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Neuzugang: HP 9000/425e (Apollo)


  • Geschenkt bekommen und die Tage abgeholt: Eine Workstation aus der HP Apollo 9000-Reihe. Das Modell 425 verfügt über einen Motorola 68040 Prozessor, der mit 25 MHz getaktet ist. Als Betriebssystem fungiert HP-UX oder wahlweise Apollo/Domain. Meine Maschine trägt allerdings nicht das HP/Apollo-Typenschild, sondern ist eine von Siemens umgelabelte Version, die schlicht "WS 30" heißt. Auf jeden Fall ein schöner Zuwachs bei der 68K-Familie – und natürlich auch bei meinen Workstations, die bisher nur von SGI und Sun stammen.


    Fun-fact: Da bei Auslieferung der 400-Reihe der 68040 noch nicht fertig war, wurden die Geräte mit dem 030 ausgeliefert – inkl. der Garantie, die CPU für "nur" 5.000$ upgraden zu können, sobald der 040 verfügbar ist.


    Hat jemand hier eine Ahnung, was diese Geräte damals™ (so um 1990) gekostet haben? Das muss doch schon 5-stellig gewesen sein, wenn HP 5.000 Schleifen für ein CPU-Upgrade haben wollte.

  • Hat jemand hier eine Ahnung, was diese Geräte damals™ (so um 1990) gekostet haben? Das muss doch schon 5-stellig gewesen sein

    Ganz sicher. 1992 hat schon der 386-40 meiner Mutter mit Drucker und Monitor bei Escom noch 5000 DM gekostet.
    Das professionelle Zeug war ja weit teurer..

  • Nein, der Monitor ist bei mir nicht dabei. Ich hoffe aber, dass es nicht zu kompliziert ist, einen normalen Monitor anzuschließen, da dieses Modell wohl als erstes unter den HP-Workstations einen normalen 15-Pol-VGA-Anschluss besitzt und nicht mehr diese 13W3-Dinger. Die 3-Tasten-Maus ist leider von Logitech und nicht original HP und beim Keyboard weiß ich es noch nicht. Cursortasten auf der linken Seite sind schon mal ungewöhnlich.

  • Och, vor den 13W3-Anschlüssen braucht man keine Angst haben. Adapter gibt es auch dafür. Es sollte aber nicht schwierig sein, da einen normalen CRT-Monitor anzuschließen. Alle höherwertigen Monitore sollten mit der Apollo kein Problem haben. Der abgebildete HP-Monitor ist übrigens ein sehr gutes Gerät, das von Sony hergestellt wurde.
    Die Logitech-Maus liegt dafür wahrscheinlich besser in der Hand. Die original HP-Maus sieht zwar ganz nett aus, fand ich aber für mich unpassend.


    Ich finde die HP Apollo Maschinen sehr solide und absolut hochwertig aufgebaut. An den Geräten sieht und fühlt man einfach noch, dass da eine Menge Ingenieursleistung reingeflossen ist und auch am Material nicht gespart wurde.

  • Och, vor den 13W3-Anschlüssen braucht man keine Angst haben.

    "Angst" habe ich davor nicht. Aber die Belegung war halt meiner Erfahrung nach nicht einheitlich. Ich habe ein Adapterkabel auf VGA – das funktionierte aber erstmal nur mit SUN, nicht mit SGI.


    Der abgebildete HP-Monitor ist übrigens ein sehr gutes Gerät, das von Sony hergestellt wurde.

    Die "besseren" Hersteller haben seinerzeit gerne auf Sonys Trinitron-Röhren zurückgegriffen. Ich habe noch 2 SGI 20-Zöller mit Sony-Röhre (was für Kolosse) und auch fast alle frühen Apple-Monitore hatten diese (nur in einer Richtung gebogenen und mit Schlitzmaske versehenen) Röhren drin. Weil ich früh auf diese Bildschirme "geeicht" war (früher Nebenjob in der Grafikabteilung eines Industrieunternehmens), konnte ich mir das "verzerrte und verwaschene" Bild der anderen Bildschirme lange nicht gut angucken.


    Die Logitech-Maus liegt dafür wahrscheinlich besser in der Hand.

    Ich weiß ja nicht. Ein Ausbund an Ergonomie scheint die auch nicht zu sein. Vor allem ist die aber richtig schön gelb geworden (was dem Rechner und dem Keyboard erspart geblieben ist). Wenn ich irgendwie an eine alte HP-Maus drankomme, dann werde ich die wohl austauschen.


    Auf der Unterseite der Tastatur steht übrigens "Apollo", die ist also original – wobei ich nicht weiß, ob sie genau zu der Typenreihe gehört. Es ist eine andere als auf dem Foto oben, macht aber echt was her.


    Ich finde die HP Apollo Maschinen sehr solide und absolut hochwertig aufgebaut. An den Geräten sieht und fühlt man einfach noch, dass da eine Menge Ingenieursleistung reingeflossen ist und auch am Material nicht gespart wurde.

    Auf jeden Fall. Das Gerät ist ja gar nicht so groß, man wundert sich aber, was die Kiste wiegt. Und wenn man sie öffnet, dann sieht es darin nicht nur sehr aufgeräumt aus (keine PC-Kabelbäume), sondern es erklärt sich auch das Gewicht: ein alles umschließender Metallkäfig aus (gefühlt) 1mm-"waffenfähigem Stahl". ;) Diese Bauweise liebe ich einfach an den Workstations – die waren teuer aber da wurde halt alles sehr gut geplant und "das Beste vom Besten" verbaut.

  • Tape-Images mit der aktuellsten Version von DomainOS für die Apollos
    und eine Menge Doku gibt's übrigens bei bitsavers, mehr Software und weitere Infos bei Jim Rees.


    Auf der 425 läuft neben DomainOS auch HP/UX (man benötigt aber eine andere Tastatur) und NetBSD. DomainOS ist "anders", wenn man Unix gewohnt ist, aber definitiv interessant.

  • Tape-Images mit der aktuellsten Version von DomainOS für die Apollos

    Danke. Aber zum einen weiß ich nicht, wie ich die zur Installation nutzen kann (wie führt man der Maschine ein Tape-Image zu?) und zum anderen werde ich wohl fürs erste nutzen, was schon installiert ist. Was das ist, weiß ich aber noch nicht – ich tippe aber auf das "modernere" HP/UX.


    und eine Menge Doku gibt's übrigens bei bitsavers, mehr Software und weitere Infos bei Jim Rees.

    Vielen Dank für die Links. Da gibt es im Internet doch mehr Infos, als ich zu hoffen gewagt habe.


    Auf der 425 läuft neben DomainOS auch HP/UX (man benötigt aber eine andere Tastatur)

    Ich lade gleich mal Fotos hoch, dann kannst du mir ja bestimmt sagen, auf welche OS-Verwendung mein Keyboard schließen lässt.

  • "Angst" habe ich davor nicht. Aber die Belegung war halt meiner Erfahrung nach nicht einheitlich. Ich habe ein Adapterkabel auf VGA – das funktionierte aber erstmal nur mit SUN, nicht mit SGI.

    Die "besseren" Hersteller haben seinerzeit gerne auf Sonys Trinitron-Röhren zurückgegriffen. Ich habe noch 2 SGI 20-Zöller mit Sony-Röhre (was für Kolosse) und auch fast alle frühen Apple-Monitore hatten diese (nur in einer Richtung gebogenen und mit Schlitzmaske versehenen) Röhren drin. Weil ich früh auf diese Bildschirme "geeicht" war (früher Nebenjob in der Grafikabteilung eines Industrieunternehmens), konnte ich mir das "verzerrte und verwaschene" Bild der anderen Bildschirme lange nicht gut angucken.

    Ich weiß ja nicht. Ein Ausbund an Ergonomie scheint die auch nicht zu sein. Vor allem ist die aber richtig schön gelb geworden (was dem Rechner und dem Keyboard erspart geblieben ist). Wenn ich irgendwie an eine alte HP-Maus drankomme, dann werde ich die wohl austauschen.
    Auf der Unterseite der Tastatur steht übrigens "Apollo", die ist also original – wobei ich nicht weiß, ob sie genau zu der Typenreihe gehört. Es ist eine andere als auf dem Foto oben, macht aber echt was her.


    Auf jeden Fall. Das Gerät ist ja gar nicht so groß, man wundert sich aber, was die Kiste wiegt. Und wenn man sie öffnet, dann sieht es darin nicht nur sehr aufgeräumt aus (keine PC-Kabelbäume), sondern es erklärt sich auch das Gewicht: ein alles umschließender Metallkäfig aus (gefühlt) 1mm-"waffenfähigem Stahl". ;) Diese Bauweise liebe ich einfach an den Workstations – die waren teuer aber da wurde halt alles sehr gut geplant und "das Beste vom Besten" verbaut.

    Ich sehe schon, Du magst die Wertigkeit dieser Geräte genauso wie ich. :-)
    Ja, da hast Du recht, das scheint vom Gewicht bei den Geräten tatsächlich Panzerstahl zu sein. Und genau dieser Wertigkeit, nicht nur beim Gehäuse, ist das, was mich begeistert, was man qualitativ auf die Beine stellen kann, wenn man denn will.
    Die billigst PC-Gehäuse von heute sind dagegen irgendwie ziemlich müllig.


    Ja, 13W3 kann durchaus mal untscheidlich sein. Ich habe mich mit dem Anschluss hauptsächlich auf der Sun-Linie bewegt. Eizo hat den aber auch mal verwendet. Ich habe in einer Kiste eine ISA-Grafikkarte von denen mit 13W3-Anschluß.


    Was Du zu den Monitoren schreibst, kann ich absolut nachvollziehen. Die Sony-Trinitron-Röhren in den hochwertigen Linien waren und sind schon echt sehr gut. Aber die gab es natürlich auch nicht "hinterhergeschmissen". Wer sowas hat, gibt es wahrscheinlich nicht mehr her.


    Auch habe ich jetzt kürzlich von einer Studie gelesen, die sich mit LED als Beleuchtung beschäftigt hat, dass LED's die Schädigung der Augen stark begünstigen. Und die LED's sitzen ja heute auch in den aktuell neuen Monitoren drin. Das wird bestimmt noch spannend, wie die Augen sich bei den Menschen über die Jahre verändern bzw. schlechter werden. Von daher kann sich jeder glücklich schätzen, wer noch einen schönen CRT-Monitor hat.


    Danke auch für die Bilder der Apollo. Auf dem einen Bild hast Du da sogar noch eine originale Hewlett-Packard Festplatte. Die Dinger waren damals auch richtig teuer, wenn man da was haben wollte. Heute bekommt man eine Hewlett-Packard-Festplatte kaum noch. Gratuliere.

  • Auf dem einen Bild hast Du da sogar noch eine originale Hewlett-Packard Festplatte.

    Kannst du anhand der Typenschilder erkennen, wieviel Speicher die hat? (warum wurden früher die wichtigsten Angaben immer weggelassen? – interessiert ja keinen, wieviel Speicher ein RAM-Riegel oder eine Festplatte hat) Und kannst du an der Tastatur (nochmal: Cursortasten links!!! – die waren kreativ) erkennen, für welches OS die gedacht war?


    Von daher kann sich jeder glücklich schätzen, wer noch einen schönen CRT-Monitor hat.

    Bei den Röhren beschwerte man sich über die Strahlung. Irgendwas ist immer. Z.Z. gucke ich auf einen 30-Zöller, der noch keine LED-Hintergrundbeleuchtung hat. Ist vielleicht das gesündeste Mittelding, wird aber nicht ewig halten.



    Es ist schon interessant, dass diese Workstation, so solide sie auch gebaut ist, doch "nur" einen 68040/25 verbaut hat – eine "normale CPU", die ca. ein Jahr später auch von Apple in die Quadra-Macs eingebaut wurde (die dagegen als echte Schnäppchen dastehen, obwohl die auch nicht billig waren). Von der Rechenleistung her dürfte sich das Gerät also nicht allzu weit oberhalb normaler 1990er-PCs bewegt haben – und trotzdem war das Hi-End-Technik, die sehr teuer verkauft wurde und nur für sehr spezielle Zwecke genutzt wurde, wie CAD/CAM oder Publishing.*


    *) Was waren unter HP/UX (oder Domain-OS) eigentlich die führenden Programme für die genannten Zwecke?

  • Ich denke Du hast die SCSI-SE-Ausführung der C2235 oder?
    Prinzipiell gab es die auch in HVD- und IDE-AT-Ausführung.
    Aber die Eckwerte der Festplatte waren davon unabhängig. Folgendes gibt mein Archiv her:
    422 MB, 12,6 ms mittlere Zugriffszeit, 3 ms mittlere Track-Wechselzeit, 2,2 MB/s Datenrate, 64 kB Cache
    Schnittstelle der SCSI-SE-Ausführung ist SCSI-2.


    Sie soll 1546 Zylinder und 9 Köpfe haben, 3600 U/min.


    Energieverbrauch:
    Idle: 10 W
    Zugriff: 11,8 W
    Hochlauf: 28 W


    Die MTBF ist mit 150000 h angegeben.
    Das waren im wesentlichen die Daten, die ich habe.


    Das ist ein richtig schönes Teil mit ordentlichen technischen Daten. :-)


    Das mit der Strahlung bei den Röhren habe ich auch gehört. Das halte ich allerdings für weniger kritisch. Das kann man gut über den Abstand regeln. Das mit den LED's fand ich allerdings schon sehr interessant. Die Beleuchtung mit den Röhren war laut Studie unauffällig. Genauso wie die Standard-Glühlampe mit Wendel.
    Viel kann man aber sicherlich bei allen Monitoren über die eingestellte Helligkeit regeln. Viele Kollegen haben die Helligkeit der Monitore immer voll aufgedreht. Ich gehe da den anderen Weg und habe die eher im unteren Bereich und verdunkle lieber etwas die Umgebung, so dass der Monitor nicht gegen die direkte Sonne ankämpfen muss. Das schafft er ohnehin nicht vernünftig. Nebenbei belohnen die Monitore es mit deutlich längerer Lebensdauer ist meine Erfahrung.


    Bzgl. Rechenleistung ist das natürlich richtig, dass der 68040 mit 25 MHz nicht der Superhecht ist, aber in der Regel war das Gesamtsystem bei den Maschinen von Sun, SGI und HP sehr gut aufeinander abgestimmt. Und wenn man dann die Systemleistung betrachtet hat, lagen die Geräte wieder ziemlich gut. Vor allem waren die Maschinen meist darauf ausgelegt, dass die eingeschaltet wurden und nicht wieder aus. Die liefen einfach rund um die Uhr und das hat die einfach nicht gestört, gab keinen höheren Verschleiß oder Ausfälle. Die Sun-Workstations, die ich kenne, waren eigentlich immer an. Die wurden nur mal ausgeschaltet, wenn etwas gewartet wurde oder sie physisch von einem Platz an einen anderen umziehen mussten. Auch wurden die immer abends mit Jobs gefüttert, so dass die die ganze Nacht mit Berechnungen beschäftigt waren. Morgens hast Du dann geschaut, wie das Ergebnis ist. Entweder wurden die Jobs dann zeitlich versetzt gestartet oder Du hast etwa abgeschätzt, dass die mit ein paar Aufgaben in etwas morgens durch sein sollte, wenn Du die Jobs parallel gestartet hast.
    Es gab mal ein Projekt, das zeigen sollte, was hier mit Windows-PC's geht. Da war ganz schnell klar, die meisten Geräte kamen mit einer hohen Dauerlast nicht zurecht. Wenn man den Windows-PC aber mit ausgewählten Komponenten ausgerüstet hat, so dass das alles stabil lief, waren die Kisten teurer als die Workstations. Ein normaler PC war und ist irgendwie nicht geeignet, um unter Dauerlast zu arbeiten.
    Ich habe bei der Arbeit lange Zeit zwei Sun-Workstations gehabt, eine Sparc 2 mit 64 MB als normale Desktop-Maschine und eine Sparc 10 mit zwei Doppelprozessormodulen und 512 MB für die Knochenjobs Als externer Zwischenspeicher hing da extern dann eine 5,25"-Festplatte an der 10'er um die temporären Daten lokal ablegen zu können, damit das nicht alles über das Netzwerk geschoben werden musste. Das war eine tolle Maschine, die mich immer wieder fasziniert hat. Die längste Update am Stück waren 628 Tage ohne Booten. Vor allem blieb die schön leise unter Volllast. Mit SGI habe ich jetzt nicht soviel Erfahrung.
    Irgendwann wurde aber dann auf Linux umgestellt und nur noch einige Maschinen für den Notfall aufbewahrt.


  • Das ist eine Apollo-Tastatur für DomainOS, die von meiner (gerade nicht funktionierenden) 4xx sieht recht ähnlich aus:


    Die DomainOS Tape-Images lassen sich über Ethernet von einer im Ostermeyer-MESS (siehe Link bei Jim Rees Apollo-Archiv) emulierten Apollo mit DomainOS booten, hab ich bei meiner DN4000 mangels ESDI-Platte so gemacht (dort mit Hilfe einer etwas schwer zu findenden 3C505 Ethernet-Karte, die Kiste hatte im Original nur Tokenring). Ne Anleitung dafür müsste ich mal schreiben...

  • Das ist eine Apollo-Tastatur für DomainOS

    Cool. Heißt das eigentlich, dass ich wegen des Keyboards auf der Maschine nur Domain OS fahren kann (und HP-UX nicht funktioniert) oder heißt das, dass ich nur mit so einem Keyboard Domain OS fahren kann (aber HP-UX auch)?


    Die DomainOS Tape-Images lassen sich über Ethernet von einer im Ostermeyer-MESS emulierten Apollo mit DomainOS booten

    Ich fürchte, das wird mir schnell zu kompliziert. Beim Kompilieren können ja immer so einige unvorhergesehene Sachen passieren. Ich gucke jetzt erstmal, was auf der Kiste drauf ist und ob sie in ein System bootet. Alles weitere werde ich dann sehen.