BBS Szene - warum meistens USA?

Es gibt 36 Antworten in diesem Thema, welches 7.079 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (21. Mai 2017 um 20:53) ist von thE rZA.

  • Moinsen.

    Im moment schießen ja überall die ESP8266 Devirate wie Pilze aus dem Boden. Preise für ein Zehviehmodem zw. €12 (ESP und Userport) und €70 (complete). Daher ist auch die Seite BBS Outpost immer interessanter. Was mir aber auffiehl: die meisten BBS sind in den USA. Erst vor Tagen wurde wieder eine german BBS hochgefahren. Siehe Board hier ;). Topp, Sysop!!!

    Meine Frage: weiß jemand warum das so ist? Für mich ähnelt das dem Verhalten im Amateurfunk in der BRD, Ich habe den Eindruck, dass die meisten OMs im Großraum Ruhrpott arbeiten. In Norddeutschland muss man sie bald suchen....

    Any ideas?

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    Amiga 1200 @ C64C @ 1541 II @ Competition Pro @ 2 DIY WiFi Adapter (C64C / Amiga 1200) @ RPi0 @ RPi1 @ RPi2 @ RPi3
    kernel.img-Zerstörer

  • Hat meiner Meinung nach technik- und kulturhistorische Gründe. Erstens waren in den USA seit jeher die Telefongebühren niedriger, zweitens war primär dort die Phreaking-Szene etabliert wodurch die Kosten nochmal irrelevanter wurden. Dadurch konnte sich viel mehr "Szene" entwickeln und BBS-Nutzung war schlichtweg viel üblicher und naheliegender, und die Verbreitung dadurch ziemlich ungebremst. Auch die arge Bürokratie durch das staatliche Postmonopol und der damit verbundene latente Eindruck einer kriminalrelevanten Drohkulisse hat vermutlich dazu geführt, dass Mailboxerei hierzulande viel weniger bei der breiten Masse der Computernutzer im Bewusstsein ankam und viel mehr was für Freaks und Spezialisten blieb.

    Wenn's nach den Postbütteln gegangen wäre, hätten sie ja am liebsten schon alles mit einem Bein in den Knast gestellt, was schon nur'nen (gasp) Akustikkoppler besass und nicht bei drei auf den Bäumen war, geschweige denn wer es wagte, irgendwas anderes als ein zugelassenes Telefon an die heilige staatliche Telefonleitung zu hängen...

  • Die Sache mit Post war auch hier in Österreich so...

    Ich hatte CB Funk (dezente Antenne am Dach) und Akustikkoppler mit Vierteltelefonanschluß (kennt ihr ja noch)

    Stand nicht nur einmal der "Funkwagen" vor der Türe :)

    Ich denke auch das in Amerika durch die nicht so strenge Ansichtsweise der Behörden sich diese Szene besser entwickelt hat als in unseren Gebieten.

    :zustimm: If Its Nice ..... Play It Twice :zustimm:

    Es fehlt hier definitiv an Zockenden Smileys

    Amiga 1200, Amiga 500, C=128 und man(n) ist glücklich :)

  • Man teilte sich mit 3 Nachbarn einen Vollwertigen Anschluß. Jeder hatte aber eine eigene Telefonnummer.

    Also wenn einer Telefoniert hat konnten die anderen nicht telefonieren...

    Manchmal konnte man "mithorchen" also das Relais kokppelte sich ein obwohl schon jemand in der Leitung war.

    Als meine Nachbarn des öfteren nur Quietschen in der Leitung hatten und das bei der Post meldeten....naja.... :)

    :zustimm: If Its Nice ..... Play It Twice :zustimm:

    Es fehlt hier definitiv an Zockenden Smileys

    Amiga 1200, Amiga 500, C=128 und man(n) ist glücklich :)

  • Man teilte sich mit 3 Nachbarn einen Vollwertigen Anschluß. Jeder hatte aber eine eigene Telefonnummer.

    Also wenn einer Telefoniert hat konnten die anderen nicht telefonieren...

    Klingt schräg. Ich glaube, sowas gab's hier in Schland nicht. Oder vielleicht "nicht mehr" in den 70ern und 80ern.

  • Oh doch!
    Das gab es in der BRD (West) sehr wohl, ebenfalls.

    Meine Großmutter hatte das. In den Sechziger Jahren hatte sie es sich zugelegt und bis Anfang der 80er Jahre teilte sie sich den Anschluß mit einer Nachbarin im selben Haus. Das hieß Zweieranschluß und kostete ein paar Mark weniger Grundgebühr im Monat - wenn man sparen muss und sich der Tagesablauf der beiden Teilnehmer/innen unterscheidet, eine sinnvolle Lösung.

    Ich habe das selber ausprobiert. Wenn man den Telefonhörer abhob und nicht das erwartete Freizeichen kam, sondern "Stille", dann war nicht etwa das Telefon kaputt. Vielmehr ratschte wieder mal Frau Kielbaumer "stundenlang" mit ihrer Enkeltochter ;)

    Auch für die Post und damit das Gemeinwohl war es sinnvoll, kam man doch mit den bestehenden Leitungen zu dem Wohnblock aus und es musste nicht extra das Erdreich aufgegraben werden wegen einer Zusatz-Leitung. FYI: In Österreich soll es sogar Zehneranschlüsse gegeben haben - 10 Leute teilen sich eine Leitung ... ;)

    Später änderte die Post ihre "Philosophie". Aus dem Slogan "Fasse dich kurz!" wurde "Ruf doch mal an!", von Sparsamkeit der Resourcennutzung ging man über zur Expansions-orientierten Wirtschafts-Ankurbelung.

    Die Oma bekam die Möglichkeit eine eigene Leitung zu beanspruchen und wenig später wurden freie Doppeladern im Sternvierer für sogenannte "Doppelanschlüsse" vermarktet.

    2 Mal editiert, zuletzt von Stephan (12. Mai 2017 um 10:09) aus folgendem Grund: aussagekräftigen Titel gemacht

  • In der DDR gab es auch geteilte Anschlüsse. Ein interessantes Anschlussverfahren war der "Mondscheinanschluß". Tagsüber gehörte der Anschluss zu einer Firma, Kombinat, VEB etc. Nach Feierabend war der Anschluss dann an eine Privatperson geteilt, die diesen dann entsprechend benutzen konnte. Es gab nach dem 2.Weltkrieg einfach zu wenig Leitungen und so wurde man erfinderisch. Die Russen hatten auch die meisten Fernmeldezentren einfach abmontiert und wichtige Technologie als Reparation beansprucht und exportiert (wo sie dann ungenutzt vergammelte).

    Der Westen hatte da mehr Glück, der Aufbau ging schneller und die Amis waren gnädiger was Demontagen anging. Trotzdem waren Leitungen anfangs knapp und Kupfer Mangelware.

    Gruß
    Tom / Pentagon

  • In der DDR gab es auch geteilte Anschlüsse. Ein interessantes Anschlussverfahren war der "Mondscheinanschluß". Tagsüber gehörte der Anschluss zu einer Firma, Kombinat, VEB etc. Nach Feierabend war der Anschluss dann an eine Privatperson geteilt, die diesen dann entsprechend benutzen konnte.


    Gruß
    Tom / Pentagon

    Also diese Lösung von damals war nicht schlecht! :thumbup:

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  • @Tom:
    weißt du zufällig, und ungefähr, wie das dann tatsächlich technisch realisiert wurde?

    Liefen die Leitungen einfach parallel geklemmt und es war den Mondschein-Usern verboten, tagsüber zu telefonieren? (Arbitrage per Gebrauchsanleitung) ?

    Oder gab es irgendwo Relais-Kästen , evtl. mit Fernsteuerung durch irgendwelche Impulse und / oder Zeitschaltuhr, die nach 18 Uhr die Leitung auf den privaten Nachbarn umgelegt haben? Und wie mag es am Wochenende gewesen sein? Waren die Mitnutzer unter der Nummer einer Nebenstelle des Kombinats erreichbar oder hatten sie eigene Rufnummern wie bei uns beim Zweieranschluß?

    sorry wenn das zu sehr ins OT geht, aber ich finde diese Rahmenbedingungen schon interessant. Bei meiner Oma unterschied sich die Rufnummer von der ihrer Nachbarin numerisch nur um +1, das war eine weitere Besonderheit zur Kennzeichnung der Situation. Mailboxbetrieb unmöglich ;)

  • Ist das nicht mit einem ISDN Anschluss vergleichbar? 2 Leitungen, 3-10 Telefonnummern.

    carrier lost...

    atdtums.pm:64000

    CONNECT - UNDERGROUND MAIL SYSTEM -

  • Nein, ist es nicht! WLAN und ISDN halten die Kanäle säuberlich getrennt , lediglich die Datenrate wird auf mehr Kanäle aufgeteilt , es können aber simultan mehr als 1 Verbindung bestehen;
    ... und es kann über dieselbe Kupfer-Doppelader bei ISDN auf jeden Fall zwei Verbindungen abgewickelt werden.

    Bei den geteilten Anschlüssen ist nach 1 Belegung Schluß.
    Symbolisch so ähnlich wie bei Airline- oder ICE-Sitzplatz mit Platzkarte. Belegung nur von 1 Beleger möglich :)
    Der Grund ist bei den genannten Anschlüssen, dass keine kompliziertere Technik wie HF (Hochfrequenz) Modulation, Multi-Carrier- oder Zeitschlitzverfahren zum Einsatz kamen. Letzteres gabs auch, fällt aber unter die Rubrik "Vorfeldkonzentratoren" und wäre für die Endverbraucher ähnlich transparent wie WLAN oder ISDN, insbesondere viel weniger gegenseitige Blockade der so zusammengefassten Anschlüsse.

  • Ich meinte nicht technisch.
    Nur das Teilen von 2 Leitungen für 10 Nummern (ISDN-Telefonanlage).

    carrier lost...

    atdtums.pm:64000

    CONNECT - UNDERGROUND MAIL SYSTEM -

  • Musste gerade an einen Film denken....

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  • Huch, da habe ich aber ein tüchtiges Abdriften ausgelöst. Ist aber interessant, aktiv wußte ich das wirklich nicht.

  • Möcht ja nicht der Supernörgler sein :zeig: .
    Aber könntet Ihr mal wieder zurück zum Thema kommen?

    Mich würds wirklich auch interessieren, warum es hier viel weniger BBSs gibt als in den USA.
    Könnte es so was lapidares wie Stromkosten sein?

  • In der DDR gab es auch geteilte Anschlüsse.

    Klar! Einen für den Teilnehmer und einen für Mielkes Horchlöffel ^^

    BTT
    Wenn ich mir zeitgenössische Fernsehsendungen anschaue, dann wundert mich gar nix. In den Computer Chronicles (USA) wird von der notwenden Hard- und Software nebst BBS Inhalten noch lange vor irgendeiner Erwähnung im deutschsprachigen TV geredet.
    Entweder waren die Regularien hierzulande zu straff, oder es wurde schlichtweg nicht der Mehrwert erkannt, oder man hatte es einfach mit Unwissenheit, wenn nicht sogar "Angst" zu tun. Vermutlich ein Mix aus allem.

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  • Klar! Einen für den Teilnehmer und einen für Mielkes Horchlöffel ^^
    BTT
    Wenn ich mir zeitgenössische Fernsehsendungen anschaue, dann wundert mich gar nix. In den Computer Chronicles (USA) wird von der notwenden Hard- und Software nebst BBS Inhalten noch lange vor irgendeiner Erwähnung im deutschsprachigen TV geredet.
    Entweder waren die Regularien hierzulande zu straff, oder es wurde schlichtweg nicht der Mehrwert erkannt, oder man hatte es einfach mit Unwissenheit, wenn nicht sogar "Angst" zu tun. Vermutlich ein Mix aus allem.

    :zeig: ........................................................ ;)


  • Mich würds wirklich auch interessieren, warum es hier viel weniger BBSs gibt als in den USA.
    Könnte es so was lapidares wie Stromkosten sein?

    Denke ich weniger, es waren meiner Meinung nach die Telefonkosten sowie Gerätekosten.
    Weiterhin waren dies meinst Nerds die diese Technik nutzen und die waren eher in der Unterzahl.

    Ich kannte damals aus meinem Freundeskreis keinen der auch DFÜ betrieb, obwohl da einige Computer Freaks bei waren jedoch eher dem Zocken verfallen waren.

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