Restauration, Elkos etc. nötig?

Es gibt 98 Antworten in diesem Thema, welches 20.427 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (9. Februar 2021 um 18:02) ist von MalleB.

  • Das Bild ist im ersten Beitrag ebenso vorhanden und kann auch vergrößert werden. :wink: ABer danke für die Info. Werd mir mal ne Lupe schnappen und gucken. ^^

    Stimmt, das in Beitrag ein geht zu vergrößern, das andere nicht.

  • ja, ich hab in China auch 25 Volter bestellt, allerdings habe ich kein Multimeter mit Kapa-Messung, aber jetzt wo die neuen Kerkos unterwegs sind, wird meine Frau sicherlich nicht böse schauen, wenn ich bald ein neues in meiner Werkstatt begrüßen darf, um die chin. Qualität auch prüfen zu können.

    @Preise: Mir ist das auch immer ein Rätsel. Auch unsere kl. Händler sollen Ihr Geld ruhig verdienen, aber man muss ja immer sooo sehr über die Strenge schlagen. Bei einem Bruttoaufschlag von 1000% hörts dann irgendwann auf, dann bestelle ich gleich direkt beim Chinesen und warte dann halt länger. Selbst schuld

    "Ich bin das Schwert, ich bin die Flamme." (Heinrich Heine)

    „Lerne leiden, ohne zu klagen!“ (Friedrich III.)

  • Automobilindustrie usw. und die chinesen selber kaufen zur zeit den kerko-markt leer und die hersteller kommen mit der produktion nicht hinterher. Deshalb der extreme preisanstieg. So siehts, aus, dann muß man eben die katze im sack bestellen und hoffen, dass die quali passt...aber....wenn man überlegt, wo werden überwiegend kerkos hergestellt? Na, dämmerts ;)^^ . Das ganze elektronik kleinkram zeugs kommt überwiegend aus dem asiatischen raum soweit ich weiß.

  • Als Alternative nimmst Du einfach einen gebrauchten Kondensator von einer Schlachtplatine. Dann kann Dir der Preisanstieg völlig egal sein und Wartezeit hast Du auch keine.
    Ökologisch wertvoll ist der Re-Use ohnehin.

  • Das Ausschlachten ist so eine Sache. Du weißt ja nie wie die alten Bauteile so betrieben wurden. Ein alten Kerko in einen A1200 reinzupacken, der wegen Alterung die Grätsche macht ist auch nicht so doll

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  • So schnell machen gebrauchte Bauteile nicht die Grätsche. In der Regel halten die noch sehr lange. Ausgefallene Keramikkondensatoren habe ich bis jetzt sehr wenige gehabt.

  • Nachdem ich Heute meinem Fachhändler erklärt habe was ich Vorhabe bekam ich folgende Antwort:

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    Da kann ich nur dringend abraten, aus folgendem Grund:


    Die hochkapazitiven Keramikkondensatoren haben eine unangenehme
    Eigenschaft, die von den Herstellern gerne verschwiegen oder im
    Datenblatt nur an versteckter Stelle genannt wird: legt man eine
    Gleichspannung an, sinkt die Kapazitaet des Kondensators rapide mit
    dieser Spannung, oft sind schon bei 3-5 Volt nur noch 20-30% der
    Nennkapazitaet vorhanden. Der Grund dafuer sind piezoelektrische
    Effekte - die Keramikscheiben in dem MLCC verbiegen sich bei
    Gleichspannung und dann stimmt die Geometrie nicht mehr. Nimmt man die
    Gleichspannung weg, hat der Kondensator wieder seine Nennkapazitaet.


    Diese Kondensatortypen sind also fuer Entkopplungs-/Gleatungszwecke
    sehr schlecht geeignet. Damit bin ich in einem Projekt auch selbst
    schon mal gruendlich auf die Nase gefallen.


    Der Effekt ist um so staerker


    - je hoeher die Nennkapazitaet ist
    - je hoeher die Spannung ist
    . je kleiner die Bauform ist.


    Wenn Sie die Kondensatoren unbedingt durch Keramik ersetzen woll
    (Ersatz durch neue Elkos halte ich fuer besser), sollten Sie
    beispielsweise besser 5 Stueck "22u-1210-X5R/25V"
    uebereinanderstapeln (parallelschalten).

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    Das Beispiel mit den 5 Stück gestapelt bezieht sich auf die 100uF Kerkos

  • Und die Antwort habe ich auf meine Frage nach SMD Tantal Kondensatoren bekommen.

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    ja und nein. SMD-Tantale habe zwar keinen Kapazitaetsverlust ueber die
    Spannung. Aber man sollte sie fuer Entkopplungszwecke immer mit
    mindestens der doppelten Spannungsfestigkeit bezogen auf die zu
    stabilisierende Spannung auswaehlen, also beispielsweise 25V fuer eine
    12V-Spannung. Grund: SMD-Tantale neigen dazu, bei leichten
    Ueberspannungen bereits in Flammen aufzugehen. AUs Sicherheitsgruenden
    also immer deutlich ueberdimensionieren.

    Aber warum wollen Sie da ueberhaupt etwas aendern? Die bisherigen
    Elkos sind vom Entwickler eindesignt und fuer gut befunden. Wenn die
    jetzt mal aus Altersgruenden "versterben" ist das normaler
    Verschleiss, da baut man am besten wieder das ein, was urspruenglich
    drin war. Was sollen "andere" Kondensatoren verbessern?

  • Man möge mich Spießer nennen oder Angsthase, aber den oben geschriebenen beiden Infos würde ich als gelernter Elektroniker (aber schon sehr lange her) zustimmen wollen.
    Das ist auch das was ich weis und so beherzige. Kann sein, das mein Wissen veraltet ist, aber Schaden tut es jedenfalls nicht, es trotzdem so zu handhaben.

  • Tatsächlich ist das ja bekannt das man die Kondis lieber höher dimensioniert und nebenbei läuft das ganze Hundertfach problemlos auf zig Amigas.

    Ich denke wenn man gute neue Elkos einbaut ist man natürlich auf der sicheren Seite.Und wenn diese dann auch wieder 20-30 Jahre halten...

    Ich habe bei meinem Amiga 600 derzeit Keramik genommen weil es funktioniert und gut zu löten ist.
    Ich bin da eher der Handwerker für die größeren Dinge.Und bei den Keramikkondensatoren glaube ich sieht man besser was man tut und hat mehr Platz mit der Lötspitze.

    Gib mir noch ein Hörnchen Met...Damit ich weiss wies weiter geht.

    Denn hab ich mich mit Met befeuchtet bin ich schon mal vor-erleuchtet...

    TORFROCK

  • Yop, das ist korrekt was MalleB geschrieben hat was das physikalisch/elektrische verhalten angeht...kann man auch in guten datenblättern herausfinden, wenn man sich das mal genauer und kritischer anschaut. Deswegen gilt eben, wenn kerko, dann immer maximal Volt und X7R oder zur not X5R...wenn 5V spannung anliegt dann 25V oder höher X7R nehmen in maximaler bauform was passt (z.B. 1210). Hunderte amiga 600+1200 laufen damit bei vielen freaks astrein.

    Aber...C459 muss, nach meiner erfahrung mit 2 umgebauten, ein elektrolyt-kondensator sein !! Kein kerko und auch kein polymer-hybrid !! Letztere verursachen probleme wenn man den composite nutzen will. Dies wird häufig verschwiegen, ignoriert, oder als nicht so wichtig abgetan. Compositenutzen macht zwar niemand mehr, aber wer nen sauber working amiga will sollte den tip befolgen :)

  • Ich denke es macht Sinn mal im Betrieb eines meiner A1200 an den SMD Elkos zu messen welche Spannungen das so Anliegen. Und dann die Spannung für Kerkos mindestens mal 5 hoch multiplizieren.

  • Die einzig blöden 100uF sind bissl "doof", da es die nur in relativ geringer belastbarkeit als kerko gibt ...glaub 16v X5R Aber die amigas sind da sehr gutmütig. Angeblich laufen die auch ohne elkos, natürlich dann aber nicht stabil. Ausprobiert hab ich das aber nicht. Das erklärt einfach dann auch, warum die mit kerkos so gut laufen. Ich nehm auch kerko ausser C459 eben ...da kommt dann ein panasonic rad fc oder fr drauf mit schön gebogenen beinchen :) . Beim 1200er muss man dann aber etwas das abschirmblech bearbeiten wenn man den stehend verbaut.

  • Gibts bei mouser, digikey...reichelt glaub auch...oder beim chinesen :) . Komplettsets bei halbvier im A1k ist natürlich die optimale wahl :thumbup:

  • Wo bitte schön gibts denn solche hohen Spannungen. Laut amiga elko wiki liegt meistens nur 5v an und im Audio Bereich 12v.

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  • Leider hast Du das Problem bzw. dessen Ursache nicht verstanden.
    Die Entwickler dachten sich etwas dabei, als sie die Bauteilewerte dimensioniert haben. Wenn beispielsweise ein 100µ-Kondensator an einer Stelle verwendet wird, dann aus dem Grund, das dort (mit Toleranz und Sicherheitsfaktor) eben 100µ gebraucht werden. Keine 50, keine 22 und keine 10.
    Wie oben schon mal von anderen geschrieben, haben Kerkos andere Eigenschaften als Elkos. Das fängt vom Kapazitätsverlust beim Anlegen von Gleichspannung und hört bei der Spannungsabhängigkeit der Kapazität nicht auf.
    Alle diese Nachteile habe Elkos nicht - außer natürlich das sie Austrocken können.
    Die negativen Eigenschaften der Kerkos können vermindert werden, indem man sie spannungsmäßig stark überdimensioniert.

    Es ist natürlich möglich, das es nicht permanent auffällt, wenn der 100µ X5R-Kerko an der konkreten Stelle nun in Wirklichkeit nur 47µ oder weniger hat. Aber wenn das gut wäre, warum wurden dann 100µ von den Entwicklern vorgesehen?
    Na..?

  • Es ist natürlich möglich, das es nicht permanent auffällt, wenn der 100µ X5R-Kerko an der konkreten Stelle nun in Wirklichkeit nur 47µ oder weniger hat. Aber wenn das gut wäre, warum wurden dann 100µ von den Entwicklern vorgeseheNa..?

    Ich meine doch nicht die Kapazitäten, ist doch klar, dass die passen müssen. Ich meine die Spannungsfestigkeit. Warum mehr als 16 V notwendig sind, wenn da max. 12V rumkriechen, ist mir schleierhaftt und wir hatten ja schon festgehalten, dass bei den "besseren" Kerkos der Kapaverlust nur geringfügig ist.

    Und wie ich schon sagte, ich hatte bisher 3xA1200, 1xA600 und 1xCD32 auf dem OP-Tisch, alle liefen einwandfrei und alle hatten ausgelaufenene Kondis auf dem Board und damit keine original-Kapazitäten mehr, also kann das m.E. kaum so dramatisch sein, wenn jetzt Kerkos anrücken, die meinetwegen 25% unter Nennkapa liegen bei 12V (abgesehen vom A600, der war bei mir echt eine Zicke)

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