RETURN 27 erhältlich

  • Gekauft in der Bahnhofsbuchhandlung. War gerade das letzte Heft. Das muss aber jetzt nichts heissen, oder? Die haben sicher noch mehr auf Lager. Es hat sich angeboten, weil ich mal das Computer Museum besucht habe.
    In den Farbtopf gefallen
  • Liebes Return Team, erst einmal Frohe Weihnachten (noch darf man es ja wünschen).
    Mich würde einmal interessieren auf welcher Grundlage vor vielen Monaten (Ausgabe 1/16) das Spiel Sam's Journey getestet wurde? Das Testurteil glich ja einer Apotheose.
    Mittlerweile wurde von dem Kernteam ja noch so lange an dem Spiel gearbeitet (offenbar bis dato), daß man zu dem Schluss kommen könnte, daß damals nicht mehr als eine Preview vorlag. Habe mir gerade nochmal den Testbericht durchgelesen, und ich habe hier schon das Gefühl, daß das Spiel nach nur wenigen Änderungen fertig sei.
    Wenn das Game denn nun erscheint, müsste es aus eurer Sicht nicht noch einmal gesichtet werden?
  • schwarze schrieb:

    Habe mir gerade nochmal den Testbericht durchgelesen, und ich habe hier schon das Gefühl, daß das Spiel nach nur wenigen Änderungen fertig sei.
    Das Gefühl habe ich bislang jedes Mal, wenn ich was von Sam's Journey sehe. Ich hatte bislang zweimal die Gelegenheit, es zu spielen und das Spiel war bereits auf der letztjährigen Gamescom in einem Zustand, dass nur noch einige Level und etwas Facelifting fehlen. Das Spielgefühl war bereits absolut rund, die Steuerung responsiv und alles superflüssig. Bei der diesjährigen Gamescom hatte ich fest damit gerechnet, dass das Spiel noch vor Weihnachten kommt, auch wenn Chester keinen Veröffentlichungszeitpunkt bestätigen mochte. Die Ankündigung mit den Bossfights vor Kurzem war dann eine echte Überraschung.
  • Zur Informationspraxis und dem Entwicklungsstand der Knight of Bytes und ihrem hervorragend aussehendem Spiel möchte ich hier gar nichts sagen.
    Mir geht es rein um den Inhalt der Return. Ich freue mich auch immer über neue Infos und Bilder von allen Spielen.
    Dennoch erfüllte der Bericht zu Sam's Journey in der Ausgabe 24 (1/16) m.E. alle Voraussetzungen um von einem Test sprechen zu dürfen, und das ist natürlich jetzt schon eine Weile her.
    einige Beispiele aus der Ausgabe 24:
    S.18 [...] Heute, seit dem Erscheinen von Sam's Journey, wissen wir: Es ist möglich [...], ebd. S.21 [...] Sam's Journey ist eines der besten C64-Spiele [...]

    In der jetzigen sowie in der Ausgabe davor (z.B. Nr. 27; ab S.91) kritisiert man ja auch ältere Magazine, dies nicht zu unrecht, daß diese teilweise Spiele viel zu früh, möglicherweise auch im unfertigen Zustand getestet haben. Dieser Meinung bin auch ich in Bezug älterer wie auch neuerer Magazine - wie dem einen oder anderen verfrühten Jubel-Bericht in Zeitschriften wie der Gamestar. Diese Fälle sind nicht von Magazinen der 90er Jahre gepachtet worden, sondern kommen auch heute noch vor.
    Daher müsste man nach so einer langen Entwicklung sich das Spiel Sam's Journey doch noch einmal nach endgültiger Fertigstellung erneut (kurz) ansehen.
    Auch scheint es ratsam in Zukunft event. mal darauf zu achten eine klare Grenze zwischen Preview und finalem Test zu ziehen. Mir gehts eigentlich nur um eine saubere Trennung in einem tollen Magazin.

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  • Die Sam´s-Journey-Berichte-Kritik haben wir uns nun schon oft anhören müssen, ich muss gestehen, ich kann es langsam nicht mehr hören. Denn ich erzähle jedesmal dasselbe.

    Unser Bericht über Sam´s Journey entstand aufgrund eines lauffähigen Spiels, welches uns auf der Gamescom und für den Test zur Verfügung gestellt wurde. Und das war so weit fortgeschritten, dass andere Programmierer das Spiel sicher längst als "Final" bezeichnet hätten. Unser Bericht basiert auf einer Version, die noch niemand außer uns zu Gesicht bekommen hat, was im Pressebereich aktueller Spiele durchaus üblich ist. Chester Kollschen / Knights of Bytes feilen aber weiter an der Qualität - was genau die Verzögerung erzeugt, müsst ihr bitte dort anfragen, nicht bei uns. Die hochtrabende Aussage, das Spiel sei eines der besten C64-Games überhaupt, stammt von mir. Und wenn das schon für de Version gilt, die ich getestet habe, warte ich mit Spannung auf de finale Version. Uns wurde ein Release-Datum genannt, welches mit Erscheinen des Berichtes übereinstimmte. Dass das Ganze nun noch so lange dauert, ist nicht unser Verschulden.

    In den Magazinen der 80er und 90er wurden positive Testberichte von den Publishern finanziell "gefördert". Deshalb sind Spiele nicht selten viel zu positiv bewertet worden. So etwas gibt es auch heute noch, allerdings nicht bei uns. Kein Publisher aktueller Retrogames möchte sich das leisten und wir wollen es auch gar nicht haben. Somit ist unsere Kritik an früheren Berichterstattungen durchaus gerechtfertigt, hier wurde ja teilweise über Spiele berichtet, die es gar nie gegeben hat.
  • Davon mal abgesehen sollte man als Leser eine Aussage wie "das beste Spiel" sowieso nie allzu ernst nehmen bzw. sich dran festnageln. Es ist doch klar was damit gemeint ist - naemlich dass es ein super Spiel ist und dass es vieles in den Schatten stellt. Ob es nun wirklich "das beste" ist oder ob es dem jeweiligen Leser ueberhaupt taugt, das muss jeder letztendlich selbst wissen. Gibt sicherlich viele, die mit Sam's Journey ueberhaupt nix anfangen koennen, weil es einfach nicht deren Geschmack trifft. Wer eine Zeitschrift liest, nur um zu erfahren, welches Spiel er sich kaufen "soll", der sollte vielleicht nochmal drueber nachdenken, ob das, was er da tut, das richtige ist.
    SHOTGUN - 4-Player Death Match - Website / CSDb / X-Mas
    FROGS - 4-Player Frog Pond - Website / CSDb
  • ZeHa schrieb:

    Davon mal abgesehen sollte man als Leser eine Aussage wie "das beste Spiel" sowieso nie allzu ernst nehmen bzw. sich dran festnageln. Es ist doch klar was damit gemeint ist - naemlich dass es ein super Spiel ist und dass es vieles in den Schatten stellt. Ob es nun wirklich "das beste" ist oder ob es dem jeweiligen Leser ueberhaupt taugt, das muss jeder letztendlich selbst wissen. Gibt sicherlich viele, die mit Sam's Journey ueberhaupt nix anfangen koennen, weil es einfach nicht deren Geschmack trifft.
    Sehe ich auch so. Man kann aus mehreren Berichten zwischen den Zeilen lesen und sich ein eigenes Bild machen, ob ein Game für sich selbst was taugt.

    ZeHa schrieb:

    Wer eine Zeitschrift liest, nur um zu erfahren, welches Spiel er sich kaufen "soll", der sollte vielleicht nochmal drueber nachdenken, ob das, was er da tut, das richtige ist.
    Heute ja, würde ich auch so sehen, weil die meisten C64 Games risikolos gratis als Download verfügbar sind oder weil man die nötigen Mittel hat, eine Boxed Version zu kaufen. So oder so, man kann sich ein Bild eines Games über das Internet viel besser machen.
    Früher war es aber nicht so, da konnte man ohne Zeitschriften-Testberichte als Schüler sehr viel Sackgeld in den Sand setzen (ist mir auch passiert). Damals waren Gametests durchaus das Butte & Brot für viele Homecomputer Zeitschriften.
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  • sign-set schrieb:

    ich kann es langsam nicht mehr hören. Denn ich erzähle jedesmal dasselbe.
    Lieber Frank, ich darf Dir versichern daß auch ich es nicht mehr hören kann, wenn Leute in einem Forum immer auf andere, angeblich bereits geführte Diskussionen verweisen, die ich aber in dem dementsprechenden Thread nicht finden kann. Wenn eine Antwort diesbezüglich zuviel Energie abverlangt, verweise bitte das nächste mal doch einfach mit einem Link auf diese Debatte, dann kann ich mir das einfach mal in Ruhe durchlesen. Ansonsten freue ich mich, daß Du Dir doch die Zeit für eine Antwort genommen hast. Ihr kritisiert im aktuellen Heft zurecht die älteren Magazin, und ich wies lediglich auf eine gewisse Kohärenz hin, die ich im Fall von Sam's Journey sehe.

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  • sign-set schrieb:

    In den Magazinen der 80er und 90er wurden positive Testberichte von den Publishern finanziell "gefördert". Deshalb sind Spiele nicht selten viel zu positiv bewertet worden. ... Somit ist unsere Kritik an früheren Berichterstattungen durchaus gerechtfertigt, hier wurde ja teilweise über Spiele berichtet, die es gar nie gegeben hat.
    Gibt es Beispiele dafür?
  • Das muss auch nicht direkt mit Geld in Verbindung stehen. Die Mischung aus Vorabmuster und Fanboytum blickt auch in Interviews von damaligen Redakteuren hin und wieder durch. Ultima 8 und 9 gehören wohl zu den häufiger genannten Beispielen, wo die euphorische Wertung der Magazine damals nicht so ganz zum Endprodukt passen wollte. Was ich neulich in einem Podcast gehört habe, war wohl auch Gothic 3 in der Gamestar solch ein Kandidat.
  • schwarze schrieb:

    ich darf Dir versichern daß auch ich es nicht mehr hören kann, wenn Leute in einem Forum immer auf andere, angeblich bereits geführte Diskussionen verweisen, die ich aber in dem dementsprechenden Thread nicht finden kann.
    Verzeihung. Ich vergesse immer, dass ihr natürlich nicht denselben Grad an Informationen bekommt, den ich hier tagtäglich erhalte. Liegt natürlich daran, dass wir nicht nur Fragen über das Forum 64, sondern auch durch andere Foren, Facebook und per E-Mail bekommen.

    ogd schrieb:

    Gibt es Beispiele dafür?
    Eines fällt mir spontan ein: "Sinclair User", Oktober 1988, CRASH, "Your Sinclair": Da wird über eine Giana Sisters-Umsetzung für den ZX Spectrum berichtet, mit Beschreibung der Umsetzung, Screenshots und Bewertung des Spiels. Nur hat es das Spiel nie gegeben. Hier liegt die Vermutung sehr nahe, dass die Macher eine sehr frühe Vorabversion an die Redaktionen gesendet haben.


    Retro-Nerd schrieb:

    Beweisen kann man das nicht.
    Naja, wir schon. Uns wurde das schon angeboten. Wir bekommen eine ganzseitige Werbeanzeige, wenn wir in der gleichen Ausgabe einen 4-seitigen Bericht über das beworbene Spiel bringen. Um den Text des Berichtes müssten wir uns nicht kümmern, den erstellt der Publisher selbst. Bilder werden ebenfalls mitgeliefert.
    Ich muss aber dazu sagen: Es ging um ein (damals) aktuelles Konsolenspiel. Aber seitdem lese ich Zeitschriften wie Gamestar oder M!Games mit anderen Augen...

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  • sign-set schrieb:

    In den Magazinen der 80er und 90er wurden positive Testberichte von den Publishern finanziell "gefördert". Deshalb sind Spiele nicht selten viel zu positiv bewertet worden.
    Dazu passen auch die Antworten von Rüdiger Rinscheidt in diesem Retrokompott-Interview, als er beim Joker-Verlag war:

    Ab 1:32:00:
    Da muss man wissen, wie das so funktioniert. Das System ist, glaube ich - jetzt wirds böse eventuell. Das ist in jeder Zeitschrift so, nicht nur bei Computerspiel-Zeitschriften, sondern in jeder Zeitschrift. Anzeigenkunde kriegt plus 10 %, deutscher Kunde in Deutschland kriegt 10 %, ist es der beste Anzeigenkunde, kriegt er nochmal 5 oder 10 %. Das heisst also, diese 73 % waren realistisch gesehen eher 53 %. Das muss man wissen, weil Anzeigenkunde. Jede Zeitschrift finanziert sich über Anzeigen und man muss Rücksicht nehmen auf die Anzeigenkunden. Das muss man akzeptieren, das muss man wissen. Damit kann man auch leben, ist kein Problem in dem Sinne. Wenn mans weiss, ist es ja ok.

    Ab 1:37:30:
    'Da läuft eine Auktion, weil die Inserenten, die am meisten bieten, kriegen diesen Werbeplatz.'
    'Wie Werbeplatz? Das ist doch ein redaktioneller Beitrag und keine Werbung.'
    'Jetzt halt mal den Mund und mach einfach.'
    Irgendwie positiv darüber berichten ... eventuell nicht die Wahrheit.
  • So zwischenzeitlich hat sich dieses Verfahren eher in eine Art Standard etabliert. Wer in den vergangenen 15 Jahren die Spielepresse verfolgt hat, kennt sicher den Umstand, dass auf einmal 70% und nicht mehr 50% als Maßstab fürs ultimative Mittelmaß galt. Da kam den Herstellern die Wichtung von Produktionsqualität sehr zu pass, führte allgemein dazu, dass an sich nur noch ein Viertel des Wertungsspektrums eine Rolle spielte.

    Die Gamestar hatte lange sogar das eigene Wertungssystem auf diesen Metacritic-Äquator abgestimmt (da wurde die Grenze von Ausreichend zu Mangelhaft mal eben 10 Punkte angehoben und nach oben hin der Abstand verringert). Zum Glück ist das wieder rückläufig, bzw seit 2 Jahren gilt dort wieder 50% als Grenze zwischen über- und unterdurchschnittlich. Wobei man sich immer noch darüber streiten kann, ob solch lineare und eindimensionale Wertungen beim Medium Spiel überhaupt angemessen sind. Gibt ja Gründe, warum Webseiten wie Eurogamer oder Gameswelt mittlerweile darauf verzichten und sich auf vereinzelte Awards beschränken.