1541-II reparieren

On Wednesday the 03.07.2019 the forum will have a longer downtime due to the software conversion. Thanks for your understanding

  • Hallo,


    das ist sicher der 1000ste Beitrag zu dem thema. Ich habe auch schon die Suche benutzt. Aber leider kenne ich mich mit der LW Mechanik nicht so aus. Und bevor ich etwas kaputt mache wollte ich lieber mal nachfragen.


    Ich habe kürzlich eine recht neue 1541-II bekommen. Leider liest sie keine Disketten. Auch kann ich keine Disketten mittels OPEN1,8,15,"N:test,00" formatieren. Sie wird zum Dauerläufer.


    Also habe ich das gute Stück einmal aufgeschraubt. Innen kein staub. 8o Dann habe ich geschaut ob alle Bauteile leichtgängig sind. Ja. Also als nächstes den Schreib/Lesekopf mit etwas Isopropanol gereinigt. Keine Verbesserung.


    Schiebe ich den Schreib/Lesekopf in die Mitte der Disk und lade das Directory (die Testdisketten funktionieren) ruckt der nur kurz vor und zurück. File not found. Wenn ich dann die erste Datei mit "*" laden will fährt der Schreib/Lesekopf nur zwei mal an den Anfang der Disk und rattert dort kurz. Danach fährt er wieder in die Mitte.


    Habt ihr eine Idee wo ich ansetzen könnte?


    LG

  • Hi, danke. Ich habe nun die Mechanik eines funktionierenden Laufwerkes an die Platine angeschlossen. Gleiches Fehlerbild. Also zur Probe die noch mal die "neue" Mechanik an die Elektronik der funktionierenden Floppy angeschlossen. Hier werden Directory und Files geladen. Das bedeutet dann wohl das die Elektronik einen weg hat.


    Auf der neuen Platine ist eine Modifikation.


    Auf der "alten" ist diese nicht. Sie macht aber den Eindruck als wäre sie von Anfang an da.


    Als U12 kommt einer von Sony zum Einsatz.


    Auf der "alten" einer von Sanyo.


    Lässt sich denn herausfinden ob dieser wirklich defekt ist? Laut Beschreibung und optischen Zustand soll das Laufwerk ungebraucht sein.


    LG

  • Da die Floppy ja prinzipiell läuft und ansprechbar ist, bleiben nicht mehr viele aktive Komponenten übrig. Laut Schaltplan (siehe erster Beitrag des von mir zuvor verlinkten Threads) sind dies:

    • U11 - 74LS 86
    • U14 - 74LS 14
    • U8 - VIA 6522
    • U10 - 251828-03

    Bei den ersten beiden Chips kann man mit einem Oszilloskop oder einem Logiktester schauen, ob die Ausgänge unter Berücksichtigung der jeweiligen Logikfunktion den Eingängen folgen. Zumindest bei U14 (6-fach-Inverter) geht das auch ganz gut mit einem Multimeter. Liegt der Pegel am Eingang irgendwo mittig zwischen 0V und 5V, so sollte das am Ausgang genauso sein (invertiertes getaktetes Signal). Liegt der Pegel am Eingang fest auf 0V oder 5V, dann muss der Ausgang genau andersherum sein (statisches Signal).
    Zumindest bei zwei der vier XOR Gatter in U11 geht das auch, da jeweils ein Eingang fest auf 5V liegt; vom anderen Eingang zum Ausgang ergibt sich dann auch die Funktion eines Inverters. Für U11 heißt das konkret:

    • Pin 8 (Ausgang) muss den umgekehrten Pegel von Pin 10 (Eingang) haben
    • Pin 6 (Ausgang) muss den umgekehrten Pegel von Pin 4 (Eingang) haben

    Außerdem sollte man natürlich einmal im stromlosen Zustand messen, ob alle Eingänge der Logik-ICs hochohmig gegenüber 5V und 0V sind, sofern diese nicht absichtlich direkt mit einer der beiden Potentiale verbunden sind (wie z.B. U11 Pins 5 und 9). Damit schließt man den Fehlerfall aus, das eine der chip-internen Schutzdioden auf die Art und Weise kaputt gegangen ist, dass sie den Eingang auf einen festen Pegel zieht. Die Ausgänge ebenfalls messen; dort könnte die Treiberstufe kaputtgegangen sein und stets einen festen Pegel treiben. Da der Rest der Schaltung die Messergebnisse beeinflussen kann, hilft bei einer zweifelhaften Messung nur der Blick in den Schaltplan bzw. den Chip im ausgebauten Zustand zu messen.


    Bei VIA und Gatearray hilft leider nur auslöten, sockeln und austauschen.


    Sofern die Motoransteuerung noch funktioniert und Disketten nach einem Leseversuch noch in einem anderen Laufwerk gelesen werden können, d.h. das Laufwerk hat nichts aufgrund des Fehlers überschrieben, tippe ich stark auf einen Teildefekt in U10.

  • Ich würde am ehesten den 6522 verdächtigen.


    Bei Defekten innerhalb der Read-Logik erhält man meist kein FILE NOT FOUND, sondern DRIVE NOT READY, weil der 6522 dann noch 'bemerkt', daß keine bzw. nicht korrekte Daten ankommen.
    In diesem Fall hier können die Daten vom 6522 aber offenbar nicht mehr ausgewertet werden, daher FILE NOT FOUND.

  • mit Austausch U10:
    Schalte ich nur die Floppy ein dreht der Motor permanent und beide LEDs leuchten permanent. Mit angeschlossenem C64 blinkt die DriveLED unendlich. 1x blinken 2sec Pause und dann wieder blinken.


    mit altem U10:
    Drive schaltet normal ein und dreht kurz an. Mit und ohne C64. Will ich eine Datei laden kommt nach kurzem rattern ein "File not found error".


    LG

  • 1x Blinken würde auf für defektes RAM hinweisen.


    Sind die beiden U10 eigentlich wirklich ein 251828-03 ?
    Es gibt mehrere 251828, der -01 ist z.b. für die 1571, wenn ich mich nicht täusche?