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Atari Monitor SM124 Frage

  • Hallo,


    ich habe jetzt einen Atari Monitor SM124 bekommen und wollte den gleich mal an meinen Atari 1024 ST anschließen. Dabei habe ich festgestellt, dass am Kabel, welches fest mit dem Monitor verbunden ist, nicht der runde 13-polige Stecker, sondern ein 9-poliger D-SUB Stecker ist (männlich), der wie folgt belegt ist:



    1: gelbes Kabel

    2: NC

    3: rotes Kabel

    4: geschirmte Ader

    5: Schirm

    6: NC

    7: NC

    8: NC

    9: grünes Kabel


    Ich habe keine Ahnung, an welchem Computer der Vorbesitzer den Monitor betrieben hatte, MDA, CGA oder C128 passen nicht. Also habe ich mir einen 13-poligen Stecker für die Videobuchse des ST bestellt. Jetzt stellt sich die Frage, an welche Pins ich welche Kabel vom Monitor anlöten muss.


    Das Kabel vom Monitor hat ja nur 3 ungeschirmte Adern (rot, gelb, grün) und eine geschirmte Ader (um alle Kabel herum ist aber nochmal eine Abschirmung). Welche Signale braucht der SM124 mit Lautsprecher, sind das MVIDEO, HSYNC, VSYNC, AUDIO und GND ?


    Hier der Video Pinout des Atari ST:


    Pin Name Description

    1 AO Audio Out

    2 CVIDEO Composite Video

    3 GPO General Purpose Output - linked to Port A bit 6 of the sound chip, user programmable

    4 M detect if line is low, ST enters high res monochrome mode (no other use) linked to pin 17 of MFP68901 chip

    5 AI Audio In

    6 G Green

    7 R Red

    8 +12V +12 VDC (520ST has GND)

    9 HSYNC Horizontal Sync

    10 B Blue

    11 MVIDEO Monochrome Video

    12 VSYNC Vertical Sync

    13 GND Ground


    Dann bräuchte ich die Pins 1, 9, 11, 12, 13 und muss Pin 4 auf GND legen, damit der Atari ST in den HighRes Modus geht ?


    Grüße,

    Ralf

  • Ich habe mal versucht festzustellen, ob da jemand für eine monochrome Herkules Karte diesen Monitor umgerüstet hat, aber das kann auch nicht sein - siehe selbst:

    tmp7ee1136.png


    Ich habe heute leider keinen SM124 mehr, aber einmal hatte ich einen geöffnet. Wenn ich es recht in Erinnerung habe, war an einer Stiftleiste mit 6 (oder 7) Stiften über eine Buchsenleiste das Kabel gesteckt - ein graues, ein weißes und ein gelbes Kabel, ein abgeschirmtes Kabel (Außen- und Innenmantel Schwarz und ein Kabel ohne Isolierung. Weißes und Graues Kabel waren in Stecker an den Sync Kontakten (Pin 9 und 12), das gelbe am Pin 1 (Audio) und die abgeschirmte Leitung (Innenleiter) an Pin 11 (Monochrom Video) Schirm an 4 (Monochrom Sense) und das nicht ummantelte Kabel an 13 (GND). Monitorintern waren die Stifte, an denen die Abschirmung und das nichtisolierte anlag, leitend miteinander verbunden. Soweit - Sogut, hilft aber hier nicht wirklich!


    Hier hast Du wirklich eine nahezu unlösbare Aufgabe, wenn Du zum früheren Besitzer keinen Kontakt herstellen kannst! Was ich empfehlen kann: Öffne mal den Monitor (mW. 4 Schrauben Rückseitig) und schaue Dir an, ob eine Stiftleiste vorhanden und wie belegt ...?

  • Hi,


    Danke für den Hinweis, Du hast Recht, die Lötkontakte / Stiftleiste, wo das Videokabel auf die Platine geht, sind tatsächlich beschriftet:


    HSYNC: rot

    VSYNC: grün

    Video: transparent

    Audio: gelb

    GND: schwarz


    Bei GND muss ich noch prüfen, ob GND nur auf der Gesamtabschirmung des Monitorkabels liegt oder nur / auch auf der separaten Abschirmung des des transparenten Kabels.


    Danach wären die Kabel wie folgt zu verbinden:


    gelb an Pin 1 (Audio)

    transparent an Pin 11 (Video)

    schwarz an Pin 13 (GND)

    rot an Pin 9 (HSYNC)

    grün an Pin 12 (VSYNC)


    Das stimmt ja auch mit Deinen Angaben überein, nur dass die Kabel mit den Sync Signalen bei mir rot und grün statt wie bei Dir weiß und grau sind.


    Grüße,

    Ralf

  • Es muß auf jeden Fall vom Monitor aus auch Pin 4 vom Stecker mit Massepotential beschaltet sein, damit überhaupt ein Monochromsignal ausgegeben wird - wenn kein extra Kabel vom Monitor aus geht, brücke einfach Pin 4 mit Pin 13 Steckerintern! Und falls Du nicht weißt, woher ein Stecker zu beschaffen ist:

    https://www.reichelt.de/din-st…52.html?GROUPID=5180&&r=1


    Das Löten dieser Stecker ist aber ein bißchen friemelig! Falls Du das umgehen willst, ein Tipp: da ich nicht mehr jung und auch psychisch unter ziemlich Streß leide und keine ruhige Hand habe sowie die passende Werkstatt fehlt, bin ich auf eine steckbare Lösung übergegangen. Dazu verwende ich solche Hülsen mit Lötfahne, an die ich das Kabel löte. Der komplette nichtisolierte Bereich wird mit passendem Schrumpfschlauch isoliert!

  • So hier nochmal ein update: Ich habe jetzt den STecker an das Kabel angelötet und an den 1040ST angeschlossen, der Monitor funktioniert. Wahnsinn was der für ne Röhre für ein gestochen scharfes und völlig flimmerfreies Bild hat ... Ich muss nur noch die Bildgeometrie justieren, die Anzeige ist etwas nach links verschoben.


    Grüße,

    Ralf

  • Zu früh gefreut .... plötzlich ist das Bild nur noch ein schmaler senkrechter Streifen in der Mitte der Röhre:



    Woran könnte das liegen ? Ich habe die ältere Version des SM124 mit dem klassischen Trafo - Netzteil (kein Schaltnetzteil). Die Elkos sehen optisch gut aus, mangels Schaltnetzteil gibt es keine Hochvolt-Elkos.


    Ich kenne mich mit Monitoren nicht so aus, aber müsste ich nicht in der X-Ablenkung - Stufe nach dem Fehler suchen ?


    Grüße,

    Ralf

  • Hi,


    Danke für den Hinweis, dann werde ich mich dort mal auf die Suche begeben, Service Manual mit Spannungsangaben habe ich ja. Ich habe auch gelesen, dass bei den SM124 typischerwiese ein bipolarer 2,2uF Elko ausfällt. Ich habe den im Schaltplan gesucht, das ist C714, der sitzt am Horiz. Line Regler (L702), den werde ich erstmal auf Verdacht austauschen.


    Grüße,

    Ralf

  • So ich hatte jetzt den C714 (Elko bipolar, 2.2uF/50V) mal ausgelötet und nachgemessen, die Kapazität ist etwas erhöht (2.4uF) aber sonst schien er okay zu sein. Daher habe ich ihn wieder eingesetzt - das Problem (senkrechte Linie auf dem Bildschirm) besteht weiterhin. Ich habe dann erstmal die Versorgungsspannungen des Monitors geprüft (12V, 5V), beide sind okay (11,85V, 5,0V). Auch die Soll-Spannungswerte am Zeilenendstufentransistor (BU...) entsprechen den Werten laut Service-Handbuch.


    Was mir noch eingefallen ist: Als ich den Monitor das allererste mal angeschlossen hatte, war auch schon dieser senkrechte Streifen auf der Mattscheibe vorhanden, beim nächsten Einschalten war dann aber das normale Bild da, weshalb ich dem zunächst keine weitere Beachtung geschenkt hatte. Das könnte ja darauf hindeuten, dass der C714 irgendwie an der Grenze seine Funktionsfähigkeit ist/war.


    Ich habe auf englischen Internetseiten zum sm124 gelesen, dass der C714 häufig ausfällt und sein Ausfall sich in einer vertikalen Linie auf dem Bildschirm darstellt - genau wie bei mir. Dort wird empfohlen, den bipolaren Elko durch einen MKP-Kondensator zu ersetzen - ich denke das werde ich als nächstes probieren. Außerdem wird empfohlen, die Lötstellen des Zeilentrafos nachzulöten, da sich dort häufig kalte Lötstellen bilden.


    Grüße,

    Ralf

  • Leider bin ich mit dem Monitor noch nicht weitergekommen. Der Austausch des 2.2uF Kondensators hat nichts gebracht. Ebensowenig das Nachlöten aller kreisförmig angeordneten Pins des Hochspannungstrafos. Ich werde jetzt mal mit dem Oszi an der Horizontalendstufe messen und die Ozillogramme mit den Bildern und Daten aus dem Service-Handbuch vergleichen.


    Grüße,

    Ralf

  • Ich habe jetzt mal an der Horizontalstufe die Oszillogramme lt. Service-Handbuch gemessen. Das Service Manual gibt es hier zum Download:


    http://ftp.pigwa.net/stuff/col…uments/Service%20Manuals/


    (dort die Datei: SM124_Service_Manual_MT-9.pdf - die Datei ist leider zu groß um sie hier anzuhängen)


    Ich habe jetzt die zwei Transistoren (beide KTC1959-0/Y) Q706 und Q707 ausgetauscht, da die Oszillogramme 12 und 13 (Seiten 23 und 25 des Service-Handbuchs) nicht übereinstimmten. Leider ohne Erfolg, der vertikale Strich ist immer noch da. Da die Oszillogramme 1 - 11 übereinstimmten, dachte ich, dass die Transistoren, wo die Oszillogramme nicht übereinstimmen, defekt sind.


    Jetzt würde ich als nächstes den Leistungstransistor der Horizontalendstufe BU806 austauschen. Die Signalform an dessen Kollektor (Oszillogramm 14) stimmt zwar, die Amplitude ist aber nur ca. 110 VPP statt 180 VPP.


    Außerdem stimmen die DC-Spannungen in der Nähe des Hochspannungstrafos (Messpunkte 18 - 22) teilweise nicht mit den Sollwerten überein:

    18: soll 11.8V / gemessen: 11.7V okay

    19: soll -70.0V / gemessen: -35.3V

    20: soll 69.5V / gemessen: 38.1V

    21: soll 28.8V / gemessen: 28.4V okay

    22: soll 600V / gemessen: 308V


    Könnte das auch auf einen Defekt des Zeilentrafos hindeuten, die Spannungen 19, 20 und 22 sind ja nahezu halbiert ? Oder könnte das eine Folge des defekten BU806 sein ?


    Grüße,

    Ralf

  • Heute habe ich den Endstufentransistor der Horizontalstufe (BU806) ausgetauscht. Jetzt bricht die Versorgungsspannung von 12V auf ca. 4V zusammen. Es kommt naturgemäß kein Bild und wenn ich ihn länger eingeschaltet lasse, gibt der BU806 Rauchzeichen ab. Ich fürchte die Instandsetzung des Monitors übersteigt meine Fähigkeiten ..... schade, anfangs funktionierte er ja noch und ich habe gesehen was für ein tolles Bild diese Monitore bringen. Da er ja nur einen 5er gekostet hatte, kommt er jetzt weg und ich besorge mir ggf. lieber einen geprüften SM124.


    Grüße,

    Ralf