Hilfe bei Aufarbeitung von archivierten Disketten

Es gibt 99 Antworten in diesem Thema, welches 14.539 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (27. März 2021 um 15:56) ist von Stefan_h.

  • Cool, Danke. :)Ich sehe, dass er die die Schreibdichte der Tracks 1 bis 4 geändert hat und auch die länge der einzelen Sektoren.

    Mit was für Tools und Messwerkzeuge kann man das so passend einjustieren. Ich hatte das auch so versucht. Das aber mittels Hexmon.

    Letzendlich hatte ich auf die try and error methode, nach einigen Versuchen keine lust mehr. Beim Crack hätte ich nur noch den Code für die Übertragung des Patchcodes an die 1451

    fertig mach müssen, dann wäre mein Machtwerk auch lauffähig. Aber so ist es natürlich bedetend besser.:)

    Ich werde nacher mal schauen, ob ich das auch so an dem Programm "Jagd Auf Vokabeln" anwenden kann. Die Protection ist dieselbe wir "Wörte Rennen Mit System".

  • Ok Stephan, hier was ich bei Wörter Rennen mit System sehe:

    Track 18, Speed 2, 5 normale Sektoren, rest ist mit Sync gefüllt.

    Alle anderen Tracks: sind mit Speed 0 geschrieben, es gibt alle 3088 Bits einen Sync. An jeweils einer Stelle ist ein Sektorheader eingefügt, der mit Speed 3 geschrieben wurde. (Das sind beim lesen mit Speed 0 636 bits mit Sync 40).

    Was man nun zunächst sieht, ist dass er zu Spur 3 geht und dort mit Speed 3 lesen will. Kann man einfach im Vice Monitor gehen und device 8:, watch store 1c00 schauen.

    Also will er wohl den Sektorheader lesen.

    Wenn ich die Spur 3 mit Speed 3 dekodiere und ins G64 packe, dann sehe ich dass er das danach auf Spur 1 macht.

    Wenn ich nun auch noch Spur 1 mit Speed 3 dekodiere, dann beginnt er zwischen 1 und 3 zu seeken.

    Ich vermute er checkt nun die Syncs.

    Nun kommen zwei Dinge zusammen, natürlich sind abgesehen vom Speed 3 Header noch Daten zwischen den Syncs mit Speed 0.

    Ich muss also Speed 3 Daten mit Speed 0 Daten zusammenbringen und die G64 Emulation in Vice dreht virtuell den Track einmal alle 200 ms.

    Die 1541 bekommt es hin auch Daten korrekt zu dekodieren, wenn die Speed um bis zu 2 abweicht. Also kann ich den ganzen Track zu Speed 1 machen.

    Dazu nehme ich die Spurdaten, die mit Speed 0 dekodiert sind und strecke den Sync vor dem Speed 3 Header, so dass die Spur 6666 Bytes lang ist. Das ist die richtige Länge, dass eine Rotation Speed 1 entspricht. Jetzt sind natürlich bei den mit Speed 0 dekodierten Daten die Daten des Speed 3 Headers falsch dekodiert. Daher nehme ich die korrekt dekodierten Daten, dekodiert mit Speed 3, vom Header und pflanze sie statt den falsch dekodierten Daten in meine neue Speed 1 Spur ein.

    Jetzt habe ich Spur 1 und Spur 3 auf Speed 1, die Daten zwischen den Syncs sind lesbar wenn die emulierte 1541 mit Speed 0 liest und die Headerdaten auch, wenn mit Speed 3 gelesen wird.

    Nächster Punkt ist, dass die 1541 in Vice in Nullzeit seeked. d.h. während nun die Syncs auf der echten Diskette zwischen den Spuren einen bestimmten Abstand haben, muss ich das für Vice anpassen.

    Also rotiere ich nun Track 1 gegen 3 soweit, dass die Sync Marks aufeinander liegen.

    Wenn man das ausprobiert, dann merkt man, dass es nicht geht. Denn er liest auch noch von Spur 2.

    Die kann ich jetzt auch einfach mit dem Header Sync verlängern auf Speed 1 bringen, damit habe ich sie auf derselben Länge wie Track 1 und 3.

    Den korrekten Header habe ich nicht übernommen, wird wohl nicht gecheckt.

    Was nun nicht so klar war, wie die Spurlage von Spur 2 sein muss.

    Es funktioniert, wenn ich die verlängerten Headersyncs 10776 Bits gegenüber Spur 1 bzw. 3 weiter nach hinten schiebe. Das ist genau 3,5x der Syncabstand der anderen Syncs.

    Effektiv ist das nichts weiter als folgendes:

    Eine echte 1541 braucht zum steppen eine bestimmte Zeit, was bei 300 rpm eine bestimmte Anzahl Bits ist, die am Kopf vorbeilaufen.

    Die Originaldiskette hat die Syncs von Spur 1 zu 2 zu 3 so aligned, dass die Zeit mit einberechnet ist. Das muss ich für Vice rausnehmen.

    Ich hatte mir dazu mal eben ein kleines Tool geschrieben:

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    Links: Die dekodierten Flusswechselzeitänderungen pro Spur. Die gestrichelten Linien sind Hilfslinien für die Speed Zone.

    Rechts: Die Syncpositionen pro Spur, linker Graph: Disk gelesen mit speed zone 0. rechter Graph: Nach den oben beschriebenen Anpassungen (das einfügen der korrekt dekodierten Header in Spur 1 und 3 sieht man nicht im Sync plot)

    Ich gebe keinerlei Garantie, dass das in jeder Hinsicht korrrekt ist, was ich hier geschrieben habe.

    Aber die Disk läuft nun:

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  • Absolut top die Erklärung. Ich bin begeistert. Ganz viele Teste, bestätigen, dass das Programm läuft. Vielen Dank dafür.:)

    Benötigt man für "Jagd Auf Vokabeln" zwingend das Original um es auch lauffähig zu bekommen?

  • ....Denn er liest auch noch von Spur 2....

    Dort befindet sich der zweite Teil des Ladercodes für die 1541.

    Nettes Tool, was auf dem Bild oben zu sehen ist. Sowas habe ich noch nie gesehen.:):Ssshock:

  • Das würde mich auch interessieren,versuche es mal. Aber so wie es aussieht, ist der Kopierschutz mittles 1541 nicht reproduzierbar.

    Ich hatte das vor Jahren mal so gemacht, das ich z.B. mit dem Burstnibbler Track 02 und 03 eingelesen hatte und die Daten dann mit den aus dem G64 ersetzt hatte. Danach alles

    zurückgeschrieben. Ich wede das mal gleich testet.:)

  • So, getestet. Keine Chance das auf Diskette zurückzuschreiben. Die Anordnung der Sektoren von Track 02 zu Track 03 stimmen nicht und die Anzahl Sync auch nicht.

    Es ist genauso wie mit den Heureka Teachware Programmen. Die kann man nur mittels Speziallaufwerk zurückschreiben.

    Der Kopierschutz der Originalsoftware hatte Speedzonen, die bei einer 1541 nicht existierten.

    Mal sehen, ob ich das Langenscheidt Programm heute noch cracke.

  • Das G64 kann auch auf einer echten Diskette nicht laufen, weil es für Vice angepasst ist. Leider ein Problem, was man bei vielen Kopierschutzverfahren hat.

    Ich mache heute Abend nochmal ein G64, wo ich das Spuralignment für Vice weglasse. Vielleicht geht das ja.

    Genaugenommen müsste man die Spur noch auf Speed 0 lassen, den Speed 3 Header einpflanzen und dessen Bytes als Speed 3 flaggen.

    Das G64 Format kann das, aber ich bezweifle sehr stark, dass Zoomfloppy Speed Zone Settings pro zu schreibenden Byte unterstützt.

  • Ich bin mal gespannt, ob das mit dem Zurückschreiben klappt. Ich habe da so meine Zweifel. Vor längerer Zeit, ich hatte das Original von "Jagd Auf Vokabeln", versuchte das

    mit dem Burstnibbler in Verbindung mit einer 1571 zu kopieren. Keine Chance. Die Tracks 02 und 03 waren nicht zu kopieren. Kracken konnte ich das Programm auch nicht, weil ich davon keine Ahnung hatte.

  • Genaugenommen müsste man die Spur noch auf Speed 0 lassen, den Speed 3 Header einpflanzen und dessen Bytes als Speed 3 flaggen.

    Das G64 Format kann das, aber ich bezweifle sehr stark, dass Zoomfloppy Speed Zone Settings pro zu schreibenden Byte unterstützt.

    Die globale Speedangabe der Spur wird beachtet von nibwrite, die pro Byte nicht. Ist die Spur dann zu lang in Himblick auf Rotationsgeschwindigkeit der 1541 und der im g64 eingetragenen Speedzone, so wird die Spur gekürzt - manchmal läuft das Kürzen Amok, so dass die geschriebenen Tracks unbrauchbar sind.


    Kryoflux kann das, aber nicht mit einem G64 als Quelle, sondern nur mit den Streams als Quelle. Bei G64 unterstützt Kryoflux das selbe wie Zoomfloppy, nämlich nur die globale Angabe der Speedzone für die gesamte Spur. Die Extensions machen das etwas exakter, unterstützen aber auch nicht mehrere Speedzones auf einen Track.

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    Meine Github-Projekte: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. Vice 3.2 Improved: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.
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    Einmal editiert, zuletzt von markusC64 (11. September 2020 um 15:58)

  • markusC64 Danke für die Details.

    Generell macht es imho auch keinen Sinn mit Kryoflux die G64 zu schreiben, wenn man die Streams derselben Diskette hat. Letzteres ist die Referenz.

  • Generell macht es imho auch keinen Sinn mit Kryoflux die G64 zu schreiben, wenn man die Streams derselben Diskette hat. Letzteres ist die Referenz.

    Hängt von ab. Wenn man irgenwas rückgängig machen will - wie bei Geos die Installation oder einen Spielstand oder was auch immer - dann braucht man ja eigentlich ein bearbeitbares Format.

    Edit: Natürlich verwendet Geos selbst keine Multispeedtracks. Aber für Geos Programme von Fremdherstellern ist dies zumindest nicht von vornherein klar, so dass das auch da ein Problem werden könnte.

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    Einmal editiert, zuletzt von markusC64 (11. September 2020 um 16:46)

  • Hmm, dann hilft nur das zurückschreiben des Kryoflux Streams.

    JagdAufVokabeln haben wir uns angeschaut und nicht zum laufen bekommen. Wir vermuten zur Zeit, dass die Diskette fehlerhaft eingelesen wurde, da es nach dem Kopierschutzcheck beim laden der Anwednugn abstürzt.. Trotzdem ist das schwer einzuschätzenwas genau fehlerhaft ist, da die Diskette ein Custom Format benutzt.