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Gedanken zu möglichen Finanzierung Mega65

  • Ich habe mir mal (wieder) ein paar Gedanken zur Finanzierung des Mega65-Projekt gemacht.


    Ich bitte darum, diese Gedanken nicht als "Boshaftigkeit" auszulegen, sondern eher in dem "Opensource-Gedanken", dass Beiträge von außen ein "Mitwirken" sein sollen. Die FAQ habe ich hier dazu gelesen und gehe darauf auch ein.


    Da ich davon ausgehe, dass das Team nicht nur das Ziel hat, den Mega65 zu bauen und ihn dann in die private Vitrine zustellen, sondern ihn auch zu verkaufen, muss man sich zwangsläufig Gedanken zur Finanzierung der Produktion machen.


    Spätestens ab dem Entschluss, Gehäusegussformen erstellen zu lassen und das dafür notwendige Geld durch Spenden einzusammeln, hat man den "privaten Hobbyraum" verlassen und sich bewusst der Entscheidung einer Produktion gestellt. Insofern ist schon ein "Druck" entstanden, auch ganz ohne Kickstarter.


    Ich habe mich mit einem Kollegen unterhalten, der schon ein paar Kickstarter-Aktionen beigestanden hat und habe mir die Sache mal bisschen erklären lassen.


    Ganz sinnvoll erscheint mir hier die Möglichkeit names "Alles oder nichts". Das bedeutet, dass man sich sein Projekt möglichst gut durch kalkuliert und dann seine Erwartungen bei Kickstarter definiert. Man legt dann noch ein Zeitfenster fest, bis wann man die gewünschte Summe zusammenhaben will und startet den Aufruf. Und entweder die Summe kommt bis zu dem Zeitpunkt zusammen oder das Projekt an sich kommt so nicht zustande und keiner muss was bezahlen.


    Bei Kickstarter funktioniert die Finanzierung nach dem Prinzip „Alles oder nichts“. Falls dein Projekt sein Finanzierungsziel nicht erreicht, wird auch kein Geld ausgezahlt. Dadurch wird das Risiko für Projektgründer gering gehalten

    Nach erfolgreicher Finanzierung des Projekts werden folgende Gebühren von der Finanzierungssumme abgezogen: 5 % Gebühr für Kickstarter sowie Gebühren für die Zahlungsabwicklung (zwischen 3 % und 5 %). Schlägt die Finanzierung fehl, fallen keine Gebühren an.

    Um es nochmal zu erwähnen: Falls das gewünschte Ziel bei der Kickstarter-Aktion bis zum angegebenen Zeitpunkt nicht erreicht wird, entstehen für niemanden Kosten. Weder für die Starter des Aufrufs noch für die, die sich daran beteiligt haben. Es ist keinerlei finanzielles Risiko dabei, ein Kickstarterprojekt zu starten.


    Man müsste festlegen, wie viele Mega65 in einem ersten Auftrag bauen möchte. Das muss man so oder so vor der Produktion machen.


    Sagen wir mal, es sollen erst einmal 500 Mega65 produziert werden. Ausgehend von diesen 500 Stück berechnet man dann die Produktionskosten pro Stück. Ich nenne jetzt einfach mal als Beispiel Kosten von 700 EUR pro Stück.


    500 x 700 EUR sind 350.000 EUR Produktionskosten


    Dazu kommen die 55.000 EUR, die noch für die Gussformen fehlen: Dann sind es 405.000 EUR.


    Ca. 10% der Gesamtsumme gehen bei erfolgreicher Aktion an Kickstarter: Es werden also (405.000 / 0,9 = ) 450.000 EUR benötigt.


    Das wären für jeden der 500 Kickstarter 900 EUR die für einen Mega65 ausgerufen werden.


    Finden sich mindestens 500 Leute, die einen Mega65 für 900 EUR bestellen wollen, dann könntet ihr loslegen.


    Finden sich keine 500 Leute, habt ihr außer dem Aufwand beim Starten der Kickstarter-Aktion keinen (finanziellen) Nachteil.


    Zumindest könntet ihr dann das tatsächliche Interesse am Mega65 besser einschätzen.


    Vielleicht wäre das doch eine Möglichkeit, den Mega65 unter die Leute zu bringen?


    Einen möglichen Gewinn könnte der Mega-Verein ja wieder in den Verein stecken, so dass am Ende des Kalenderjahres die finzanzielle "Null" steht und das Finanzamt keinen Ärger macht.


    Ansonsten seht meine Zeilen einfach als Bemühen an, dem Projekt zu helfen. Ich würde einfach gerne den Mega65 auch als Endgerät realisiert sehen. :)

  • Hallo gothor


    Danke für die Frage !

    Wir haben zwar schon mehrfach erklärt, warum wir uns gegen eine Finanzierung mit Hilfe einer Finanzierungsplatform wie Kickstarter, Indigogo oder ähnliches entschieden haben und wie wir jetzt immer öfter feststellen, hat sich unsere Entscheidung als absolut richtig bewahrheitet, aber ich lege dir unsere Haupt-entscheidungsmerkmale gerne noch einmal dar.


    TL;DR

    Das wirklich gute daran, wie wir an die Finanzierung herangegangen sind, ist, dass das Einzige, was wir wirklich direkt komplett vorfinanzieren mussten, die Herstellung der Spritgussformen für die Gehäuse war.

    Nachdem wir mit Hilfe der Community dieses Ziel erreicht hatten, war der Rest, von unserer Seite aus gesehen, "nur" noch ein delegieren der Gelder, der Aufträge und der Waren.

    ("nur" ist dabei schlichtweg untertrieben, denn ein Projekt in dieser Grössenordnung ist neben der Entwicklung, dem Design, den Revisionen, Kontaktaufbau, Informationsaustausch, Bürokratie, usw., usw., eine Heidenarbeit !!! Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich warscheinlich schreiend fortgelaufen... ;-) ).


    Da wir mit Trenz einen sehr guten und kompetenten Partner gefunden haben, der nicht nur die Hauptplatine vom MEGA65 herstellt, sondern auch die Montage und den Vertrieb des kompletten MEGA65 und der DevKits tätigt, haben wir dadurch eine elegante Lösung gefunden, die gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt:


    - Wir sparen uns (und somit der Community) die Kosten für eine Finanzierungsplattform und können den MEGA65 wirklich von unserer Seite her, für die reinen Herstellungskosten abgeben.

    - Der MEGA65 wird komplett in Deutschland und Österreich hergestellt. Wir haben direkten Einfluss auf ALLE Aspekte, im Bezug auf Design, QA, usw.

    - Wenn der komplette Herstellungsprozess aller Komponenten einmal koordiniert ist (siehe oben "nur"), sind weitere Batches dann kein grosses Problem mehr.

    - Das komplette Projekt würde nicht scheitern, nur weil das Finanzierungsziel nicht erreicht wurde.

    (Ich persönlich wäre am Boden zerstört und todtraurig, wenn der MEGA65, auch wenn vielleicht nur für einen kleinen Kundenkreis, nicht erhältich wäre. Ich und jeder der einen MEGA65 in seinen Händen hält und halten wird , wird mir hier recht geben.)

    Wenn unser Projekt aus mangeldem Interesse bei einem Grossteil der Community scheitern würde, wäre das für uns (oder mich zumindestens) leichter verkraftbar, als wenn das Projekt einfach komplett an der Finanzierung gescheitert ist, weil halt gerade, zu dieser Zeit, kein Interesse an dem Projekt bestand oder zu wenig Leute überhaupt von dem Projekt gewusst hätten. (Da wir kein Geld in Werbung investieren wollen, muss unser Projekt über die Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen beworben werden. Dadurch dauert es natürlich auch wesentlich länger, bis die Kunde des MEGA65 an alle Ohren herangetragen wurde ;-) ) Aber JEDER der einen MEGA65 haben möchte kann einen bekommen !

    - sollte ein gigantisches Interesse bestehen, könnten wir auch sofort die Anzahl der zu produzierenden MEGA65 erhöhen, was den Preis natürlich weiter senken würde.

    - Es gibt keinen Unterschied zwischen Kickstarter und unserer Finanzierung im Bezug auf die Geschwindigkeit der Auslieferung.

    A) KICKSTARTER: Kickstarter Aktion wird gestartet, Backer legen das Geld vor, Das Projekt bezahlt mit dem Geld die Hersteller, das Produkt wird hergestellt und dann an den Kunden geliefert.

    B) MEGA65 herangehensweise (ähnlich wie bei Gideon (1541Ultimate, Ultimate64): Es wird Geld gesammelt bis ein Batch voll ist, die Aufträge werden verteilt, die Herstellung wird eingeleitet, Produkt wird an den Kunden geliefert. (Das trifft nur auf weitere Batches zu und betrifft nicht das Hauptziel unseres Projekts von 100 DevKits und dem ersten Batch von 400 MEGA65.)


    Ich habe selber viele Kickstarter Projekte unterstützt und wir haben uns intensiv damit auseinander gesetzt.

    Eins was dabei immer hervorsticht ist, dass eine Finanzierung über eine Finanzierungsplattform GEWALTIGEN ! Druck auf das Projektteam ausübt. Diesem Druck können wir als nicht-Profit-orientiert, durch unsere Herangehensweise komplett entgehen und sparen 10% höhere Kosten, welche für ein so hochwertiges Produkt wie den MEGA65 schon happig sind.


    Wir sind der festen Überzeugung und die verschiedenen sozialen Platformen bestätigen uns darin, dass der MEGA65 sich gut verkaufen wird.

    Also auch wenn sich der Verkauf evtl. über einen längeren Zeitraum hinzieht so sind wir uns sicher, dass der MEGA65 für sich selber sprechen wird und dadurch die Nachfrage steigen wird UND: Die Community wird auch noch in mehreren Jahren die Möglichkeit haben einen MEGA65 zu bestellen.

    Das ist das Ziel unseres MEGA65 Projekts ! We keep the past alive ! The Future is 8-bit !

  • Ollala, mein Beitrag hier ist fast ein Jahr her. :alt::grab1:


    Seitdem haben sich ja viele Fragen geklärt und der Vorverkauf der DevKits über Trenz hat ja wirklich beeindruckend gut geklappt. Herzlichen Glückwunsch auch hier ans gesamte Team! :thumbup:


    Eins was dabei immer hervorsticht ist, dass eine Finanzierung über Kickstarter GEWALTIGEN ! Druck auf das Projektteam ausübt. Diesem Druck können wir als nicht-Profit-orientiert, durch unsere Herangehensweise komplett entgehen ...

    Den Punkt sehe ich allerdings 180 Grad anders. :)


    Bei Kickstarter musst du als Produzent versprechen, dass du dich "... nach Möglichkeit bestens bemühst ...". Es gibt genug Projekte, deren Backer auch nach Jahren nichts in der Hand halten oder das Projekt sogar komplett ohne Gegenleistung gestorben ist. Kickstarter ist eben keine Vorbestellung, sondern eine Risikofinanzierung. Kann klappen, muss aber nicht. Insofern ist hier - vom moralischen Druck mal abgesehen - eben deutlich weniger Druck als bei einer klassischen Vorbestellung.


    Die normale Vorbestellung kann jederzeit bis zur Auslieferung storniert werden und wenn es mit dem Projekt doch nicht wie geplant klappt, müssen alle Gelder an die Vorbesteller zurückbezahlt werden. Also das würde ich als den deutlich größeren Druck empfinden.


    Davon ab hat der bisherige Weg ja gut geklappt und der MEGA65 ist doch gefühlt schon auf der Zielgraden. Zumindest wenn das Team nicht noch vor Überarbeitung zusammenbricht. :syshack::syshack::syshack::syshack:


    Also Hut ab und wirklich großen Respekt vor der bisherigen Leistung! Nur weiter so! :thumbup:

  • Hallo,


    danke für eure Erklärung. Vielleicht hätte ich das Forum genauer studieren sollen, hatte aber nur den Beitrag gefunden. Da ich den Next beobachtet hatte, kam es mir in den Sinn. Ich wollte da auch keine Disskusion anstoßen. Ich respektiere eure Entscheidung und freue mich über das Projekt.


    Gruß


    Christoph

  • Der Fahrplan existiert.


    Ich glaube, irgendein Regisseur hat gemeint, ich glaube es war Peter Jackson bei Herr der Ringe: "Den Film zu drehen ist wie vor einem fahrenden Zug die Gleise zu verlegen".


    Im Moment legen wir das Hauptaugenmerk auf die Auslieferung der 100 DevKits. Das hat oberste Priorität. Das ist unser nächster Halt ;-)

  • Eines hat die Kickstarter Kampagne des ‚Sinclair ZX Spectrum Next‘ gezeigt.

    Wird das Gerät fertig gestellt, gebaut und tatsächlich ausgeliefert, dann erzeugt das sehr viel Vertrauen.

    Das hat beim Spectrum Next zu einer super erfolgreichen zweiten Kampagne geführt.

    Für die, die es nicht mitbekommen haben, es haben über 5200 Backer bei der zweiten Kampagne mitgemacht. Es wurden ca. 2mio Euro eingenommen.


    Wenn der Mega 65 gut wird (was ganz so aussieht),dann wird der Mega 65 ein grosser Erfolg.

    Ich hoffe nur, das er nicht allzu teuer wird.

    Bei einem Preis von <500€ würde ich auf Stückzahlen >10000 tippen (weltweit).


    Frage: Trenz will doch auch Vorkasse von den Bestellern?

    Wenn ja, welche Sicherheiten habe denn dann als Besteller?

    Das scheint mit (fast) genauso riskant zu sein wie eine Kickstarter Kampagne.

    Und Marge werden die sicher auch einpreisen. So ganz für ‚umsonst‘ arbeiten die sicher nicht.


    Wie einfach ist es eigentlich, zehntausend 3,5“ Diskettenlaufwerke einzukaufen?
    Werden die überhaupt noch hergestellt?

  • Ich greife einfach mal dem Mega-Team vorraus. Die haben zur Zeit eh viel zu tun. Und lass mich korrigieren, falls ich was falsch verstanden und wiedergegeben haben sollte.


    Trenz ist ein Hersteller in Deutschland. Alles was man bei Vorkasse bezahlt hat, bekommt man zurück, falls das bestellte Produkt nicht geliefert werden kann. Mehr Sicherheit für den Käufer geht fast nicht. Kickstarter ist da eher das genaue Gegenteil. Da gibt es keinerlei Liefergarantie. Wenn man Pech hat, dann ist die Kohle einfach weg.


    500 Euro Endpreis ist unrealistisch. Geh mal von 700 bis 800 Euro aus. Das dürfte eher hinkommen.


    Dass ein interessiertes Publikum da ist, hat die Vorbestellung der Devkits gezeigt. Wenige Tage und die 100 Stück für je 999 Euro waren vorbestellt. :)


    Jetzt heißt es einfach Daumen drücken für den Endspurt! Damit keiner vom Team noch vor Erschöpfung zusammenbricht! Die machen schon einen super und anstrengenden Job. Hut ab! :thumbup:

  • 800€ wird viele abschrecken, denke ich.

    Den Hardwareaufwand würde ich ähnlich hoch ansehen, wie den bei Spectrum Next.

    Der hat kein Floppy, dafür aber einen RasPi Zero.

    Und der Spectrum Next wurde in der Conf. mit 325£ angeboten.

    Mit Versand und MWST wären das gute 450€.

    Da dachte ich, 500€ wären nicht unrealistisch.

    Aber Produktion komplett in DE, da wird es wohl etwas teurer.


    Schaun wir mal.

  • Snoopy : Danke für die Zusammenfassung ! Perfekt erklärt !

    Den Hardwareaufwand würde ich ähnlich hoch ansehen, wie den bei Spectrum Next.

    Das lässt sich so leider nicht vergleichen und jeder der das MEGA65 Projekt verfolgt, kann das bestätigen.

    Unsere Tastatur alleine ist das Beste was du im Moment auf dem Markt bekommen kannst.

    Die Schalter sind Cherry MX keys und die Keycaps sind double shot, da reibt sich auch in 30 Jahren nichts ab. Die Tastatur ist mit einem CPLD ausgestattet und lässt sich ohne größere Probleme, mit ein wenig Bastelarbeit und Umprogrammierung auch zweckentfremden. (USB interface, C64 Interface). Zwei frei programmierbare RGB LEDs und die ganze Tastatur baut auf einer gebürsteten Aluminiumträgerplatte auf. Das ist Qualität !


    Unser Mainboard ist mit einem der stärksten FPGAs (Artix A7 200T) ausgestattet und hält jedem Vergleich zu vergleichbaren Projekten locker stand. Es ist sogar noch ein zweiter FPA mit drauf, der im Moment nur zur Hardware unterstützung benutzt wird. Unsere Platine ist als einzige in der Lage, einen kompletten Amiga nachzubilden. Dazu kommen nach außen geführte FPGA Schnittstellen für zukünftige Erweiterungen, Anschlüsse für interne Lautsprecher, eingebauter Verstärker, Ethernet, digitaler und analoger Videoausgang, zwei SD Schnittstellen, IEC port, usw.

    Das eingebaute 3.5" Zoll Laufwerk nicht zu vergessen ! (Hmmm, eigentlich unterstützt der MEGA65 ZWEI interne Laufwerke, das zweite ist nur nicht verbaut ;-) ) Selbst wenn man es "nur" zur Geräuscherzeugung des Floppysounds beim Laden benutzt :-D


    Wir mussten lange an unserem Gehäuse arbeiten und feilen, bis es die jetzige Qualität erreicht hat. Wir können mit Fug und Recht behaupten, dass wir nicht nur die gleiche Qualität wie Commodore erreicht haben, Nein ! Wir sind sogar besser: Herausbrechbare Portabdeckungen für zukünftige, zusätzliche Anschlüsse. Zusätzliche Schraubendome für interne Erweiterungen, verstärkte Haltenasen, moderne Kunststoffe die nicht vergilben. Stabil und formschön nach dem Originaldesign von Commodore für den Commodore 65.


    Der MEGA65 wurde ohne finanzielles Interesse oder im Hinblick auf Gewinn entwickelt und designed. Hier wurden keine Abkürzungen genommen oder gespart, um den Profit zu maximieren. Eine Reihe von Retrofans hat sich zusammengetan, um das fertigzustellen was Commodore damals nicht getan hat. Das ist unsere Motivation.


    Natürlich kann man einen solchen Rechner nicht für 450€ kaufen, für den Preis bekommst du die Tastatur, das Gehäuse, das Floppylaufwerk und die Kabel. OK, Netzteil lege ich auch noch bei.


    Also verstehst du so langsam auf was ich hinaus möchte ? Wir könnten den MEGA65 als billigen 400€ Rechner herstellen aber das ist für die Aufgabe, die wir uns selbst gestellt haben keine Option (zumindestens nicht am Anfang). Wir wollen das beste Stück Retrohardware was für Geld zu bekommen ist. Ich glaube, das erklärt auch, warum die 100 DevKits innerhalb eines Wochenendes verkauft waren: Die Fans und Unterstützer unseres Projekts wollen genau das Gleiche...

  • adtbm:

    Danke für die Erläuterungen und Ausführungen.

    Ich verfolge das Mega 65 Projekt schon länger.

    Allein die aktuell schon vorhandene Dokumentation ist mehr als beeindruckend.

    Auch die Konzeption des gesamten Gerätes.

    Alle Achtung.


    Ich hatte die letzten Wochen zufällig die Kickstarter Kampagne vom Spectrum Next entdeckt und mitverfolgt.

    Auch was dort geleistet wurde finde ich sehr beeindruckend.

    Dokumentation, Gehäusedesign, Verbesserungen der gesamten Hardware, oder alleine das liebevoll verpackte fertige Produkt.

    Auf den ersten Blick schien mir der Aufwand für die Spectrum Next Hardware recht ähnlich zum Mega 65.

    Deshalb mein (naiver) Optimismus, der Mega 65 könnte preislich ähnlich liegen wie der Spectrum Next.


    Bei einem ähnlichen Preis würde ich das weltweite Interesse am Mega 65 als deutlich höher einschätzen, als das am Spectrum Next.

    Der Sinclair war ja hauptsächlich in UK populär (Brasilien?, Südafrika?, ...).

    Der Rest der Welt hatte doch eher den C64/128 (oder Atari XL/XE).

    Vom Spectrum Next wurden fast 9000 Stück über Kickstarter geordert.

    (3100stk in Kampagne 1, und 5200stk in Kampagne 2).

    Bei einem ähnlichen Preis für den Mega 65 würde ich auf Interessenten für weit mehr als 10000stk tippen.

    Wenn man bedenkt, das weltweit fünf mal so viele C64/128 wie Sinclair Spectrums verkauft worden sind (5mio zu 25mio) dann könnte man auf Interessenten für 50000stk vom Mega 65 hochrechnen.

    Bei 750€ wird das Interesse sicher deutlich gedämpfter sein.

    Aber 10000stk oder mehr halte ich trotzdem für möglich.


    Ähm, dann reicht euere Spritzgussform für das Gehäuse evtl. nicht?

    Nach 5000stk braucht ihr doch eine neue Form?

    Aber die Herstellung einer zweiten Form kostet sicher nur ein Bruchteil der ersten Form oder?


    Ein Frage an dieser Stelle.

    Könntet ihr euch vorstellen, nur die nackte Platine im ITX oder mini ITX Format anzubieten?

    Die Spannungsversorgung über ein ITX Netzteil.

    Dann zusätzlich noch Anschlüsse für eine Standard PC Tastatur/Maus (PS2).

    Das müsste sicher noch genauer durchdacht werden, aber evtl. eine Idee.

    Wobei ich absolut nicht einordnen kann, was die nackte Platine im Vergleich zum fertigen Mega 65 kostet.

    Für die Vitrine ungeeignet, aber Programmieren/Softwareentwicklung würde damit sicher gehen


    Oder ist das doch eine Schnapsidee?


    Ich werde das Projekt auf jeden Fall weiter verfolgen!

  • Hallo igel65 Danke für deine Antwort und dein Interesse !

    Natürlich haben wir die Kickstarter Kampagne vom Spectrum Next auch mitverfolgt.

    (Ich glaube manche aus dem Team haben sogar einen gebacked ?)

    Meine persönliche Meinung !!! : Ein schönes Projekt und ein sehr kleiner, kompakter, leistungsstarker FPGA Rechner, für einen fairen Preis ! Wenn er jetzt noch Open Source wird, dann hat der User was davon !


    Ähm, dann reicht euere Spritzgussform für das Gehäuse evtl. nicht?

    Nach 5000stk braucht ihr doch eine neue Form?

    Aber die Herstellung einer zweiten Form kostet sicher nur ein Bruchteil der ersten Form oder?

    Das gehen wir optimistisch an. Wenn wir wirklich 5000 Stück verkauft bekommen, dann wäre eine Finanzierung zur Überholung der Spritzgußform garantiert kein Problem ;-) Darüber machen wir uns im Moment aber erst einmal keinen Kopf ;-)

    Ein Frage an dieser Stelle.

    Könntet ihr euch vorstellen, nur die nackte Platine im ITX oder mini ITX Format anzubieten?

    Die Spannungsversorgung über ein ITX Netzteil.

    Dann zusätzlich noch Anschlüsse für eine Standard PC Tastatur/Maus (PS2).

    Das müsste sicher noch genauer durchdacht werden, aber evtl. eine Idee.

    Das komplette Mainboard Design ist zwar schon lange durch und abgesegnet, ich nehme deine Frage trotzdem so mal auf:

    Das Design unserer Mainboard Platine basiert auf dem Commodore 65 und ist auch dem original Gehäuse nachempfunden, keinem PC/ITX Standard, von daher würde eine solche Umstellung das komplette Design umwerfen....zurück zum Anfang....

    Wir haben uns gegen einen USB Anschluß im MEGA65 Design entschieden. Was aber nicht bedeutet, dass sich ein User, der unbedingt einen USB Anschluß haben möchte, sich keinen an seinen MEGA65 anbinden könnte, ganz im Gegenteil.

    z.B.: https://blackmesalabs.wordpres…fpga-interface-over-pmod/

    der MEGA65 ist so erweiterbar wie du das möchtest. Alles Open-source ! Alles frei zugänglich !

  • Also ich glaube, ich muß jetzt auch mal was zum Thema sagen:

    Erst mal: Respekt, Respekt, Respekt an die Macher des MEGA65!!! Ich glaube, nach den Ausführungen von adtbm, gibt das eine Supermaschine...

    Ich hab mich in letzter Zeit auch mal intensiver mit dem Thema beschäftigt und in der Doku rumgestöbert und bin (immer mehr) begeistert.

    Zum Thema Preis: Wenn ich sehe wie die Devkits weggegangen sind, denke ich gibt es da wohl keine Schwierigkeiten später den fertigen Rechner an den Mann zu bringen,

    auch wenn er um die 800€ kosten sollte. Qualität hat eben seinen Preis!

    Also ich freu mich drauf...

  • So was in der Art kann man schon kaufen: Das Nexys A7 Board.


    Man muss nur den passenden Bitstream auf Micro-SD-Karte kopieren, einen VGA-Monitor anschließen und eine 08/15-USB-Tastatur. Dann hat man quasi einen Mega65 ohne Joystick-Anschlüsse, aber sonst perfekt zum Entwickeln und Testen von Mega65-Software. Ich habe zum Beispiel so eines Zuhause.

  • Ist es bei den Nexys Boards möglich auch Joysticks zu betreiben?

    Es gibt das sog. Widget-Board, mit dem man das Nexys-Board erweitern kann(u.a. Joystickbuchsen). In diesem Thread steht z.B. dazu Einiges (auch mit Foto) : Nachbau Widget Board


    Konkreter müsstest du bei den jeweiligen Leuten nachfragen, die so eines haben. Ich habe nur das Nexys-Board ohne diesem Widget-Board.

  • Zu dem Spritzgusswerkzeug (Formenbau):

    wenn es nicht gerade ein Prototypen Werkzeug aus Aluminium ist, dann hält so ein Werkzeug deutlich länger als 5000 Teile.

    Ein Stoßfänger Werkzeug (riesiges Teil) bei VW,Opel,Mercedes und wie sie alle heißen muss pro Schicht (bei 3 Schichten am Tag)

    z.b. ~200 Stoßfänger ausspucken, die können die Werkzeuge nicht jeden Monat neu bauen lassen, ist auch nicht nötig.

    Der Werkzeugmacher arbeitet das Werkzeug halt nach oder wartet es, dann gehts weiter.


    Wenn es eingearbeitet ist und die Spritzgussmaschine optimal eingestellt ist, kann man das Werkzeug sehr lange benutzen.


    Die Kosten für ein zweites Werkzeug sind die gleichen, wie beim ersten, außer das die Konstruktionskosten wegfallen.

    Die Werkzeugmacher müssen das zweite Werkzeug genauso zusammenbauen und einarbeiten (zusammenbau, eintuschieren)

    wie das erste.

    Gut wäre es, wenn man zwei Werkzeuge hätte, damit immer eins läuft und eins gewartet wird aber halt doppelte Kosten.