Expertentips gefragt, neuer Zeilentrafo Ferritkern gebrochen

  • Expertentips gefragt, neuer Zeilentrafo Ferritkern gebrochen

    Servus, mein Monitor 1084s-P hat plötzlich den Geist aufgegeben und ich habe im diesen Thread -> Klick den Grund dafür gefunden.
    Das Symptom ist ein singendes pfeifen und kein Bild mehr, Powerled geht auch nicht mehr an. Also habe ich mir aus Irland einen neuen Zeilentrafo von HR gekauft.
    Nur leider ist in der original verschlossenen Packung beim Zeilentrafo der Ferritkern gebrochen ! Siehe Fotos unten.
    Ich habe den Verkäufer gefragt ob ich den Zeilentrafo verwenden kann oder zurückschicken soll. Als Antwort kam nur, wenn ich ihn klebe kann ich ihn verwenden. :)

    Jetzt die Frage an euch, stimmt das und welchen Kleber bräuchte ich dafür und wie bekomme ich den Kleber in den Spalt ? Man sieht ja z.B. das der Ferritkern an anderer Stelle original geklebt ist.

    bruch1.jpgbruch2.PNGbruch3.jpg
    :strom:
  • mikrocontroller.net/topic/232741

    uhu-profishop.de/klebefaelle/e…et-mit-metall-kleben.html

    Die Nachricht ist zu kurz. Der Text muss mindestens 2 Wörter enthalten.
    Mitwäre das nicht passiert! :prof:
    :syshack: Meine 3D-Drucker Teile auf thingiverse.com/oobdoo/designs :strom:
    Sammlung | 83 Bücher bzw. 23.917 Buchseiten mit Z80/8080 Power
  • Es kommt darauf an, dass kein Luftspalt an der Klebestelle entsteht, da diese einen (hohen) Widerstand für den magnetischen Fluss darstellt. Folglich sind spaltfüllende Kleber ungeeignet (und auch unnötig), weil das Ferritmaterial sehr glatt bricht. Das Mittel der Wahl ist ein guter Industrie-Sekundenkleber (z.B. von Loctite), der allerdings ziemlich teuer ist. Durch seine Konsistenz (wie Wasser) läuft der von alleine in den Spalt. Nicht zu viel Kleber nehmen und vor dem Zusammenpressen Anhauchen, da der Kleber durch Luftfeuchtigkeit aushärtet.
    Haushaltssekundenkleber (z.B. von Tesa, Uhu, etc.) halten nicht sind daher nicht geeignet.
  • Danke für die Tips.
    Um das vielleicht nochmal genauer zu beschreiben. Der Bruch ist da, auch mit Luftspalt aber es bewegt sich nichts !
    Zusammenpressen oder auseinanderziehen kann ich da nichts. Also wird wohl nur ein guter Sekundenkleber Sinn machen.

    Ich denke das der Zeilentrafo so auch schon funktionieren wird. Aber wahrscheinlich wird er lästig vibrieren, brummen und dadurch wohlmöglich Folgeschäden verursachen ?
    :strom:
  • Wenn ich mir das so anschau, würde ich vorschlagen den Ferritkern gar nicht zu kleben, sondern lediglich z.b. einen Kabelbinder drum herum, der die beiden Teile zusammenpresst, sodass der Spalt möglichst klein wird, denn darauf kommt es letztendlich an.
    Es bringt also nix, wenn du lediglich Kleber reinrinnen und aushärten lässt - du müsstest zusätzlich das ganze während der Aushärtung zusammenpressen, denn sonst hast du es nachher zwar geklebt, aber eben immer noch einen (mit Kleber gefüllten) Spalt... ;)
    was ich noch so suche:
    1350 Maus, Amiga 1020 Laufwerk
  • Ahh, das hört sich auch nach einer guten Idee an !
    Ich denke da aber eher an eine Metallschelle bzw. Schlauchbinder, der ist auf dauer gesehen stabiler. Oder beeinflusst das Metall den Ferritkern ?
    Mal schauen ob ich was passendes habe und ob der Spalt weggeht. Wenn ja könnte ich ja Kleben und und mit der Schelle dann zusammenpressen bis der Kleber fest ist.
    :strom:
  • Nein, keine Metallschelle verwenden! Nicht umsonst ist der Kern aus Ferrit. Ein geschlossener Eisenring hat bei 15,625kHz viel zu große Verluste. Der wird ja ständig ummagnetisiert. Das ist kein Netztrafo für 50Hz.

    Und Stabilit ist ebenso wie Uhu Plus etc. nicht geeignet, um den Bruch zu kleben, weil es eben ein spaltfüllender Kleber ist und somit einen Spalt im Ferritmaterial verursacht. Ziel muß sein, den zusätzlichen Spalt in der Ausdehnung möglichst gegen Null zu bekommen. Da ist Sekundenkleber ideal, weil flüssig wie Wasser.
  • Also erst mit Kabelbinder zusammendrücken bis der Riss möglichst nicht mehr zu sehen ist und dann Sekundenkleber reinfüllen und hoffen, daß er weit genug reinkommt. Kabelbinder kann man trotzdem dranlassen. Dann probieren ob er als Zeilentrafo funktioniert.

    Den sehr flüssigen Sekundenkleber gibts bei TEDI, 5 kleine Tuben für einen Euro.
  • Hi,

    ich hatte auch ein Problem mit dem Zeilentrafo...beim neuen war auch der
    Ferrit gebrochen. Dies ist allerdings schon 8 Jahre her. Den Zeilentrafo mit
    dem gebrochen Ferrit habe ich umgetauscht. Mein Fernsehtechniker hat mir abgeraten diesen Zeilentrafo einzulöten, auch ein kleben ist sinnlos. Wenn der Verkäufer keinen neuen schicken kann...Geld zurück und gut ist. Der Zeilentrafo ist ein wichtiges
    Bauteil in einem Monitor/Fernseher.
    Commodore Amiga :amiga: , Commodore C64 :commodore:
  • Ich habe auch bereits in einem Schaltnetzteil einen Ferritkern geklebt und unter Druck aushärten lassen. Als Kleber habe ich ebenfalls einen dünnflüssigen Sekundenkleber von Henkel verwendet. Das habe ich gemacht, da ich keinen passenden Ersatztrafo hatte und das Gehäuse mit dem Schaltnetzteil nicht wegwerfen wollte.

    Wenn Du keinen Ersatz bekommst, würde ich es zumindest probieren, ob das funktioniert. Die Idee mit einem Kabelbinder zur Fixierung der Bruchstelle finde ich gut und die Dinger kann man schon ziemlich stramm ziehen, so dass dann nichts mehr herum labbert.

    Du solltest hinterher vielleicht nur darauf achten, dass das Gerät mit gelebtem Kern keine besonders kräftigen Stöße bekommt. Ich kann nicht beurteilen, wie stabil ein geklebter Kern gegen mechanische Stöße stand hält. Vermutlich nicht so gut, wie einer ohne Bruch.
  • Danke, da ich ja vom Verkäufer nichts mehr höre habe ich mir mittlerweile doch noch über ebay aus Polen einen Ersatz gekauft.

    Der Verkäufer aus Irland weiß genau das ich wegen 20 Euro keine Schritte gegen ihn machen werden um mein Geld oder Ersatz zurückzubekommen.
    Was den gebrochenen Ferrit betrifft hat sich eine überraschende Wendung ergeben. Nachdem ich das Teil etwas fester in die Hand genommen habe um zu schauen ob der Spalt an der Bruchstelle etwas zusammen geht hatte ich auf einmal 2 Teile in der Hand. :)
    Der Kleber in der Mitte (siehe Foto im ersten Post) hat nicht mehr gehalten, jetzt kann ich die Bruchstelle Spaltfrei zusammentun und muss nur die Mitte mit etwas dickeren Kleber wieder kleben. Damit hätte ich dann noch ein Ersatz auf Lager.
    :strom:
  • Berichte doch mal, ob Du nach dem Einbau des neuen Zeilentrafos ein absolut sauberes Bild hast.
    Mein ZT von Donberg, wo Dein erster herkam, führt im linken Bereich des Bildes zu der Bildung leicht dunkler Balken,
    am besten bei grauem Bildschirm (z.B. nach Amiga Reset) zu sehen. Ist wohl die horizontale Linearität.

    Ist der aus PL neu oder ausgelötet? Hast du nen Link?

    Danke.
  • Hier der Link, ebay.at/itm/HR-7506-AT2079-301…b1a11b:g:aDIAAOSwA3dYHFZU
    Was auch immer "Flyback" (Rücklauf) bedeutet ? So lange die Dinger funktionieren !
    Den Preisvorschlag kann man auf 19.- Pfund anfragen und der wird akzeptiert.

    Wenn ich den bekomme und eingebaut habe berichte ich darüber und achte auf irgendwelche Fehler, sicher das es vom Zeilentrafo kommt ?
    :strom:
  • Mit 'Rücklauf' ist der Zeilenrücklauf gemeint, der über einen kräftigem Impuls in der horizontalen Ablenkspule ausgelöst wird.

    Eine Zeile dauert 64us, aber nicht die gesamten 64us sind sichtbar. Grund: zum Einen müssen auch noch Zusatzinfos übertragen werden (Sync, Schwarzschulter, Farbburst), zum Anderen kann sich der Elektronenstrahl nicht in der Zeit 0 vom rechten Ende der gerade geschriebenen Zeile ans den linken Anfang der nächsten zu schreibenden Zeile springen. Daher muss der Strom durch die Ablenkspule in einer relativ kurzen Zeit 'springen', um dann während der Zeile wieder kontinuierlich anzusteigen (Sägezahn-Form). Und dieses 'zurückspringen' an den Anfang der nächsten Zeile ist der Zeilenrücklauf.