Warum entwickelte man die 264er Reihe

  • Warum entwickelte man die 264er Reihe

    Okay, das ganze wird wieder ein hätte, hätte Fahrradkette Thread, aber trotzdem...

    Die Herstellungskosten vom C64 lagen 1984 bei ca. 50$.
    Dann hätte man vermutlich einen abgespeckten C64 mit Gummitastatur, SID ohne Filter , Entfall Von Userport und Entfall von sonstigem nicht kompatibilitätsrelevanten gedöns für unter 30$ herstellen- und für 99$ verkaufen können.
    Dann gibt man dem Kind noch einen coolen Namen wie z.B. Amigo 500 :D und hätte damit einen wirklichen Siclair-Killer gehabt.
    Um die den C64 dann etwas besser zu stellen hätte man diesem ein besseres aber abwärtskompatibles Basic und einen intergrierten (abschaltbaren) Fastloader spendieren können. Diesen verkauft man dann natürlich als Amigo 1200 :D .

    Statt die Entwicklungskosten in die 264er Reihe zu stecken, hätte man den C128 forcieren können, oder gleich mit der Entwicklung von einem C65 oder gar einer 16bit Kiste anfangen können.

    Alternativ wäre Commodore 1983/84 vermutlich liquide genug gewesen um Sinclair zu kaufen.
  • manne_sahne schrieb:

    Dann hätte man vermutlich einen abgespeckten C64 mit Gummitastatur, SID ohne Filter , Entfall Von Userport und Entfall von sonstigem nicht kompatibilitätsrelevanten gedöns für unter 30$ herstellen- und für 99$ verkaufen können.
    Genau das war der ursprüngliche TED, der war sogar noch eine Ecke spartanischer als der C116 (kein PLA, kein Modul-ROM-Banking, kein Keyboard-6529), und er hätte tatsächlich unter 50 Dolar Straßenpreis kosten sollen. Deine 30 Dollar Herstellungskosten ergeben leider eher einen Straßenpreis von 200 Dollar, und nur weil man die Filter lahm legt wird der SID nicht billiger- geschweige daß man weitere Hardware so einfach rausrupfen könnte. Dazu mußten die IO-Chips weg und er Soundchip in den Videochip mit integriert werden. Und noch so ein bis drei andere Kleinigkeiten, wegen denen man auch nicht einfach den fertig entwickelten VC-20 mit 40-Zeichen-VIC 6562 hätte rausbringen können. Man wollte schließlich unterhalb des VC20 ankommen... daß das TED-System dann an schleichender Ausstattungsvermehrung litt, war definitiv nicht die Schuld der Entwickler. Bis auf den KeyPort, der war technisch nötig.

    manne_sahne schrieb:

    Statt die Entwicklungskosten in die 264er Reihe zu stecken, hätte man den C128 forcieren können,
    Hat man. Die Kiste ist bekanntlich einige Monate äöter als der C64; genauer gesagt gibt es den C64 überhaupt nur, weil der 128K-Computer so furchtbar komplex geraten war und nicht recht in die Gänge kam- und die Videospiel-Konsole Ultimax mit dem selben Chipsatz derart spartanisch daherkam, daß es nicht möglich war ein kompletttes HIRES-Bild darzustellen. Der C128 in seiner endgültigen Form war zu dem Zeitpunkt aber auch noch nicht denkbar, weil er viele Ideen des Commodore LCD aufgriff, der bekanntlich zeitgleich zum 264er vorgestellt wurde.

    Und wenn die Entwickler den 'professonellen 128K-Computer' zeitgerecht fertiggestellt hätten? Nun, guck Dir den B128 alias CBM-II alias CBM 610/710 an, dann weißt Du wie der ausgesehen hätte: entweder einen 40-Zeichen-Schirm in Bunt auf VIC-Basis mit langsamem Prozessor, oder ein monochromes 80-Zeichen-Textdisplay und ein Prozessortakt von 2MHz. Beides mit SID-Chip, der einen schicken *pling* spielen durfte, ansonsten in einem Bürorechner aber wenig verloren hatte. Wohlgemerkt: das waren zwei verschiedene Rechner, kein umschaltbarer Modus wie beim C128!

    manne_sahne schrieb:

    oder gleich mit der Entwicklung von einem C65 oder gar einer 16bit Kiste anfangen können.
    Hatte man: Z-Machine alias C900. Ein schickes UNIX-System mit preiswerten Grafik-Terminals (deren Chip es als VDC in den C18 geschafft hat)

    Allerdings hatte CBM in dem Segment noch keinen Namen, und entsprechend verhalten wurde die Kiste aufgenommen- die im Übrigen auch sonst solide, aber eher glanzlos daherkam. Kein Wunder, daß sich alles auf den Amiga (1000) stürzte, als der rauskam.

    syshack schrieb:

    Liest denn eigentlich niemand das Buch von Brian Bagnall?"
    Es gibt zwei Bücher von ihm, die sich zuiweilen widersprechen, oftmals mehrdeutig sind und in deren zweitem Band einige Dinge kommentarlos weggefallen sind... wie findet man in dem Gestrüpp jetzt 'der Wahrheit'? Von den Stellen, wo er ohne Vorwarnung um mehrere Jahre hin und her springt mal abgesehen. Die Bände sind sicherlich eine gute Materialsammlung, aber allzu oft würde ich denn doch gerne das Originalzitat sehen oder gar noch einmal nachfragen können- immer daran denkend, daß das Ganze inzwischen über dreißig Jahre her ist und nicht jeder sich taggenau an die Vorgänge von damals erinnert. Selbst Bil Herd hat ja lange von einem D128 als Vorgänger des C128 geredet, der sich inzwischen als das bekannte CBM-II/PET-II Debakel (alias B1258/P128) entpuppt hat.
  • mc71 schrieb:

    Es gibt zwei Bücher von ihm, die sich zuiweilen widersprechen, oftmals mehrdeutig sind und in deren zweitem Band einige Dinge kommentarlos weggefallen sind... wie findet man in dem Gestrüpp jetzt 'der Wahrheit'? Von den Stellen, wo er ohne Vorwarnung um mehrere Jahre hin und her springt mal abgesehen. Die Bände sind sicherlich eine gute Materialsammlung, aber allzu oft würde ich denn doch gerne das Originalzitat sehen oder gar noch einmal nachfragen können- immer daran denkend, daß das Ganze inzwischen über dreißig Jahre her ist und nicht jeder sich taggenau an die Vorgänge von damals erinnert.
    Das ist mir schon klar, es kann keine 100% Abbildung der damaligen Zeit sein , aber es immer noch eine der ausführlichsten Dokumentationen zum Commodore Universum und sie ergibt ein ziemlich eindrücklich gutes Bild, wie Commodore damals (oft out-of-sync) tickte.
    Du wirst kaum noch Leute nachfragen können. Einerseits weil sie schon tot sind, oder sich nicht an Details erinnern können oder keine Lust haben, in den Focus von ein paar "Retro-Bekloppte" zu geraten bzw. nur ihre Ruhe haben wollen.

    Ich find's nur "komisch", dass hier der gefühlte 20. Thread zu "Hätte Commodore <DasWasIchGutFindeUndAlleAnderenHabenkeineAhnung> getan, dann wäre alles ganz anders gekommen" eröffnet wird, als würden wir jeglichen Bezug zur Realität verweigern.
    Hätte...C65....hätte....VIC-III....hätte C128...hätte 264.... Was kommt als Nächstes? Hätte doch Commodore Apple übernommen (das war ja auch kurz im Bereich des Möglichen, da Jobs ja die Firma zuerst schnell abstossen wollte) ?


    Wer die Dokumentationen in Form von Büchern, Interviews, Filme etc. intus hat, der bekommt folgendes Bild: Commodore stand sich selbst immer im Weg.
    Genauer: Das Management wurde oft so schnell geändert, weil u.a. der Choleriker Jack Tramiel (siehe "Jack Attack") die ebenso rauswarf wie es Steven Jobs einige Angestellte bei Apple tat.
    Das Management war schlichtweg unfähig zu erkennen, was sie da hatten. Sie hatten null Ahnung vom Computer Business. Sie wussten nicht, dass der Schlüssel zum Erfolg nicht nur beim Verkauf der Hardware lag.
    Die Ziele wurden immer sehr kurzfristig gelegt für einen Gewinn. Damit man u.a. nicht durch eine Jack Attack erlegt wurde und gut da stehen und einen Bonus einkassieren konnte.

    Das Geld war eh immer ein Sorgenkind bei Commodore. Sie hatten ihre finanziellen Höhenflüge, klar, aber meistens konten oder wollten sie keine Kohle ausgeben für Werbung und leider auch wenig für R&D.
    Der ach so gute "Visionär" Tramiel war was das angeht einfach ein knausriger Idiot, der das Gefühl hatte, Werbung müsse man nicht machen, weil das Produkt für sich spreche.
    Wieviele von uns haben aber damals oft gerade wegen der Werbung in TV, Zeitschriften, Freundeskreis-Empfehlung was gekauft, weil wir zum ersten Mal vom Produkt durch diese Medien erfahren haben?

    Gute Leute wurden bei Commodore schlichtweg rausgegrault. Brilliante Techniker, oft mit Visionen, aber auch gute Marketing-Leute gingen oder wurden gegangen.
    Michael Tomczyk, unter dessen Federführung das VIC-20 Marketing entstand (u.a. auch die Werbung mit William Shatner), aber auch das Handbuch mit dem Einführungskurs, das Programming Reference Guide, das Softwareangebot in Form von Kassetten und Module - von Commodore selbst, der erste Commodore Online Dienst, hatte das Computer-Business verstanden. Es ging um "Content is king", nicht nur um die Hardware.
    Teilweise kam das ähnlich zu Beginn der C64 Ära dann auch dort. Mit dem Rauswurf von Jack, ging er dann etwas später auch.
    Das Marketing war danach teilweise nur noch lächerlich und ohne Visionen oder peinlich (z.B. "Kiss me Amiga", "Amiga Fever", wer würde sowas dämliches heute noch mit sich rumtragen, LOL).

    Jack Tramiel hatte ja an sich auch keine Ahnung vom Computer-Business, ist ja auch verständlich, in den 70ern war das ein komplett neues Businessfeld.
    Aber er meinte auch "Hardware" verkauft sich auch so, wenn sie nur billig genug war. Nun, das war in der Anfangszeit auch so, weil damals kaum bezahlbare Mikrocomputer für zuhause existierten.
    Die Käufer waren Menschen, die sich mühsam in die Materie einarbeiten mussten und auch wollten, meistens Nerds halt. Und beim VIC-20 eben weil auch das nötige Lesematerial vorhanden war.
    Das war in dieser Anfangszeit auch der Glücksfall für Tramiel bzw. Commodore, weniger weil er wirklich etwas davon verstand. Da war der prägende Spruch "We need to build computers for the masses, not the classes." auch absolut richtig.

    Als dann aber die Mikrocomputer verbreiteter waren, kamen auch Non-Nerds ins Spiel und die wollten und konnten sich nicht in die Materie auf Hardware/Programmierer-Ebene begeben.
    Sie wollten den Computer einfach einsetzen, um Aufgaben zu erledigen (oder halt spielen). Sie wollten also brauchbare Software.

    Wieso wurde der Apple II so ein Hit (der ja anfangs auch nur vor sich hindümpelte, weil zu teuer für Viele)?
    Die Verkaufszahlen explodierten erst, als VisiCalc für den Apple auftauchte. Die Software wurde "plötzlich" zum Motor der Industrie, als die Hardware bezahlbar wurde bzw. ein ROI sich entwickelte.


    Der Preis der Hardware war sicher auch ein Argument, einen Mikrocomputer zu kaufen, aber die Benutzbarkeit durch Software wurde viel wichtiger.
    Aber dadurch dass man evt. teure Software einkaufte und evt. den Businesskram damit erledigte (und auch dank den "Standard" IBM-PC) wurde die Rückwärtskompatibilität und damit der Investionsschutz immer wichtiger.
    Bei den Kids damals, war der "Investitionsschutz" eben der vorhandene Nachschub von kostengünstigen Leerdisketten, die auf wundersame Weise mit Games gefüllt wurden... :whistling:

    Als der C64 sich etabliert und mittlererweile ein grosses Softwareangebot (klar viele Games, aber eben auch Anwendungsprogramme) hatte, gab es für jemanden, der einen potentiellen Computer 264er Serie kaufen würde, faktisch keinen Grund, dass er das tun sollte:
    Keine Kompatibität zu der vorhandenen C64 Software, Softwareangebot war grütze...Preisunterschied nur unwesentlich...andere Schnittstellen (wie auch die beknackten veränderten Joystick-Schnittstellen) ....wieso sollte er Geld in ein potentiell totes Pferd mit ungewisser Zukunft investieren ohne echten Mehrnutzen? Dieser Plus/4 "Businesscomputer" hatte ja nicht mal 80 Zeichen! Dann doch lieber zum C64 zugreifen, wo man ein Riesenangebot an Software hatte.


    Wenn man sich die Dokus reinzieht, dann sind viele der Fehler von Commodore ersichtlich und es wird klar, dass diese "hätte Commodore" Diskussionen sinnlos sind. Commodore war eben Commodore und schoss sich zu oft selbst ins Knie.
    Wäre es anders gewesen, dann wäre aber Commodore eben nicht mehr Commodore gewesen wie wir es erlebt haben. Vielleicht wäre daraus auch so ein unseliger Moloch wie Apple geworden, wer weiss?


    Commodore kommt nie wieder, egal wo und bei wem die Markensrechte mal immer wieder rumgereicht werden. Da nützen auch keine "hätte Commodore" Gedankenspiele.
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  • syshack schrieb:

    Ich find's nur "komisch", dass hier der gefühlte 20. Thread zu "Hätte Commodore <DasWasIchGutFindeUndAlleAnderenHabenkeineAhnung> getan, dann wäre alles ganz anders gekommen" eröffnet wird
    Es kommen doch immer wieder neue Erkenntnisse hinzu, wie man an den Ausführungen von mc71 erkennen kann.

    syshack schrieb:

    Jack Tramiel hatte ja an sich auch keine Ahnung vom Computer-Business
    Eine gewagte These angesichts der wenigen Flops, die er auf den Markt gebracht hat.
  • Die Marke Commodore könnte meiner Meinung nach durchaus wiederbelebt werden.
    Würde es eine günstige Kiste geben wie den aktuellen Nintendo um die klassischen Games zu zocken, wäre die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erstmal hergestellt.
    Als zweiter Schritt dann Tastaturcomputer die PC Hardware beinhalten im Commodore Design.
    Allerdings müsste dann leider Windows darauf laufen, denn sonst wirds halt nicht Massentauglich.
    Man könnte aber die Optik anpassen das es etwas eigenständiges bekommt.

    Witzig wäre eine Commodore Taste mit der man in einen C64 und Amiga Modus kommt um ADF und D64 Dateien zu nutzen.Das liesse sich leicht durch die richtige Software realisieren die gleich mitinstalliert wird.

    Oder ein schicker Laptop in Commodore Beige mit eingeprägtem Schriftzug auf dem Deckel.

    Ich glaube der ein oder andere würde sowas durchaus kaufen.
    Aber ein alternatives System so wie Apples MacOs zu etablieren als AmigaOs das ist unrealistisch.
    Denn Betriebssystem und Softwaremarkt müssen miteinander wachsen.So wie es bei Windows immer der Fall war.
    Darum kommt auch Linux nicht aus der Bastel und Frickel Nerdecke nicht raus.
    "We don't stop playing because we grow old; we grow old because we stop playing."

    George Bernard Shaw
  • ogd schrieb:

    Eine gewagte These angesichts der wenigen Flops, die er auf den Markt gebracht hat.
    Du musst dern Rest den Satzes miteinbeziehen... ;)

    Ich zitiere mich mal selbst:

    syshack schrieb:

    Jack Tramiel hatte ja an sich auch keine Ahnung vom Computer-Business, ist ja auch verständlich, in den 70ern war das ein komplett neues Businessfeld.
    Er kam aus der Schreibmaschinen Branche und dann dem Calculator Business (der ja von den Japaner dominiert zu werden drohte).
    Einen Mikrocomputer-Business gab es ja noch nicht. Dieser Markt entstand ca. mitte 70er aus der Homebrew Szene (siehe auch "Fire in the valley") und wurde dann immer mehr professionalisiert (z.B. Altair, SOL und erst dann Apple, PET usw.)
    Um den Vergleich zu Apple zu machen: Die beiden Steves (Woz und Jobs) kamen aus der Homebrew Szene und waren Nerds (eigentlich mehr der Woz, Jobs war der Ausbeuter/Verkäufer/Visionär). Tramiel war Businessmann. Aber nicht in der Computerszene, die sich langsam immer mehr zu einem Business formte.

    Tramiel hatte zu diesem Zeitpunkt MOS ja nur aufgekauft, um Taschenrechner inhouse billiger mit deren CPUs & anderen Chips zu produzieren.

    Die Idee und das Pushen für einen bezahlbaren Allround-Mikrocomputer (was dann zum PET resultierte) kam ja nicht von Tramiel sondern wurde von Pebble vorgeschlagen, entwickelt und gepushed.
    Er war der Visionär (obwohl auch er ursprünglich den 6502 mit seinem Team mehr für Controller-Aufgaben designed hatte und weniger als Allround-CPU).

    Tramiel war zur richtigen Zeit in einem Business reingestolpert, wo die Chancen nicht schlecht standen, etwas zu Verkaufen, wenn es für den Normalo-User bezahlbar und out-Of-The-Box ohne Homebrew-Bastelei funktionierte, was sie dann mit dem PET und dann VIC-20 dann auch erreichten (wie auch andere wie Apple, TI etc auch).

    Das hat er aber auch schnell geschnallt, das muss man ihm geben. Er hat nur den Fehler (wie viele andere damals auch) gemacht, nur die Hardware als einzigen Motor für die Industrie zu sehen.
    Für ihn waren Software etwas Abstraktes, das man nicht anfassen kann und damit nicht verkaufen kann.
    Erst mit Michael Tomczyk wurde die Software als Motor für die Hardware und deren Verkäufe erkannt. Das hat Tramiel glücklicherweise beim VIC-20 auch noch erlaubt, aber wirklich kapiert hatte er es aber nicht.
    Die Folge war dass eben inkompatible Maschinen wie die 264er ("hauptsache billig und Sinclair-Killer") noch unter Tramiel entwickelt/in Auftrag gegeben wurden.



    Superingo schrieb:

    Die Marke Commodore könnte meiner Meinung nach durchaus wiederbelebt werden.
    Würde es eine günstige Kiste geben wie den aktuellen Nintendo um die klassischen Games zu zocken, wäre die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erstmal hergestellt.
    Als zweiter Schritt dann Tastaturcomputer die PC Hardware beinhalten im Commodore Design.
    Allerdings müsste dann leider Windows darauf laufen, denn sonst wirds halt nicht Massentauglich.
    Gab's ja mit "CommodoreUSA": Überteuert, schwach auf der Brust, mit Windows oder Linux drauf... hat den die breite Masse gekauft? Nein.
    Für die Nerds (uns) : "Das ist kein Commodore mehr") und für den Normalo-Nicht-Retro User, die haben das nicht mal mitbekommen und wenn, dass war er zu teuer.

    Ausserdem gibt es ja jetzt bald den "The C64" in bezahlbaren Regionen:
    Für die Nerds (uns) : "Das ist kein Commodore mehr") und für den Normalo-Nicht-Retro User, die interessiert sowas kaum oder er ist zu teuer.
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  • syshack schrieb:

    Die Idee und das Pushen für einen bezahlbaren Allround-Mikrocomputer (was dann zum PET resultierte) kam ja nicht von Tramiel sondern wurde von Pebble vorgeschlagen, entwickelt und gepushed.
    Und wer hat letztendlich entscheiden, den PET auf den Markt zu bringen?

    syshack schrieb:

    Die Folge war dass eben inkompatible Maschinen wie die 264er ("hauptsache billig und Sinclair-Killer") noch unter Tramiel entwickelt/in Auftrag gegeben wurden.
    Tramiel war sich aber auch nicht zu Schade, wenig erfolgversprechende Produkte vor der Markteinführung zu canceln. Der hatte schon den richtigen Riecher und hätte das wahrscheinlich auch im Falle der 264-Reihe getan.
  • ogd schrieb:

    Und wer hat letztendlich entscheiden, den PET auf den Markt zu bringen?
    Das war eine Entscheidung, die natürlich auch Tramiel mittrug, keine Frage.
    Aber Peddle musste dafür auch kämpfen um Tramiel dazu zu bringen.

    Peddle war damals gerade mal aus seiner Firma MOS als einer der Miteigentümer zu Commodore gekommen und hatte auch eine gewisse Gewichtung. Hätte Tramiel ihn schon zu Beginn rausgeschmissen, wäre das nicht gut für die Chip-Entwicklung gewesen, weil die Chip-Entwickler hinter Peddle standen. Das muss auch Tramiel kapiert haben.

    Diese Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten waren sicher nicht von Vorteil (was ja letztendlich später dann für Peddle und andere den Abgang von Commodore bedeutete). Ihm schwebte eine professionelle Maschine vor, ähnlich dem späteren IBM PC, was ja die PET Serie in Deutschland ja quasi auch wurde, in dem sie für Firmen vermarktet wurden. Tramiel wollte halt eher die Massen statt Klassen bedienen. Das sie letztendlich beide Märkte bedient haben (den professionellen Markt eher in Deutschland) war ja nicht schlecht....bis sie in den PC Clone Markt eingestiegen sind und später das wegen den Kosten/Verlusten aus dem Ruder geriet.

    Peddle verwirklichte seine PC Pläne später mit seiner eigenen Firma Sirius und dem Victor 9000, aber da war der Markt schon von Big Blue beschattet.
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  • Als Commodore USA den C64X rausbrachte,hatte er vor allem ein Problem.
    ER war viel zu teuer ein,absolutes Nischenprodukt was wirklich nur Freaks ansprach.

    Commodore Computer die designt werden modern und mit einem guten Designer der überlegt, "wie hätte sich das Design weiterentwickelt ?"

    Also ein Commodore Computer wie er 2017 hätte sein müssen.

    Man sieht ja bei den Apple Computern das besonderes Design auch besonders geschätzt wird.

    Dazu eine gute Werbekampagne und das Ding läuft.Commodore ist noch in vielen Köpfen präsent.

    Das Problem ist hier muß erstmal jemand richtig Geld investieren.
    Da müsste eine andere große Firma erstmal den Markennamen besitzen, wie Apple,Microsoft,Google oder oder.
    "We don't stop playing because we grow old; we grow old because we stop playing."

    George Bernard Shaw
  • Die 264er-Serie war so ja nicht von Anfang an gewollt, eigentlich ging es Tramiel ja primär um "den" Sinclair-Killer, wie oben schon geschrieben wurde. Wenige Chips, niedrige Kosten, raus damit. Das Konzept, daraus eine Serie von Computern zu machen, die verschiedene Preisklassen abdecken, ist dann ja wohl auf dem Weg gewachsen. Und wer da auf wen Einfluss genommen und darauf bestanden hat ... ich erinnere mich nicht mehr genau, was dazu bei Bagnall stand (und der ist und bleibt auf absehbare Zeit die Referenz für die Firmenhistorie von Commodore). Weil er nicht lange nach der Vorstellung der 264er Serie das Unternehmen im Streit verließ, kann man darüber spekulieren, ob (neben der Sache mit dem Family Business und seinen Söhnen) auch Verwerfungen in der Ausrichtung bei dieser Produktserie mit ein Zünglein an der Waage waren - so es denn welche gab.

    War Tramiels Denken relativ kurzfristig und seine Entscheidungen oft impulsiv? Ja! Hatte er keine Ahnung und war ein Ignorant? Nein! Sein Credo war schon immer: Du verkaufst Produkte über den Preis. Bau etwas, dass die Leute brauchen, und bepreise es so, dass es den Leuten im Regal quasi ins Gesicht schreit: Kauf mich! Das war bei Commodore so, und das hat er auch bei Atari knallhart durchgezogen.

    Also: Warum gibt's die 264er: Wegen Tramiel.
    Einen abgespeckten C64 mit Billo-Tastatur gab es schon: Ultimax (in der Presse auch in Deutschland mal als VC10 angepriesen). Der ist aber einfach massiv gefloppt, daher hat man das Konzept wohl nicht mehr aufgenommen. Tote Pferde reiten und so.

    Sinclair kaufen: Wozu hätte man das tun sollen? Zum einen lief Sinclairs Geschäft 83/84 bombig (also warum verkaufen?). Zum anderen war Sinclair in den USA praktisch nicht existent. Und in Europa lief das Commodore-Geschäft bombig (also warum kaufen?). Als Amstrad 86 dann Sinclair für 5 Mio. kaufte, hätte das Unternehmen wohl auch kein anderer mit der Kneifzange angepackt und Commodore hatte ohnehin keine Mittel, sich das auch noch ans Bein zu binden. Die Zukunft (16-Bit-Rechner) gab es beim britischen Billigrechnerhersteller ja auch nicht und der Amiga war schon gelauncht.
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  • finchy schrieb:

    Hatte er keine Ahnung und war ein Ignorant?
    Da muss man differenzieren und klar machen worauf man sich bezieht. Tramiel war primär Händler, Verkäufer, Geschäftsmann. (Und nebenberuflich Tyrann.) Darin war er hinreichend erfolgreich. Von Hardware an sich hatte er ziemlich wenig Ahnung, er wusste aber genug um z.B. 1981 gezielt einen 64Kb-Rechner anstatt einen 16Kb-Rechner als Konkurrenzärgerer entwickeln zu lassen. Von Software hatte er tatsächlich überhaupt keine Ahnung, sie war für ihn zu abstrakt und er maß ihr keine Bedeutung bei.
  • MGR3SA schrieb:

    wieso baute man das RAM nicht einfach selber
    Hat Commodore gemacht... die unrühmlichen 6550 in den ersten PET z.B. Sie hatten auch mal einen DRAM-Prozess von Micron gekauft, diesen nicht zum laufen bekommen und sich bei Micron beschwert. Die gaben zu es selbst nicht hinbekommen zu haben und haben Commodore das Geld zurückerstattet. Commodore hat wirklich gute ROMs produziert, aber RAMs hatten sie nie im Griff.

    DRAM ist zwar vom Layout eher einfach, aber die Sache zuverlässig zum Laufen zu bekommen braucht doch einiges an Kenntnissen. Da ist es billiger das RAM fertig zu kaufen und die Produktionsanlagen für die Custom-Chips freizuhalten.
  • GenerationCBM schrieb:

    finchy schrieb:

    Hatte er keine Ahnung und war ein Ignorant?
    Da muss man differenzieren und klar machen worauf man sich bezieht. Tramiel war primär Händler, Verkäufer, Geschäftsmann. (Und nebenberuflich Tyrann.) Darin war er hinreichend erfolgreich. Von Hardware an sich hatte er ziemlich wenig Ahnung, er wusste aber genug um z.B. 1981 gezielt einen 64Kb-Rechner anstatt einen 16Kb-Rechner als Konkurrenzärgerer entwickeln zu lassen. Von Software hatte er tatsächlich überhaupt keine Ahnung, sie war für ihn zu abstrakt und er maß ihr keine Bedeutung bei.
    So hatte ich es auch gemeint. Wozniac und Jobs waren immerhin in der Homebrew Szene aktiv, dann auch selbst mit dem Apple I und wussten was von Hardware. Jobs selbst hatte bei Atari auch bei Spielen mitprogrammiert (und Woz beschissen). Sie hatten insofern eine gute Ahnung von Hardware und Software.
    Tramiel war da eben Geschäftsmann. Der hatte eine gute Nase und war am richtigen Zeitpunkt da, einige gute Entscheidungen zu treffen, das streite ich ja nicht ab. Man muss dem Mann auch wegen der Zustimmung von 64K im C64 zugute halten, dass er etwas Weitsicht zeigte, weil er sonst billig , billig, billig wollte, also knausrig war.

    Wegen Pebble und Mitbesitz der Firmen: Ich meinte nur MOS, nicht Commodore. Bei Commodore hatte er Aktien und ihm wurden viele Sachen versprochen aber nicht immer eingehalten, u.a. 1 Dollar pro verkauftem PET, was von Tramiel versprochen und von Tramiel gebrochen wurde. Er war ja kurzfristig auch bei Apple angestellt, das ging dort nicht so gut und er kaum zurück zu Commodore.
    Beim Mitbesitz von MOS: Ich hatte das so aus dem Bagnall Buch in Erinnerung, dass er Motorola zusammen mit anderem verlassen hatte und MOS mitbegründet hatte (habe aber das Buch nicht als eBook und kann es gerade nicht nachschlagen). Aus den Netzsourcen sehe ich, dass dies nicht stimmt: MOS gab es vorher und er ist als Chef der Chip-Entwicklung zusammen mit anderen eingestellt worden (Bill Mensch u.a.).
    Commodore hatte Pebble einiges zu verdanken (ich bin mir jetzt nicht mehr sicher, aber war er nicht im Epson Drucker Deal involviert?).
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