Hello, Guest the thread was called1.7k times and contains 9 replays

last post from Clamshell at the

Reinigung und Instandsetzung meiner A2000 Tastatur ("retrobright" / H2O2) & Maus & Joystick

  • Hi,


    Habe letztes Jahr angefangen, meinen A2000 wiederzubeleben. Die Innereien sind (bis auf Diskettenlaufwerke, die kommen als Nächstes) wieder ordentlich sauber nach dem Spülmaschinenwaschgang (siehe anderer Thread) und die ersten Erweiterungen haben ihren Weg ins Gehäuse gefunden.
    Jedoch war einerseits meine Tastatur stark vergilbt, andererseits funktionierten manche Tasten nicht mehr. In diesem Zuge habe ich dann auch mal nach meiner damals im Woolworth gekauften Manhattan-Maus (links/rechts super schwerfällig) und nach meinem Competition Pro Joystick (nur Kabelisolierung) geschaut.
    Inspiriert haben mich definitiv die Videos vom 8-bit-guy auf youtube, die ich in meiner Freizeit quasi verschlinge.


    Folgende Dinge habe ich für meine Tastatur verwendet:



    1. Entwickler (Haarprodukt zum Blondieren/Bleichen) mit 12%iger Wasserstoffperoxid (H2O2) - Konzentration, im freien Handel erhältlich, bei eBay 7,99 € / L inkl. Versand
    2. Handschuhe
    3. Silberleitlack (~5-10 € bei eBay)
    4. Sonne
    5. Ersatztasten + Kontakte (eBay Kleinanzeigen, 1 € / Stk)
    6. Pinsel (universell, Dreierset im REAL gekauft für 1,99 €)
    7. Handelsübliche Nagelbürste
    8. Frischhaltefolie



    Das Vorgehen ist recht simpel, nimmt jedoch einige Zeit in Anspruch. Zuerst wird die Tastatur auseinandergebaut (6 Schrauben auf der Unterseite), sodass Deckel und Boden von der eigentlichen Tastatur getrennt werden können (Stecker einfach abziehen). Danach müssen die sicherlich 20 kleinen Schrauben auf der Unterseite (Metallschild/-Boden) gelöst werden, sodass man im Nachgang die schwarze Matte mit den Tasten von der Platine trennen kann (habe an dieser Stelle leider erst angenfangen, Bilder zu machen).





    Zustand der Platine, der Kontakte, Staubansammlung und die vergilbte Spacebar (die einzige vergilbte Taste):




    Gefolgt von der Tastatur selbst .. hat doch einigen Dreck mitgenommen die letzten knapp 30 Jahre ..



    Im nächsten Schritt müssen alle Teile demontiert werden, um mit der Reinigung zu beginnen. Ich konnte alle Tasten ohne Zerstörung lösen, indem ich sie mit Zeige- und Mittelfinger von hinten unten nach oben zu mir zog (als würde ich sie in meine Faust ziehen). Gibt aber auch Werkzeug hierzu, ist aber nicht notwendig.



    Anbei noch ein paar Impressionen vom angesammelten Dreck (und den Metallbügeln, welche die größeren Tasten bedienbarer machen und die gerne rausfallen) ..




    Weiter geht's im nächsten Post ..

  • Die schwarze Plastikmatte habe ich in heißem Wasser (und gewöhnliche Flüssigseife) im Waschbecken eingelegt (leicht biegbar) und nach einer viertel Stunde mit einer Nagelbürste saubergemacht. Kein Hexenwerk,lässt sich prima reinigen:





    Danach habe ich mich dem Gehäuse gewidmet. So sah es vorher aus (Achtung, Tasten in FALSCHER Anordnung ;) ):




    Nun geht es ans Eingemachte. Ich nutze die Frischhaltefolie als Unterlage und pinsle die vergilbten Plastikteile mit dem neutral riechenden Haarprodukt ein. Danach werden die Teile komplett eingewickelt. Je gleichmäßiger die Creme verteilt ist, desto besser wird das Ergebnis sein - dazu weiter unten mehr.


    PRO Tipp: Hautkontakt vermeiden .. das Zeug reagiert auch in dieser Konzentration recht schnell und hinterlässt (zu Beginn) weiße Flecken auf der Haut, die nach einigen Stunden wieder weg sind .. aber das kann ganz schnell hässlich werden .. nicht nur optisch !



    So präpariert wird der Kram in die Sonne gelegt. Bei 10°C Außentemperatur habe ich gestern alle Sonnenstunden auf meinem Balkon mitgenommen (etwa 4 derer), musste es aber aus logistischen Gründen bis abends dort liegen lassen. Idealerweise schaut man alle 30 Minuten nach den Teilen, dreht sie etwas anders zur Sonne hin und verstreicht die Creme mit den Fingern durch die Folie neu, da ansonsten Flecken entstehen.


    Weiter geht's im nächsten Post ..

  • Da ich den ganzen Tag nicht zu Hause war, aber unbedingt den wolkenlosen Tag nutzen und nicht länger warten wollte, bin ich das Risiko eingegangen. Ich werde demnächst in einem zweiten Durchlauf die Flecken bzw. den Restgilb so gut wie möglich entfernen. Bei genauer Betrachtung sind noch vergilbte Stellen zu entdecken, die offensichtlich durch die Folie bzw. die unterschiedliche Creme-Konzentration entstanden:



    Trotzdem war der erste Durchgang bereits sehr erfolgreich ! Über die Haltbarkeit dieser Anwendung gibt es noch nicht so viele Aussagen. 8-bit-guy sagte in einem Video, dass die meisten behandelten Oberflächen nach fünf Jahren immer noch gut in Schuss seien ..



    Nun folgt der "technische" Teil. Wie angemerkt, gingen einige Tasten wenig bis gar nicht mehr. Es war ein Kontaktproblem, da es sich nicht auf Tastenreihen oder -Felder bezog, sondern nur Einzelfälle vorlagen.
    Laut meiner Recherche bietet sich hier Graphitlack (auch in Spray-Form) am besten an. Beispiele hierzu: Graphit 33 von Kontakt Chemie, nicht unter 13 € zu finden. Kann man bspw. in einen Plastikdeckel sprühen und mit einem Pinsel auftragen, härtet sehr schnell aus.
    Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, einfach mit einem Bleistift die Kontakte nachzumalen, die Haltbarkeit dieser Anwendung soll jedoch nur von kurzer Dauer geprägt sein, würde ich also nicht empfehlen.
    Ich hatte noch Silberleitlack zu Hause und versuchte mein Glück einfach mal damit. Habe direkt einen Großteil damit behandelt (das kleine Fläschen würde sicherlich für noch weitere 2-3 Tastaturen reichen).
    Die Erfahrungen mit der Haltbarkeit dieser Methode sind durchwachsen. Evtl. ist auch hier eine Nachbehandlung notwendig.
    Vorweg: alle Tasten bis auf F und 0 funktionierten danach anstandslos. Die beiden anderen muss ich wohl nacharbeiten.





    Die Kontakte der Tasten habe ich nicht behandelt, die sahen alle gut aus (habe stichprobenartig durchgemessen, da gab es keine Abweichungen). Also habe ich die eingesetzt.




    Weiter im nächsten Post ..

  • Nun noch die Gummipuffer (oder Federn, je nach Ausführung) aufsetzen und dann beginnt der schönste Teil (wie 8bitguy immer zu sagen pflegt, auch, wenn ich ihm anfangs nicht glaube) und die Tasten werden wieder aufgesetzt. Achtung: Tasten mit Metallbügel möglichst früh aufsetzen, da es ansonsten schwierig werden kann.




    Zum Schluss müssen nur noch die Gehäusehälften zusammengeschraubt werden. Hierzu einfach Kabel wieder anschließen, den Kabelstopper in die dafür vorgesehene Auskerbung stecken, Keyboard wird einfach nur "reingelegt" in den Boden .. und zack, verschrauben.



    Wie man auf den Bildern erkennen kann, sind noch leicht vergilbte Stellen vorhanden, auch auf der Leertaste. Die werden einer Nachbehandlung unterzogen, wenn das Wetter wieder besser ist.




    Noch ein Vorher/Nachher Vergleich:





    Im letzten Post dann noch Maus und Joystick ..

  • Weiter geht es mit der Maus. Wie oben erwähnt, war sie etwas dreckig und vor allem ließ sich der Mauszeiger nicht mehr groß beeindrucken von Mausbewegungen. Also auseinandergebaut und gereinigt.





    Ein paar Haare, Staub und weiterer Dreck machten die beiden Walzen schwergängig. Die Kugel war einer Reinigung auch nicht abgeneigt. Aber dennoch wollte die Maus nicht so wie in frühen Tagen. Eine Walze war immer noch etwas schwergängig, da sie etwas zu viel Druck von ihrer Plastikfassung bekam. Was tun ? Nun, ich habe einfach die Walze etwas "abgefräst", damit sie nicht mehr so breit ist. Einfach in den Akkuschrauber eingespannt und ein Teppichmesser angelegt .. das Material ist so weich, das rieb sich schnell ab :)



    Und siehe da .. die Maus funktioniert wie am ersten Tag :)





    Als letztes blieb noch der Joystick. Der funktionierte zwar, wollte aber einerseits aus mal gereinigt werden, andererseits lugten die Adern am Gehäuse heraus, da sich die Isolierung abzog (Kabelstopper wirkungslos). Dies löste ich ganz einfach, in dem ich das Kabel weiter reinführte und vor dem Kabelstopper mit schwarzem Panzerband verdickte, sodass es nicht mehr herausrutschen kann. Naja, keine beeindruckende Reparatur :D



    Wenn der zweite Durchlauf der Tastatur getan ist, werde ich noch ein paar Bilder anhängen. In diesem Zuge werde ich dann wohl auch die Diskettenlaufwerks-Fronten und evtl. auch die Amiga-Gehäusefront mitbehandeln.

  • Hatte zuerst alle Bilder bei einem externen Hoster und über bbcode eingefügt. Klappte in der Vorschau aber beim Absenden gab es einen Fehler. Habe dann auf Links umgebaut, klappte in der Vorschau, beim Absenden gab es Fehler .. musste es dann über die boardeigenen Uploads machen .. die anderen Threads können also gekillt werden, die sollten gar nicht da sein :)

  • Hatte zuerst alle Bilder bei einem externen Hoster und über bbcode eingefügt. Klappte in der Vorschau aber beim Absenden gab es einen Fehler. Habe dann auf Links umgebaut, klappte in der Vorschau, beim Absenden gab es Fehler .. musste es dann über die boardeigenen Uploads machen .. die anderen Threads können also gekillt werden, die sollten gar nicht da sein :)

    Tja, hättest Du dich direkt an die Forum-Regeln gehalten, dann wäre das erst gar nicht passiert. Bilder müssen immer direkt hochgeladen werden!