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Neues C64 OS: "C64 OS"

  • Eben hat jemand auf Facebook ein neues OS fuer den C64 vorgestellt mit dem recht schlichten Namen "C64 OS":


    http://www.c64os.com/c64os


    Besonders viel zu sehen gibt es noch nicht, ausser 2 Screenshots mit einer textbasierten GUI.


    Dafuer gibt es aber relativ viel Text zu lesen. Ob das eine Totgeburt wird, kann ich jetzt nicht einschaetzen, habe den Text auch nur ueberflogen bisher. Aber fuer den ein oder anderen bestimmt interessant :)

  • Zu welcher Kategorie gehörte dann SUPRA, falls das jemand kennt?


    Für mich sah das damals wie ein nachgemachtes GEOS aus...


    https://csdb.dk/release/viewpic.php?id=44521&zoom=1

    Brotkasten und 1541 in Originalverpackung
    C64 reloaded MK2 (6581+8580) im schwarzen Gehäuse mit SD2IEC von TFW8b und FC3
    Zwei weitere C64-II, mehrere 1541-II, eine 1581, zwei Datasetten, Originalnetzteile ...
    Quickshot Robot-Arm SVI-2000 mit Interface

  • Ich bin ja reiner Anwender, kein Coder.
    Mir erschließt sich in keiner Weise, was das ganze bringen sollte.
    Damit will ich das absolut nicht schlecht machen, ich verstehe nur die Intention dahinter nicht.
    Wie ja schon gesagt wurde ist das wichtigste, dass es dann auch Software gibt.
    Wer soll das alles coden? Bis es eine gewisse Menge an Software gibt ist das alles doch mehr ein proof-of-concept.
    Wie gesagt, ich will das nicht madig machen...aber ein neues OS in der heutigen Zeit für den Cevi?
    Die beschriebenen Einschränkungen, z.B. dass man ja immer noch die Images wechseln muss, sind ja heute keine mehr, so wie es der Autor auch schreibt.
    Was macht es denn schon? Was für einen echten Mehrwert hat ein OS, wo man vier Diskseiten "theoretisch" komplett in den Speicher laden kann?
    Das gibt es heute schon, siehe die Nuvi-Filme.


    Bin gespannt, was daraus wird. Das Ziel scheint mir etwas sehr hoch gesteckt. Aber schauen wir mal. :)

    Gruß, cp2.

    The one... 2201-db44f915.jpgthat started it all!
    Zitat von ZeHa: "Ich wäre noch für einen "das ist zu teuer"-, einen "das geht auch mit 'nem Raspberry Pi"-, und einen "das ist dann aber nicht mehr original"-Button" :D


  • Ich habe mir bisher nur die erste Seite durchgelesen und bin nicht in die Tiefe gegangen. Trotzdem kurz meine Meinung: Der Autor hat viele richtige Erkenntnisse, zieht aber meines Erachtens falsche Schlüsse daraus. Und er tappt in die gleiche Falle, wie fast alle Protagonisten vor ihm. Ich traue ihm durchaus zu, einen vernünftigen Betriebssystem-Unterbau zu programmieren – er macht einen kompetenten Eindruck und hat auch den nötigen Drive. Er sieht, dass sich die Zeiten geändert haben (das haben viele vor ihm nicht bemerkt) und damit auch die Hardware-Vorausetzungen, auf die ein neues System zugreifen kann, aber auch unterstützen muss. Das ist alles vollkommen korrekt.


    Aber: zum einen erklärt er nicht (zumindest nicht am Anfang, wo es hingehört), für WAS denn das neue OS eingesetzt werden soll, warum man es überhaupt starten soll. Das sollte aber die Kernfrage sein. Wenn er sich nur um die erweiterte Hardware Gedanken macht, bekommt er in etwa heraus, was ein um Treiber erweitertes GEOS könnte. Das ist meines Erachtens nicht zielführend – da die Nicht-Nutzung von GEOS nicht an fehlenden Treibern (oder der mangelnden Performance) liegt, sondern weil es für die User nichts relevantes (mehr) tun kann. Es hat sich nicht nur die Hardware geändert seit den 80ern, sondern vor allem die Verwendung von Computern bzw. IT-Geräten. Man macht (privat) damit einfach nicht mehr das, was man vor 30 oder 40 Jahren damit gemacht hat. Man benötigt also eine andere Art von Programmen und damit auch andere Vorgaben für das darunter liegende OS.


    Zum anderen fängt er an, wie viele seiner Vorgänger, alte Konzepte, ohne sie zu hinterfragen, zu kopieren. Wie z.B. die Menüleiste – als wäre sie, nachdem Apple sie erfunden hatte (der Xerox Alto kannte sie noch nicht), der heilige Gral der GUIs. Bis vor rund 10 Jahren hätte das auch fast jeder unterschrieben. Aber dann kamen Betriebssysteme auf den Markt, die mit knappen Hardware-Ressourcen, Online-Verbindungen und vor allem kleinen Bildschirmen super klar kamen – und ganz ohne Menüleiste oder Fenster. Ich will nicht behaupten, dass das der neue heilige Gral ist und man das jetzt alles ähnlich machen muss – aber man sollte die Erkenntnisse der Neuzeit nicht außen vor lassen und als erstes eine Menüleiste auf einen 320x200 Pixel Screen zaubern.


    Beide Punkte haben sogar etwas miteinander zu tun – die veränderte Verwendung von Endnutzer-Devices und die darauf reagierenden GUIs. Es geht heutzutage weniger als je zuvor um Erstellung von Dokumenten, sondern immer mehr um Kommunikation/Teilhabe. Der Privatmann zuhause (über andere Felder müssen wir beim C64 wohl nicht nachdenken, oder?) schreibt immer weniger Briefe, macht immer weniger Tabellen – und Präsentationsfolien hat er wahrscheinlich noch nie erstellt, von Datenbanken wollen wir gar nicht erst reden. Das klassische MS-Office-Paket ist bei vielen gar nicht mehr auf dem Rechner – und wenn, dann nur für alle Fälle (kostet ja nichts, wenn man es einfach aus dem Netz lädt). Solche Software hat zunehmend ausgedient – dafür muss ein darunterliegendes OS keine großartige Unterstützung bieten. Wenn man aber keine Dokumenten-produzierenden Anwendungen (à la Office oder Photoshop) mehr fährt, hat man es mit ungleich weniger komplexen Anwendungen zu tun. Photoshop und Co. ohne Menüleiste oder stark überladenen Ribbons/Toolboxen – schwer vorstellbar, aber ein Browser oder Messenger? Warum nicht?


    Und eigentlich spielt die Entwicklung unseren Retro-Geräten in die Karten, solange man sie mit genügend Speicher und einer Netzwerk-Verbindung ausrüsten kann. Ich rede hier weiterhin natürlich nur von vorhandenen Fans solcher Geräte – niemand wird sich C64 und Co. kaufen, um damit irgendwas zu tun (außer zu spielen). Es geht um die "installierte Basis" und um deren Fans. Würden die auf dem C64 auf einmal einen Brief schreiben, nur weil die Textverarbeitung ein GUI hat? Ich glaube nicht. Aber würden sie vielleicht das neue OS nutzen, wenn es beim Start des Geräts nach 3 Sekunden da ist und einem schonmal den Wetterbericht zeigt und die neuesten Forum64-Postings? Vielleicht eher. Eine Chance für ein neues OS kann es meines Erachtens nur geben, wenn man die Geräte dadurch "in den Alltag" integrieren kann und sie coole Dinge tun können (die natürlich auch das Handy kann – was aber aus unserer Sicht nicht so cool ist).


    Kurz: Technisch ist das "C64 OS" sicherlich ein guter Ansatz – ich traue dem Programmierer einiges zu. Aber ich glaube, er rennt, wie viele vor ihm, in eine Falle – und entwickelt ein OS, das wieder niemand nutzt, weder um dafür Anwendungen zu programmieren, noch um es täglich oder auch nur wöchentlich zu starten. Man muss erst einen Anreiz schaffen, das System auch ohne 3rd-Party-Apps einzuschalten, dann kann man darauf hoffen, dass Entwickler auf den Zug aufspringen und coole Zusatz-Anwendungen programmieren.

  • Du könntest Dich ja mal mit ihm in Verbindung setzen

    Wir sind schon lose in Kontakt (Anfang des Jahres mal gemailt). Über eine mögliche Zusammenarbeit haben wir nur am Rande gesprochen – und ganz decken sich unsere Vorstellungen wahrscheinlich auch nicht. Vielleicht nehme ich den Mailverkehr mal wieder auf.


    vielleicht hat er ja Bock auf Dein Konzept

    Er hat ja schon angefangen zu programmieren. Mein Konzept kann man aber nicht einfach mal nachträglich in irgendwas einbauen. Zentral ist ja z.B. das Speichermodell, das sowas, wie das EasyFlash zwingend voraussetzt. Ohne EF kein Schnellstart beim Einschalten und kein riesiger, schneller ROM-Speicher für Apps. Ohne diese "Snappyness" bringt das alles nichts aber sowas frickelt man nicht mal eben an ein halb vorhandenes OS dran. Er könnte vielleicht mein GUI übernehmen – aber das wäre nur die halbe Miete ohne den Rest – und würde alleine wahrscheinlich nichts bringen.


    Die Menüleiste hat er aber tatsächlich als eins der zentralen Punkte angesehen

    Ich will die auch gar nicht totreden – aber man wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht benötigen. Nicht für das, was man mit einem C64 tun kann. Deshalb würde ich sie nicht an den Anfang eines solchen Konzeptes stellen. Was man benötigt, ist natürlich das Zwischenspeichern eines Hintergrundbereiches für irgendwelche Menüs, von daher wäre die Arbeit nicht für die Katz.

  • Ich habe mir ja auch schonmal ein paar Gedanken gemacht und sehe das gar nicht so, dass man unbedingt vom Anwendungsfall her denken muss. Das wäre der Fall, wenn man etwas verkaufen will. Niemand wird heute ernsthaft den C64 für irgendwas einsetzen, was man mit seinem modernen PC macht. Interessant ist ein C64 OS also zuallererst als Selbstzweck, mal sehen was so möglich ist, und dann mal sehen, ob man damit was interessantes tun kann. Ich finde es jedenfalls gut, wenn was neues entsteht :) ganz einfach so ...

  • Entscheidet der Anwendungsfall zum Beispiel nicht, ob Singletasking ausreicht oder Multitasking notwendig ist? Damit auch die grundlegende Architektur?

    Theoretisch schon. Aber worauf ich hinaus wollte fehlt im Zitat: Ich sehe keinen "produktiven" Anwendungsfall für den C64, egal mit welchem OS. Also wirklich keinen. Damit ist ein neues C64 OS zunächst mal etwas technisch motiviertes, spannend ist, was machbar ist. Wer sowas anfängt hat vielleicht einen, vielleicht auch zwei Anwendungsfälle im Kopf, und trifft danach (bewusst oder unbewusst) seine Entscheidungen. Und ob das Ergebnis jemand anderen interessieren könnte sieht man dann ;)

  • Theoretisch schon. Aber worauf ich hinaus wollte fehlt im Zitat: Ich sehe keinen "produktiven" Anwendungsfall für den C64, egal mit welchem OS. Also wirklich keinen. Damit ist ein neues C64 OS zunächst mal etwas technisch motiviertes, spannend ist, was machbar ist. Wer sowas anfängt hat vielleicht einen, vielleicht auch zwei Anwendungsfälle im Kopf, und trifft danach (bewusst oder unbewusst) seine Entscheidungen. Und ob das Ergebnis jemand anderen interessieren könnte sieht man dann ;)

    Ist dann aber lediglich ne Techdemo.