Open Source Lizenzen Vergleich


  • syshack
  • 882 Aufrufe 87 Antworten

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  • Darf man GPL Binaries nicht zusammen mit seinem Produkt verkaufen? Dass man den Sourcecode nicht in sein Programm mit Linken darf ist mir klar, dann muss es ebenfalls wieder unter GPL stehen. Wie ist es aber bei den kompilierten Sachen? Ich dachte immer bei Binarys und DLLs ist es egal.
  • Habe das hier gefunden:


    GNU schrieb:

    Erlaubt die GPL, Programmkopien gegen Entgelt zu verkaufen?
    Ja, die GPL erlaubt jedem, dies tun. Das Recht Kopien zu verkaufen, ist Teil der Freie-Software-Definition. Außer in einer besonderen Situation gibt es keine Höchstgrenze, welchen Preis man verlangen kann (die einzige Ausnahme ist das erforderliche schriftliche Angebot den Quellcode bereitzustellen, das einer reinen Binärformat-Freigabe begleiten muss).
  • Lustig, wie damals wegen GPL und Copyrights & co der User und sein Tool zerpflückt wurde.
    Aber als ich mich mal verärgert äusserte dass der Galencia Typ Kohle mit VICE macht aber seinen SourceCode nicht beilegt, dort war es wieder ganz ok, dass er das darf.

    Er verhöhnt das Ganze dann noch mit dem /Source Code/SourceCode.txt File Inhalt:

    Galencia schrieb:

    I'm joking!


    Sorry ;)
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  • Dass man das komplette Produkt weitergeben (und auch verkaufen) darf steht außer Frage. Ein Emulator, auf dem dann was eigenes läuft, ist auch vermutlich kein "derivative work" im Sinn der GPL. Was ich mich oben gefragt habe ist, ob es erlaubt ist, nur TEILE eines Opensource-Projekts weiterzugeben. Falls nicht hindert einen natürlich keiner daran, den kompletten VICE dazuzupacken.

    Ein tool, das das ganze in ein Executable packt, dürfte allerdings auch strenggenommen "derivative Work" sein -- heraus kommt ja ein Binary, das Code eines GPL-Projekts enthält. Darf man weitergeben, allerdings nur mit vollständigem Source (auch für die eigenen Teile) und die GPL muss dann für das komplette Paket gelten.

    Ich persönlich finde die Verbreitung der GPL bedauerlich und bevorzuge für meine eigenen Projekte die BSD Lizenz (2-clause).
  • syshack schrieb:

    Aber als ich mich mal verärgert äusserte dass der Galencia Typ Kohle mit VICE macht aber seinen SourceCode nicht beilegt

    Wie stark ist denn Galencia mit Vice verwoben? Liegen das Spiel und der Emulator als getrennte .d64- bzw. .exe-Dateien vor oder nur zusammen als ein Blob?

    zrs1 schrieb:

    Ein tool, das das ganze in ein Executable packt, dürfte allerdings auch strenggenommen "derivative Work" sein -- heraus kommt ja ein Binary, das Code eines GPL-Projekts enthält. Darf man weitergeben, allerdings nur mit vollständigem Source (auch für die eigenen Teile) und die GPL muss dann für das komplette Paket gelten.

    Sehe ich auch so.
  • In der Itch.io Version 1.5, die ich gekauft habe, ist VICE nicht beigelegt, siehe Anhang.

    In der STEAM (!) verkauften Version hingegen ist WinVICE beigelegt, hier ein Thread dazu:
    steamcommunity.com/app/887510/…ns/0/1708438218852262841/


    Filelist_Galencia1.5.csv.txt
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  • zrs1 schrieb:

    Allerdings Vorsicht, ich bin mir nicht sicher, ob die Weitergabe eines "Teils" von VICE von der GPL abgedeckt ist...
    Klar kann man Teile auskoppeln. Nichts würde einen davon abhalten, z.B. einen eigenen neuen Emulator zu schreiben und zu verteilen, der (nur) die 6510core.*-Dateien aus VICE benutzt, nur muss dann der neue Emulator auch GPL sein. Der Kram, der "in" dem Emulator läuft, kann beliebige Lizenzen benutzen, es gibt ja keine starke Kopplung an den Emulator - offensichtlich, denn man könnte auch einfach einen anderen Emulator benutzen. Wäre das anders als so, müsste auf einmal auch alles, was irgendwie unter dem Linux-Kernel läuft, GPL sein, denn der Linux-Kernel ist GPLv2. Dem ist aber nicht so, siehe hunderte Router oder auch Android. Und auch dort werden die Kombinationen aus GPL und Closed Source ggf. einfach als eine Datei (Image) ausgeliefert. Das reine "logistische" Kombinieren von Binaries hat lizenztechnisch keine Konsequenzen.
  • Das ganze ist schon ziemlich fair. Man bekommt den Emu ja geschenkt. Daher muss man alle 'Aenderungen' am Emu ebenfalls frei zugaenglich machen.
    Das kann auch prima kommerziell eingesetzt werden und spart ne Menge Geld/Aerger (im Vergleich zu 'Neu schreiben' von XYZ).
    Der The64 nutzt vice und verhaelt sich leider recht grenzwertig was die Beachtung der GPL angeht. Das finde ich traurig.
    Der Author von Galencia hat darauf meines Wissens nach aber zB reagiert.
    Unwissenheit ist zwar keine Entschuldigung aber wenn jemand nachbessert ist doch alles prima.
  • Interessant wohin sich die Eingangsfrage entwickelt hat. ;) Nur um das Klarzustellen: Ich plane weder WinVice (oder Teile daraus) kommerziell zu vermarkten noch in irgendeiner Form zu verändern. Eigentlich will nur ein Trottel es nem anderen Trottel möglichst einfach machen. Diese Frage ist auch weitestgehend geklärt. Danke dafür an alle.

    Ein Anmerkung zum entstandenen Subthema möchte ich dennoch loswerden: Wäre es nicht am geschicktesten, wenn man der Meinung ist, dass Lizenzvereinbarungen missachtet werden, den Kontakt zum Lizenzinhaber (hier meine ich das WinVice-Team) zu suchen? Wenn von dort dann ein "stört uns nicht, mach ruhig/sollen die nur" kommt, ist die Sache doch vom Tisch, oder? Klar, dann kann sich nicht mehr so schön ärgern, aber irgendwie fände ich das zielführender. ;)
  • Courage schrieb:

    Wenn von dort dann ein "stört uns nicht, mach ruhig/sollen die nur" kommt, ist die Sache doch vom Tisch, oder?
    Jein, denn die Antwort auf die Urfrage davor ist eigentlich schon gegeben ohne dass die Frage um Erlaubnis gestellt werden müsste, indem das ganze unter eine bestimmte Lizenz gestellt wurde, die genau das bereits erklärt. Das Vice-Team (dem Vice streng genommen auch nicht wirklich "gehört") kann da nicht nach gutdünken bestimmen, wer diese Lizenz nun beachten muss und wer sie misachten darf.
  • GenerationCBM schrieb:

    Das Vice-Team (dem Vice streng genommen auch nicht wirklich "gehört") kann da nicht nach gutdünken bestimmen, wer diese Lizenz nun beachten muss und wer sie misachten darf.
    Doch, dass kann der Rechteinhaber schon. Er kann auch individuelle Ausnahmen - am besten schriftlich - erteilen.

    Das wäre ja vollkommen absurd, wenn der Rechteinhaber nicht entscheiden könnte, wer, wie und was mit seinem Produkt machen darf. ;)
  • syshack schrieb:

    Aber als ich mich mal verärgert äusserte dass der Galencia Typ Kohle mit VICE macht aber seinen SourceCode nicht beilegt, dort war es wieder ganz ok, dass er das darf.
    Das sind ja auch zwei voellig verschiedene Dinge, und zudem war das doch sogar vom VICE-Team her abgesegnet??
    - neue Spiele für den C64 -
    shotgun.drwuro.comfrogs.drwuro.comshadow.drwuro.com
  • Verstehe ich nicht für den vorliegenden Fall, dass VICE nur dabei ist.
    Die Lizenz verlangt doch nur, dass klar gemacht wird, dass es sich um freie Software handelt und Zugang zum
    Sourcecode bereitgestellt wird. Da reicht es doch ein Readme zu machen, wo man zum Sourcecode verlinkt, der ja nicht geändert wurde
    und die COPYING Datei mit reinzupacken. Die Lizenz sagt nichts über den Preis, nur darüber dass die Software freie Software sein muss, also frei kopierbar und änderbar sein muss.
    Ich finde die Stelle nicht, die sagt, dass alles komplett dabei sein muss. Die C64 Software muss auch nicht im Sourcecode vorliegen.
    Das muss nur geschehen, wenn an der VICE Software selbst etwas verändert würde. Dann muss der Sourcecode wieder frei zugänglich sein.
  • Solange man an VICE nix ändert und das fertige Binary einfach nur mit seinem Produkt mitgibt, sollte es keine Probleme mit der GPL geben. Wie schon geschrieben, ein Readme mit dazu, wo drinsteht, dass VICE GPL ist und blabla und dass das eigene Produkt aber z.B eine eigene Lizenz hat und gut is.

    In meiner ExFirma wurde sehr viel Geld mit GPL Software verdient, alles legal. Da lag der Wert in der Zusammenstellung und Konfiguration für den Kunden.

    Ich bin aber kein Anwalt und meine Aussagen hier dürfen nicht als Rechtsgrundlage für irgendwas dienen.
  • Snoopy schrieb:

    GenerationCBM schrieb:

    Das Vice-Team (dem Vice streng genommen auch nicht wirklich "gehört") kann da nicht nach gutdünken bestimmen, wer diese Lizenz nun beachten muss und wer sie misachten darf.
    Doch, dass kann der Rechteinhaber schon. Er kann auch individuelle Ausnahmen - am besten schriftlich - erteilen.

    Das wäre ja vollkommen absurd, wenn der Rechteinhaber nicht entscheiden könnte, wer, wie und was mit seinem Produkt machen darf. ;)

    Das widerspricht aber dem Geist der GPL. Nach der keine Diskriminierung - in diesem Fall positive, sprich Bevorzugung - von Anwendern.erlaubt ist:

    Open-Source-Software zwischen Moral und Freiheit
    Hiernach darf freie Software von jedermann für jeden Verwendungszweck und frei von Lizenzgebühren genutzt werden. Das Verbot der Diskriminierung von Personen und Verwendungszwecken wird dabei sehr ernst genommen. Die Free-Software-Definition dazu: “The freedom to run the program means the freedom for any kind of person or organization to use it on any kind of computer system, for any kind of overall job and purpose, without being required to communicate about it with the developer or any other specific entity.”

    “Jeder” ist hiernach jede Person, jedes Unternehmen und jede Institution. Damit ist auch ein Ausschluss militärisch operierender Firmen oder derart agierender staatlicher Einrichtungen mit der Definition von freier Software inkompatibel. Gleiches gilt für Einschränkungen der Verwendungsfreiheit. Ziffer 6 der Open-Source-Definition sagt es ganz deutlich: “The license must not restrict anyone from making use of the program in a specific field of endeavor. For example, it may not restrict the program from being used in a business, or from being used for genetic research.” Ganz gleich also, was der Nutzer mit der Software machen will: Bei Open Source geht die Verwendungsfreiheit jeglichen ethischen, moralischen oder sonstigen Bedenken vor.
  • @ZeHa ersteres wäre zumindest zu überprüfen, wenn eben nur Teile von VICE weitergegeben werden. Ist das Weglassen von Dingen, die nicht gebraucht werden "derivative work"? Ich vermute auch, dass das nicht so ist, bin mir aber nicht sicher.

    Letzteres ist, rein lizenzrechtlich gesehen, falsch, mag aber in der Praxis "ok" sein, weil es sowieso keinem auffällt.
  • Ich verstehe "derivate work" darin, dass jemand versucht durch eigne Veränderung der Software Rechte zu erlangen.
    Diese müssen aber wieder frei zur Verfügung gestellt werden.
    Das ist nicht der Fall. Wichtig ist nur, dass die Software frei zugänglich gemacht wird und die GPL mit dabei ist.
    Heißt für mich wenn Teile fehlen, Zugang zu den kompletten Sourcen per Readme und Link, sowie GPL Datei (COPYING).

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