Tastaturtasten haben Dienst quittiert

Es gibt 30 Antworten in diesem Thema, welches 4.708 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (21. Juni 2024 um 19:53) ist von T3V6.

  • Checkliste:

    Punkt 1:
    Platinenversion:ASSY 250469

    Punkt 2:
    Keine Sichtbaren Modifizierungen

    Punkt 3:
    Netzteil ist original

    Punkt 4:
    Fehler tritt auch ohne Zusatzhardware auf.

    Punkt 5:
    Fehler tritt ständig auf

    Punkt 6:
    Chip wird keiner sonderlich heiß

    Punkt 7:
    Multimeter ist vorhanden, wie man misst, weiß ich auch.

    Punkt 8:
    Grundkenntnisse im Löten vorhanden.

    Nachträge:
    Punkt 9:
    Ob Laufwerke auf den Ladebefehl reagieren kann nicht getestet werden.

    Einen schönen guten Abend zusammen. Ich hoffe, bei euch Hilfe zu erhalten, da mich mein C64 irgendwie verrückt macht.

    Folgendes:

    Ich habe mir am Samstag einen C64C (weiter nur als C64 bezeichnet) aus einer Kleinanzeige gekauft. Anfangs haben nur zwei, drei Tasten nicht funktioniert. Aber ziemlich schnell ist Taste um Taste gestorben. Mittlerweile geht keine einzige Taste mehr. Ganz selten reagiert mal eine, wenn man fest draufdrückt und sie herumrückt.

    Habe daraufhin den C64 geöffnet und die Tastatur zerlegt. Die Platine habe ich mit einem feuchten Tuch und etwas Kontaktspray gereinigt, gebracht hat es leider nichts.

    Anschließend habe ich die Leitungen durchgemessen. Alle Leitungen von der Platine zum Tastaturstecker sind durchgängig mit 0.00 Ohm, also perfekt. Die Tasten der Tastatur habe ich auch jede einzelne gereinigt, ebenso wie die Tastaturstempel, die auf die Platine drücken. Dennoch funktioniert nichts.

    Wenn ich nun jedoch die Platine so anschließe, ohne aufgesetzter Tastatur und mit einer Pinzette die Kontakte einer Taste (z.B. Leertaste) überbrücke, tippt der C64 ordnungsgemäß ein Leerzeichen. Habe dies mit jeder einzelnen Taste gemacht, die Tastatur funktioniert einwandfrei, jede Taste reagiert.

    Daher mein Fazit: Die Platine funktioniert zu 100 %. Nur... was kann es denn nun noch sein? Ich habe sogar eine der Federn im Tastenstempel dachgezogen... bringt auch noch.
    Ich bin grade echt am Ende mit meinem Latein und bitte um eure Hilfe :)

  • Danke dir :)

    Ich hab mal n bisschen gemessen. Dieses Leitgummi leitet zwar auf den 10 gemessenen Stempeln noch, erreicht aber immer irgendwas zwischen 1 und 5 Kilo-Ohm. Das wird wohl zu viel sein, als dass die Platine das registrieren würde, vermute ich.

    Graphitpulver gibts wohl im Baumarkt, was ein schnelles googlen ergab. Das werd ich mir dann morgen mal holen. Wobei mich etwas irritiert, dass Graphitpulver auch als Schmiermittel verkauft wird :O

    Aber wie krieg ich das Pulver dann auf den Gummi drauf? Haftet dass dann von selbst, oder muss ich da mit Sekundenkleber ran, oder wie soll das gedacht sein? Ich kenn mich zwar mit Elektronik und Löten etwas aus, aber bei sowas mechanischem bin ich dann doch eher.... naja, mäh :D

  • Besser Graphitlack verwenden. Sowas hier:

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    Davon etwas in einen leeren Deckel einer Konserve sprühen und dann mit einem kleinen Pinsel auf das Gummi auftragen.

    Gruß, Gerd

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  • Wobei mich etwas irritiert, dass Graphitpulver auch als Schmiermittel verkauft wird

    Das ist schon korrekt... Wird für Schlösser verwendet (sehr sparsam verwenden).

    Der erwähnte Lack ist auch eine Idee, aber man darf nicht vergessen, daß das Leitgummi flexibel ist, der Lack nach Aushärten nicht mehr.

    Ich hab das noch nicht probiert, aber vielleicht jemand anderes? Das Leitgummi mit sehr feinem Schleifpapier (400 oder 600) leicht aufrauhen damit es wieder besser Kontakt hat.

  • Dann melde ich mich einfach mal freiwillig als Versuchskaninchen. Ich werd mir morgen sowohl Lack als auch Pulver kaufen und werde ein paar Tasten mit Lack und die anderen mit Pulver bearbeiten. Anschließend kann ich berichten, was besser klappt, gerne auch mit Fotos :)

    Wie gesagt, ich bin mir nur noch nicht sicher, wie ich das Pulver so auftrage, dass es auch haftet.

  • Versuch dann auch das Schleifpapier... Aber damit vorsichtig sein! Es soll nur der Glanz von dem Leitgummi runter... Auf der Platine brauchst du nichts machen.

  • Werd ich machen, habe sehr feines Schleifpapier da, da sollte es keine Probleme geben :thumbup:

  • Ich habe mit dem Lack bisher gute Erfahrungen gemacht. Da brauchts auch kein Schleifpapier, einfach dünn auftragen, fertig.

    Gruß, Gerd

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  • Schleifpapier aber nur sehr, sehr vorsichtig. Den Bleistiftminenhack (weiche Mine) kann man als einfache Methode anwenden um zun testen, ob sich die Leitgummis überhaupt mit Graphit wiederbeleben lassen.

  • Graphit 33 (Grafitlack) nehme ich auch immer, der härtet nicht wirklich aus. Ich spray das immer in einen alten Lackdeckel und tupfe mit einem Wattestäbchen das noch flüssige Graphit auf die Tastaturstempel, wenn die Flächen grau werden, dann ist der Lack getrocknet (geht recht schnell).

  • Bevor Du mit Schleifpapier an die Stempel gehst, geh lieber erst mit nem Radiergummi über die Kontakte auf der Platine.

    Das erspart Dir in vielen Fällen auch den Graphitlack, der hier immer wieder gerne genannt wird :)

    Die Reinigung alleine mit Isopropanol oder anderen Reinigern bekommt die Verschmutzung / Alterung / Oxidation (?) der Goldkontakte nicht alleine weg.


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    helle kontakte = stumpf, dunkle kontakte = glänzend/stark reflektierend

    NACH dem Radieren mit Isopropanol nochmal reinigen

    Hat bei mehreren Tastaturen von mir prima geklappt.

    Wenn selbst auch das aber nicht langt, dann kannst Du mit Graphit an die Stempel ran gehen.

  • So... es gibt ein Ergebnis: Er tut wieder :thumbsup:

    Hatte mich letztendlich dann doch für die Methode mit dem Graphitlack entschieden. Mit einem Pinsel dünn aufgetragen und funktioniert einwandfrei.

    Eine Taste muss ich mir noch irgendwo besorgen, die war nicht mehr dran, als ich den C64 gekauft habe. Es handelt sich um die Taste links neben dem INST/DEL-Button, der den Bildschirm leert bzw. den Cursor oben links in der Ecke platziert.
    Da muss ich mal gucken, woher man die kriegt.

    Federn und Stempel kann man ja noch besorgen :thumbup:

    Auf jeden Fall möchte ich mich hier ganz herzlich bei jedem einzelnen hier bedanken für die Ideen, die jeder eingebracht hat. Werde dem Forum gerne treu bleiben :)

  • Eine CLR/Home- Taste in weiß müsste ich haben. Stempel und Federn habe ich auch....
    Ein Foto von den anderen Tasten von oben wäre gut, da gibts zwei verschiedene Versionen.

    Gruß, Gerd

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  • Da alles funktioniert, hab ich das Thema nun als erledigt markiert.

    Danke nochmal an alle :)

  • Wollte nochmal meine Graphit33-Lackerfahrung mitteilen:

    Habe damit eine SX-64-Tastatur repariert, sowie eine alte Technics-Ferndienung.

    Während die super-selten genutze Tastatur noch funktioniert,

    fing die Fernbedienung wieder an zu spinnen, so nach ca 1 Jahr "harmloser" Benutzung (nur die Volumetasten).

    Auf den benutzten Tasten ist der Lack vom Gummi ab. Wüsste auch nicht, wie ich das verhindern sollte. Denn der Gummi ist flexibel, der getrocknete Lack bestimmt nicht.

    Den Rest, und bei einer anderen Taste zum Test, kann man das Graphit mit dem Daumen (nicht -nagel) ohne viel Knibbeln sehr einfach wegschieben.

    Werde die Tage das nochmal erneuern.

    Aber jedes Jahr wieder dabeigehen zu müssen, finde ich auch nicht so prickelnd. Immerhin hat die original Beschichtiung ja auch über 20 originale Jahre gehalten.

    Irgendwie muss das original Graphit wohl ein anderes Träger/Misch-Material benutzen.

    A500+A570/1MB+2MB, A1200 recapped 3.1.4 2MB+8MB 8GBCF Ethernet, CTDV"-mit-alles"+Joyports, DX64+internHDD, CD32 recapped, C128D+ProspeedGTI2.0, C128DCR, diverse 3rd party, "MerkurHappytouch" als MameCab CRT Touchscreen

    ´92 VW T3 Multivan mit diesen und jenen kranken Features...