Unknown Realm - RPG fuer C64 und PC

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  • Joah und warum klagt dann keiner? Wenn man bedenkt was man zu diesem Projekt schon alles gelesen hat... inkl. mehrere Androhungen von Klagen und was auch immer allem... da fragt man sich dann schon, warum da dann nichts passiert?

    Eins ist aber sicher: Sollten die tatsaechlich an dem Spiel arbeiten, dann wuerde so eine Klage-Aktion dem ganzen den Rest geben. Will man das?

  • Joah und warum klagt dann keiner?

    In den USA tragen bei Zivilprozessen die Parteien ihre eigenen Kosten für Anwälte usw. selber. Es gibt nicht wie in Deutschland diesen Automatismus, wonach die unterliegende Partei hinterher alle Kosten zu tragen hat, darunter auch die des erfolgreichen Gegners. Zwar gibt es für so eine Lösung auch Möglichkeiten, aber das entscheidet immer im Einzelfall das Gericht, und es passiert eben nicht automatisch, wodurch unabhängig von der Faktenlage im konkreten Rechtsstreit ein hohes Kostenrisiko entsteht. Man kann also seine $154 für eine nicht gelieferte C64-Collector's Edition ggf. erfolgreich einklagen, hat dann aber noch eine vierstellige Rechnung für Anwalts- und Gerichtskosten zu begleichen.

    Und dann wäre noch die Frage, ob die Leute tatsächlich über Geld verfügen. Gab ja diverse Aussagen wie z.B. der Umzug von Kalifornien nach Idaho wegen der dort günstigeren Lebenshaltungskosten.

    Ansonsten gab es aber schon in irgendeinem Kommentar mal die Aussage, dass es angeblich noch in Kalifornien schon einen Rechtsstreit von xxx vs. Gottlieb gegeben hätte. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob das auf Kickstarter oder lemon64 stand.

  • Ja, mir ist schon klar dass das ganze Vorhaben, da zu klagen, eine Schnapsidee ist. Meine Frage war eher rhetorisch gemeint :)

    Zumal man ja auch beweisen muesste, dass die irgendwas "verbrochen" haben. Wenn sie dann vor Gericht nachweisen koennen, dass sie tatsaechlich an dem Spiel arbeiten und das alles kein riesiger Betrug war, dann gibt es vermutlich auch sowieso nichts wirklich "zu holen". Und eigentlich wollen die Backer ja nur das Spiel haben, was bringt es denn jetzt wenn die die Kohle zurueckzahlen muessten, aber das Spiel vielleicht wirklich zu 75% fertig ist? Dann kriegt jeder seine paar Kroeten wieder und das Spiel ist endgueltig tot.

  • ich persoenlich bin nach wie vor ueberzeugt davon, dass selbst Screenshots und Videos die Leute nicht zufriedenstellen wuerden, das konnte man in der Vergangenheit schon zur Genuege sehen. Das einzige was die Meute zu 100% ueberzeugen koennte, waere das fertige Spiel. Und das ist halt erst dann fertig, wenns fertig ist. Und nichts was hier oder auf der Kommentar-Seite gepostet wird, wird dies beschleunigen.

    Stimmt - es gibt bestimmte Leute, die immer meckern. Aber was die Macher hier hinlegen bzw nicht, ist derart over the top btw Nichtkommunikation, dass da auch der sanfteste XXL-Backer IMO völlig zurecht langsam sauer wird, insbesondere wenn er für mehr (überhaupt?) infos auch noch zusätzlich blechen soll.

    https://www.kickstarter.com/projects/stirr…ore-64/comments

    "I hope you can understand that this feels as a further punch in my face as an Kickstarter supporter. To be excluded from information does not feel correct from my perspective."

    Wobei ich es wie gesagt völlig ok finde, wenn die noch mehr Kohle ranschaffen (müssen). Ich würde es auch nicht als betteln diskreditieren, wie es hier genannt wurde (ist dann nicht auch komplett Kickstarter betteln?). Aber das Ganze muss in einem normalen Rahmen punkto Transparenz/Infos eingebettet sein, der die Backer nicht vor den Kopf stößt.

  • Ich moechte auch nicht deren Kommunikationsverhalten gutheissen ;) aber ebensowenig glaube ich halt, dass es nix bringt, immer und immer wieder zu verlangen, dass sie Screenshots oder Videos liefern, denn das tun sie eh nicht und selbst wenn, dann wuerden die Backer die in der Luft zerreissen und das abermals nicht als "Beweis, dass sie Fortschritte machen" oder gar "Beweis, dass das Spiel existiert" ansehen :)

  • Ich moechte auch nicht deren Kommunikationsverhalten gutheissen ;) aber ebensowenig glaube ich halt, dass es nix bringt, immer und immer wieder zu verlangen, dass sie Screenshots oder Videos liefern, denn das tun sie eh nicht und selbst wenn, dann wuerden die Backer die in der Luft zerreissen und das abermals nicht als "Beweis, dass sie Fortschritte machen" oder gar "Beweis, dass das Spiel existiert" ansehen :)

    Das kann ich zumindest für ich nicht behaupten. Ich wäre froh gewesen etwas sehen zu können und bin auch niemand der einen Screenshot auf jedes Pixel untersucht um beweisen zu können dass es eine Fälschung ist. Für mich geht es hier auch um einen Vertrauensvorschuss den ich gegeben habe. Letztendlich hatte ich das Projekt, wie eben viele andere auch, finanziell unterstützt, in dem Vertrauen dass dabei auch ein Spiel herauskommt, bzw. dass man es zumindest versucht.

    Vielleicht denke ich da als beruflicher Auditor auch zu beruflich. Wenn ich in meinem Beruf einen Prozess oder einen unserer Dienstleister auditiere, geht es darum zu prüfen ob die Vorgaben der unterschiedlichen Quellen eingehalten werden. Hierauf bezogen würde ich das mal die Projektbeschreibung und die Kickstarter-Regeln als solche Vorgaben sehen. Wenn ich dann an einer Stelle prüfen möchte ob denn auch entsprechen der Vorgaben gearbeitet wird, in diesem Fall ob den überhaupt daran garbeitet wird, dann frage ich nach Nachweisen. Auditoren arbeiten ja nach dem Motto "Show me or it didn't happen", sprich wenn ich keinen Nachweis sehen kann/darf, muss ich davonausgehen dass es keinen gibt und nicht nach den Vorgaben gearbeitet wird, denn erzählen kann man mir immer viel. Ich prüfe dann auch erst mal nicht ob es sich bei den Nachweisen um Fälschungen handelt, sondern vertraue erst mal darauf dass das so passt (bis zu einem Punkt an dem es im Zusammenhang mit anderen Nachweisen Plausibilitätsprobleme gibt).


    Wie gesagt, da denke ich möglicherweise zu beruflich, aber andererseits frage ich mich, ob denn diese Denke hier so falsch ist?

    Das Spiel ist nun schon einige Zeit in der Mache und ich denke schon dass es den Finanzierern erlaubt sein sollte etwas tieferen Einblick in das zu erhalten was sie finanziert haben. Das bedeutet für mich nicht dass ich den Quellcode einsehen will, aber zumindest etwas neues Material wäre schön gewesen.

  • Naja ich sage das ja nicht "in deren Namen". Mir ist schon klar dass die Leute was sehen WOLLEN. Das kann ich absolut nachvollziehen. Wenn die nun aber nach 4 Jahren ein paar neue Screenshots zeigen oder auch ein kurzes Video, dann waere das den Leuten nicht genug. Eigentlich wollen die Leute das fertige Spiel. Wenn da jetzt ein paar Screenshots kommen wuerden oder ein paar Minuten Video, dann wuerde es sofort heissen "das sind bestimmt alte Screenshots" (weil die sehen ja unterm Strich nicht wesentlich anders aus als die die es bisher schon zu sehen gab), oder "die wurden halt kurz hingefaked" (weil das ist durchaus innerhalb von kurzer Zeit moeglich), ich habe ja schon etliches hierzu gelesen und selbst die Animationen/Videos in der Kickstarter-Kampagne wurden bereits bzgl. ihrer Echtheit angezweifelt. Vielleicht wuerden ein paar Leute sagen "schoen, dass es was zu sehen gibt", aber schon nach kurzer Zeit wuerden die negativen Stimmen wieder ueberwiegen. War das selbe bei dem 1,5-stuendigen Q&A-Video, die ersten 3-4 Kommentare waren positiv, und schon ging das Gemecker wieder los.

    Ich betrachte das einfach nur nuechtern und realistisch. Fuer 4 Jahre Entwicklung werden eine handvoll Screenshots nicht ausreichen, um die Gemueter friedlich zu stimmen. Und selbst wenn sie die ersten 10 Minuten Gameplay am Stueck zeigen wuerden, dann wuerde es heissen, die haben halt jetzt in den 4 Jahren gerade mal 10 Minuten Gameplay erzeugt und DAS haben sie gefilmt. Deshalb betrachte ich das Betteln um Screenshots (so sehr ich das auch verstehen kann) als sinnlos.

  • dann wuerden die Backer die in der Luft zerreissen

    Du verallgemeinerst zu sehr. Ja die Extreme gibt es, sind aber nicht die Regel. Solche vernünftigen Statements/Erwartungshaltungen wie von @Tobster schon.

    Ich wäre froh gewesen etwas sehen zu können und bin auch niemand der einen Screenshot auf jedes Pixel untersucht um beweisen zu können dass es eine Fälschung ist.

    Und es geht ja auch um Vertrauen wie Du weiter ausführst. Wer ein Projekt derart überzieht und gleichzeitig mauert, darf sich IMO nicht wundern wenn das Vertrauen abnimmt.

  • Lutz G ich weiss ja nicht ob Du auch im Lemon64-Forum mitliest, aber da hab ich schon etliches gelesen... und musste mir auch entsprechendes anhoeren (da ich dort die gleiche Haltung vertrete wie hier ;) )

  • Ich wäre froh gewesen etwas sehen zu können und bin auch niemand der einen Screenshot auf jedes Pixel untersucht um beweisen zu können dass es eine Fälschung ist.

    Und es geht ja auch um Vertrauen wie Du weiter ausführst. Wer ein Projekt derart überzieht und gleichzeitig mauert, darf sich IMO nicht wundern wenn das Vertrauen abnimmt.

    Eben, das Vertrauen HAT halt schon massiv abgenommen. Da wird meiner Meinung (und Erfahrung!) nach jeder Screenshot 5x umgedreht...

    (leider aber auch in Kombination mit "nur das sehen was man sehen will")

  • Es wird immer wieder weitere Fragen, Bitten und Aufforderungen dazu geben, mehr Informationen und Screenshots zu teilen. Ich denke, das ist ganz normal, ganz unabhängig davon, ob es welche gibt oder nicht. Das sind einfach Erwartungshaltungen. Und diese bleiben eigentlich nur deswegen so hartnäckig, weil die Personen emotionell stark in das Spiel investiert haben. Ich glaube den wenigsten geht es dabei noch um das Geld, was sie ausgaben. Man liebt das Genre, die Prämisse, das Versprechen

    Wie in einer leidenden Beziehung, ist man (im übertragenen Sinne) vielleicht gefangen zwischen Zuständen von Trennungswillen, Widerwillen, Anhänglichkeit, Träumen, Gefühlen von Unsicherheit, Zukunftsängsten? Man will Liebesbeweise. Taten, statt Worte sozusagen. Natürlich alles auf Sparflamme. Ist ja ein Spiel, und keine Eheberatung.

    Ich bin nicht so investiert, aber ich emfpinde sehr viel Symphathie für die Idee dieses Spiels. Garkeine Frage.

    Das nur mal angesprochen, damit man sich nicht weiterhin wundert, warum vielleicht in 20 Jahren immer noch jemand Screenshots fordert.

  • Deshalb betrachte ich das Betteln um Screenshots (so sehr ich das auch verstehen kann) als sinnlos.

    Es wird immer wieder weitere Fragen, Bitten und Aufforderungen dazu geben, mehr Informationen und Screenshots zu teilen. Ich denke, das ist ganz normal, ganz unabhängig davon, ob es welche gibt oder nicht. Das sind einfach Erwartungshaltungen. Und diese bleiben eigentlich nur deswegen so hartnäckig, weil die Personen emotionell stark in das Spiel investiert haben.

    Ich drehe es mal um. IMO sollte es doch selbstverständlich sein, dass man die Backer mit Infos versorgt. Es ist ne Win-win-Situation für alle Beteiligten. Der Backer kann ggf sogar Ideen einbringen, fühlt sich ggf sogar am Entstehungsprozess beteiligt, die Macher profitieren davon ebenfalls auf allen Ebenen, bekommen dadurch noch zusätzliche Motivationsspritzen - es entsteht dadurch ne Positivspirale.

    Oder man macht fast komplett dicht - geht auch, wenn, ja wenn man das Projekt halbwegs im gesteckten Rahmen abschließt - sowohl was den Termin als auch den Umfang angeht.

    Wenn man dann aber das Ganze extrem überzieht, und dann über lange Phase auf fast vollständige Funktstille schaltet, ist

    die Negativspirale vorprogammiert.

    Und ja, es ist nie zu spät sich noch zu öffnen, sind gegenüber Backern angemessen zu verhalten. Dass hier Termini a la "bitten und betteln" fallen, für Dinge die selbstverständlich sein sollten, finde ich schon etwas befremdlich.

    Dass es Hardcore Hater gibt, die nie etwas glauben ist klar - sollte man damit weiteres Dichtmachen schönreden? Ich denke nicht - außerdem würde die breite Masse es immer noch sehr wohlwollend sehen, wenn die Macher mal endlich wirkliche Transparenz praktizieren - und zwar für alle, nicht nur für die Premium Gilde - auch für "nur" XXL-Backer

  • IMO sollte es doch selbstverständlich sein, dass man die Backer mit Infos versorgt. Es ist ne Win-win-Situation für alle Beteiligten.

    Nein, das kann ich so nicht unterschreiben. Ich habe schon einige Projekte "ge-backt" wo es genau so lief, und leider war es kein Win-Win. Man bekam stets Infos, Details, Previews und lernte damit das eigentliche Produkt auf Raten kennen. Als dann das fertige Produkt bei mir ankam, fühlte es sich irgendwie langweilig und ausgelaugt an, da man ja eigentlich schon fast alles gesehen oder gehört hatte. Ging dir das nicht so, oder hast du noch nicht so viele Crowdfunding-Projekte unterstützt?

    Der überwiegende Teil der Backer trägt ja auch die Entscheidung mit, keine weiteren Spoiler zu veröffentlichen. Für die meisten handelt es sich um nichts weiter als ein verzögertes Projekt, und das ist fast schon normal. Es sind nur einige Backer, die sich aufregen. Sicher zurecht, trotzdem bin ich immer wieder verwundert wie da die Emotionen hochkochen. "Ein weiterer SCHLAG INS GESICHT für die Backer!" - also wenn man sonst keine Sorgen im Leben hat..! Wenn man nach 20 Jahren Anstellung von seiner Firma entlassen wird, weil sie ihre Produktion in ein Billiglohnland verlegt, DAS wäre ein Schlag ins Gesicht! Aber sowas... nee.

  • Thunderblade Ich finde das gut was Du schreibst. Ich kann das selbst auch so nachvollziehen. Wenn man zu viel vorab sieht, ist das Endprodukt vielleicht gar nicht mehr so spannend. Es reichen einem heute ja teilweise auch mal Let's Plays auf Youtube, um ein Spiel genuegend kennenzulernen, um dann festzustellen, dass man es eigentlich gar nicht mehr unbedingt spielen muss, weil man hats ja schon gesehen und weiss ungefaehr was passiert. Liegt mit Sicherheit auch daran, dass man heute halt auch gar nicht mehr so viel Zeit hat fuer die ganzen Dinge die es gibt (und damit sind nicht nur C64-Spiele gemeint, sondern das zieht sich quer durch alle Lebensbereiche).

    Das Problem ist nur, dass diejenigen, die unbedingt Material sehen wollen, das u.U. selbst gar nicht so wirklich merken. Man koennte es vergleichen mit einem Kind oder Jugendlichen, der unbedingt vorher schon rausfinden will, was er zu Weihnachten bekommt, indem er im Schrank herumschnueffelt. Dem koennte man auch nicht erklaeren, dass er das lieber sein lassen soll, weil dann die Ueberraschung am Ende groesser ist.

    Ja, ich weiss, das klingt jetzt vielleicht ein bisschen anmassend. So als wuerde ich glauben, besser zu wissen was jemand anders gefaelligst wie haben wollen sollte. Natuerlich kann man das nicht verallgemeinern. Aber man sollte vielleicht auch mal drueber nachdenken. Bei Film-Trailern hoert man doch laufend sowas wie "Na toll, da wurde eigentlich schon der ganze Film gezeigt". Sowas kann genausogut fuer Spiele gelten. Besonders bei Spielen mit viel Story. Bei einem reinen Arcade-Spiel a la MicroHexagon ist das nochmal was anderes, das kann man nicht oft genug spielen und es gibt auch keine Ueberraschungen, da ist das Selbstspielen das eigentliche Erlebnis. Aber je mehr es um Story und Erkunden und Raetsel loesen geht, desto eher macht man sich ja schon einen Grossteil des Selbstspielens kaputt, indem man vorab schon alles erfaehrt. Und wuerden lediglich Screenshots gezeigt, die nix verraten, dann wuerden die alle letztendlich gleich aussehen und es kaemen wieder die Fake-Vorwuerfe.

    Naja wie gesagt... einfach mal drueber nachdenken und ueberlegen, ob es bei einem selbst auch zutreffen wuerde :) ich moechte da jetzt nicht behaupten das ist die einzig wahre Wahrheit.

  • Nein, das kann ich so nicht unterschreiben. Ich habe schon einige Projekte "ge-backt" wo es genau so lief, und leider war es kein Win-Win. Man bekam stets Infos, Details, Previews und lernte damit das eigentliche Produkt auf Raten kennen. Als dann das fertige Produkt bei mir ankam, fühlte es sich irgendwie langweilig und ausgelaugt an, da man ja eigentlich schon fast alles gesehen oder gehört hatte.

    Das kann man natürlich schon so sehen, es trifft aber nicht auf jeden zu. Meine Vorfreude steigt für gewöhnlich wenn ich einen neuen Schnipsel Information erhalte. Ich fühle mich an dem Projekt beteiligt, sehe es mitwachsen und freue mich dann unheimlich wenn ich das fertige Produkt, dessen Entstehungsprozess ich Stück für Stück begleitet habe, am Ende tatsächlich in den Händen halten kann. Wenn Du, angenommen das wäre bei Dir so der Fall, den Fortschritt nicht mitbekommen möchtest und lieber Dich vom Ergebnis überraschen lässt , ist das natürlich absolut OK und Du musst nur die Updates nicht lesen und auch der Gilde nicht beitreten, nur.... ich habe die Wahl ja erst gar nicht mich FÜR Informationen zu entscheiden.


    "Ein weiterer SCHLAG INS GESICHT für die Backer!" - also wenn man sonst keine Sorgen im Leben hat..! Wenn man nach 20 Jahren Anstellung von seiner Firma entlassen wird, weil sie ihre Produktion in ein Billiglohnland verlegt, DAS wäre ein Schlag ins Gesicht! Aber sowas... nee.

    Da sprichst Du ja mich dann direkt damit an. Doch, ich habe Sorgen, dieses Projekt ist aber keine Sorge für mich... es ist mittlerweile ein Ärgernis. Es gab zum Zeitpunkt der Finanzierung Rahmenbedingungen die festgelegt waren. Ich gebe Geld und unterstütze damit ein Projekt. Im Gegenzug sollte ich regelmäßige Informationen erhalten und im Falle eines positiven Ausgangs ein Produkt. Ich habe meinen Teil der Abmachung eingehalten, ich habe bezahlt doch die andere Seite kommt der Verpflichtung nicht nach... also evtl. tut sie das aber das kann ich nicht nachvollziehen denn ich bekomme keine aussagekräftigen Informationen. Es mag sein dass Gildenmitglieder auch nicht wirklich etwas vom Spiel direkt zu sehen bekommen, wenn man damit zufrieden ist und dafür gerne zusätzlich Geld bezahlt ist das alles schön und gut. Dennoch bin ich der Meinung dass Kickstarter-Finanzierer hier Unterstützer zweiter, oder sogar weiter hinten angesiedelter Klasse sind wenn sie noch weniger bis gar keine Informationen erhalten. Letztendlich haben die Kickstarter-Finanzierer in treuem Glauben einen sicher nicht unwesentlichen Teil zum Projekt beigetragen.

    Sicher ist es wohl mittlerweile auch Standard dass Kickstarter-Projekte nahezu immer überzogen werden und die Deadline fast immer gerissen wird. Nur weil es bei allen so ist heisst das nicht dass das gut ist oder ich es als supi und normal empfinden muss. Unsere Kunden würden uns den Allerwertesten aufreissen wenn wir eine Lieferung unangekündigt und ohne weitere Informationen über den Produktionsstand deutlich verspätet liefern würden. Ja, ich weiss, wir sind keine Kunden im klassischen Sinne "Ich gebe Geld -> ich bekomme etwas", aber wir sind Vertragspartner, wir sind finanzielle Unterstützer und vielleicht noch mehr, denn ich z.B. habe während der Finanzierungsphase dieses Projekt bei anderen bekannt gemacht, die auch wieder finanziert haben. Oft redet man ja auch nicht von ein paar Tagen sondern mittlerweile immer häufiger von Jahren (!) die ein Projekt überfällig ist. Im übrigen, wer mal sehen möchte wie gut man in einem auch sehr stark überzogenen Projekt kommunizieren kann und wie gut die Community das immer noch aufnimmt, der kann sich bei Kickstarter ja mal das Projekt zum Brettspiel "Dungeon Crusade" anschauen, das sich nun endlich in der Auslieferung befindet. Auch massiv überzogen, aber dennoch komplett andere Situation/Stimmung unter den Unterstützern hin zum Projektgründer.

    Mir sitzt das Geld nicht so locker als dass ein Projekt unterstützen könnte und dann für gelegentliche nette Lagerfeuergespräche noch Mal zusätzlich Geld zahlen könnte, in denen ich ja offenbar auch nichts handfestes zu sehen bekomme. Ich freue mich für Euch dass Ihr Stirring Dragon an dieser Stelle so vertrauen könnt. Ich kann das nicht denn ich habe nichts auf dem dieses Vertrauen basieren kann. Sicher, wenn mir hier versichert wird dass da ganz sicher dran gearbeitet wird ist das toll. Handfest ist es halt deswegen immer noch nicht weil Ihr ja selbst nichtskonkretes sehen könnt, sofern ich das hier richtig gelesen habe. Darf ich fragen woher ihr dieses unerschütterliche Vertrauen in Stirring Dragon Games nehmt? Das würde mich wirklich ganz ehrlich interessieren.

    Ich muss ehrlich gesagt gestehen dass ich es etwas befremdlich finde dass mein Empfinden hinsichtlich dieses Projektes etwas lapidar abgetan wird.

    Ja, ich weiss, das klingt jetzt vielleicht ein bisschen anmassend. So als wuerde ich glauben, besser zu wissen was jemand anders gefaelligst wie haben wollen sollte. Natuerlich kann man das nicht verallgemeinern. Aber man sollte vielleicht auch mal drueber nachdenken. Bei Film-Trailern hoert man doch laufend sowas wie "Na toll, da wurde eigentlich schon der ganze Film gezeigt". Sowas kann genausogut fuer Spiele gelten.

    Das klingt es tatsächlich etwas. Der Unterschied zu Film-Trailern ist dass ich sie sehen kann ohne vorher Geld dafür bezahlt zu haben. Und selbst dann könnte ich mir dabei immer noch die Augen und Ohren zuhalten wenn ich denn nichts davon im Vorfeld wissen wollte. In der von Dir beschriebenen Situation habe ich aber für einen Trailer Geld bezahlt, sitze im Kinosessel und auf der Leinwand steht: "Hier sollte jetzt eigentlich der Trailer laufen für den Du bezahlt hast, aber stattdessen zeigen wir Dir lieber noch mal das Kinoplakat dass Du schon vor 36 Monaten an der Bushaltestelle gesehen hast".

    Edited once, last by Tobster: Ergänzung (November 15, 2020 at 1:28 AM).

  • Früher war das ja auch nicht so. In der Regel hatte ich erst von einem Spiel gehört, wenn es längst raus war. Manchmal las man, die Schmiede XYZ arbeite an einer Portierung oder etwas ganz neuem. Evtl. gab es mal ein abgedrucktes Bild, das war's. Man nahm es zur Kenntnis, war gespannt, schob es erst mal ins Unterbewusstsein und widmete sich wieder dem eigenen Leben. Es konnte sein, dass es dann irgendwann verfügbar war, aber auch, dass man nie wieder etwas davon hörte. Ein Beispiel für ein Spiel, das angekündigt wurde und erst lange Zeit später tatsächlich erschien, ist BERANIA.

    Ich persönlich glaube, dass Geld bei der Retro-Softwareentwicklung nicht so wichtig ist, sondern eher verfügbare Zeit und Herzblut. Das Problem ist, dass Außenstehende letzteres schlecht überprüfen können.
    Deswegen finde ich die Bedingungen und die ganze Situation, wie hier ein Spiel entstehen soll, einfach nur ätzend. Ich würde so erst recht die Lust verlieren. Solange ich ein Spiel aus freien Stücken ohne Verpflichtungen entwickeln kann, habe ich richtig Spaß daran, und nur so. "Was ihr nicht tut mit Lust, gedeiht euch nicht." (William Schüttelbier)

    Mein zweiter Vorname ist übrigens "Geduld". Sonst würde ich nicht noch immer an dem Spiel weiterarbeiten, das ich vor 31 Jahren angefangen hatte. Gut Ding will eben Weile haben. :emojiSmiley-23:

    Und da sehe ich das nächste Problem: Wir leben nicht lange genug. Scheixe aber auch. Und die Zeit, die man hat, muss man zum großen Teil nun mal auch für andere opfern.

  • Nein, das kann ich so nicht unterschreiben. Ich habe schon einige Projekte "ge-backt" wo es genau so lief, und leider war es kein Win-Win. Man bekam stets Infos, Details, Previews und lernte damit das eigentliche Produkt auf Raten kennen. Als dann das fertige Produkt bei mir ankam, fühlte es sich irgendwie langweilig und ausgelaugt an, da man ja eigentlich schon fast alles gesehen oder gehört hatte. Ging dir das nicht so, oder hast du noch nicht so viele Crowdfunding-Projekte unterstützt?

    In der Regel hatte ich sehr positive Erfahrung gemacht, mit *sehr* offenen kommunikationsfreudigen Machern, wo dann am Schluss auch das Produkt stimmte.

    Der überwiegende Teil der Backer trägt ja auch die Entscheidung mit, keine weiteren Spoiler zu veröffentlichen. Für die meisten handelt es sich um nichts weiter als ein verzögertes Projekt, und das ist fast schon normal.

    Offen/transparent/kommunikativ ungleich Spoiler.

    "Ein weiterer SCHLAG INS GESICHT für die Backer!" - also wenn man sonst keine Sorgen im Leben hat..! Wenn man nach 20 Jahren Anstellung von seiner Firma entlassen wird, weil sie ihre Produktion in ein Billiglohnland verlegt, DAS wäre ein Schlag ins Gesicht! Aber sowas... nee.

    Hmm - es gibt immer etwas das schlimmer im Leben ist - erinnert an den Four Yorkshiremen Sketch. Entlassen? Luxury!

    Wenn man zu viel vorab sieht, ist das Endprodukt vielleicht gar nicht mehr so spannend.

    Wenn sonst mit dem Release alles im vertretbaren Rahmen läuft, kann man das wie gesagt so handhaben - wenn es so wie in diesem Fall abgeht IMO klar nicht. Und nochmal - es gibt viele Arten wie man den Backern zeigen kann, dass beim der Sache ist (ungleich Spoiler) - schweigen gehört gepaart mit extremer Verzögerung nicht dazu. Und das sage ich übrigens als jemand der Spoiler meidet, sich deshalb z.B. nie Movietrailer anschaut.

  • Ist es ist doch schnurzegal, ob man es besser findet "vorher was zusehen" oder sich "überraschen" lassen - das ist schlicht und ergreifend in den Händen der Machern (und diese haben sich sehr deutlich zu letzterem entschieden), wem das nicht passt hat einfach Pech gehabt. Sie haben das auch schon jahrelang propagiert und sie halten sich auch dran (hehehe). Sie werden es auch nicht anders machen, nur weil ein "paar" Backer meinen, es durch "Gewalt" oder "Gesetze" (KS-Statuten, Rechtsweg, etc.) erzwingen zu können: findet euch damit ab, das wird NICHT passieren.

  • Das kann man natürlich schon so sehen, es trifft aber nicht auf jeden zu. Meine Vorfreude steigt für gewöhnlich wenn ich einen neuen Schnipsel Information erhalte. Ich fühle mich an dem Projekt beteiligt, sehe es mitwachsen und freue mich dann unheimlich wenn ich das fertige Produkt, dessen Entstehungsprozess ich Stück für Stück begleitet habe, am Ende tatsächlich in den Händen halten kann. Wenn Du, angenommen das wäre bei Dir so der Fall, den Fortschritt nicht mitbekommen möchtest und lieber Dich vom Ergebnis überraschen lässt , ist das natürlich absolut OK und Du musst nur die Updates nicht lesen und auch der Gilde nicht beitreten, nur.... ich habe die Wahl ja erst gar nicht mich FÜR Informationen zu entscheiden.

    Genau - wenn es eh kaum was an Infos gibt.

    Die Sache mit dem Verfolgen des Projektes sehe ich ähnlich. Man kann so viel teilen ohne zu spoilern - wenn der Wille dazu da ist.


    Das Problem ist nur, dass diejenigen, die unbedingt Material sehen wollen, das u.U. selbst gar nicht so wirklich merken. Man koennte es vergleichen mit einem Kind oder Jugendlichen, der unbedingt vorher schon rausfinden will, was er zu Weihnachten bekommt, indem er im Schrank herumschnueffelt. Dem koennte man auch nicht erklaeren, dass er das lieber sein lassen soll, weil dann die Ueberraschung am Ende groesser ist.

    Hmm - der Vergleich hinkt. In diesem konkreten Fall geht es nur darum, dass es selbstverständlich sein sollte, dass die Macher bei extremer Verzögerung eines Projektes offen/transparent bleiben (werden) sollten. Und wenn sie das nicht wollen, dann bitte nicht über nen mittleren Shitstorm/steigendes Misstrauen wundern.

  • Naja welche Art von spoiler-freien News wären denn realistisch möglich, ohne dass diese zerrissen werden und als "zu wenig" abgestempelt werden.

    Es gab schon Fotos von Bruce's IDE, Rechner, Grafikprogrammen, Pixel-Maps etc, da wurde schon rumgemosert und angezweifelt ob das jetzt wirklich Aussagekraft hat, um zu zeigen, dass die wirklich an etwas arbeiten. Tausende Holzwürfel die im Q&A-Video gezeigt wurden konnten auch nicht überzeugen. Prozentangaben wie "das Kampfsystem ist zu 70% fertig" oder "wir haben 1800 Grafiktiles" bringen in meinen Augen auch nichts. Die meisten verlangen nach Gameplay-Videos, manche erwarten (!) sogar eine spielbare Demo. Das möchte SDG aber nicht erfüllen. Was soll man denn realistischerweise zeigen? Was wäre euer Vorschlag?