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Diskussion: Tiefgang von Spielereviews - aus „Von euch seinerzeit gelesene Computerzeitschriften“

  • Uff...


    Ich glaube, ASM ab der ersten Ausgabe. Und dabei geblieben. Nebenher ab und an viele andere Zeitschriften erstanden. Aber zu C64 Zeiten, also 1982+ gab es eben nur 64er, später die ASM. Zu Amigazeiten schlug dann der "Joker" auf, den ich bis heute als unseriös bis furchbar empfinde. (Märchenpreviews nie erscheinender Spiele). Ansonsten: Augen zu und einfach lesen. Internet gab es noch nicht, also waren Zeitschriften, gerade auf dem Land ohne "Szene", also andere Computernutzer die einzige Möglichkeit, zu erfahren, was es an neuen Spielen gibt.


    So ab 1992, mit erstarkenden PC im Spielesektor (VGA, Saoundblaster) die "PC Player". Aber in jeder Zeitschrift fand ich ein, zwei Schreiber, die ich einfach nicht lesen / ertragen konnte. Auch, da man selber noch in diversen Hintergründen zu Spieleentwicklung involviert war. Nichts direkt gegen die Schreiber, also nicht die Person, aber bestimmte Betrachtungen passten nicht. Das soll nicht werten: man suchtee einfach die Person für jeweilige Schwerpunkte und vertraute da mehr auf deren Betrachtung.


    Aber insgesamt herrschte damalig auch bei den Redakteuren Begeisterung vor. Und das war für uns Betrachter wichtig.


    Wenn ich mir Gamestar als negatives Beispiel, das mir mit weitem Abstand einfällt so in Erinnerung rufe oder ansehe, wie da auf die Leser gespuckt wird (schlichte Lügenbericht, ich wage mal Gothic-Debakel oder Elex (versachweigen inhaltlicher Probleme, Stats, etc) zu nennen). Finanzielle Ziele sind wichtig, sollten aber nicht auf biegen und brechen GEGEN die Leser gesetzt werden. Ich bedaure den Kult den Leser um diese "Redakteure" treiben. Unverständlich bis peinlich. Aber eben moderne, social media.


    ASM war einfach zu Beginn irgendwie "da", leicht "chaotisch", entwickelte sich mal, frech geschildert, von einer "Schülerzeitung" im Laufe der Jahre auch inhaltlich weiter. Unvergessen die vielen, kleinen Fitzeltests. Im deutschsprachigen sicher das erste, grosse Heft. Zu Zeiten von PC und Amiag spürte man dort und in jeder Zeitschrift auch den Druck: immer mehr wurde über bunte Messen sonstwo berichtet, ohne wirklichen Nährwert, schneller, höher, als erste die Tests (Joker, gerne mal JAHRE vor Veröffentlichungen). Gerade zu Zeit Amiga und erster irgendwlehcer Laufwerke wurde ja bun orakelt, gelobt und als Trend gesetzt. Hust. Ab da glitten die Magazine mehr und mehr ab.


    PC Player fand ich noch ganz passabel. War aber einfach eine der ersten PC-Gamingzeitschriften, die ich gegriffen habe. Im Grunde habe ich eigentlich sechs und mehr Magazine jeden Monat gekauft. Interessant war, wenn bestimmte Tests auseinanderlagen, teils weit in den Wertungen. Da kristallisierten sich dann bestimmte Richtungen, Tendenzen, Wertungsbetrachtungen für Richtungen heraus, denen man folgte oder eher ignorierte. Je nach person, Schwerpunkt. Passt.


    Was ich persönlich immer lächerlich empfand: zu versuchen in Wertungen ein Alleinstellungsmerkmal zu erreichen. Bunte "Prozentanzeigen". 1-100%. Ein Spiel mit "86%" ist warum genau besser / anders / wertiger als eines mit 84%? Zu grosse Spanne, einfach zu viel Spielraum aber verkaufte sich gut, bürgerte sich ein und wurde gerne übernommen. Eine knappe, klare Wertung 1-5, 1-3, Schulnoten wären einfach idealer gewesen. Weil: Grafik: 72%, Sound 77%. Hust, lächerlich: wie soll genau DAS in % gemessen werden mit der Spannbreite im Vergleich? ;)


    Unvergessen die Konterfeis diverser Tester von "Bah", bis "Super" ;)


    Also allen Zeitschriften gefolgt. Aber die "64er" war einfach die erste, die kaufte ich einfach immer. Auch, wenn ich nur, wie in allen Magazinen, ein, zwei Berichte interessant fand. Ganze Zeitschriften zu lesen, machte für mich wenig Sinn, fehlte auch die Zeit, da ja die journalistischen Magazine und Fachjournale, Wochen- und Tageszeitungen und ausl. Presse jeden Monat auch hinzukommen. Zudem, wie kurz umrissen, haderte und hadere ich stark mit irgendwelchen "Kindern", die Redakteur spielen wollen aber Null Erfahrung oder gar journalistische Fähigkeiten haben. Heute urteilen irgendwelche übersättigten Zocker zu spielen. Oder "Könner" ebenfalls. Aber auch jene, die Null selber je entwickelt, programmiert oder etwas in dem Bereich geleistet haben. Gerade die Betrachtungen versierter und erfahrener, meist dadurch älterer Schreiber, sehe ich als wertiger.


    Spielejournalismus ist nicht das Berichten wie eines PKW. Fahren können alle, aber jene, die auch Mechaniker sind, die Entwicklung über viele Jahrzehnte begleitet haben, urteilen passender.


    Aber das ist Generation Dauerzocker: kaum Anspruch. Leider.


    Aktuell lese ich, wie sicher viele, seit Jahren keine der Spielezeitschriften mehr. Zum einen: schreibende Nullnummern, zum anderen eben zweifelhafte Wertungen. Foren, reddit, Trends sind Dank Internet (Fluch und Segen) Quelle genug. Inzwischen, über alle 30+ Jahre, kennt man Schreiber, techniker, Entwickler oder wirkliche Journalisten, Blogs und orientiert sich für bestimmte Linien dann einfach passend bei denen.


    Mit Grauen sehe ich die ganzen Twitchheinis und Streamer. Egozentrik vor Spiel. Abwerten, beleidigen.


    Noch negativer sehe ich toxische Spiele, gerne Foren PVP, noch idealwer "F2P". World of Tanks, oder XYZNite oder irgendwelche LeagueOfIdots: Beleidigen, Abwerten. Das ist Ziel, längst nicht mehr "spielen". World of Tanks krankt da im deutschen Forum auch als Paradebeispiel: verblendete Dauerzocker halten eine unseriöse Firma hoch,. Spinner wie ein ein "A." und Co, mal etwas verzerrt, verblendet, pöbeln Jahrelang. Fortnite und Co: lautstarke Kinder gegen alles. Und dann gibt es Clans und Gruppen, die solche Leute als Spieler tragen. Und somit hofieren. Bin ich sprachlos.


    Aber DAS ist der Kommerz: möglichst bunte Comicgrafik (weil einfach umzusetzen, weniger Anspruch), irgendwie gegeneinander und der Geldsesel liefert...


    Zurück zu den Magazinen: weil abhängig, wird das weder kritisiert noch gegengelenkt. Ergebnis: so etwas und diese Entwicklung.


    Aber wie bei Magazinen und Berichten: Jeder zieht ich das als Information, was ihn interessiert.


    Oder?

  • Jetzt lese ich die Return. Die hat m.E. mehr Tiefgang als die Retro Gamer ...


    Stimmt, das empfinde ich genauso. Zwar kaufe ich mir manchmal sogar beide Magazine, aber die Return lese ich noch lieber. In der Retro Gamer wird mir persönlich manchmal zuviel über Spiele von Konsolen berichtet, die ich nicht mehr wirklich zu Retro-Gaming zähle, wie etwa Dreamcast, GameCube und Playstation2.


    Zwar finde ich diese drei Konsolen alle toll und emuliere sie auch gerne (den GC hab ich auch als echte Hardware), aber darum geht's auch gar nicht. Bei mir persönlich endet der Begriff "Retrogaming" eben irgendwo bei der Konsolengeneration von Playstation1 und Nintendo64. Alles darüber sehe ich nicht mehr wirklich als "retro" und da berichtet mir die Retrogamer irgendwie häufig zu viel darüber. Auch im neuen Heft (Nr. 1/2020) ist das wieder so. Viele der Anfangsseiten wieder hauptsächlich PS2, GameCube, Dreamcast und auch Nintendo-DS usw.


    Die Return hingegen beschäftigt sich mehr mit den 8bit und 16bit Konsolen und Computern und es stehen auch mehr Links zu neuen Homebrews, PD-Games und sonstigem Zeugs drin, was diese Systeme betrifft. Und dann ist sie auch noch wesentlich billiger. Gut, sie ist auch dünner, aber trotzdem, der Preis der Retrogamer ist schon nicht ohne. Trotzdem hatte ich mir auch davon, die letzten Ausgaben alle gekauft, die Nr.1/2020 jetzt hauptsächlich wegen dem grossen Bericht zum 30-jährigen Jubiläum des Game-Boy.

  • Angefangen habe ich damals mit der Happy Computer, wovon mich ehrlich gesagt immer nur der Spieleteil interessierte. Da war es naheliegend später auf die Power Play und die ASM zurück zu greifen. Rückwirkend gesehen war die Power Play zweifelsohne das kompetentere Magazin. Ich persönlich habe allerdings immer die ASM vorgezogen, weil ich den völlig bunten Anarchostil immer sehr mochte. Auch waren die Redakteure erheblich redseliger wenn es um ihre private Person ging. Klar; das hatte oft nur entfernt mit Computer/ Videospielen zu tun, hat mir die Menschen dahinter aber immer näher gebracht. Gemocht habe ich aber beide Magazine.

    Später habe ich die recht kurzlebige "Joystick" eine Weile gelesen. Die hatten Ende der 80er Jahre noch einen recht starken C64-Schwerpunkt. Die meisten anderen Magazine haben den zu dem Zeitpunkt ja schon recht stiefmütterlich behandelt. Die ist aber leider sehr schnell eingestellt worden. Ich war letztens selbst erstaunt dass ich offenbar alle erschienenden Magazine davon hatte. Das müssten knapp 10 Ausgaben gewesen sein.

    Die Magic Disc und Game On habe ich mir ebenfalls recht lange geholt. Da aber weniger wegen dem Magazin selbst, sondern eher wegen den Spielen. Da waren teilweise echte Schätzchen bei. :)

  • Angefangen habe ich damals mit der Happy Computer, wovon mich ehrlich gesagt immer nur der Spieleteil interessierte. Da war es naheliegend später auf die Power Play und die ASM zurück zu greifen. Rückwirkend gesehen war die Power Play zweifelsohne das kompetentere Magazin. Ich persönlich habe allerdings immer die ASM vorgezogen, weil ich den völlig bunten Anarchostil immer sehr mochte.

    An sich finde ich es interessant, dass die PowerPlay recht freimütig als kompetenter wahrgenommen wurde. Das war seinerzeit auch erst mein Eindruck aufgrund der nüchternen Schreibe. Bei der ASM schwankte die Qualität je nach Tester und Spiel, doch wenn man die Texte in der PP genauer liest, bieten die abseits der Note häufig kaum nützliche Informationen. Für mein Empfinden wurde auch Komplexität und intellektueller Anspruch von Spielen übertrieben gewichtet. Die kleine Redaktion war Segen und Fluch zugleich, denn bei einigen Genres fehlten halt Spezialisten. Für mein Empfinden wurden Systeme etwa drei Jahre früher als bei der ASM für tot erklärt, Umsetzungen fehlerhaft deklariert und auch nicht mehr gemäß der Hardwarebasis bewertet.

  • Trotzdem alles besser als die ASM: Layout aus der Hölle, Schreib & Grammatikfehler sogar in Rubriken-Überschriften, Spielewertung selbst bei Durchschnittsspielen so hoch, dass die ASM bald noch Extrapunke anbasteln musste (von max. 10 auf 12), "Schreibe" auf Teenager-Niveau und Leserbriefe aus der Rütli-Schule, Öde Schach-Seiten, mieseste "Comics", das Ganze per billigstem Druck auf billigstem Papier, meist umfasst von einem Cover, dass auch auf der SuperIllu funktioniert hätte.


    :bgdev

  • Squidward :

    Ich bin irgendwann dazu übergegangen, nicht mehr Form vor Inhalt zu sehen und in der Beziehung war die ASM deutlich besser als ihr Ruf und die PowerPlay unerwartet ernüchternd. Bzw dass die ASM die Spiele in Serie überbewertet, kann man im Gegenzug der PowerPlay entgegenhalten, dass sie oftmals Qualitäten nicht erkannte, wenn sie den Redakteuren in die Nase beißt.

  • Das Problem der PowerPlay war imo immer, dass sie "zu deutsch" war. Spiele mussten pädagogisch wertvoll sein und Ballerspiele wurden tendenziell eher unterbewertet (besonders von Gregor?). In der ASM hab ich den entsprechenden Test meist nicht gefunden - also rein optisch auf der Seite ;) Oder ich konnte ihn nicht lesen, weil er in Hellrot auf einem dunkelroten Artwork gedruckt war (ich glaube, bei "Personal Nightmare" war das zum Beispiel). A propos "Personal Nightmare": der Test war ohne Vorwarnung gleich (oder eher anstelle eines Reviews) eine Art Komplettlösung. *Das* ist mir dann zuviel Inhalt, und zeigt auch, dass da kein echtes Konzept hinter stand...


    'lauter Schreien' bei der PP

    Gerade die Redaktion um Heinrich Lenhardt & Boris Schneider hätte ich nun als am wenigsten plakativ angesehen...

  • @Squidqard

    Die ASM hatte diesbezüglich kein Konzept. Die Autoren waren auch nur zum Teil fest in der Redaktion verankert. Wenn dort ein freier Tester sich berufen fühlte, die halbe Lösung in den Text reinzuschreiben, fand man das auch im Heft. In meinen Augen neigt man als Leser dazu, solche Texte für das Mag zu verallgemeinern, obwohl es nicht so der Fall war.
    Wie ich vorher erwähnte, war die PP mein zweitliebstes Magazin, allerdings gab es dort auch reichlich Smoke and Mirrors. Es fällt halt nicht so auf, wenn der Redakteur ein Spiel, auf das er keinen Bock hat, in einem nüchternen Rant verschwurbelt. Es gab vor ein paar Jahren mal eine Spieleveteranen-Folge, wo die Diskussion auf Last Ninja zu sprechen kam, wobei herauskam, dass der Tester weder Genre noch Thema mochte, der Rest der Redaktion kein Interesse und die Wertung entsprechend abnickte. Bei Another World ist es wohl ähnlich gelaufen, nur dass dort wohl im Nachgang intern eine Diskussion entstand und die Konsolenfassung um etwa 20 Punkte aufgewertet wurde. Oder solche Dinge, dass sich ein Winnie Forster hinstellt, dass er den Amiga nicht mochte oder auch Spiele aus Frankreich nicht ernstgenommen hat. Was man den Tests teils auch anmerkt, wenn man die Spiele kennt.

  • Für mein Empfinden wurde auch Komplexität und intellektueller Anspruch von Spielen übertrieben gewichtet. Die kleine Redaktion war Segen und Fluch zugleich, denn bei einigen Genres fehlten halt Spezialisten. Für mein Empfinden wurden Systeme etwa drei Jahre früher als bei der ASM für tot erklärt, Umsetzungen fehlerhaft deklariert und auch nicht mehr gemäß der Hardwarebasis bewertet.

    Das war auch einer der stärksten Punkte, die mir bei der Power Play negativ auffielen. Ich hatte auch oft das Gefühl, dass niemand in der Redaktion ernsthaft Interesse an actionlastigeren Spielen hatte, weshalb die immer ziemlich abgestraft wurden. Ungeachtet der Qualität. Damit meine ich jetzt nichtmal den moralischen Aspekt - Spiele mit Kriegsthematiken wurden generell sehr häufig abgewertet, was ich noch nachvollziehbar finde - sondern schlichtwegs dass Spiele offenbar als minderwertig aufgefasst wurden, die nicht 20 Seiten Spieleanleitungen voraussetzten.

    Ebenfalls hatte ich gegen Ende der 80er Jahre auch das Gefühl, dass man die 8-Bit Rechner lediglich als Altlasten verstand die man als systemübergreifendes Magazin eben mitnehmen muss, aber eigentlich gar keinen Bock mehr drauf hat. Das man mit einer Spielewertung mal daneben liegt kann durchaus passieren. Aber beim C64 fiel das schon deutlich auf.

    Die PP wirkte auf mich schon wie ein Magazin, dass sich kritischer und umfangreicher mit den Spielen auseinander setzte als die ASM. Allerdings auch zu sehr von vermeintlich anspruchsvollen Spielen überzeugt und eher arcadelastigeren Spielen generell abgeneigt.

  • Die PP wirkte auf mich schon wie ein Magazin, dass sich kritischer und umfangreicher mit den Spielen auseinander setzte als die ASM. Allerdings auch zu sehr von vermeintlich anspruchsvollen Spielen überzeugt und eher arcadelastigeren Spielen generell abgeneigt.

    Ja, den Eindruck hatte ich ebenfalls, wobei ich rückblickend sagen würde, dass relativ stark mit zweierlei Maß gemessen wurde und oft auch eine persönliche Agenda durchgeboxt wurde. Das ist auch der Punkt, wieso sich mMn ASM und PP unterm Strich nicht soviel getan haben. Die PP wirkte nach außen hin objektiver.

  • Bei der ASM hatte ich seinerzeit auch eher das Gefühl, dass da irgendwelche Nerds komplett aus dem Bauch ein Magazin gestalten, weil sie da Bock drauf hatten. Das ganze wirkte irgendwie chaotischer und impulsiver. Die PP hatte zweifelsohne auch Interesse an dem Medium, wirkten mir aber immer zu seriös und erwachsen. Als damaliger Teenie gefiel mir das eher locker-chaotische der ASM besser.

  • Die Powerplay hat eine "frische Spielidee" stets bevorzugt, was ich für einen guten Ansatz halte. Der 50. Horizontalschooter ist auch für mich persönlich bei aller evtl. Klasse nicht mehr so hoch bewertet wie 1. Und das ist bei mir nicht Genre-abhängig, gilt also auch für den 50. Isometrik-Plattformer. Von daher passte es mit mir und der Powerplay immer ganz gut.


    Ausrutscher bei Bewertungen sind natürlich überall zu finden. Wobei ich meine, das Last Ninja technisch doch recht hoch bewertet wurde? :gruebel
    Bei der ASM ist bei mir Scooby Doo (?) hängengeblieben, weil es total überbewertet wurde.


    Ich hab vorletzten Sommer mal einen ganzen Haufen Powerplay und ASM gelesen. Und es war tatsächlich so, dass ich bei der Powerplay manchmal mit Vorfreude einen Test sah, dann aber seine zwei langen Absätze einfach runtergelesen habe, weil nicht viel drin stand. Trotzdem bin ich im Vergleich zu folgendem Schluss gekommen:

    Wenn ich rückblickend die "100 besten Spiele des C64" erstelle, dann hat die Powerplay eine sehr große Schnittmenge an korrekt hoch bewerteten Spielen. Die ASM hat auch eine große Schnittmenge, aber sie hat auch eine zweite, gleichgroße Menge an hoch bewerteten Spielen, die in der Liste nichts zu suchen haben.


    Daran mach ich für mich persönlich fest, dass die Powerplay "King" ist :)

  • @Monty

    Schwer zu sagen. Ambitionen in Richtung Spiele als Medium war ja von Redakteueren aus beiden Magazinen spürbar und es sind auch einige davon auf die Herstellerseite gewechselt.
    An sich mag ich das Bauchgefühl auf der einen und der gewollte Anspruch nach Tiefe auf der anderen Seite nicht gegenüber dem anderen höher hängen. Beides hat Vor- und Nachteile.


    Squidward

    Was den Vorzug frischer Spielideen angeht, würde ich widersprechen. Bei innovativen Spielen hat sich die PowerPlay oftmals nicht mit Ruhm bekleckert. Entweder gab es wie bei Elite oder Alter Ego einen stocktrockenen Fachaufsatz oder das Spiel passte nicht ins Schema. Heute als Cinematic Platformer bekannte Spiele wurden mit Dragons Lair verglichen. Heinrich Lenhardt tut sich heute noch mit Erklärungen schwer, warum man Pirates mit Simulationen gleichsetzte. Nachhaltige Klassiker, wie North and South, wurden abgewertet, weil sie dem Tester zu simpel erschienen. Genauso ließ man sich von Windeiern wie Zoids blenden. Was nicht heißen soll, dass die Redaktion Innovationen grundsätzlich verkannte. Aber da tat man sich gegenüber Konkurrenzmagazinen nicht wirklich hervor.


    Last Ninja hatte btw in der PowerPlay die weltweit schlechteste Bewertung und wird bis heute kontrovers diskutiert. Durchaus zurecht, da im Test valide Kritikpunkte angesprochen wurden, das Spiel allerdings sonst ziemlich einseitig betrachtet wird. Heinrich Lenhardt hat auch im Nachhinein geäußert, dass er mit Action-Adventures nicht viel anfangen konnte und Ninjas nicht mochte. Boris Schneider-Johne hatte sich bezogen auf das Genre ähnlich geäußert. Der Rest der Redaktion hatte, wie gesagt bei den Spieleveteranen geäußert, das Spiel ignoriert.

  • Happy Computer, C64er und natürlich Power Play. ASM habe ich mir mal testweise angetan, die fand ich ziemlich schwach.


    Das Ende der Happy Computer fand ich auch sehr traurig, genau zu dem Zeitpunkt hatte ich mit meinem Cousin ein Listing eingeschickt gehabt. Menno. Das, was sie daraus gemacht hatten "Computer Live" war nur noch ein schlechter Witz.

    Dito. Happy Computer war ein Traum. War total interessant, dass man über alle Computer was erfahren konnte. Später mit Power Play als Beilage - top! Glaube, ich war etwas betrübt, als die Spiele mit der Power Play ausgelagert wurden, die Power Play war natürlich auch eigenständig 1a, man musste aber 2 Hefte kaufen.

    64'er und Sonderhefte - alles geil. Bei Computare in Berlin hab ich mir lokal ab und zu die 64'er Disketten zum Magazin geholt.


    Die ASM fand ich auch nicht dolle, nur die Leserbriefe waren spaßig, die hatten Dr. Sommer Charme und Bild Niveau. :D


    p.s. Endurion Wo gibt's heute euer Progrämmchen von damals zum Download? :)

  • Ich persönlich habe allerdings immer die ASM vorgezogen, weil ich den völlig bunten Anarchostil immer sehr mochte. Auch waren die Redakteure erheblich redseliger wenn es um ihre private Person ging.

    Definitiv, was ja dann auch zu der ein oder anderen Streiterei mit Lesern in der Leserbrief-Ecke geführt hatte. Da war eine zeitlang echt was los in dem Bereich der ASM und es hat sich fast schon alleine deshalb gelohnt, die Zeitschrift zu kaufen. Eskalationen im Leserbrief-Bereich und bei den Antworten der Redakteure, gehörten da eine zeitlang immer mit dazu. :P War immer witzig das alles zu lesen und wie sich manches hochgeschaukelt hatte, vor allem wenn dann beleidigte Leserbrief-Schreiber nochmals der Redaktion auf deren erste Antwort schrieben weil die ihnen nicht gepasst hatte und das dann auch wieder veröffentlicht wurde mit Antwort undsoweiter. Als Manfred Kleimann dann damals als Chefredakteur wegging, wurde die Zeitschrift viel zahmer, viel PC-lastiger und es wurde viel mehr zensiert auch bei den Leserbriefen. Dann fiel auch noch meine geliebte Arcade-Ecke noch weg, zu allem Überfluss. Richtig langweilig wurde es dann in der ASM und dann wurde auch noch am Namen was geändert. Man merkte richtig, wie es dann bergab ging mit der ASM. :)


    ... die Leserbriefe waren spaßig, die hatten Dr. Sommer Charme und Bild Niveau. :D

    Du sagst es. Streitereien mit Crackern, Eltern von Computerspielern und und und. Da ging es immer ab. :)


    Bei der ASM hatte ich seinerzeit auch eher das Gefühl, dass da irgendwelche Nerds komplett aus dem Bauch ein Magazin gestalten, weil sie da Bock drauf hatten. Das ganze wirkte irgendwie chaotischer und impulsiver.

    Genau das war aber ein Teil der Gründe, warum ich die ASM damals so gerne gelesen habe, als noch die alte Redaktion von denen dort am Ruder war. Man merkte denen irgndwie an, dass sie mit der Szene involviert waren, zumindest kam es so rüber. Fand ich cool damals. Aber so ab 1992 herum, ging es dann bergab mit dem Magazin.

  • Trotzdem alles besser als die ASM: Layout aus der Hölle, Schreib & Grammatikfehler sogar in Rubriken-Überschriften, Spielewertung selbst bei Durchschnittsspielen so hoch, dass die ASM bald noch Extrapunke anbasteln musste (von max. 10 auf 12), "Schreibe" auf Teenager-Niveau und Leserbriefe aus der Rütli-Schule, Öde Schach-Seiten, mieseste "Comics", das Ganze per billigstem Druck auf billigstem Papier, meist umfasst von einem Cover, dass auch auf der SuperIllu funktioniert hätte.


    :bgdev

    War es nicht wunderbar...:thumbup:.


    Die Artikel in der ASM waren teilweise so unfassbar blöde - man hat aber sogar über Spiele gelesen die einem sonst wohl egal waren, schon alleine wegen der Texte (Stationseimer... irgendwer??).

    Und du wirst doch wohl Donald Bug und Spacerat nicht mit Starkiller vergleichen wollen :cursing:. Naja - Geschmacksache, mich hat Trantor jedenfalls genervt. Das kleine Team der Powerplay war besser zum identifizieren und die Konterfeis (also Gesichter) bei den schlechten Spielen waren natürlich Gold Wert.


    Ich hab beide gern gelesen, auch gerne gleichzeitig UUUND in der Powerplay hättest du nie einen Test zu einem Penthouse Puzzle gefunden (...es geht um Nackedeis, genauer weibliche Nackedeis...)


    Hööhöööö :saint:

  • Ich fand das so wie die Power Play war und es gemacht hat besser als all die gekauften Videospielmagazine welche sowieso jedem Titel mind. 80% Spielspaß aufdrückten / aufdrücken musten. Die PP machte den objektivsten Eindruck, und sah die Games so wie man sie sehen würde wäre man denn ehrlich zu sich selbst.. ;) .

    Last Ninja 3 (C64) hätte auch bei mir nicht mehr als die erhaltenen 60% (wenn ich mich richtig erinnere) erhalten. Denn Teil 3 v.a. ist ziemlich dahingeschludert, Steuerung schlechter, Slowdowns, keine Animationen in den Hintergründen. Schlechte Level, vor allem ab Level 3 und spätestens Level 4. Die Amiga Fassung -um auch auf die 'mal zu kommen- ist komplett unlogisch, was die Bilderzusammenhänge angeht. Man geht aus dem Bild und kommt ganz woanders himmelsrichtungsmäßig heraus, da wird man quasi von place a zu einem ganz anderen place b gebeamt, anstatt sich an Wegeslogik zu halten. Hätte dem eher 45% sogar nur gegeben. Auch der Soundtrack war eher aus der Konserve (auch die Samples, Sounds / Instrumente wie ich 'mal gelesen habe), nichts als so langweilige mainstream Schablonen-Melodien (Melodien die man 'kennt') - Reyn war halt auch noch sehr sehr jung. Da ist klar, dass als kid da solche Schablonenmukke dabei herauskommt, es existieren da halt noch keine anderen tiefergehenden Erfahrungen im Komposerkopf die er hätte miteinfließen lassen können. Das Intro ausgenommen. Naja, Level 1 (earth) und Level 3 (water) geht auch noch.

  • Mein erstes Magazin war "Homecomputer" https://www.kultboy.com/magazin/338/ An diese Ausgabe kann ich mich tatsächlich noch erinnern. Allerdings nicht an die Zeitschrift selbst, sondern an das VC-20 Programm "Rasenmäher". Bin mir ziemlich sicher dass es das war. Habe ich abgetippt, gestartet, Absturz, alles weg... :p

    Nochmal abgetippt, diesmal schlauer und abgespeichert. Während des abspeicherns habe ich den Computer etwas verschoben und dabei hat die selbstgebastelte 16K Speichererweiterung etwas gewackelt - Absturz, alles weg. Wow! Was habe ich mich aufgeregt damals. :)

    Klar, 64er gelesen, Input64 hatte ein Freund von mir abonniert gehabt. Fand ich persönlich nicht SO toll, aber ab und an war was gutes dabei. Viele Zeitschriften waren mir zu Technikorientiert. Was gibts für neue Computer, was kann der im Vergleich usw.. Mich hat mehr das Softwaremäßige interessiert, also nicht Listings, sondern Tips & Tricks, in der Richtung. Deshalb war das 64er auch recht gut, weil das immer recht ausgewogen war.

  • Finde ich, wie gesagt, interessant, dass die PowerPlay und ASM so polarisiert aufgenommen werden. So, wie hier argumentiert wird, habe ich allerdings etwas den Eindruck, dass viel aus der Erinnerung kommt. Habt ihr Euch abseits der Zahlen unter dem Test in letzter Zeit mal mit den Texten auseinandergesetzt, bzw auf welcher Grundlage gewertet wurde? Bei der ASM war das schon immer klar, dass die rein auf subjektive Einzelwertungen setzte, mit allem für und wider, was damit einhergeht. Dass die PowerPlay bei Tests alles besser machte, ist schlicht nicht korrekt. Es ist kaum möglich, die Bewertungsmaßstäbe des Magazins nachzuvollziehen. Bei Kurztests schonmal gar nicht. Es ist bis auf die großen Tests nicht nachvollziehbar, ob der Tester mehrere Stunden oder 15 Minuten gespielt hat. Das war bei der ASM nicht anders, nur fiel es dort in weit größerem Ausmaß auf, wobei dort auch in jeder Ausgabe etwa doppelt so viele Spiele getestet wurden.

    Vor einer Weile gab es zwei Podcasts von Auf ein Bier zusammen mit Stay Forever, wo beide Magazine auf journalistische Qualität abgeklopft wurden und abseits der professionelleren Form kam der Punkt, dass die journalistische Substanz nach heutigen Verständnis bei beiden ähnlich dünn und vor allem willkürlich war. Aber möglicherweise ist das auch der Grund, warum Leser eines Magazins den Inhalt nie hinterfragten. Das meiste war neu, passende Vergleiche schwer und wurde viel umschrieben. Am Ende wurde eh nur über die Zahlen diskutiert. Das sind ja auch Dinge, welche inzwischen bei Gelegenheit von den damaligen Autoren durchaus angesprochen werden. Genauso wie interne Ränkespiele und dass die Wertungen in der PP nicht so objektiv waren, wie sie nach außen wirkten.

    Für mich hat sich damals die Situation so dargestellt, dass es bei beiden Mags Redakteure gab, mit deren Artikeln ich mich gut identifizieren konnte und die mir bei Kaufentscheidungen halfen. Bei der PowerPlay fühlte ich mich gut beraten, insbesondere bei Adventures - aber nicht bei Action-Adventures und Wirtschaftssimulationen. Wenn in der Redaktion niemand dabei ist, der mit den Genres was anfangen kann, hilft einem das nichts weiter. Da waren ASM, 64er und Amiga Joker schon näher an der Zielgruppe.