Plastik(tasten) färben - aber wie?

  • Plastik(tasten) färben - aber wie?

    Ich habe ein Keyboard (Musik, nicht Tastatur) bekommen, bei dem die weißen Tasten teilweise stark verfärbt sind. Und zwar wurde vom Vorbesitzer versucht Edding zu entfernen, vermutlich mit Terpentin. Leider nur mit Teilerfolg: Schmierreste sind zurückgeblieben und offensichtlich (noch vom Edding) tief ins Plastik gedrungen.

    Ich bekomme es nicht weg, werde morgen noch mal Bleichen versuchen, bin aber wenig zuversichtlich. Deshalb wollte ich eigentlich den anderen Weg gehen und die Tasten färben. Möglichst nicht schwarz, aber doch so dunkel, dass die Flecken überdeckt werden. Nur wie? Sprayen kommt bei einem Tasteninstrument wohl nicht in Frage, wäre wohl schnell abgegriffen. Brauche eine Methode, die in die Taste dringt, kräftig genug ist und nicht abgegriffen werden kann. Irgendeine Idee? Evtl. ein paar Tage in Textilfärber liegen lassen?

    :nixwiss:
    "...please come again - when I´m not working!"
  • Wenn es griff-fest sein soll: Taste neu fertigen aus Kunststoff der gewünschten Farbe. Alles andere ist früher oder später runter; so tief dringt keine Farbe in die Substanz ein. Selbst bei Deinem Edding sind es ja nur Schatten. Es gibt zwar Versuche, Oberflächen mit Klarlack zu 'schhützen' (das ist eher eine Verschleißschicht die man regelmäßig nachbessern sollte) aber da hat man dann immer noch das Problem, daß der Lack mit dem Haurfett und Schweiß zu einer unansehnlichen Pampe reagieren kann. Als Möglichkeit drei bliebe dann noch feines Schleifpapier udn die Hoffnung, innerhalb erträglicher (Un-)Tiefen auf ungefärbtes Material zu treffen...
  • Edding ist eklig, manchmal geht er auch wenn er alt ist erstaunlich gut mit Kontaktreiniger-Spray runter.

    Wirkt keine Wunder, aber was besseres weiss ich nicht :(
    6502 unser im Rechner, geheiligt werde dein Schaltkreis, deine Outputs geschehen, wie im Speicher so am Bildschirm! Und führe uns nicht in Versuchung vor dem Z80! Amen!

    "C64-Stammtisch" in München -> Hallo Münchner! (Wer in die zugehörige WhatsApp-Gruppe aufgenommen werden will, bitte per PM melden.)
  • bei edding fällt mir spontan reinigungsalkohol, nagellackentferner, haarspray, heller essig, zahnpasta, backpulver ein.
    bloss nicht direkt gleich aggressives zeug wie aceton verwenden da es den kunststoff auflösen/verformen kann.
  • Nagellackentferner enthält in den meisten Fällen Aceton oder besteht sogar fast ausschliesslich daraus :)
    6502 unser im Rechner, geheiligt werde dein Schaltkreis, deine Outputs geschehen, wie im Speicher so am Bildschirm! Und führe uns nicht in Versuchung vor dem Z80! Amen!

    "C64-Stammtisch" in München -> Hallo Münchner! (Wer in die zugehörige WhatsApp-Gruppe aufgenommen werden will, bitte per PM melden.)
  • je nachdem um was für einen Kunststoff es sich handelt kannst du ja mal Wäschefärbesalz (simplicol) probieren.

    War vor Jahren (ob heute auch noch weis ich nicht) der Renner bei den Modellbauern, da wurden Chassis, Felgen usw. umgefärbt.
    Das waren aber in der Regel Polyamide (Nylon, Perlon, für Ostler Dederon (toll im Namen gleich das Land mit zu verewigen))

    hier mal ein paar Links 1 2 3
  • Squidward schrieb:

    Sprayen kommt bei einem Tasteninstrument wohl nicht in Frage, wäre wohl schnell abgegriffen.
    Das kann man so nicht pauschal sagen. Heutzutage sind unglaublich viele Dinge lackiert, die täglich, tausendfach oder stundenlang angefasst werden, wie z.B. farbige Trinkgläser, alle möglichen KFZ-Interieur-Teile, Rasierapparate, Haartrockner, Fernbedienungen, Laptop/Smartphone-Gehäuse, Schreibgeräte ....

    Aber es ist nicht trivial, Kunststoffe wirklich gut zu lackieren. Erst einmal gehört dazu, den verwendeten Kunststoff zu ermitteln und die dafür geeignete Grundierung zu wählen. Auch auch der Lack muss dann wiederum zur Grundierung passen. Und die Trocknung (Wärme, Zeit) ist auch von Belang. Mit einer Sprühdose aus dem Baumarkt kommt da wahrscheinlich nicht weit. Ich würde bei einer KFZ-Lackiererei oder einer Auto-Lackier-Selbsthilfe nachfragen, ob die einem helfen können. Die haben dort vernünftige Lacke (auch für Kunststoffe, da am Auto vielfach vorhanden), Geräte und Trocknungshilfen und vielleicht auch die nötige Ahnung.

    Squidward schrieb:

    Das sind halt nicht mehr die Schmierereien vom Edding, sonder der nicht mehr zu entfernende, zerriebene Rest
    Das ist natürlich ein Problem. Wäre es nicht schon passiert, dass du den Kunststoff angelöst hast, hätte ich "Putzstein" empfohlen. Damit bekommt man z.B. Ceranfelder, Edelstahl, Badezimmer-Keramik, Fliesen und viele Küchenoberflächen ganz wunderbar sauber. Dieses einigermaßen unweltfreundliche Putzmittel enthält ultrafeines Steinmehl und wirkt leicht schleifend, wenn der Untergrund weich ist (Glas ist z.B. sehr hart – dort werden nur die Verunreinigungen abgeschliffen). Man kann sich dieses leichte Schleifen zu Nutze machen und glatte Kunststoffe damit behandeln. Ich habe damit schon so manche beschriftete Gehäuseoberfläche wieder sauber bekommen – weil der Putzstein auch ganz leicht die Oberfläche angreift und eingedrungene Farbe entfernt.

    Wahrscheinlich ist das bei dir aber jetzt schon nicht mehr stark genug, wenn du die Oberfläche schon "zerstört" hast. Wie wäre es denn, wirklich zu schleifen – Schleifpapier mit sehr feiner Körnung und Schleifklotz aus Kork?
  • Chrom wäre mir noch eingefallen...

    Aber ich hab bei meinen Keyboards ein wertloseres, baugleiches gefunden und die ganzen Tasten samt Rahmen einfach getauscht. Nur das Logicboard musste ich durchtauschen, damit die Anschlüße passen. Dass das andere Keyboard jetzt häßliche Tasten hat ist mir erstmal egal... :saint:
    "...please come again - when I´m not working!"
  • Mobiltelefone und Fernbedienungen sind ein gutes Beispiel dafür, daß Lackieren keine dauerhafte Lösung ist. Klarlack hilft etwas, hält aber auch nicht ewig.

    Putzstein gibts auch als feines Pulver, nennt sich dann 'Wiener Kalk' (daher kommt das Wort 'wienern' für polieren!) und ist eine gute Alternative zum 'Schmutzradierer' aus Kunstharzschaum oder zur mit Seife versetzten Stahlwolle. Wenn tatsächlich die Oberfläche angegriffen ist, tuts auch richtiges Schleifpapier- aber da muß man wieder aufpassen, daß man nicht das Plastik durchlöchert, je nach Konstruktion der Taste...
  • Walzenwaschmittel aus (Offset-)Druckereien, gibt es im Industriebedarf, auch in "winzigen" Gebinden (unter 1l), oder eben Spiritus, da er am schonensten auflöst.
    ...........commodore C-64 breadboxes - commodore C-64 c's - commodore joysticks - commodore C-128's - a bunch of commodore bits'n pieces & a commodore SX-64...........
  • Der North vom arcadezentrum-Forum hat da eine Technik am Start, wo er solche Dinge mit einer Art Folie neu überzieht, soll super aussehen und widerstandsfähig sein. Habe es noch nicht selbst gesehen, aber er berichtet darüber ständig. Vielleicht wäre das etwas, dann sehen sie alle gleich und neu aus.
    C64 - Die einzig wahre PlayStation!
    Der Retroluzzer auf YouTube!
  • Benutzer online 1

    1 Besucher