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UCSD Pascal für Atari ST

  • Hi!


    Ich spiele gerade mit dem UCSD System für unterschiedliche Architekturen herum.


    Angeblich gibts das auch für den ST:


    http://www.stcarchiv.de/stc1986/04_ucsdp.php


    Leider finde ich nirgendwo ein Image.


    Vielleicht hat das jemand für mich? Wenn jemand alternativ das Original verkaufen möchte, kann er mir auch gern eine PM senden.


    Gruß
    Stephan

  • Ich "bumpe" das Thema mal...


    UCSD-Pascal für den ST wird auch in der Happy Computer erwähnt und in der offiziellen ST-Softwareübersicht von Atari gelistet. Ich habe es allerdings auch noch nie gesehen - so überraschend ist das allerdings nicht, viele frühe Anwendungsprogramme haben sich nur in geringen Stückzahlen verkauft, bzw. wurden schnell von besser an den ST angepassten Programmen ersetzt.

  • Angeblich gibts das auch für den ST

    Wie ich schon mal früher woanders schrieb, habe ich das System live gesehen auf der damaligen CeBit, wo es an einem Atari-Stand vorgeführt wurde mitsamt Compiler. Da jedoch das nicht graphisch orientierte Betriebssystem nicht kompatibel war mit TOS (selbst ein einfacher Dateiaustausch war nicht direkt möglich), könnte ich mir vorstellen, daß es - insbesondere bei dem sehr hohen Preis - kaum verkauft wurde bzw. zum Einsatz kam.

  • Sehr interessant. Vielen Dank im voraus.

    Das p-System ist da. Und läuft (Übersetzt und führt F77 Programme aus). Pascal war keins dabei, habe ich aber von einer SAGE-II rüberschieben können, das läuft soweit ich das bisher beurteilen kann einwandfrei.


    Für den Atari ST suche ich aber noch immer.

  • Das p-System ist da.

    Schade und auch etwas verwunderlich, daß Pascal nicht dabei war, aber gut, daß Du das Problem lösen konntest. Da zeigt sich der Vorteil der Portabilität. (Nebenbei: Den Fortran-Compiler gab es damals auch beim ApplePascal, doch bezweifele ich, daß er dort in der Praxis wirklich zum Einsatz kam.) Verzeih, eine zwei kleine Fragen hätte ich: War das eine offizielle Umsetzung des p-Systems für den Amiga oder eine frei nachentwickelte basierend auf der Beschreibung des Bytecodes? Letzteres meine ich, mal auf Aminet gefunden zu haben. Und um welche p-Code-Version handelt es sich? Leider weiß ich nicht, welche Version bei der SAGE-II verwendet wurde. :/

    EDIT: Und noch eine Frage: Handelt es sich dabei um ein vollständiges Betriebssystem mit eigenem Dateisystem oder basiert es auf dem AmigaOS und/oder anderen typischen Amiga-Systembibliotheken (exec, Intuition etc)?

  • War das eine offizielle Umsetzung des p-Systems für den Amiga oder eine frei nachentwickelte

    Nein, das ist eine offizielle Version. Ich habe aber nur eine Diskette (von mindestens 2 oder 3). Möglicherweise wurde das aber auch so verkauft, als Fortran-Stand-Alone. Ich denke, das ich das Wesentliche von der SAGE nehmen kann. Beides ist eine Version IV Implementierung. Deshalb sind die .CODE Files kompatibel, wenn nichts systemsspezifisches genutzt wird. Ich habe ein paar Libs für den Amiga dabei, unter anderem für Graphik und Sound.

    Es handelt sich aber um ein vollständiges Betriebssystem, was den Amiga übernimmt. Die Workbench/Multitasking scheint abgeschaltet. Die Dateien residieren in speziell (SFS) formatierten Disketten oder in virtuellen Volumes. Festplatten werden unterstützt.

    Auf der SAGE läuft ein IV.13, auf dem Amiga ein IV.2 - Da die SAGE älter ist, und beim Amige nicht der "SYSTEM EDITOR" , sondern der "ADVANCED SYSTEM EDITOR" dabei ist, gehe ich davon aus, die Amiga-Version ist neuer. Die p-Code Interpreter Version aus dem Aminet von 2004 ist kompatibel zur Version II Implementierung, nicht Version IV.

  • MJGraf: Danke für den Hinweis. Wenn man jetzt noch wüßte, welche Software darauf programmiert wurde... Ein wenig stutzig machen mich die 6 Disketten. Das ApplePascal-System kam üblicherweise mit 4 Disketten: apple0, apple1, apple2 und apple3. apple0 enthielt einen Mix aus apple1 und apple2 zum Booten auf Computern mit nur einem Diskettenlaufwerk (unüblich), und apple3 enthielt Hilfsprogramme z. B. zum Formatieren von Disketten und eine Grafikdemo. Was enthalten die anderen beiden Disketten des Fortransystems? Was die Handbücher anbelangt, so gab es für Pascal zwei verschiedene: eines für die implementierte Sprache und eines für das Betriebssystem mit Beschreibung der Stackmaschine. Ich nehme an, letzteres liegt Dir vor.


    spiceminer: Dir auch vielen Dank für die vielen Angaben und Bildschirmfotos. Sieht ja echt toll aus. :thumbup: Selber hatte ich nur mit Version II gearbeitet. Daher kenne ich einige Features der Weiterentwicklung gar nicht wie z. B. den Advanced Editor oder NCG. Generell scheint die Benutzerführung auch anders zu sein als früher. Besteht u. U. vielleicht die Möglichkeit, daß Du die fertigen Disketten Interessierten zur Verfügung stellst? Mein Amiga versauert zwar im Keller, aber im Emulator würde ich das System mal gerne ans Laufen kriegen.

  • M. J. : Ich habe im Laufe der Jahre ein wenig Altpapier zu UCSD Pascal angesammelt. Leider habe ich zur Version IV.2 nichts außer einem dünnen "Supplement Manual" für den Amiga. Was ist denn der "NCG"?

    Ich habe Cabot Software angeschrieben, den Rechtsnachfolger von Pecan, der der Nachfolger von TDI war. Mal schauen, was die sagen zum Thema "für wissenschaftliche/historische Zwecke" verteilen.... hab noch ein paar Tage Geduld.

  • Wenn man jetzt noch wüßte, welche Software darauf programmiert wurde... Ein wenig stutzig machen mich die 6 Disketten. Das ApplePascal-System kam üblicherweise mit 4 Disketten: apple0, apple1, apple2 und apple3. apple0 enthielt einen Mix aus apple1 und apple2 zum Booten auf Computern mit nur einem Diskettenlaufwerk (unüblich), und apple3 enthielt Hilfsprogramme z. B. zum Formatieren von Disketten und eine Grafikdemo. Was enthalten die anderen beiden Disketten des Fortransystems? Was die Handbücher anbelangt, so gab es für Pascal zwei verschiedene: eines für die implementierte Sprache und eines für das Betriebssystem mit Beschreibung der Stackmaschine. Ich nehme an, letzteres liegt Dir vor.

    Das Handbuch ist das Apple FORTRAN Language Reference Manual (online im Internet Archive). Von den 6 Disketten sind zwei mit FORT 1 und vier mit FORT 2 beschriftet. Um zu klären, ob das tatsächlich Dubletten sind, und was genau drauf ist, müsste ich erstmal den zugehörigen Rechner instandsetzen...


    Der Vorbesitzer hat sich damals (Anfang der 80er Jahre) als Softwareentwickler selbständig gemacht und einige Jahre auf diesem System Individualsoftware entwickelt, allerdings wohl vor allem in Pascal, wenn man den Diskettenlabeln glauben darf.

  • Ich habe im Laufe der Jahre ein wenig Altpapier zu UCSD Pascal angesammelt.

    Oh, sehr schön. WIe ich sehe, ist auch der Teiwes mit dabei. Das war damals[tm] unser Hauptnachschlagewerk. Zwei gute Bücher, die ich empfehlen kann, sind "Grundkurs in Pascal" Band 1 + 2 von Karl-Hermann Rollke, erschienen bei Sybex Informatik 1985. Die beiden Bände wurden bei uns im Unterricht eingesetzt. Daneben gab es noch solche Bücher wie "Rüdeger Baumann: Spiel, Idee und Strategie programmiert in Pascal. Reihe CHIP Wissen. Vogel-Buchverlag 1983" und diverse Bücher von Pandabooks wie "Apple Pascal Trickkiste", welche das Innenleben des Systems gut beschreiben. Dies betrifft allerdings nur die weitverbreitete Version II. Zu späteren Versionen habe ich im Netz noch nichts gefunden. :(

    Was die Portabilität des Compilers anbelangt, so würde mir nur eine Hürde einfallen, die Probleme bereiten könnte. Auf den 8 Bit-Rechnern wurde die vom Compiler verwendete Funktion "treesearch" zum Durchsuchen der Bezeichnerliste aus Platz- und Geschwindigkeitsgründen direkt in Assembler umgesetzt und war damit nicht Bestandteil des Compilers selbst, sondern der Systemumgebung. Ich gehe jedoch davon aus, daß die späteren Versionen sämtliche Grundfunktionen des Compilers in Pascal selbst definiert haben.

    Was der/die/das NCG ist, weiß ich leider selber nicht, da es diesen damals[tm] nicht gab.:nixwiss: Für ApplePascal waren wohl einige Bestandteile offiziell vorgesehen (es gab sie als Menüpunkt in der Benutzerleiste), wurden aber nicht implementiert wie z. B. der Debugger. Daher würde es mich interessieren, wie umfangreich das spätere System IV war.

    Ich habe Cabot Software angeschrieben

    Vielen Dank! Bin mal gespannt, was sie antworten werden. Zwar kann ich mir nicht vorstellen, daß diese Systeme heute noch kommerziell verkauft werden, aber - wie man sieht - habe ich bei der Verwendung des Fortran-Compilers auch schon daneben gelegen. Hoffen wir das Beste.

  • Der Vorbesitzer hat sich damals (Anfang der 80er Jahre) als Softwareentwickler selbständig gemacht und einige Jahre auf diesem System Individualsoftware entwickelt, allerdings wohl vor allem in Pascal, wenn man den Diskettenlabeln glauben darf.

    Danke für den Link. Auf Asimov finden sich nur zwei Fortran-Disketten für das ApplePascal-System. Möglich also, daß es sich um Kopien handelt für die Entwicklung. (Es war damals üblich, das ganze System auf neue Disketten zu kopieren, da für die Benutzung Compiler, Editor und FIler andauernd nachgeladen werden mußten.) Ich hoffe, die Disketten gehen noch. Nebenbei: Ich hatte mal versucht, mit Hilfe eines 1571-Laufwerks und einer ZoomFloppy AppleII-Disketten zu lesen. Das geht prinzipiell, und bei einigen ist es mir auch gelungen, da die Positionen der Tracks auf beiden Laufwerken identisch sind und man die GCR-Daten vom AppleII theoretisch lesen kann. Leider scheiterte es daran, daß beim 1571-Laufwerk die Bitfolge 111111.. als Synchmarker verwendet wird, während sie bei der GCR-Codierung des AppleIIs einen normalen Wert codiert, weswegen das Zoomfloppy-System über diese Bits stolpert.:(