Defekter Monitor Philips CM8802/00G - Teil 2

Es gibt 31 Antworten in diesem Thema, welches 7.092 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (10. April 2020 um 20:55) ist von FranticFreddie.

  • Hallo Leute,

    ich wünsche euch ein frohes neues Jahr!

    Dank Urlaub kann ich mich endlich wieder einmal um meine geliebte Hardware kümmern :)
    Mein Philips Monitor CM8802 macht mir seit ein paar Monaten wieder Probleme.

    Zur Erinnerung, ich hatte bei diesem Monitor vor ziemlich genau einem Jahr den Zeilentrafo getauscht:
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    Jetzt habe ich folgendes Fehlerbild (linkes Bild mit Fehler, rechtes Bild normale Anzeige):
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    Es sieht so aus, als ob manche Zeilen um genau ein Pixel verschoben sind.
    Die Pixel flimmern dann leicht.

    Das Problem tritt immer nur zeitweise auf, meistens für ein paar Minuten nach dem Einschalten wenn der Monitor noch kalt ist.
    Dann verschwindet der Fehler wieder und die Anzeige schaut ganz normal aus.

    Was ich sicher sagen kann, es handelt sich um ein Monitor Problem.
    Steckverbindungen im Monitor habe ich bereits überprüft.
    Außerdem hatte ich versucht den Fehler mit Kältespray einzugrenzen, leider erfolglos.

    Für Tips zum Lokalisieren des Fehlers wäre ich euch sehr dankbar!

  • Scheißfehler. Hatte ich vor einiger Zeit schon mal. Bei dem Gerät war der Fehler nach erneutem Trafotausch erstmal weg. Kam aber nach einiger Zeit wieder.

    Reparaturtipps auf eigene Gefahr! Ihr seid alt genug, um zu wissen, was Ihr tut. :wink:
    Strom macht klein, schwarz und hässlich. :strom:

  • Also der Fehler ist ein Versatz in den Zeilen.
    Direkt Pixel gibt's beim crt ja nicht.

    Wenn der Fehler vor allem im kalten Zustand Auftritt und dann schwindet, lässt das elkos vermuten.
    Anhand des fehlerbildes könnte es was im Bereich der horizontalen Ablenkung bzw der Erzeugung der passenden referenzsignale liegen.
    Hatte ich schon mal bei einem alten Fernseher.

    Gruß C-Man

  • Oft hat ein derartiges Temperaturverhalten mit Kondensatoren oder Lötstellen zu tun. Nach der Beschreibung würde ich auch auf einen Kondensator tippen.
    In der Regel sollte halt was über Temperatur unterschiede (Abkühlen oder Erwärmen) herauszufinden sein.

  • Die horizontale Position eines Pixels wird ja über den H-Sync-Impuls und der Zeit, die seit dem letzten H-Sync vergangen ist, festgelegt. Bei PAL mit 625 Zeilen ist die Zeit für 1 Zeile exakt 64us. Davon geht die Zeit für den Zeilenrücklauf und den Sync (+ Schwarzschulter + Burst) ab, der Rest ist die Zeit, in der der Strahl von links nach rechts läuft (und gleichzeitig in der Intensität moduliert wird). Da die Fehlerbilder keinen Hinweis auf auf eine Nichtlinearität zeigen (der Versatz scheint während der ganzen Zeile gleich zu sein), würde ich den Fehler im Bereich des Sync-Separators bzw. der Triggerschaltung suchen, die den Strahl am Anfang der Zeile wieder loslaufen lässt.
    Da das Fehlerbild so schön gleichmäßig ist (jede 2. Zeile, so wie es scheint), könnte das Problem auch mit den Halbbildern zusammenhängen. Denn obwohl der C64 ein nicht normgerechtes Signal mit nur 624 Zeilen erzeugt, wird dieses in 2 (gleichen) Halbbildern mit je 312 Zeilen dargestellt. Der C64 gibt lediglich 2x hintereinander dasselbe Halbbild aus, um auf die 624 Zeilen zu kommen. Daher wäre jetzt mein Ansatz, zu prüfen, ob der Zeitpunkt für den Beginn einer Zeile (fälschlicherweise) für das 1. und das 2. Halbbild verschieden ist. Und wenn ja, warum? Die vorigen Posts könnten da von der Richtung her passen - evtl. ist eine Referenz instabil, weil ein Elko massiv Kapazität verloren hat? Oder haben die Sync-Signale verschliffene Flanken? Dann würde sich eine unsaubere Schwelle als zeitlicher (und damit auf dem Bildschirm örtlicher) Versatz auswirken. Oder Flimmern die Kanten? Das sieht man natürlich auf dem Standbild nicht. Falls ja, wäre auch zu überprüfen, ob evtl. irgendwie ein 50Hz Netzbrumm aus der Versorgung (defekter Elko in der Siebung) zu den Phänomen führt.
    Alles Spekulationen, aber vielleicht ist ja ein Ansatz dabei, der weiterhilft. Viel Erfolg!

  • Ich bin jetzt endlich mal dazu gekommen am Monitor zu arbeiten.

    Erst einmal vielen Dank für eure Antworten!

    Folgender Zwischenstand:
    Da in fast allen Kommentaren die Vermutung nach einem defekten Elko gefallen ist, habe ich mir jetzt die Arbeit gemacht und alle Elkos im Gerät getauscht (bis auf einen bipolaren, welchen ich nicht auf die Schnelle auftreiben konnte)
    --> Fehler besteht leider immer noch :thumbdown:

    Also bin ich nochmals mit Kälte rangegangen und habe nach und nach die kompletten Bauteile auf den Platinen gefrostet.
    Leider kein Erfolg beim Eingrenzen des Fehlers, jedoch hat sich das Verhalten etwas geändert. Als der Monitor nach der letzten Kälteaktion und ein paar Stunden Ruhe wieder in Betrieb ging, war der Fehler weg.
    Heute wieder eingeschalten und Fehler immer noch weg. Nach einer halben Stunde war es dann wieder so weit :S
    Irgendwie fies. Die Theorie, dass der Fehler immer nur auftritt, wenn der Monitor kalt ist, ist jetzt also wiederlegt.

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    Ganz so gleichmäßig ist der Fehler nicht, manchmal tritt der Versatz nach zwei oder drei Zeilen auf.
    Ja, die Kanten flimmern.

    Anscheinend muss ich wohl doch etwas systematischer an die Sache rangehen...
    Im Service Manual sind im Schaltplan ja einige Signalverläufe abgebildet.
    Muss da mal eine Weile draufschauen und versuchen den Sync-Bereich und die Referenzsignale ausfindig zu machen.

    Kann ich mit meinem 20MHz 2 Kanal Oszilloskop die Refernzsignale vernünftig messen?
    Oder braucht`s da was anderes für?

    Meine Zeit ist derzeit leider sehr begrenzt, seht es mir bitte nach, wenn die Antworten sich verzögern...

  • So, heute hat mich wieder einmal der Ehrgeiz gepackt und ich habe mich noch einmal einige Stunden an meinen Monitor gesetzt.

    Leider immer noch ohne Erfolg.

    Ich verstehe einfach zu wenig die Monitortechnik um messtechnisch den Fehler einzugrenzen bzw. um eure Ratschläge ohne weitere Hilfe umzusetzen.

    Da ich mittlerweile einen zweiten und baugleichen Monitor habe, kann ich Teile zum Testen quertauschen.

    Ich habe zur besseren Übersicht einen zusammenhängenden Schaltplan gebastelt.

    Im Schaltplan habe ich alle Stellen grün markiert, welche ich als Fehlerquelle bereits ausschließen kann.

    Außerdem noch alle Elektrolytkondensatoren, die sind schon von mir getauscht.

    Durch Kälte und mechanische Beanspruchungen (klopfen, biegen) konnte ich keine Beeinflussung des Fehlers feststellen.

    Ich habe auch einige Signale mit meinem Oszilloskop nachgemssen.

    Leider konnte ich nichts auffälliges feststellen, aber mir fehlt da auch die Erfahrung um beurteilen zu können ob das so in Ordnung ist.

    An welcher Stelle im Schaltplan finde ich den von Computerbastler genannten Sync-Separator und die Triggerschaltung? :rolleyes:

    Wenn Ihr mir sagt wo ich was messen soll, dann stelle ich die Ergebnisse gerne hier ein.

    Ich bin weiterhin für jeden Tip von euch dankbar und offenbar auch angewiesen.

    Ich will den nervigen Fehler endlich loswerden :)

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  • Du schreibst, Du hast alle Elkos getauscht. Wirklich alle (große und kleine)? Oft kann auch ein kleiner eine große Auswirkung haben. Daher frage ich.

  • Ok, ne, muss sich auch nicht ändern, wenn die Elkos ok waren.

    Mit Kälte hast Du den Fehler nicht verändern können. Hast Du es auch mit Wärme probiert? Manchmal zeigt sich die Auswirkung nur bei höheren Temperaturen. Dazu habe ich aus Deiner Beschreibung nichts herauslesen können.

  • Hallo Leute,

    nachdem die Fehlersuche mit Wärme auch nicht erfolgreich war, habe ich mir aus einem 1084 den Zeilentrafo geborgt und in den 8802 eingebaut.

    Und siehe da, der Fehler war weg!!!

    Zur Sicherheit auch noch die Gegenprobe gemacht und den Zeilentrafo vom 8802 in den 1084 eingbaut --> Das Flimmern ist mitgewandert.

    Die Ursache ist also endlich gefunden ---> Der Zeilentrafo!!!

    SamW hatte den Hinweis anfangs ja schon gegeben, ich hielt es aber einfach zu unwahrscheinlich, dass dieses Phänomen aufgrund von defekten Zeilentrafos auftreten soll, und das der Fall dann auch schon drei mal eingetreten ist. Zumal meiner ja auch "neu" ist.

    Oder kann es sein, dass die "neuen" Trafos andere elektrische Eigenschaften haben wie die alten und diese gar nicht defekt sind?

    Vielleicht muss irgendwo etwas angepasst werden, damit der Trafo verwendet werden kann?

    Original war ein AT2079 eingebaut, als Ersatztyp habe ich einen HR7506 besorgt.

    Schade um das Geld, einen weiteren HR7506 zu besorgen ergibt dann ja irgendwie auch keinen Sinn... :nixwiss:

  • Vielleicht ist der HR7506 etwas knapper bemessen als der Originale AT2079. Wenn der erst ein Jahr als ist, kannst Du den vielleicht über die Gewährleistung tauschen lassen. Wenn die Firma gut gut ist, wird sie das machen. Wenn Du den von Privat gekauft hast, wird es sicher nichts.

    Wobei für den AT2079 hier ein anderer Zeilentrafo als Ersatz angegeben wird:

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    Prüf doch nochmal, ob Du auch den richtigen verwendet hast. Wenn Du einen anderen benötigst, wäre das vermutlich die Erklärung, warum der bei Dir hops gegangen ist.

    Hier gibt es auch noch einen anderen für den AT2079:

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    Steht auf dem originalen noch mehr als nur AT2079 drauf?

  • Meinen Ersatz habe ich hier gekauft:

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    Ich war damals schon verunsichert ob es der richtige ist, aber der HR7488 hat 11 Pins, ich brauche aber einen mit 9 Pins.

    Es konnte also nur der HR7506 sein.

    In der Beschreibung von Dönberg steht außerdem beim HR7506 auch der AT2079 dabei.

    Den Originalen Trafo habe ich nicht mehr.

    Auf dem vom 1084 steht folgendes: E39144, TYPE AT2079, 30102 TY, 8915

    Bei dem hier

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    ist leider kein Pinout dabei...
    Muss ich mal anfregen, der ist ja vergleichsweise günstig.

    SamW: Bei welchen Trafos ist denn bei dir das Problem aufgetreten?

  • Ok, die Anzahl der Pins habe ich nicht verglichen. Aber klar, die muss natürlich passen, außer es wären blinde Pins, die man auch weglassen könnte. Aber das dürfte wohl eher unwahrscheinlich sein.

  • Sollte nicht eher der HR7533 der passende Ersatz für einen AT2079 sein? Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.

    Der oben verlinkte hat zwar die gleiche Pinanordnung, ist aber innen anders beschaltet.

    CU

    Kratznagel

  • Der von mir gepostete Schaltplan weiter oben passt an der Stelle mit dem Zeilentrafo überhaupt nicht.

    Ich habe deshalb die Verschaltung anhand der Platine nachvollzogen und mit den Schaltplänen vom HR7506 und dem HR7533 abgeglichen.

    Der HR7506 scheint zu passen, der HR7533 passt von der Belegung gar nicht.

    Ich habe mir jetzt einen neuen auf Ebay bestellt.

    Der sieht dem Originalteil sehr ähnlich.

    Ich hoffe mit dem habe ich mehr Glück.

    Interessant wäre es natürlich zu wissen, welchen Typ und Hersteller SamW eingebaut hatte.

    Er hatte ja auch dieses Problem.

  • Das finde ich merkwürdig. Gibt es denn von dem AT2079 verschiedene Typen? Ich hatte letztes Jahr nämlich bei einem CM8833-II den original verbauten (und defekten) AT2079 gegen einen HR7533 getauscht, und der läuft bisher ganz gut.

    CU

    Kratznagel

  • Wahrscheinlich muss man da genau hinsehen, welches Chassismodell im Monitor eingebaut ist. Ich kann mir vorstellen, dass die variieren und außen am Monitor die gleiche Bezeichnung steht. Auch sind die Modellbezeichnungen CM8833-II und der im Betreff schon unterschiedlich. Dennoch könnte es das gleich Chassismodell in den Monitoren sein.

  • Es gibt laut Dönbergs Homepage mindestens drei verschiedene AT2079 Typen (HR7488, HR7533 und der 7506)

    Ich habe mal in den Schaltplan vom CM8833 die Pinnummerierung von meinem 8802 eingetragen.

    Wenn man diese mit dem Schaltbild vom HR7506 vergleicht, dann sieht es passend aus (nur bei Pin 2,5,6 gibt es Abweichungen, aber ich denke das passt trotzdem)

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