C 64 Reparatur Taktfrequenz zu hoch?

Es gibt 29 Antworten in diesem Thema, welches 4.709 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (18. August 2018 um 21:51) ist von Daniel78.

  • Es wäre total unübersichtlich, wenn ich die Reparaturversuche und Fehlersuchen bei meinem "Commodore-Gerätepark" in einen Thread packen würde.
    Daher soll hier mit dem ersten Gerät begonnen werden.

    Es handelt sich um einen C 64 SER.NO.WG A331805, in Deutschland gebaut, ASSY NO.250407 Artwork 251137 REV.C
    Die meisten Chips sind auf 1984 datiert.
    Das Gerät stammt wie die anderen drei Brotkästen vom Schrott.

    Fehlersymptome:
    Power LED leuchtet nach dem Einschalten
    Angeschlossene Floppy zeigt wie üblich kurz "DRIVE"
    Bildschirm überwiegend schwarz, mit zwei horizontalen Streifen und senkrecht flimmernder Linie aus weißen Punkten.
    Auf Ladeanweisung reagiert das angeschlossene (funktionsgeprüfte) 1541-II nicht.

    Die zwei Linien auf dem Bild und das erhöhte Zirpen der Hochspannung aus dem TV weisen darauf hin, dass die Vertikalfrequenz zu hoch ist. Die zwei horizontalen Linien dürften die Austastlücke sein.

    Mit dem Scope (Tektronix 2430A, mit True-RMS und Frequenzmessung usw.) und einem 10:1 HF-Tastkopf wurde der Signalverlauf am Pin 1 des 6569 aufgenommen: Ein Rechteck-Signal, Tastverhältnis ca. 1:1, Frequenz 1,28MHz. Mit dem Trimmer beim 6569 CPU auf Rechtsanschlag, also niedrigster einstellbarer Frequenz.

    Ich kenne ja die Schaltung des C64 fast gar nicht, aber ich schätze mal, dass tatsächlich die Taktfrequenz zu hoch ist. Wenn der Osillator für die Taktfrequenz quasi ein Mutteroszillator ist, der u.a. auch den Video-Chip ansteuert, dann wäre ja die Theorie überhöhte Frequenz plausibel.

    Hier komme ich ohne Hilfe nicht weiter. Ich nehme an, die Taktung wird aus dem Quarz gewonnen und von 17komma-Krumm MHz auf die 0,98sowieso der CPU runtergeteilt.
    Aber wo setze ich nun mit der Fehlereinkreisung an?

    Nachtrag: Anfängerfehler! Ich hatte ohne die Bezeichnung zu lesen, gedacht, im Blechgehäuse wäre die CPU :S Die Messungen machte ich am VIC-Chip, der übrigens ziemlich warm wird. Ich werde nochmal an der CPU messen.

    Man muss nicht immer recht haben - außer es geht um Weltfrieden, Leben und/oder Tod.

    Einmal editiert, zuletzt von Daniel78 (8. August 2018 um 22:42)

  • Also bei PIN 1 am 6510 messe ich zwar sowas wie eine Wechselspannung, aber die ist nicht gerade sauber - das reinste Sauerkraut und die Frequenz liegt deutlich über 1MHz - fast bei 2Mhz.

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  • Den Schaltplan für die 407 findest du da: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen.
    Sofern du saubere Versorgungsspannungen hast...
    Tatsächlich ist es so das die 17,7x Mhz durch nen Verzögerungsteiler heruntergezerrt werden auf sagenhafte 978irgenwas Khz.
    Also dort anfangen. Der Stein geht gern mal kaputt. Es gibt Ersatzschaltungen dafür.

    Mein ignorierter Beitrag zur Netzteildiskusion:

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  • Vielen Dank für die Infos, vor allem die Schaltung.

    Ich habe mal an einem intakten C64 die Signal am 6510 aufgenommen - das ist alles prima sauber. Dann nehm' ich mir mal die Taktung vor. Arbeitet die Takterzeugung auch ohne VIC? Ich könnte dann ja mal sehen, wie die Signale ohne VIC aussehen...

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  • Die wird auch ohne VIC laufen.
    Therorie: Das Quarz hat einen weg oder der Detektor dafür ist im Eimer.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Sheltem (8. August 2018 um 23:33)

  • Überprüf mal den PAL/NTSC-Jumper der Taktteilerschaltung - wenn man eine Maschine mit PAL-Quarz auf NTSC jumpert, kommen dabei 1.2nochwas Megahertz statt 0.98 heraus (hieß früher "Turboschalter").

    Yes, I'm the guy responsible for the Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. cross assembler. And some Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen..

  • Das hatte ich schon kontrolliert - da ist die originale Lötbrücke gesetzt, aber ich sehe mir das heute abend nochmal genauer an.

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  • Am VIC müssen der Dot Clock und der Color Clock (Werte siehe Schaltplan) anliegen, sonst läuft gar nichts.

    In der 407 wird der Takt aus einem Quarz noch mit einzelnen ICs (statt dem Takt-IC 8701 wie auf späteren Platinen) erzeugt. Diese Schaltung ist anfällig. Der MC4044 - Achtung, KEIN 4044-CMOS-IC, sondern ein leider namensgleiches IC von Motorola mit komplett anderer Funktion! - und der 74LS629 sind nicht ganz einfach zu bekommen.

  • Servus Daniel,

    kinzi: Uppss ... da war ich zu langsam :wink:

    Ich hatte bei meinem ASSY NO.250407 ebenfalls einen defekten "Schwingkreis".
    Da du eh ein Oszi zur Verfügung hast kannst du dich ja problemlos durchmessen.

    Eine Beschreibung des Tacktfrequenzerzeugung findest du unter Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. im Abstatz "The C64 Clock Circuits".

    So grob umrissen wird die Frequenz des Quarzes von U31 geteilt , und an den VIC weitergereicht , welcher daraus die 0.98MHz für die CPU zaubert. U32 vergleicht die Frequenz der CPU mit dem Sollwert und gibt eine Steuerspannung an U31 weiter der damit wiederum seinen Frequenz Ouput anpasst. Somit ist quasi eine "closed Loop" gegeben. (Bitte schlagt mich nicht wenn das nicht 100% korrekt ist... ist schon eine Zeit lang her bei mir...)


    In meinem Fall habe ich bereits an U31 eine falsche Frequenz gemessen. Somit war alles was danach kam ebenfalls nicht korrekt. Leider konnte ich nicht herausfinden ob U32 eine falsche Steuerspannung liefert und deshalb die falsche Frequenz am U31 ausgegeben wird oder umgekehrt (Henne - Ei Problematik ;-)). Somit hab ich beide Chips geordert. U31= 74LS296N, U32= MC4044.


    Defekt war dann doch nur U31.

    lg

  • Heute Abend werd' ich mich um die Spannungen und Signale kümmern. Auch die Elkos in dem Bereich werd' ich mal tauschen. Die sind ja auch nicht mehr die Neuesten.

    Ich habe mir den Plan nochmal angesehen. Der Fehler dürfte wohl irgendwo um den U31 liegen, da sonst die Bildfrequenz in Ordnung sein müsste.

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  • Der Taktfehler ist beseitigt. Am VIC-Chip war ein Pin nach innen gebogen und steckte nicht in der Fassung.
    Jetzt liegt am 6510 Pin 1 eine Rechteckspannung mit f=985,227kHz an. Das kommt dem Sollwert ja sehr nahe. Leider spuckt der Rechner nur ein schwarzes Bild aus.

    Tja, wo setzte ich nun an ? ?(

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    Einmal editiert, zuletzt von Daniel78 (9. August 2018 um 22:02)

  • Dann sind mal wieder die Wetten auf die PLA eröffnet.

    Falls du MT-Ram drinnen hast, sind das auch heisse Kandidaten.

    Kannst ein Bild von der Platine einstellen?

  • Der steckte da schon drauf, als ich das Board bekam. Aber das wusste ich dennoch nicht.
    Der SID ist erstmal runter vom Board.

    Mit der PLA aus einem funktionierenden identischen C 64 bleibt der Bildschirm schwarz. Ich werde die originale PLA mal in dem funktionierenden testen.

    Nachtrag: auf dem anderen Board bleibt mit der PLA des Reparaturkandidaten das Bild schwarz. Allerdings hat der zweite C64 auch ein Problem
    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.
    Dieser Bildschirm kommt manchmal beim Starten, oder es erscheint manchmal nur READY_ beim Start und sonst kein Text. Aber das ist eine andere Baustelle.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Daniel78 (10. August 2018 um 07:20)

  • Sind MOS 7708 drauf? Wenn ja wären das die nächsten Kandidaten. Ersatz ist der 74LS257.

    Zu finden bei den RAMs unten links.

    Weitere kleine ICs mit dem MOS-Logo auf der Platine?

  • Nach den verwendeten Chips sehe ich heute abend. Aber da ich schon eine PLA brauche, werde ich wohl erst mal mit den anderen C64 weitermachen, um zu sehen woran ich bin und welche Teile ich noch brauche, bzw. wo sich eine Reparatur noch lohnt, und wo nicht...

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