Meine ersten Schritte mit dem C64 Reloaded MK2 Board

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 1.631 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (6. April 2018 um 19:58) ist von TheRyk.

  • Hallo zusammen,

    Weil in meinem direkten Umfeld kaum jemand existiert, der versteht, was ich gerade tue oder nachvollziehen könnte, warum ich deshalb so begeistert bin, muss ich nun euch damit zutexten, sorry! :)

    Ich habe mir vor ein paar Tagen das MK2 Board bestellt und es ist vorgestern angekommen. Ich bin deshalb völlig aus dem Häuschen! Nur habe ich jetzt natürlich feststellen dürfen (genauer gesagt wusste ich es schon vorher), dass es ja diverse ICs gibt, die nicht mitgeliefert werden und somit irgendwoher kommen müssen. Kaufen - weil jemand sie aus vorhandenen C64 ausgebaut hat - oder selbst ausbauen...

    Nun, ich habe ja zwei Commodore bei mir stehen und das Board soll in den Brotkasten kommen. Mit dessen Originalboard gibt es eh ein paar Probleme, weshalb ich mich dazu entschieden habe, die ICs von dem zu entleihen... tja, allerdings ist nur der SID gesockelt (und kaputt) und der VIC-II. Die CPU und die beiden CIAs sind verlötet. Also sitze ich gestern Abend davor und brüte vor mich hin... denk nach... schau in der Bucht, was andere für die ICs haben wollen... und komme zu der Entscheidung: Ach was solls. Wie schwer kann das schon sein. :)

    Ich habe zwar eine Lötsaugpumpe und auch -litze da und natürlich einen Lötkolben, allerdings habe ich noch nie in meinem Leben ICs ausgelötet. Mit dem Gedanken: Ordentlich heiß, dafür aber schnell! bin ich an das Thema herangegangen und durfte dabei feststellen, dass es so trivial nicht ist. Aber auch keine Raketenwissenschaft. Das Ende vom Lied ist, dass ich gestern mit einer Engelsgeduld in der Lage war, einen der beiden CIAs ohne Schaden anzurichten auszulöten und in den entsprechenden ZIF Sockel vom MK2 zu stecken!

    Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich dazu zusätzlich eine Diode und einen Elko entfernen musste, um an bestimmte Beinchen zu kommen. Die beste Erfahrung habe ich mit der Pumpe gemacht. Mit der Litze bin ich gar nicht klargekommen. Natürlich weiß ich im Moment noch nicht, ob der IC durch die Hitzeeinwirkung Schaden davongetragen hat. Aufgrund der Tatsache, dass ich mich bemüht habe, das Lötzinn immer sehr schnell zu entfernen, glaube ich, dass alles i.O. sein müsste und freue mich schon darauf, meine neuen Skills auf den zweiten CIA und dann auf die CPU anzuwenden. :)

    Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, die ICs in ihrer Funktionalität vollständig zu prüfen?

    Und nebenbei:
    Ich habe ja noch den anderen C64 (Stock, keine Modifikationen) und der ist mir heilig. Bei diesem hier werde ich vermutlich nach und nach "nachrüsten". Ich finde es extrem cool, dass es heutzutage neue Boards gibt, neue Gehäuse... vielleicht demnächst neue Tastaturen...

    Und vielleicht könnt ihr mir eine Frage beantworten:
    Die ICs sind ja mal von MOS gebaut worden. Die hatten dazu Schematics. Warum ist es nicht möglich, diese zu nehmen und von einem beliebigen Chiphersteller heute erneut bauen zu lassen? Ich meine... die Dinger stehen ja wohl kaum in Konkurrenz zu irgendetwas... ist das "nur" eine Frage des Geldes? Es fällt mir schwer vorzustellen, dass das unmöglich sein soll...
    Stattdessen entwickeln Leute Emulatoren oder bauen die Chips auf Basis von FPGAs nach. Helft mir mal auf die Sprünge... was übersehe ich?

    Lieben Gruß,
    Christian.

  • Du übersiehst vor allem eines.
    Es gibt keinen Markt dafür.Davon ab existieren die benötigten Fertigungsanlagen nicht mehr.
    Ein Nachbau auf FPGA Basis ist endlos billiger und der FPGA kann bei Bugs/Fehlfunktion neu "programmiert" werden.

    Gib mir noch ein Hörnchen Met...Damit ich weiss wies weiter geht.

    Denn hab ich mich mit Met befeuchtet bin ich schon mal vor-erleuchtet...

    TORFROCK

  • Chipfertigung erfordert enorme Kosten bis der erste Chip mal fertig ist. Ab da ist es superbillig. Das heißt, es lohnt sich nur dann, wenn gigantische Stückzahlen gefertigt werden.

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  • Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich dazu zusätzlich eine Diode und einen Elko entfernen musste, um an bestimmte Beinchen zu kommen. Die beste Erfahrung habe ich mit der Pumpe gemacht. Mit der Litze bin ich gar nicht klargekommen. Natürlich weiß ich im Moment noch nicht, ob der IC durch die Hitzeeinwirkung Schaden davongetragen hat.

    Es ist lange her, dass ich ICs ausgelötet habe.
    Aber wenigstens haben wir das Löten schon in der Schule gelernt (Physik-AG :biggrin: ),
    und da wurde immer drauf geachtet, dass die Hitze vorm Bauteil noch woanders abgeführt
    wird. Meistens haben wir am Beinchen kurz vorm Bauteil eine Krokodilklemme befestigt,
    ansonsten eine Drahtschlinge, Haarnadel, was eben noch passt. Dann kann man auch
    etwas heißer löten und produziert nicht so viele dunkle Stellen auf der Platine.
    Ich habe letztens ein paar andere Lötpunkte auf einem C64 erneuert, und das Lötzinn
    brauchte ziemlich hohe Temperaturen, um zu schmelzen, da hab' ich einen groben
    Portasol Gaslötkolben bei mittlerer Hitze genommen, damit ging's ganz gut und hat auch
    keine Anschmokungen auf der Platine produziert.

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    '°'°'°'°'°'°'°'°'°Oo.~>| BASIC programmers never die! They just GOSUB without RETURN! |<~.oO°'°'°'°'°'°'°'°'°'

    Einmal editiert, zuletzt von ius (6. April 2018 um 15:22)

  • Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, die ICs in ihrer Funktionalität vollständig zu prüfen?

    Ja, es gibt Tools.
    Früher nahm man sowas: Bitte melde dich an, um diesen Link zu sehen. damit fand/findet man schon seit 1983 ne Menge raus.
    Aber SID ist am schönsten zu testen, indem man ne Runde Lightforce spielt, wenn man es einmal komplett hört, merkt man schon, ob alle Stimmen da sind.
    Und auch sonst macht es mehr Spaß, 1x ausgiebig Lieblingsgame (2 Ports) zu zocken und irgendein schönes Lieblingsdemo ablaufen zu lassen.