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CBM 8280 wiederbeleben

  • Hallo,


    seit heute bin ich endlich wieder stolzer CBM-Besitzer: ich habe einen CBM 3032 mit Floppy CBM 8280 und einem Centronics-Interface WW TYP3200 erstanden.
    Der Rechner bekam ein EPROM-Upgrade auf BASIC 4.0, die Original-ROMs wurden mir beigegeben. Er ist in einigermassen gutem Zustand, unverbastelt, bei der Tastatur wollen manche Tasten manchmal nicht so richtig, besonders die linke Shift-Taste.
    Der Elko ist dicht, und auch sonst sieht alles außer etwas Staub aus, wie es sein sollte - soweit ich das beurteilen kann.


    Das Centronics-Interface konnte ich bislang mangels passendem Drucker nicht testen... USB läßt grüßen ;-)


    Die größten Sorgen bereitet mir aber die CBM 8280, die eigentlich kaufentscheidend war.


    Nach dem Einschalten war ich schon einmal froh, daß sich die Floppy über den Rechner ansprechen ließ, aber die Laufwerke gaben keinen Mucks von sich.
    Ich habe festgestellt, daß das obere Laufwerk D1 defekt ist: wenn sein Stecker auf dem Netzteil eingesteckt ist, gehen die 24V in die Kniee bis ca. 0,2V. Wenn es ausgesteckt ist, läuft das untere Laufwerk D0.


    Es gelang mir jedoch leider nicht, eine Diskette zu lesen oder zu formatieren, weder mit den beigelegten Disketten, noch mit original-eingeschweißten Siemens-Disketten, die ich zu diesem Zweck heute feierlich geöffnet habe.


    Dem Geräusch nach zu urteilen, scheint die Drehzahl zu sinken, wenn man den Laufwerksknebel umlegt, als ob der Motor unter Last nicht mehr die erforderliche Drehzahl bringt - oder ist das vielleicht normal? Ich habe noch ein 8" Shugart 501, bei dem sich das nicht so anhört.


    Beim letzten HEADER-Versuch ging nach ca. 13 Minuten die Laufwerks-LED aus, ohne daß der BASIC-Prompt wieder erschienen wäre. Die Diskette ließ sich jedoch nicht einlesen. Bei allen Disketten bekomme ich 20 READ ERROR - kann mir jemand erklären, wofür die 20 steht?


    Der letzte Stand der Dinge ist der, daß nach dem Einschalten alle drei LEDs auf rot stehen bleiben - bislang verschwand dieser Fehler nach erneutem Einschalten. Die Floppy läßt sich auch nicht mehr über den Rechner ansprechen. Hat jetzt der Controller sein Leben ausgehaucht?


    Ich verfüge über einigermassene Programmier- und Elektronikkenntnisse und besitze auch ein Oszilloskop und Lötkolben. Was ich nicht besitze, ist Erfahrung mit einer CBM 8280 oder allgemein dem Reparieren defekter Computer.


    Es wäre toll, wenn ihr mir helfen könntet, diesen alten Schatz wieder an's Laufen zu bringen - ich habe etwas Sorge, das Ding noch mehr "kaputtzureparieren" ;-)

  • hm... so richtig will ich an die Netzteil-These noch nicht glauben. Ich tippe eher auf den Keilriemen.


    Ich habe jetzt das Laufwerk D1 abgeklemmt (Stromversorgung + Daten) und das Laufwerk nur mit D0 getestet. Auch unter Last liegen 5, 12 und 24V stabil an.


    Das Laufwerk war ansprechbar, Lese- und Header--Versuche nicht erfolgreich. Aber mir ist aufgefallen, dass die Strich-Markierung unten am Laufwerk (mit 60 Hz beschriftet) nicht still steht, und auch nicht wandert, sondern gar nicht erkennbar ist - muß man die mit 60 Hz "anblitzen" um ein scheinbar still stehendes Muster zu sehen?


    Bei den Schneider-3-Zoll-Laufwerken kann ich aus eigener Erfahrung sagen, daß da ohne neuen Antriebsriehmen nicht viel geht - aber wo bekommt man einen Antriebsriemen für eine 8280??

  • Vielen Dank, 128er-Man! Das war ein Volltreffer!


    Leider ist die Mechanik des Schreib-/Lesekopfs ziemlich unzugänglich, aber das Motorrad ließ sich noch mit den Fingerspitzen drehen, so daß ich schon aufatmete, daß es immerhin nicht "ganz fest" ist.
    Ich habe dann das Laufwerk "frei schwebend" in Betrieb genommen, um den Lesekopf bei Betrieb beobachten zu können: und der bewegt sich keinen Millimeter.


    Was hast Du denn bei Deiner 1540 gemacht, um die Mechanik wieder gängig zu bekommen?

  • Hallo zusammen


    Habe nun auch ein solches "Grosslaufwerk" erstanden. Leider zeigt dieses ähnliche, aber nicht gleiche Symptome:


    Power-On Initialisierung wie bei einer 8250; rot/grüne Blinksequenz der Pwer-Diode; beide Laufwerksdioden blinken auch einmal. soweit korrekt; der RAM Test der beiden Prozessoren wird offenbar ausgeführt. Beim Befahl "cA" passiert aber erstmal gar nichts; der 8032 hängt.


    Die Diskettenmotoren laufen hörbar bei beiden Laufwerken, wenn man eine Diskette einschiebt. Beim Formatieren auf den Laufwerken passiert bei einen Laufwerk gar nichts - der Motor läuft nicht an; der Stepper für den Kopf auch nicht. Beim anderen Laufwerk dreht der Motor, der Stepper fährt an den Anschlag und macht genau mitgezählte 25 Schrirte. Die Laufwerks-LED bleibt an; das Laufwerk wartet eternally.


    Die Spannungen 5, 12 und 24 Volt sind stabil und nahezu perfekt am Sollwert. Die 24 Volt sind auch bei laufendem Floppymotor stabil. Am Netzteil iegt es also wohl kaum.


    Leicht irritierend. Hat jemand dazu eine Idee?

  • Bei meiner 8280 war lediglich ein RAM defekt.
    Das habe ich über ein modifiziertes ROM zum testen herausgefunden.
    Die Scheibe unten musst du natürlich mit 60 Hz Lampe anstrahlen.
    Falls die Drehzahl identisch ist zur 1541, kannst du auch einen Aufkleber von dieser temporär an der 8280 anbringen und mit 50 Hz anstrahlen.


    Hier sind ein paar Bilder von meiner 8280: http://www.mos6509.com/8280.html

  • Hi, danke!
    Macht die Floppynicht auch wie die anderen Laufwerke einen RAM Test zu Beginn? Würde
    mich doch wundern, wenn der nicht da wäre. Das Digitalboard scheint ja zu funktionieren, der Formatierungsvorgang startet immerhin bei beiden Drives.
    Allerdings irritiert mich doch arg, dass sich bei cA gar nichts tut. Steht das Test-ROM irgendwo zur Verfügung?
    Ich denke aber eher, dass es die Drives sind. Werde mal die Elktronik dort wechseln und sehen, ob der Stepper dann beim anderen Drive läuft.
    Gruss

  • Beim Formatieren geht er alle Spuren ab und anschließend noch mal zum überprüfen.
    Das dauert etwa 15 Minuten insgesamt. Hast du denn die richtigen Disks? Soft sectored, DS,DD
    Natürlich macht die Floppy einen Ram-Test, aber es gibt keine Unterlagen über mögliche Fehlercodes zur 8280 um die Chips einzukreisen.
    Es gibt nur ein einfaches Manual mit allg. Infos und halt die Service Unterlagen zum TM848-2 von Tandon.
    Den FDC Controller bekommt man übrigens noch bei ebay - aber der ist bei dir ja nicht defekt.
    Digital scheint die 8280 OK zu sein, sonst hättest du einen Blinkcode.

  • Ja, die Disketten sind die richtigen. 3M DS,DD, 8 soft sectors. Noch aus Promotionstagen für eines der damaligen (und bereits veralteten) NMR Geräte.


    Das Digitalboard macht den bekannten grün/rot/grün Blinkwechsel; inklusive der Laufwerks-LEDs. Das funktioniert jedesmal. Allenfalls das 128 Byte Static RAM könnte eine Fehlfunktion haben. Obwohl ich denke, dass dieses für die 128 Byte RAM aus dem fehlenden 6530 für den zweiten 6502 ist. Für einen Sektor-Puffer ist es zu klein, die Sektoren haben ja eine grösse von 1024 Byte.


    Bin beim wechseln der Analog-Elektronik. Habe zudem mal den Trafo auf 240 Volt umgestellt: Das abgeschnittene schwarze Kabel an des aufgetrennte rote gelötet (und isoliert, bevor jemand fragt).


    Und den Lüfter werde ich mal wechseln; der macht ja irrsinnigen Lärm. Die Netztteilplatine kann man übrigens nicht so einfach auf Schaltregler umbauen; das sind längsgeregelte Leistungstransistoren. Schade; da müsste man Leiterbahnen abändern.


    Danke!


    P.S.: Den Abschlusswiderstand für den Shugart Bus und den DS Jumper setzte ich natürlich auch wieder. Möchte ohnehin Drive 0 oben haben :-)

  • Nach dem Umbau steppt Drive 1 anstatt 0 beim Formatieren bis 25, dann bleiben der Spindel- und der Steppermotor stehen. Die Laufwerks-LED bleibt für eine ganze Weile an, geht aus, dann meldet sich der 8032 zurück. Die Floppy LED ist und bleibt derweil grün.


    Leider unverständlich für mich. Motoren funktionieren, der Prozess fängt an, bleibt aber reproduzierbar stehen.

  • Die Floppy LED ist und bleibt derweil grün.

    Also gar keine keine Fehlermeldung? Auch nicht über den Fehlerkanal?


    Und wenn du (ohne Reset) erneut formatierst, fängt die Floppy wieder an. Also der Controller ist nicht abgestürzt oder hängt irgendwo?
    Dann müsste der doch intern einen Fehler melden. ?(


    Ich kenne die 8280 nicht, nur 2040 bis 8250. Ich weiss nicht, ob die 8280 sich völlig anderes verhält.

  • Fehlerkanal auslesen ist am 8032 leider sehr mühsdam; da gibt es keine direkt-Taste. Müsste meinen SX mit IEEE Interface wieder aufbauen.


    Nun, das Fehlerbild wechselt, wie ich gerade feststelle: Nun bewegt das Drive beim Formatbefehl weder Spindel- noch Steppermotor.


    Austausch vom Bus-6502 und den beiden 6532 bringt erwartungsgemäss keine Änderung. Den Floppycontroller und erst recht das 128 Byte RAM habe ich leider nicht.