Chips sicher aufbewahren / versenden

Es gibt 27 Antworten in diesem Thema, welches 5.366 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (14. Mai 2018 um 22:17) ist von Schmitti.

  • In einem Werk von einem "Mittbewerber" von Bosch wurden diese Kartons in einen normalen karton weiter gebündelt verpackt (24 Steuergeräte pro Großkarton),
    und dann hat ein quallitöter festgestellt das das Klebeband vom Großkarton nicht der ESD Spec entspricht und die Vernichtung von knapp 20.000 einheiten eingeleitet. Sorry das ist dann ESD Religion.

    Ist halt so, wir haben mal 20000 Funktelefone weg geschmissen weil dort jemand normales Tesa Klebeband dran gemacht hat.

    Micha

  • detlef: Warum Alu-Folie ungeeignet ist, wurde hier einige Beiträge vorher bereits sehr gut erklärt. Schau es Dir am besten mal an.

    @MGR3SA: Religion ist das ja nun nicht unbedingt. Schwierig sind gerade die Schäden, die Du nicht sofort erkennen kannst, die sich erst später sichtbar äußern, da sie weiter degradieren.

  • @MGR3SA: Religion ist das ja nun nicht unbedingt. Schwierig sind gerade die Schäden, die Du nicht sofort erkennen kannst, die sich erst später sichtbar äußern, da sie weiter degradieren.

    Das musst Du AREA51HD sagen, seid dem man mir Mikroskop Aufnahmen von vorgeschädigten ICs gezeigt hat stell ich den Aufwand nicht mehr in Frage und es ist auch etwas anderes ob man Hobby Bastler ist oder 100000e Geräte produziert wo Menschenleben dran hängen...

    Micha

  • Off Topic:

    Definition "Religion" bei ESD.

    Case 1:
    ESD Maßnahmen werden ignoriert bis es einfach sehr viele ausfälle bei Hardware gibt, dann beginnt man daran zu "Glauben" das es was wie Elektrostatische Entladungen mit Schäden gibt. Und begrinnt mit Maßnahmen.

    Case 2:
    ESD Maßnahmen werden bis hinter die Grenzen des physikalisch sinnvollen betrieben, weil man dem "ESD Gott" gnädig stimmen will, und alle probleme auf ihn schiebt. Aber vergisst das es schwächere Stellen in der ESD Kette gibt und andere ursachen gibt die zu ausfällen führen.

    Meine meinung:
    Wenn ein Gerät was Endkundenfest sein soll (Alle Schittstellen ESD geschützt), in großmenge vernichtet weil ein Klebeband einer großmengenumverpackung nicht einer norm entspricht ist das in meinen Augen "Religion".
    Da die Schutzlevel gegen ESD "Hardware Steuergerät Design", ESD Beutel, ESD Schaumstoff im 1er karton, der ESD 1er VE Karton wohl nichts gegen das "Unheil" ausrichten können was das Falsche Klebeband des 24er Großkartons auslöst.


    Ende Off Topic :schande:

  • detlef: Warum Alu-Folie ungeeignet ist, wurde hier einige Beiträge vorher bereits sehr gut erklärt. Schau es Dir am besten mal an.

    Ja, danke. Hab's jetzt verstanden. Hab ich zum Glück nie gemacht, weil ich es gruselig finde, Chips in Styropor reinzudrücken - egal ob mit oder ohne Alu-Folie.

    Ohne ordentlichen ESD-Arbeitsplatz nehme ich das privat nicht so genau. Ob der Chip nun beim Lagern, Transportieren oder beim Einsetzen oder Löten den ESD-Tod stirbt, ist mir relativ egal. :bgdev
    Wie oben schon beschrieben braucht man die komplette Kette, damit nichts passieren kann.

    Und so wie Chips aus China kommen (ineinandergesteckt und mit Plastikfolie umwickelt), kommt's dann auch nicht mehr darauf an.

    Ich hatte mal beruiflich die Aufgabe, einige Service- und Entwicklungsräume ESD-gerecht auszustatten. Das war schon ein ziemlicher Aufwand. Angefangen mit dem Boden, der mit Kupferbändern und Graphitkleber verlegt wurde, über die Stühle, die Klamotten (Kittel und Schuhe), die Arbeitsplätze selbst, ...

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    Einmal editiert, zuletzt von detlef (12. Mai 2018 um 14:40)

  • Mal ganz ehrlich? Als ich meinen ersten C64 Ende der 80er gehimmelt habe (warum brauchen LEDs am CIA Vorwiderstände??) habe ich alle Chips entfernt und in ne Plastikschublade in so einem Bauteilesammler geschmissen. 2016 dort wieder rausgeholt, eingebaut (6510,8580,8565) und...läuft tadellos!

  • chris: Ja, es sind die 8D-Berichte.

    AREA51HD: Klar, man kann es auch übertreiben und so wie Du es beschreibst mit dem Klebeband, sieht es auch so aus. Allerdings helfen die Normen, dass sich alle auf ein gleiches Niveau verständigen und auf das beziehen. Ob die Norm dann richtig ist, ist vielleicht eine andere Geschichte.

    Generell kann man aber bei einer Analyse erkennen, ob der Defekt durch einen ESD-Schaden verursacht wurde. Und diese Analyse werden auch durchaus durchgeführt, wenn es Vereinbarungen zwischen Kunde und Lieferant betrifft. Auch geht es bei irgendwelchen Störfällen oft schnell um viel Geld, da große Produktionsmengen betroffen sind und immer die Frage aufkommt, wer zahlt jetzt den Gesamtschaden.
    Da muss sich der Kunde dann durchaus auch mal anhören, dass er selber Mist gebaut hat. Mit entsprechendem Aufwand geht das schon eine ganze Menge, was analysierbar ist. Nur macht man das halt nicht im Privatbereich. Da merkt man dann nur, och, IC defekt. Ob da dann etwas direkt kurz vor dem Defekt passiert ist der schon länger zurückliegt, ist beides möglich.
    Meist wird das das Thema ESD im Hobbybereich halt ignoriert oder stößt sogar auf Unverständnis, wenn jemand es anspricht. Aber im Hobbybereich gibt es das natürlich genauso und wahrscheinlich sogar recht stark, weil eben entsprechend unbeschwert damit umgegangen wird.