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Amiga 4000t (Escom) "zerschossen"

  • Hallo zusammen,


    lange eifriger Leser, meine Kenntnisse reichten leider nie aus, um wirklich produktiv etwas beizutragen, bin ich nun vom Leser zum Schreiber geworden.
    Das Thema macht mich (ohne jeden Witz) zu tiefst traurig:


    Nach eine einem Umbau von quasi all meinen Amigas (mehrere 1200, 4000t, zwei CD32) auf frische Kondensatoren sollte der 4000t eine richtige Verjüngungskur bekommen. Dafür wurde wirklich alles zerlegt, Gehäuse beim Lackierer auf Vordermann gebracht, usw. usw. Den Rest erspare ich Euch, ändert nichts am Problem ;( .


    Gestern Abend war ich dann soweit, dass alles wieder zusammen gebaut werden sollte. Eine frische 9,1 GB SCSI Platte sollte an den Controller der Cyberstorm PPC, was aber in Sachen Auto-Spin-Up nicht ganz wollte (100pro eine Jumper- oder BIOS Sache, wäre schnell erledigt gewesen).


    Für das BIOS der Cyberstorm brauchte ich die Maus, welche für alle meine Tests vorab keine Rolle gespielt hatte. Zusammen gebaut war alles und lief, inkl. der Kabel des Ports Modul.


    Die Maus lief am Ports Modul allerdings nicht, obwohl ich die Richtung der Stecker anhand meiner Fotos meiner Meinung nach 100 % richtig angesteckt habe (eventuell hätte ich vor dem nächsten fatalen Schritt nochmal Neustarten sollen).


    Als nächstes folgte der vermutliche Fehler: Ich drehte das Kabel von CN550 rum, danach war Ende. Das Netzteil lief an, die Diskette ruckte auch wie immer, dann vernahm ich ein leises höher werdendes Quietschen aus dem Netzteil und schaltete sofort wieder ab (die Hand war noch auf der Steckdose, daher waren es vielleicht 2-3 Sekunden).
    Heiss war nichts, es roch nichts. Nach weiteren 10 Sekunden (der Strom war längst weg), macht das Netzteil wieder ein Quietschen (wie von einer Hochspannungsentladung, immer tiefer werdend, ggf 3-5s lang).


    Alle weiteren Schritte (der Rechner ist wieder komplett zerlegt) brachten nichts mehr. Das Bild bleibt dunkel (es wird ganz leicht grau, mehr aber nicht).


    Nach einem Bild auf das Schaltbild kam der riesen Schreck:


    die Pins 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 22, 24, 35 haben auf der Board Seite Masse abbekommen. Die Pins 2 und 4 zusätzlich 5 Volt ;( . Commodore hat zwar daran gedacht Pin 4 (5V) und Pin 37 (NC) verpolungssicher zu machen, aber irgendwas muss durchgeschlagen haben.


    Laut Schematics sind alle beschriebenen Pins Datenleitungen, die alle hochohmig sind und mittels Kondensatoren gegen Masse geschaltet wurden. Eigentlich beruhigend, da sich so nur ein Low Signal ergeben hat, aber das Resultat zeigt ja etwas anderes.


    Alle Leitungen habe ich durchgepiept, Widerstände gemessen und Bauteile (soweit möglich) kontrolliert. Die Fuses sind OK. Die Diode D162 am Eingang hat 0 Ohm (+12V), was aber eher nicht das Problem hier sein sollte, da sie meiner Schätzung nach eher verhindern soll, dass Spannungen nach aussen wandern. Der Kondensator C556 fehlt, sieht abgerissen aus (eher nicht geplatzt). Ich vermute fast, dass er schon lange fehlt, aber beschwören kann ich es nicht. Ein befehlsweise eingelöteter 0.1uF als nicht SMD Variante ändert nichts am Fehlerbild ist auch nun wieder entfernt (er siebt ja ohnehin nur die 5V Spannung für die Ports, wenn ich das Schaltbild richtig verstanden habe).


    Alle Spannungen sind da. Die Turbo Karte wird warm (nicht heiss), auch der Paula Chip. Alles andere ist unauffällig.


    Zusätzlich getestet mit einer ebenfalls gerade ge-recappten A3640 ergibt das gleiche Ergebnis.


    Ich fühle mich maximal dämlich das Kabel verdreht zu haben, und am Ende stellt das Sammeln nicht ein "Haben" oder "Geld-Reserve" Denken bei mir da, sondern soll auf möglichst lange Sicht die Geräte erhalten.


    Mein E-Tech Wissen ist dank Arbeit im IT Bereich etwas eingerostet, dank E-Tech Studium aber durchaus theoretisch noch vorhanden (besonders der Digital Technik Bereich sollte noch "funktionieren"). Wenn irgendwer mit ach so theoretischen Ideen aushelfen könnte, wäre ich sehr dankbar. Vom Oszi bis SMD "Fön" liegt hier alles rum, ich könnte von der Theorie also vieles testen, nur fehlt dafür gerade der Ansatz. Es scheinen weder Piep Codes zu existieren, noch finde ich Manuals für eine Art Boot Step Kontrolle (welcher Chip muss welchen Zustand haben etc.).


    Danke im voraus!

  • Oha... erstmal alle raus was keine Miete zahlt (also nicht zwingend gebraucht wird), auch das Port-Modul.


    Sicher, dass alle Spannungen vom Netzteil da sind? Ist F160 noch ganz (sind da auch die 5V da)?


    Ansonsten: Mainboard mal raus und schauen ob da auf der Unterseite nicht was abgefakelt ist (Leiterbahn abgebrannt)


    Gruß, Gerd

  • Hi, danke für die Antwort :-).


    Das Board wurde direkt ausgebaut, hätte ich erwähnen sollen, aber der Text wurde immer länger und länger ...


    Die Unterseite ist i.O., einzig der erwähnte C556 fehlt auf der Unterseite. F160 habe ich eben nochmal gemessen, alles sauber (ebenso alle Spulen, die bei einem Stromstoß gut hätten durchbrennen können).
    Gesteckt ist aktuell nur die AV Platine und die Platine mit SCSI/Floppy mit angeschlossener Floppy. Auch jeweils ohne das andere (einmal ohne AV und dann ohne Floppy Platine) habe ich es getestet. Keine Unterschiede.
    Im eingeschalteten Zustand sind alle 4 Spannungen an den passenden Stellen (+/- 5V, +/- 12V). Die 5V haben je ca. 5,05-5,09V, die 12V liegen bei minimal unter 12V (11,92-11,94). Das Board in dem Zustand Last erzeugt, sehe ich die Werte als i.O. an.


    LG,
    Ron

  • Sehr gerne. Es sind pro Seite 4 Bilder. Begonnen oben rechts, dann oben links, dann unten links, dann unten rechts.
    Leider sind die 500kb Dateibegrenzung ganz schön knapp und externe Links scheinbar nicht erlaubt.


    Einige "Schwachstellen", welche schon vorher waren und nichts mit dem Problem zu tun haben:


    - Der untere Plastikteil der Steckerleiste des Portmoduls muss von einem Kondensator Schaden beschädigt worden sein. Es sieht verschmort aus, war aber in jedem Fall schon vorher so.
    - Einige Chips sehen auf dem Bild "ausgekocht" aus. Das kommt durchs Licht, bzw. weil sie wirklich im Betrieb immer recht warm werden und sich so anders reflektierende Stellen ergeben. Ich habe Aufnahmen aus der Zeit vor dem Recapping, da ist alles identisch.


    Hier noch alle Bilder zusätzlich auf Dropbox: https://www.dropbox.com/s/u33afqsr5ecglhy/a4000t.zip?dl=0



  • @MGR3SA
    Diagnose ROM = Diagrom? Das höre ich zum ersten Mal, liesst sich ja vielversprechend :-). Sehr gerne nehme ich dein Angebot mit dem ROM brennen an. Besser per PM, oder?


    @ACDC
    Da war ein ausgelaufener Kondensator, weiter links auch C760A (insgesamt 2x 22uF). Sie in dem Fall schlimmer aus als es ist, die Leiterbahn hat es zum Glück nicht erwischt, rein kosmetischer Schaden.

  • Dank MGR3SA konnte ich soeben einmal mit einem Diagnose ROM testen was eventuell nicht stimmt. Der Test bleibt auf einem lila Screen hängen, was laut Anleitung Fehler $d57 entspricht und in Richtung CIA A deutet. Die Ecke passt zu meinem "Vergehen".


    Die CIAs habe ich schon da, inkl. Sockeln (falls nochmal einer zu Schaden kommt). Hoffentlich startet der Test nach dem Austausch zumindest etwas weiter ;) .

  • Die Daumen haben geholfen!


    2xCIA und 1x Paula später startet das Board wieder :love: .


    Die Idee mit den Sockeln hab ich direkt nach dem auslöten verworden, dafür ist meine dünnste Lötspitze zu kurz. Die Sockel wären rings rum in Flamen aufgegangen.


    Eigentlich hatte ich gehofft, dass beide CIAs reichen. Allem Anschein nach, erahnbar im Schaltbild, reißt aber Paula mindestens einen der CIAs mit in den Abgrund, nicht umgekehrt.


    Danke für die Hilfe, kein Danke an meine Naivität am Fehlerrag und auch nicht an Escom/Commodore. 3 Chips im Himmel für ein falsch rum gestecktes Flachband Kabel ist echt ein bisschen sehr hart :huh: .