Wird es irgendwann neue SID-Chips geben?


  • chris77
  • 5937 Aufrufe 198 Antworten

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  • ACB ist vermutlich eher schlichtweg ein Markenname fuer die konkrete Implementierung von Roland. Ein anderer Hersteller duerfte das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auch ACB nennen. Was letztendlich passiert, kann aber natuerlich prinzipiell das gleiche sein. Laut Roland wird dabei das Klangverhalten jedes einzelnen Bauteils simuliert.
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  • Ja, denke auch, dass das exakt das gleiche ist wie u-he oder Synapse mit The Legend und andere machen. Nämlich wirklich die elektronische Schaltung zu simulieren oder jedenfalls die Teile davon, die für all die Nichtliniaritäten, Verzerrungen, Bauteilschwankungen etc. verantwortlich sind. Wie weit das nun der einzelne treibt und welche Sachen nun vom SID wirklich simuliert sind, kann ich nur vermuten, wahrscheinlich "nur" das Filter. Im ReSID Code sieht man auf jeden Fall das was mit Netzliste gemacht wird. Also anders als sonst an die Sache ran gegangen wird(Wellenform Annäherungen, klassische digitale Filteralgorithmen etc.)
  • Das wird wohl daran liegen, dass der SID bis auf die Filter komplett digital arbeitet, daher ist die Erzeugung der Wellenformen usw. vermutlich keine allzu komplizierte Sache bzw. ist vermutlich auch weniger Schwankungen unterlegen. Aber das ist jetzt nur mal ins Blaue geraten, ich hab da nicht wirklich die Ahnung davon.
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  • kinzi schrieb:

    "Weiß man doch, dass wegen des Herstellungsprozesses keiner wie der andere klingt."

    Aber wehe, einer baut das Teil nach, das muss dann bitte schon genau wie das Original klingen! Am besten wie alle die oben erwähnten Originale. Und zwar gleichzeitig.
    Minus den Filter je SID klingt eigentlich jeder 6581 untereinander gleich. Also ein Tune wie Mark C.s Ghost 'n' Goblins, welcher meine ich keine Filtersounds verwendet, oder andere Bsp. wie Solomon's Key (D. Whittaker) klingt auf allen meinen ca. 14 SIDs exakt gleich. Ich bin das also nicht mehr, der so etwas behaupten würde.
    Bis auf einen von meinen beiden Rev.4AR und den meisten Rev.R4s vlt., aber das ist jetzt schon wieder zu viel sich an Nuancen geklammert, ich wollte ja bei obigem Satz bleiben (weil so ist das eigentlich, Fakt).

    ZeHa schrieb:

    da war der Lautsprecher jetzt auch nicht unbedingt so ueberragend
    Oh doch, die Lautsprecher etc. gerade in den alten bzw. so ab Ende 80er circa TVs taugten teilweise immens. ;) Allein schon deshalb weil es noch richtige Lautsprecher waren (große). Ich erinnere mich noch ein einen Grundig (noch ohne Scart, knapp bevor es Serie war), der hatte einen klaren + separierten Stereosound (vier Lautsprecher, einer für Höhen und einer für's normale je Seite, bzw. sogar sechs insg. da setlich auch noch welche zugeschaltet werden konnten) der seinesgleichen suchte [stand auch schön HIFI Stereo dran ;), und das traf bei dem auch zu]. Weil das teilweise noch echte Qualität und Mühe war, die dahinter steckte. 800% besser als alles in den Flachbildschirmen sowieso, das sind ja fast nur noch PC Speaker (so dünn klingen diese kl. Teile nur noch).
    ' war Anfang 2000 schonmal unter dem Kennnamen 'c64fan' hier unterwegs.
  • Ich hab damals nur Daddeln wollen. Teilweise fand ich die Musik schon toll, aber eher weniger wegen dem SID sondern der Musik an sich. Melodien und so.

    Als dann der Amiga kam mit seinen Samples fand ich das dann toll und modern und fand dass der C64 voll oll klang. 1988 war in der Pop-Musik halt auch überall Sampling angesagt.

    Aber heutzutage mit dem Abstand den man hat ist der SID natürlich schon ein wichtigeres Instrument als die schnöde Paula.

    Aber man kann sich schon reinsteigern in Details...

    So, jetzt dürft ihr mich auch den Scheiterhaufen tragen. :D
  • Ne, wieso auch, bis auf das "nur Daddeln" ging mir das ganz ähnlich. Also ich selbst habe zwar auch versucht, Musik zu machen, aber damals mit etwas BASIC und ohne Tools hat das nicht zu viel geführt -- geringe Erfolge nur mit Simons' Basic, klang aber bäh.

    Natürlich war der Amiga dann beeindruckend. Allerdings wohl vor allem deshalb, weil damals eine anständige Sample-Wiedergabe eben keine Selbstverständlichkeit auf jedem Gerät war, so wie heute .. sondern wirklich als etwas NEUES beeindruckt hat. Und damit war natürlich der SID erstmal "doof". Außerdem kam ich auf dem Amiga auch an brauchbare Tools um selbst Musik zu machen (-> MED!).

    Ich denke heute sieht man den SID vor allem deshalb wieder in anderem Licht, weil eher ein analog-Sythesizer in einem Computer eine ganz große Besonderheit ist. Digitalisierten Sound abspielen kann jede Mikrowelle.
  • zrs1 schrieb:

    Ich denke heute sieht man den SID vor allem deshalb wieder in anderem Licht, weil eher ein analog-Sythesizer in einem Computer eine ganz große Besonderheit ist.
    Obwohl im SID analoge Komponenten eine Rolle spielen, ist der aber trotzdem kein Analog-Synthesizer. Der SID verkörpert lediglich einen Sound, der ziemlich unverwechselbar ist und irgendwie den 80ern zugeordnet werden kann.

    Auch wenn es hier so aussieht, als ob der SID eine große Rolle spielt; die Anhängerschaft ist eher klein und viele Retrocomputer Fans kommen auch mit irgendeiner SID Hardware Emulation zurecht, solange nur irgendein Sound generiert wird. Zum Spielen reicht das im Allgemeinen.

    Das klärt auch die initiale Frage "Wird es irgendwann neue SID-Chips geben?".
    Wenn nicht eine Handvoll SID Liebhaber mindestens einen mittleren sechstelligen Euro Betrag in die Hand nehmen und so ein Projekt selber treiben, wird es garantiert keinen neuen SID IC geben.

    Selbst viele C64 Fans werden nicht bereit sein, die Kosten mitzutragen, die sind mit dem, was ein Ultimate64 oder ein FPGASIS liefert vollkommen zufrieden.

  • Wer die Lösung mit dem ReSID Algorithmus zur Simulation nicht mag, dann könnte man darüber nach denken den digital Teil des SIDs per FPGA zu realisieren und vielleicht den Filter Teil wirklich Analog per SMD oder aufzubauen. Da brauch man dann keine ICs fertigen lassen und die Kosten wären wahrscheinlich im erträglichen Rahmen, auch für ein Hobbyprojekt.
  • ckoe schrieb:

    Wer die Lösung mit dem ReSID Algorithmus zur Simulation nicht mag, dann könnte man darüber nach denken den digital Teil des SIDs per FPGA zu realisieren und vielleicht den Filter Teil wirklich Analog per SMD oder aufzubauen.
    Und was machst du mit den analogen Effekten im Digitalteil des SIDs?

    Quellcode

    1. 10 x=rnd(-1963):fori=1to81:y=rnd(1):next
    2. 20 forj=1to5:printchr$(rnd(1)*16+70);:next
    3. 30 printint(rnd(1)*328)-217

    sd2iec Homepage
  • ckoe schrieb:

    Ich kenne den SID nicht wirklich...

    Zur Kenntnis genommen.

    Mit dem Thema SID Nachbau haben sich schon viele beschäftigt, die WIRKLICH AHNUNG haben (und bestimmt gib's jedes Jahr um die Weihnachtszeit einen neuen Anlauf dieses Thema hochzukochen).


    ckoe schrieb:

    ... kann mir nur vorstellen, dass man alles was analog ist raus routet in eine externe Analogschaltung und dann wieder rein in den FPGA, muss dann natürlich eine extra DA Wandlung statt finden.

    Meine Begründung weiter vorne (wurde von ZeHa auch nochmal zitiert) hast du gelesen und verstanden?

    Die Eigenschaften der FETs im SID sind eine Folge des Herstellungsprozesses* und des Betriebs in einem NICHT vorhergesehenen Betriebsbereich.
    Egal wie Du es drehst oder wendest: Solange die für den Klang maßgeblichen Unzulänglichkeiten nicht bekannt sind, wirst Du weder mit analogen Bauteilen, noch
    digital eine Umsetzung hinbekommen. Mit Kenntnis dieser Parameter wäre eine digitale Umsetzung machbar.

    Es sind auch noch andere Probleme zu lösen: Die VCRs für den Filter arbeiten nicht linear, den ansteuernden DACs (für die VCRs)
    fehlt eine Impedanzwandlung und so weiter und so fort.

    Nicht falsch verstehen: Ich sage NICHT, das es nicht möglich wäre das alles zu simulieren (egal ob analog oder digital); aber ohne die Kenntnis bestimmter
    Parameter wird es nicht klappen. Und diese Parameter sind nicht alle bekannt und Herstellungs-bedingten Schwankungen unterlegen.



    * Die Bauteile im SID werden z.T. im Übergangsbereich zw. linearem und Sättigungsbereich betrieben. Die Lage/Parameter dieser Übergangszone schwankt abhängig von
    Prozess.
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