, warum in der 1541-II nicht so viele D500 sterben.


    Jetzt müsste man wissen, woran man welche Version erkennt ...

    "Wenn du überredet, ermahnt, unter Druck gesetzt, belogen, durch Anreize gelockt, gezwungen, gemobbt, bloßgestellt, beschuldigt, bedroht, bestraft und kriminalisiert werden musst. Wenn all dies als notwendig erachtet wird, um deine Zustimmung zu erlangen, dann kannst du absolut sicher sein, dass das, was angepriesen wird, nicht zu deinem Besten ist." - Quelle unbekannt.


    "Steve Jobs hat User hervorgebracht, Jack Tramiel Experten." - Quelle unbekannt.

    "Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen." - Voltaire.

    "Diskutiere nie mit einem Idioten - er zieht dich auf sein Niveau hinunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung!" - Volksweisheit.


  • Offensichtlich gab es zwei verschiedene Versionen des Mitsumi D500.


    So ganz frei herumphilosophiert: Könnte sein, dass das D500 "ohne R" das war, was auch in der 1541B/C verbaut war und gerne ausfällt. Würde erklären, warum in der 1541-II nicht so viele D500 sterben.


    Jetzt müsste man wissen, woran man welche Version erkennt ...

    das würde heißen dass es 5 unterschiedliche 1541-II Laufwerke gab, wobei letztere eher wohl der "normalen" Newtronics / Mitsumi D500 entspricht (leicht erkennbar: das einzige Laufwerk mit Riemenantrieb):


    - Newtronics / Mitsumi D500

    - Chinon FZ-501M REV A

    - JPN Corp. DS-50F

    - KWANASIA

    - Newtronics / Mitsumi D500 Type R


    Hier mal die ersten 4:



    Quelle: http://blog.worldofjani.com/?p=7267

  • Es gibt auch noch das "Safronics DS-50F" (Baugleich zu JPN Corp. warscheinlich nur umgelabelt durch z. B. Firmenübernahme) und das "Digital Systems DS-50F" (vermutlich gleiche "Ursache").


    Das KWANASIA kannte ich bisher nicht. :thumbup:


    [EDIT]


    Zurück, doch, das kannte ich, der markante schwarze Kunststoffteil sticht ins Auge. Wusste aber bisher nicht, was es ist. Scheint sehr selten verbaut worden zu sein.


    [/EDIT]


    [EDIT 2]


    Und auf den ersten Blick würde ich sagen,. das teilt sich das Gehäuse mit dem Chinon, die Knebel-Achse dürfte an dergleichen Stelle sein.


    [/EDIT 2]

    "Wenn du überredet, ermahnt, unter Druck gesetzt, belogen, durch Anreize gelockt, gezwungen, gemobbt, bloßgestellt, beschuldigt, bedroht, bestraft und kriminalisiert werden musst. Wenn all dies als notwendig erachtet wird, um deine Zustimmung zu erlangen, dann kannst du absolut sicher sein, dass das, was angepriesen wird, nicht zu deinem Besten ist." - Quelle unbekannt.


    "Steve Jobs hat User hervorgebracht, Jack Tramiel Experten." - Quelle unbekannt.

    "Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen." - Voltaire.

    "Diskutiere nie mit einem Idioten - er zieht dich auf sein Niveau hinunter und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung!" - Volksweisheit.


  • Ich hatte 2017 mit dem Umbau einer 1541 mit Kopfdefekt experimentiert und das Ganze (also den Umbau und das Ergebnis) auch später in die Wolke geladen. Da die ja im Moment nicht wirklich zu nutzen ist, stelle ich mal meine Beschreibung hier ein... vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen User. Einige der hier genannten Laufwerke kannte ich bis eben auch noch nicht. Dahe fanden diese bei meinem Experiment auch keine Beachtung.


    1541 Mitsumi D500 Laufwerk aus 1541-II HowTo V1.0.pdf


    Commodore 1541 Models and Disk Drives.pdf

    Lieben Gruß, Torsten


    Meine Spielzeuge
    BFZ MFA, Apple //e, ZX80Core, AX81, ZX81, ZX81NU, Spectrum+, Harlequin, Jupiter ACE Clone, Amstrad NC100, Cambridge Z88, C64, C128D, Plus/4, Amiga 500, Amiga 1200, Atari Portfolio, HP200LX, HP48SX, HP48GX, Accura 101, IBM PC 5155, PS/2 (Model 40SX), TP755c, T20, T41, T61, PS/2E, TI-59,