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Retrobrighting, die 95. - doch ganz einfach

  • Liebes Forum,


    ich möchte hier mal meine Erfahrungen und Eindrücke zum Thma Retrobrighting schildern. Ich dachte, es wäre kompliziert, wenn es darum geht: "Wo bekomme ich alle Sachen her, die ich dafür brauche". Aber auch in Sachen "Erfolg" war ich skeptisch, ich kannte fast nur die Videos von 8-Bit-Guy, wo er immer sagt "und dann nochmal acht Stunden und richtig rumdrehen" etc.

    Ich habe gestern aber nun das erste Mal selbst das Verfahren ausprobiert. Mein Rezept möchte ich hier mit euch teilen, ich will keine Werbung für einen bestimmten Hersteller machen :)

    - Vergilbtes Objekt: C64C
    - Plastikbox/Wanne von real, ca. 48x35cm (C64 passt genau mit 5cm Platz drumrum rein)
    - drei Liter Wäschebleiche von Real (grüne Flasche) - enthält Wasserstoffperoxid
    - LED-Bar von Eurolite (https://www.thomann.de/de/eurolite_led_party_uv_bar_9.htm)
    - Sous-Vide-Kochstab, ein "hochgezüchteter Tauchsieder", gebraucht über eBay Kleinanzeigen geschossen (Wärme hat ja auch einen Einfluss)
    - Schutzbrille
    - komplett beschichtete Handschuhe

    Den Kochstab kann man einfach in einer Ecke der Box anklemmen. Unter der Box und rundrum habe ich Alufolie angebracht, so hab ichs in Videos gesehen, es soll das UV-Licht reflektieren. Als Musiker hatte ich zwei Gitarrenständer zur Hand und mit Kabelbindern die UV-LED-Bar über der Box aufgehängt. Das komplizierteste war/ist, das obere Teile des C64-Gehäuses am hochschwimmen zu hindern. Ich habe hierzu lange rumexperimentiert und letztendlich ein Lautsprecherkabel (eine einzelne Ader) in einen der Lüftungsschlitze gedrückt (passte genau rein), auf der Unterseite zusammengebunden und unten ein Gewicht drangehängt, das dann das Gehäuse unter Wasser gezogen hat.
    Nebst der 3 Liter Wäschebleiche kam noch ca. die gleiche Menge Leitungswasser oben drauf (was aber mehr daran lag, dass ich irgendwie noch den Wasserstand für den Kochstab erhöhen musste). Ich hatte Sorge, dass die Mischung zu dünn wäre und die Reaktion eher nur semigut wird. Den Kochstab hab ich auf 35°C eingestellt (andere kochen wärmer, hab ich gelesen, aber mehr hab ich mich nicht getraut, gerade über Nacht in einem Zimmer mit Auslegeware (aber mit Schreibtischstuhl-Unterlage). Anschließend hab ich oben noch Frischhaltefolie drübergemacht um das Entweichen der "Ausdünstungen" etwas zu begrenzen, trotzdem riecht jetzt das ganze Zimmer stark nach den Duftstoffen der Bleiche :D.

    Also, Kochstab an, UV-Licht an - 8-Stunden warten - und dann kam der Aha-Effekt: Es ist einfach prima geworden. :thumbsup: Aber seht selbst. Leider hab ich nur ein Foto von der Seite, das untere Gehäuseteil zeigt den Vorher-Zustand.




  • Ich mach det immer im Backofen. Zu bleichende Teile in nen Zipbeutel, 12%ige Wasserstoffperoxidlösung in den Zipbeutel zugeben,
    Luft rausdrücken, Beutel schließen und in ne große mit Wasser gefüllte Auflaufform geben, Auflaufformdeckel drauf und 24-36 Stunden bei 55 Grad im Ofen garen.

  • Ich mach det immer im Backofen. Zu bleichende Teile in nen Zipbeutel, 12%ige Wasserstoffperoxidlösung in den Zipbeutel zugeben,
    Luft rausdrücken, Beutel schließen und in ne große mit Wasser gefüllte Auflaufform geben, Auflaufformdeckel drauf und 24-36 Stunden bei 55 Grad im Ofen garen.

    Wirkt sich die lange Bleichdauer auf das Ergebnis aus - bzw. anders gefragt: kann zu langes Bleichen auf diese Art oder zu hohe Temperatur den Teilen schaden?

  • Nun, immerhin wirken freie Sauerstoff Radikale auf den Kunststoff ein, welche Auswirkung das auf die struktuelle Integrität hat, kann ich dir nicht sagen.
    Allerdings zu hohe Temperatur ist nicht gut, da es sich meist um Thermoplastische Kuststoffe handelt. Die wie der Name schon sagt bei zu hoher Temperatur plastisch werden. Ich habe bisher nach dieser Methode Tastaturkappen Vom Amiga 500 und C64 gebleicht. Und die Ergebnisse waren super!
    Ich konnte auch keine Versprödung feststellen.