Hello, Guest the thread was called30k times and contains 611 replays

last post from Markus64 at the

Projektvorstellung Sidekick64

  • Kann ich sehr gut verstehen, bin selbst schon im Gleitsichtalter angekommen und benutze für den Nahbereich (also beim Löten) sogar noch eine andere Brille. Außerdem habe ich immer noch nicht in eine gescheite Lupen-Lampen-Konstruktion investiert.


    Retrofan: Erstmal Respekt für Deinen Font und die verschiedenen Logos für Sidekick, sehen klasse aus! Ohne Sidekick hätte ich den Font wahrscheinlich nie oder lange nicht in der Praxis angeschaut und die Vorzüge des Fonts wären mit gar nicht klar geworden! Auch das neue bildschirmfüllende Sidekick-Logo (zu sehen derzeit im 264-Mode bei den beiden portierten Games) ist klasse.

    Wenn man also ohnehin über einen Raspi die (W)LAN-Schnittstelle für den C64 realisiert, könnte man den natürlich auch noch mehr machen lassen als "nur" einen TCP/IP-Stack zur Verfügung zu stellen.

    Mir reicht schon, dass meine Fritzbox dem C64 eine IP-Adresse gibt. :saint: Sollte da etwa noch mehr möglich sein? ;) Was will man denn noch alles? :whistling:

    Ich fände den Spaß zwar etwas geringer, wenn das "Web-Helferlein" direkt am C64 steckt als wenn es ein allgemein erreichbarer "Daten-Reduktions- und Entschlüsselungs-Server" wäre – aber man nimmt, was man kriegen kann.

    Was Du oben in Deinem Posting schreibst, kommt mir aus meiner eigenen Gedankenwelt bekannt vor. Bei Sidekick mit Netzwerk haben wir grob gesagt drei CPUs: Die MOS-CPU des Commodore-Rechners, die CPU des Raspberry Pis (die prinzipiell alle Netzwerk-Tasks, die man sich vorstellen kann, erledigen kann - HTTPS-Ver-/Entschlüsselung - Aufbereiten von HTML/CSS - etc. etc.) und als "dritte CPU" die diffuse Menge an CPU-Power "in der Cloud", also irgendwo auf einem Server-Rechner im eigenen LAN oder auf einem Server-Rechner im Internet.


    Die Raspberry-Pi-CPU reicht eigentlich für Vieles vollkommen aus, aber sobald man kooperative Community-Dinge will (Chat, Multiplayer-Gaming), braucht man natürlich einen Server, an dem alle Clients andocken können müssen, und damit ist man im öffentlichen Netz angekommen. Nichts muss, alles kann.


    Aber nicht nur die kooperative Seite macht serverseitige "Apps" auf der "dritten CPU" interessant, sondern auch der Aspekt "Leichtigkeit des Codens". Das heißt: Während man auf dem Sidekick-Raspberry Bare-Metal-C++ codet (auf Basis des tollen Circle-Frameworks) und dies je nach Kenntnisstand langsam, mühselig (es ist viel Forschungsarbeit nötig) und vor allem von Zeit zu Zeit stabilitätsgefährdend ist für die Kern-Features von Sidekick, könnte man serverseitig auf der "dritten CPU" in einer nahezu beliebigen Programmiersprache arbeiten, in der man schnell vorankommt, und wo man Libraries leicht einbinden kann. Dies ermöglicht auch eine Beteiligung von mehr Personen an der Entwicklung von Features.


    Aber: Es gibt ein Mindest-Set an Features, das meiner Meinung nach auf dem Raspi laufen müsste. HTTPS-Encryption und Decryption auf dem Raspi ist aus meiner Sicht ein Muss. Dieses Feature müsste irgendwann in der Zukunft in den Sidekick-Kernel eingebaut werden, wenn man ernsthaften Spaß mit Netzwerk an Sidekick haben will. Es gibt auch schon einen von Rene Stange und Stephan Mühlstrasser vorgedachten Weg zu HTTPS mit Circle, nur würde der ein größeres Umschreiben der derzeitigen Sidekick-Software nötig machen, und meine bisherigen Code-Änderungen an Frenetics Code versuche ich derzeit so minimal-invasiv wie möglich zu halten.


    Ohne HTTPS-Fähigkeit im Sidekick-Raspi würde man auf der "dritten CPU" für jeden kontaktierten Host einen kruden Entschlüsselungs-Reverse-Proxy auf Applikationsebene scripten müssen, und das nimmt der ganzen Sache die Eleganz.

  • Ich sehe den unmittelbaren Use-Case in (W)LAN-Funktionalität im Transfer von Daten zur SD-Karte (Kernal-Update, .CRT, .D64) -- auch wenn ich den persönlich nicht habe, weil ich eine WLAN-fähige SD-Karte verwende. Am Ende natürlich WLAN, damit man nicht noch mehr Kabel hat.


    Natürlich wäre es dann nett, ein RR-Net zu emulieren, aber da fehlt mir Zeit und Lust. Was ich persönlich gerne hätte, wäre eine Secure Shell (nur damit ich behaupten kann, ich würde Mails am C64 bearbeiten ;-)) und völlig sinnbefreit Remote Desktop -- dann kann ich mit allem angeben ;-)  emulaThor solltest Du da etwas finden und das auf Circle portieren, dann mache ich die C64-Seite (Bildkonversion, Tastatur, Maus)!

  • Beim RetroPie oder Recalbox wird ja ein kleiner Webserver aufgespannt, wo man vom PC die ROM´s per Drag&Drop reinschiebt - sowas würd ich gut finden. Keine Ahnung, ob sowas machbar ist.

    für mich wäre der LAN wichtig um Daten vom PC <> Raspi zuschieben, oder Druckeransteeuerung im Netzwerk.

    für mich wäre Netzwerk ausschliesslich zur Dateifreigabe auf dem PC intereassant, also dass man auch seinen PC nach Stuff "durchsuchen" kann. Also einfach um die SD Karte zu schonen und damit den Slot des Pi. Also z.B. cifs oder ftp (was leichter zu handhaben ist für den Pi).

    Sidekick64 ist genau wie Pi1541 und BMC64 ein Raspberry-Pi-BareMetal-Projekt. Es läuft kein Linux. Es gibt keine Linux-Paket-Verwaltung, wo man mal schnell per apt einen Webserver, einen Druckserver, einen FTP-Server etc. installiert. Schaut Euch mal BMC64 und Pi1541 an und welche Netzwerk-Features diese Projekte bieten. Die dort schon vorhandenen Features könnt Ihr dann für Sidekick einfordern. ;)


    Sidekick nutzt das Circle-Framework im Realtime-Modus (und derzeit ohne Multicore-Support), um die Timings für die GPIO-Kommunikation peinlich genau hinzubekommen. Das ist mit Linux leider nicht möglich (auch nicht mit Realtime-Linux-Kernel), deshalb hat sich Rene Stange ja überhaupt erst die Mühe gemacht, für derartige Use-Cases das Circle-Framework zu erstellen.


    Es ist ein ganz kleines bisschen so wie ein Corona-Lockdown: Der Raspberry wird in einem Realtime-Lockdown-Mode benutzt: Man verzichtet erstmal auf die Nutzung vieler vertrauter Schnittstellen des Raspberries (Netzwerk, USB, Multicore), um dann vorsichtig, langsam, gezielt zu gucken, ob man es sich erlauben kann, eine weitere Schnittstelle zu nutzen, ohne dass sie alle anderen Features kaputt macht.

  • schön erklärt :thumbsup:. Und nein, einfordern würde ich nie etwas, nicht missverstehen :)

  • Jetzt Mal was positives nach dem ganzen Netzwerkgeheule:

    Sidekick64 läuft mit der aktuellen Beta von Geos MP3.

    Heute mit realer Hardware getestet:

    Ausstattung:

    128D

    Sidekick64

    1581


    Gebootet von der internen Floppy.

    GeoRam 4MB wurde erfolgreich eingebunden im 128er Modus und 80 Zeichen.

    Pi1541 wurde leider nicht erkannt.


    Danke an Frenetic für die tolle Hardware.

    Danke an Juergen Johannes für die Unterstützung.

    Danke an emulaThor für seinen Kampfgeist.

  • Hallo und ein riesen Lob und besten Dank an alle Beteiligten hier....


    Ich find das Projekt einfach nur top. Hut ab und weiter so......einen Fanboy mehr habt ihr damit.


    Bisher hatte ich keine Zeit, mir hier die Beiträge zu Gemüte zu führen. Hab ich jetzt zu meinem Urlaub mal Zeit zu gefunden. Und alles am Stück....


    Als Raspberrianer seit 2012, aber immer noch Neueinsteiger im Retro Bereich, werde ich hier alles weiter verfolgen und auch auf meine Projektliste setzen.


    Über Retro-Emulation usw. bin ich vom Raspberry Pi dann bei Amiga und C64 gelandet und begeistert, was alles noch für die Geräte zusammen geklöppelt wird.

    Mangels Zeit, werde ich aber noch etwas zur Umsetzung brauchen. Erst mal werde ich hier weiter mitlesen.


    Aber einen neuen User mehr habt ihr jetzt schon.


    Weiß jemand, ob das Projekt schon ins deutsche Raspiforum weiter getragen worden ist? ...denke, das könnte da auch Leute interessieren.


    Habe ich das beim Schnell-lesen richtig verstanden, die BARE-METAL-Software für den Raspi muss ich mir auf Grundlage der Daten auf Github selber zusamen compilieren.

    Ein Image für M-SD-Karte gibt es fertig nicht / noch nicht?


    VG

    Chris

  • Habe ich das beim Schnell-lesen richtig verstanden, die BARE-METAL-Software für den Raspi muss ich mir auf Grundlage der Daten auf Github selber zusamen compilieren.

    Ein Image für M-SD-Karte gibt es fertig nicht / noch nicht?


    doch, schau mal auf github

    Danach hatte ich gestern auch gesucht und es schließlich nach kurzer Suche auch gefunden. War letztlich nicht schwer, aber eben auch nicht direkt offensichtlich. In der README.md werden die fertig compilierten Images für C64 und Co. zwar erwähnt. Es würde aber sicher nicht schaden, dort einfach den direkten Ort zu erwähnen, wo sie zu finden sind.

  • Erstmal Respekt für Deinen Font und die verschiedenen Logos für Sidekick, sehen klasse aus! Ohne Sidekick hätte ich den Font wahrscheinlich nie oder lange nicht in der Praxis angeschaut und die Vorzüge des Fonts wären mit gar nicht klar geworden!

    Vielen Dank. Und es freut mich, dass dich mein Systemfont-Ersatz über die längere Nutzung überzeugen konnte.


    Bei Sidekick mit Netzwerk haben wir grob gesagt drei CPUs: Die MOS-CPU des Commodore-Rechners, die CPU des Raspberry Pis (die prinzipiell alle Netzwerk-Tasks, die man sich vorstellen kann, erledigen kann - HTTPS-Ver-/Entschlüsselung - Aufbereiten von HTML/CSS - etc. etc.) und als "dritte CPU" die diffuse Menge an CPU-Power "in der Cloud", also irgendwo auf einem Server-Rechner im eigenen LAN oder auf einem Server-Rechner im Internet.

    Richtig. Das ist halt auch eine Sache, die mir beim Internet-Zugang (egal, wie realisiert) so gut gefällt: Ab HTTP kann quasi "jeder" mitmachen, ohne dass man Assembler oder Verilog können müsste. Es gibt vorhandene Server, an deren Kommunikation der C64 teilnehmen könnte, z.B. Skat- oder Schach-Server, auf denen sich tausende User zum gemeinsamen Spielen treffen. Da wäre ein C64-Client durchaus denkbar. Oder aber man greift auf andere Datenquellen, wie die CSDB (als eine Art App-Store) zu oder man entwickelt neue C64-spezifische Verbindungen, die für Brotkasten-User Sinn machen (Chat wird hier immer gerne genannt).


    Es gibt ein Mindest-Set an Features, das meiner Meinung nach auf dem Raspi laufen müsste. HTTPS-Encryption und Decryption auf dem Raspi ist aus meiner Sicht ein Muss. Dieses Feature müsste irgendwann in der Zukunft in den Sidekick-Kernel eingebaut werden, wenn man ernsthaften Spaß mit Netzwerk an Sidekick haben will.

    Es wäre natürlich toll, wenn Sidekick das irgendwann mal könnte. Aber ich verstehe auch, wenn das nicht gerade oben auf der Prioritäten-Liste steht. Es ist halt so, dass ein Projekt, wie Sidekick, wo man "beliebige" Hardware mit Software emuliert, die Fantasie anregt und viele Ideen und Wünsche sprießen lässt – die manchmal vielleicht auch übers Ziel hinaus schießen.


    Sidekick64 ist genau wie Pi1541 und BMC64 ein Raspberry-Pi-BareMetal-Projekt. Es läuft kein Linux. Es gibt keine Linux-Paket-Verwaltung, wo man mal schnell per apt einen Webserver, einen Druckserver, einen FTP-Server etc. installiert.

    Das hatte ich bisher nicht so verinnerlicht. Das macht die Sache natürlich nicht gerade einfacher. Hut ab vor den Sachen, die jetzt schon realisiert wurden.

  • 'nAbend! :-)


    Ja, stellt Euch vor, ich habe jetzt auch einen fertigen Sidekick64 bekommen, herzlichen Dank hier an ronduc ! :-)

    Nach 2 Jahren im Schrank hat der Raspi 3B jetzt eine Aufgabe. Anhand der Kurzanleitung auf der Github-Seite ließ sich das System sofort installieren.

    Funktionsweise der Menü-Config auch klar. Menü ist am 64er zu sehen. Filebrowser geht auch. PRG kann ich starten und ein Action Replay-Freezer-CRT auch.

    Aber - wenn ich ein "normales" CRT starten will, kommt so Zeichengeflimmer, und wenn ich einen Kernal starten will, geht er einfach auf den 64er-Kernal wie bei "Exit to BASIC" F8.

    Assy 250466 mit XCPLA, auf dem Sidekick64 sind SID- und 6510-Jumper gesteckt, der mittlere Jumper auf D0.

    CRTs lassen sich auch nicht aus dem Filebrowser starten, gleicher Effekt.


    Mache ich was falsch? :gruebel:help:

  • wenn ich einen Kernal starten will,

    Kernelstart und Sid+FM-Emu funktionieren nur, wenn Du zwei Strippen von den Chips auf dem Mainboard nach draußen legst und am Sidekick an den Pins ansteckst. Normales CRT starten sollte gehen, versuche mal verschiedene CRT-Typen, also nicht nur EasyFlash-CRT, sondern auch MagicCart oder wie das heißt oder CBM80. Wie sieht das Zeichengeflimmer aus?

  • Okay, danke! :-)

    SID interessiert mich nicht, aber die Jumper sind so richtig?


    So sieht das Flimmern aus. Schlecht zu sehen im Grundgeflacker der 60Hz-Aufzeichnung, aber die Zeichen frieren nicht statisch ein, sondern manche flackern.



    Ich schaue mal, dass ich ein Minicartridge - crt erstelle, hab' gerade nur EF da, mach ich gleich mal...