Warum gab es für den C128 keinen VIC III ?

  • DJ SID schrieb:

    Super Einstellung! :) Ich hätte den C65 (1991) auch gekauft. Ich verstehe nur den Retrofan nicht. Warum wäre deiner Meinung CBM noch schneller Pleite gegangen?

    Allein die Idee 1991 ( oder Ende der 80er ) einen neuen 8bitter auf den Markt bringen zu wollen, wäre marktwirtschaftlich mit einem Genickschuss gleich zu setzten. Von den paar Nerds, die man damit hinter dem Ofen hervorgelockt hätte, wären die Produktionskosten / Werbekosten, etc. nie und nimmer wieder eingespielt worden. Selbst für 16bitter war das Sterbebett schon bereitet. Anfang der 90er war 32 Bit in den bezahlbaren Consumermarkt eingedrungen. Sei es der 68020 / 68030 von Motorola, oder die 386er / 486er von Intel. Der PowerPC ( wann genau, weiß ich gerade nicht ) schlug da auch noch in die Kerbe.
    Mit dem C65 hätte Commodore höchstens die "Goldene Himbeere" verdient... und das zu recht.
  • LogicDeLuxe schrieb:

    IBM-kompatibel statt CP/M 80 sicher auch. Ich kenne jedenfalls niemanden, der sich den C128 wegen CP/M geholt hat...
    Das lässt sich leicht ändern - ich gehöre dazu (nun kennst Du schon mal einen ^^ ). Gibt auch sonst hier mindestens noch, bei dem der C128 als CP/M-Maschine im Einsatz war - wegen der Unterstützung von seeehr vielen CP/M-Diskettenformaten.

    Zum Thema: ja, mit nem leistungsföhigeren VIC (mehr, größere Sprites, mehr Farben) wäre der 128er Modus attraktiver. Aber so wie es jetzt ist gibt es kaum handfeste Vorteile und damit Argumente um ihn zu nutzen.
    Wissen ist das einzige Gut, das sich beim Teilen vermehrt. Also seid vorsichtig damit!
  • Der C128 ist schon eine lustige Maschine ;)

    Ein Gehäuse 4 verschiedene Moduse (CP/M, C64, C128 40Z, C128 80Z und hier gibt es noch VDC 16KB und 64 KB) und natürlich hapert's mit der Kompatibilität.

    Ein VIC der 80Z könnte oder ein VDC der VIC könnte wäre was gewesen.
    Somit hätten die normalen Video-Out benutzt werden können, aber hätte und wenn, es ist wie es ist.

    Gruss C=Mac.
  • Bei uns war - in Ermangelung eines Monitors oder Cinch-Eingangs am TV - CP/M sehr lange mit 40Zeichen im Einsatz. Fördert ein gutes Gedächtnis, gerade bei Textverarbeitung ;)
    Wissen ist das einzige Gut, das sich beim Teilen vermehrt. Also seid vorsichtig damit!
  • Von der Kathodenstrahlröhre über die Pupille direkt in die Gehirnzelle. Mit Hilfe von 50Hz flimmer glimmer.
    Bei 20-30 cm Gesichtsabstand zur Matscheibe. 8 Stunden am Tag, 5 Tage die Woche. Das ist foltern !!!

    Kein Wunder, das viele so wunderlich drauf waren. Dann doch lieber Schafe züchten.
    :prout:

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  • Für mich gab es 1986 genau zwei Gründe für einen C128.
    1. 80 Zeichen
    2. der Preis
    CP/M war mir egal und C64-Mode war mir auch egal.
    Wenn der Amiga (später Amiga 1000) bezahlbar gewesen wäre, hatte ich mir den gekauft.

    Bin aber froh, dass es der C128 wurde :)
  • Also 1991 hatte der erste meiner Kumpels schon nen 386 mit 25 MHz, 80MB Festplatte und VGA Karte da stehen. Plus Wing Commander 2.
    Wenn mir da einer den C65 gezeigt hätte, ich wäre wohl vor Lachen auf dem Boden gekrochen.
    Da war ja selbst der Amiga schon am doof ausgucken.
  • Um noch mal auf den Threadstarter zurückzukommen:

    manne_sahne schrieb:

    Im Wiki steht, dass nach dem Weggang von Al Charpentier und Charles Winterble niemand mehr in der Lage war den VIC II zu überarbeiten bzw. zu erweitern.
    Komischerweise gelang dies doch dann mit dem VIC III für den C65.
    Ich könnte mir vorstellen, dass der Zeitdruck dafür verantwortlich war, dass der C128 zusätzlich den VDC8563 spendiert bekommen hat.
    Der C128 hat den VIC-II (mit 2 MHz-"Unterstützung" und extra Portbits für die Zehnertastatur) bekommen und "behalten", weil es eben zur Entwicklungszeit des C128 nur diesen Chip gab.

    Das war's dann auch schon. Wie bitte hätte denn Commodore den VIC-III nachträglich, *kompatibel*, anbieten sollen? Doch nur mit einem entsprechend angepaßten BASIC - V7 war gerade eben gut genug um den Videochip halbwegs ordentlich anzusprechen und nicht nur wie V2 die Register auf Standardwerte zu initialisieren. Für einen neuen Videochip hätten neue Modi auch die entsprechende Unterstützung verlangt.

    Wenn man das alles durchdenkt, gegeben den Mangel an Hardwareabstraktion (sowas wie modulare Grafikkartentreiber gab's hier eben noch nicht) kommt man nur darauf, daß die einzige Möglichkeit, einen VIC-III zum Einsatz zu bringen nur die gewesen wäre, na? - eben! - den C65 herauszubringen. Mit der richtigen Hardware drumherum und einem angepaßten, erweiterten BASIC.

    Der VIC-II war zu der Zeit genau der richtige Chip, die 99,99%ige Kompatibilität zum C64 hat dazu beigetragen, daß der 128er nach dem C64 de-facto der zweitmeiste verkaufte 8-Bitter wurde.

    Für professionielle und zu der Zeit hauptsächlich text-basierte Anwendungen (im 128-Modus und bei CP/M) war der VDC genau richtig. Daß der tatsächlich auch hochauflösende Grafik kann, ist ein nettes Goodie.

    Der C65 kam einfach zu spät und ohnehin unpassend zu dem Rest vom Produkt-Portfolio. Und '91 wurde auch der Acorn Archimedes endlich erschwinglich - und den hatte ich mir dann auch gekauft. :D
  • DJ SID schrieb:

    VIC III statt VDC wäre doch besser gewesen, oder?
    Den VIC III gab's damals einfach noch nicht. Für das eigentliche Konzept des C128 - VIC für Spiele und Rückwärtskompatibilität, VDC für professionelle Anwendungen im 80Z-Textmodus - war er aber auch gar nicht nötig.

    Der C128 hätte viel besser sein können. Durfte er aber nicht, da man sich wegen des Amiga´s keine Konkurrenz in eigenen Hause machen wollte.
    Nein. Der Amiga war der Grund, warum der C128 eingestellt wurde - preislich war einfach irgendwann zu wenig "Platz" zwischen C64 und Amiga für ein drittes Modell. Für die Einschränkungen (mir ist eigentlich nur die Kastration des möglichen Hauptspeichers auf 128 KB bekannt, gab's noch mehr?) während der C128-Entwicklung ist er nicht verantwortlich.

    Nö, glaube ich nicht, Wäre der C65 fertig entwickelt in die Läden gekommen, hätte das sicher gute Verkaufzahlen gebracht.
    Dazu hätte er deutlich billiger sein müssen als ein Amiga 500 - das war 1991/1992 mit einem neu entwickelten, mit Spezialchips ausgestatteten Rechner eigentlich nicht mehr zu machen. Besonders kompatibel mit dem C64 wäre er auch nicht gewesen - kommerzielle Spiele wären wohl oft an der neuen CPU gescheitert.
  • Zu der Zeit als der C65 gekommen wäre, war der Amiga schon veraltet.
    Die Modellpolitik von Commodore eine Katastrophe.
    Der C64 ein genialer Wurf. Der C16 als billiger Einstiegscomputer nicht verkehrt. Zumindest so wie dann bei Aldi verramscht.
    Der Amiga war ein Glücksgriff und ein Fallschirm der Commodore im freien Fall zugeworfen wurde.
    Leider hat man danach konsequent weitergeschlafen anstatt gleich den nächsten Hammer zu entwickeln.
    "We don't stop playing because we grow old; we grow old because we stop playing."

    George Bernard Shaw
  • DJ SID schrieb:

    Ich hätte den C65 (1991) auch gekauft.
    Wenn man deinem Profil glauben kann warst du 1991 so etwa 10. Dann nehmen wir das mal so hin.


    DJ SID schrieb:

    Ich verstehe nur den Retrofan nicht. Warum wäre deiner Meinung CBM noch schneller Pleite gegangen?
    Weil der C65 in der damalig aktuellen Marktsituation von vornherein eine konzeptionelle Totgeburt war, und beispielhaft für Commodores frappierenden chronischen Mangel an Einsicht und Weitsicht. Er hätte Ressourcen gebunden, sich aus verschiedenen Gründen nicht verkaufen lassen, und in jeder Hinsicht zur Selbstkannibalisierung beigetragen. Dass sich tatsächlich mal gefragt wurde "wieso machen wir diesen Quatsch überhaupt" um dann anschliessend den Stecker aus dem Projekt zu ziehen darf getrost als einer der wenigen hellen Momente in den letzten zehn Lebensjahren der Firma betrachtet werden.