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Heute so 3D gedruckt...

  • Wie gesagt, ich habe so eine im Tronxy (der hat standardmäßig ein Creality-Typ-Hotend, Kühlkörper ist der vom CR-10) im Einsatz und kann bisher nur Positives berichten. Die bleibt auch am Gewindeteil immer sauber, weil die Beschichtung sehr ähnlich zu Teflon im Verhalten ist. Die Beschichtung ist allerdings bedeutend widerstandsfähiger als der Bowden-Schlauch und "Nachschneiden" muß man dann auch nichts mehr ;-)


    Maßtoleranzen sind über jeden Zweifel erhaben, ich konnte nicht mal 1/100 Abweichungen zum Sollmaß messen. Wird bei 3DDC (3D-Druck-Community) auch immer wieder empfohlen.


    Diese Heatbreaks haben zwar keine besondere Aufnahme für den Bowden-Schlauch (wie sie die E3D-V6-Heatbreaks haben), die ist aber auch nicht nötig. Eingebaut reichen die Teile bis an den Bowden-Anschluß im Kühlkörper heran, so daß der Schlauch passend-mittig über dem Filament-Loch der Heatbreak sitzt.


    Ganz besonders wichtig ist die Behandlung mit Wärmeleitpaste auf der Kühlkörper-Seite (und NUR da!), sonst gibt´s evtl. Ärger mit "Heatcreep".

  • whose


    Danke , dass Du Dein umfangreiches Wissen mit uns teilst. Nun habe ich viel gelernt

    über das Hotend etc.

    Ist ja fast die reinste Wissenschaft.

    Bei mir läuft alles vernünftig. Soll ich trotzdem diesen Schaft mit Gewinde (Hitzebarriere) tauschen ?

  • Ist ja fast die reinste Wissenschaft.

    Bei mir läuft alles vernünftig. Soll ich trotzdem diesen Schaft mit Gewinde (Hitzebarriere) tauschen ?

    Ich sage oft: 3D-Druck IST Raketenwissenschaft :D


    Solange Dein Drucker vernünftig läuft, würde ich den nicht groß verändern. Jede Veränderung an der Hardware kann das Verhalten an vielen anderen Stellen beeinflussen und man sucht sich nen Wolf nach dem Problem...


    Mein Ender-3 Pro beispielsweise ist noch im Werkszustand. Voraussichtlich wird er das auch recht lange bleiben, denn bisher habe ich keine wirkliche Schwäche entdeckt. Sollte es irgendwann mal nötig werden das Hotend zu überholen, werde ich wohl eine der MaPa-Heatbreaks da einbauen. Ist dann aber mehr aus Neugier denn aus Notwendigkeit.


    Mein Tronxy X5SA (2018er Version, so wie ich das sehe) ist ein ganz anderer Fall. Ab Werk kann der nicht so allzu viel irgendwie gut ;-) Im Prinzip ist es ein schlechter Creality-Klon in äußerst bescheidener Qualität. Aber die Alu-Profile sind gut...


    An dem probiere ich viel aus und lerne auch viel dabei. Zum Beispiel der Zusammenhang Druckgeschwindigkeit und Achsen-Beschleunigung. Je schneller ich sauber drucken will, desto höher sollte die gerade noch sauber (also ohne Schrittverluste) erreichbare Achsenbeschleunigung ausfallen, sonst werden die Ecken rund und nicht eckig.


    Dazu sollten u.A. die V-Rollen halbwegs sauber laufen. Die habe ich teilweise schon gegen höherwertige ersetzt, weil die Original-Rollen zum Teil wirklich beschissene Kugellager hatten. Das konnte man am Druckteil schon gut sehen...

    Dann muß das Hotend aber auch mitspielen, was es beim Tronxy in der Werksversion definitiv NICHT tut. Der Thermistor bei meinem zum Beispiel maß alles Mögliche, aber ganz sicher nicht die korrekte Temperatur...


    Inzwischen sieht mein Hotend aber schon ganz anders aus und druckt gerade ein Teil zur weiteren Verbesserung des Tronxy als Versuchsteil (an dem ich Maße und Funktion überprüfen kann). Das läuft gerade mit 120mm/s (die beim Infill auch erreicht werden) ;-)


    Verändert habe ich den Heizklotz (ist jetzt ein "MicroSwiss MK8", an dem kann ich den Thermistor wenigstens mit ner Schraube sichern und die Qualität der Bohrungen ist deutlich höher. Der Werksheizklotz hält den Thermistor mit Kapton-Klebeband auf seiner Position. Hoffentlich...), den Thermistor (ist jetzt ein ATC Semitec, wie er auch bei den E3D V6-Hotends verbaut wird. Bei mir in der Glasperlen-Variante) und eben die Heatbreak.


    Update: das Teil wurde gerade fertig (knapp 2 Stunden Druckzeit)



    Das "Stringing" dürfte leicht zu niedrige Drucktemperatur sein. Bei dem Drucktempo fällt die resultierende Drucktemperatur immer etwas niedriger als eingestellt aus, weil das Hotend durch die schiere Materialmenge, die da durchfließt, schon etwas heruntergekühlt wird und die Heizung "nachhinkt". Material ist "yourDroid PLA Cyan". Scheint recht brauchbares Zeug zu sein, auch wenn die empfohlene Drucktemperatur etwas höher ausfällt als gewöhnlich (200-230°). Von den Spulen her würde ich sagen, daß der chinesiche Produzent "Sunlu" heißt. Ist mein erstes Mal mit dem Zeug ;-)

  • whose Technisch absolut verständlich aber macht solch eine massive Umrüstung finanziell überhaupt Sinn? Beim Grundpreis für das Gerät und mit den ganzen Zusatzteilen dürfte man doch ziemlich schnell in einen Bereich gelangen wo man sich auch gleich was höherwertigers für hätte kaufen können, oder nicht?

  • Beim Grundpreis für das Gerät und mit den ganzen Zusatzteilen dürfte man doch ziemlich schnell in einen Bereich gelangen wo man sich auch gleich was höherwertigers für hätte kaufen können, oder nicht?

    In dem Fall kommt man mAn noch nicht an die wirklich hochwertigen Geräte in der Baugröße heran. Der Tronxy hat mich damals 349,- (inkl. Versand) gekostet. Grob geschätzt stecken da jetzt Veränderungen für 150,- drin (inkl. anderer Steuerplatine "MKS SBase" + 3,5"-Display, Winkel für die Alu-Profile, alle V-Rollen in der Polycarbonat-Variante mit ordentlichen Kugellagern, der BL-Touch 3.1 im Original, ein MKS HW-300 Mosfet und die Hotend-Umrüstungen). Ein Teil davon kam direkt aus China und war daher erheblich billiger zu bekommen (das MKS SBase + Display zum Beispiel).


    Wenn man sich jetzt umsieht, was es für hochwertige Drucker mit einer Baugröße von 330x330x400mm gibt, wird man nur wenig finden, was zu dem Preis zu bekommen ist ;-)


    Wenn man allerdings die Zeit, die ich zum Ausprobieren, Lernen und irgendwann auch größtenteils verstehen brauchte, mit einrechnet, sieht die Sache schon anders aus. Auch wenn man das PETG mit einrechnet, welches ich für die Verbesserungen verdruckt habe.


    Ein klein wenig Glückssache ist es allerdings, eine halbwegs brauchbare Basis zu bekommen. Ist bei den China-Billigheimern so ein bißchen wie Lotto spielen mit deutlich höheren Gewinnchancen...


    Allerdings habe ich wirklich viel mit dem Gerät gelernt (und das wird auch noch ziemlich lange weitergehen, denke ich. Der Tronxy ist immer für Überraschungen gut). Das Wissen ist auch kostbar ;-)

  • Wobei ich gerade sehe, daß man den Creality Ender-6 inzwischen für ziemlich guten Kurs bekommt. Wenn also jemand einen CoreXY-Drucker kaufen möchte: nehmt den Ender-6! Dessen Bauraum ist zwar nicht ganz so gewaltig wie beim Tronxy, dafür ist die Qualität der Komponenten aber um mehrere Größenordnungen höher, könnte ich wetten ;-)

  • Ich hab noch was für die Leute, die sich (evtl.) den "Pitan"-Förderer nachgebaut haben...


    Anfangs läuft der gut und schön ruhig, wenn alles ordentlich gedruckt und zusammengebaut ist. Irgendwann fängt der aber an zu "knarzen". In meinem Fall ein periodisch ertönendes und wieder verstummendes Knarz-Geräusch.


    Wer sich an die Bauanleitung gehalten hat, wird sicher die sog. "Nyloc"-M5-Mutter (auch "Stoppmutter" genannt) montiert haben. Die ist die Ursache des "Knarz"-Geräusches. Wenn es Nyloc-Muttern aus China sind, sitzen die meist nicht 100% senkrecht auf der M5-Schraube und reiben dadurch minimal am "Pitan"-Gehäuse. Im Lauf der Zeit sammelt sich Filamentstaub darunter und es fängt an zu knarzen.


    Mit ner alten, weichen Zahnbürste an der Mutter entlang den (winzigen, aber hoffentlich vorhandenen!) Zwischenraum zum "Pitan"-Gehäuse sauber rubbeln, dann hört das Knarzen auf ;-)

  • Mal auf die Schnelle... falls das zu OT ist, können wir gern einen neuen Faden für sowas eröffnen ;-)



    Hier haben wir ein "Typ Creality"-Hotend. Das rote Teil ist der Kühlkörper, das Rohr, welches aus dem Kühlkörper hinaus verläuft, ist die "Hitzebarriere" ("Heatbreak", übersetzt "Hitzebruch"), dann folgt der Heizklotz ("heater block") und als letztes die Düse ("Nozzle").




    Und hier (bis auf den Kühlkörper) die Einzelteile. Ganz rechts der Heizklotz, links daneben die Hitzebarriere für ein Creality-Hotend und ganz links zum Vergleich eine Hitzebarriere für ein E3D V6 Hotend.


    Der oben gezeigte Aufbau ist typisch für das "Hotend" eines 3D-Druckers. von oben nach unten: Kühlkörper, Hitzebarriere, Heizklotz, Düse. Alle mir bekannten "Hotends" folgen diesem Aufbau, auch wenn sie schon mal stark unterschiedlich aussehen können.


    Dann gibt es noch die Unterscheidung zwischen "Bowden" und "Direkt".


    Bowden ist mit dem Schlauch, der in den Kühlkörper hinein führt. Das Filament wird von einem Förderer ("Feeder") an der anderen Seite des Schlauches Richtung Hotend gefördert.


    Beim sog. "Direkt-Extruder" sitzt der Förderer direkt oberhalb des Hotends (Hotend im Förderer befestigt oder über einen sehr kurzen Schlauch miteinander verbunden) oder hat sogar das Hotend selbst in sein Gehäuse integriert (E3Ds "Titan Aero"-Extruder ist ein Beispiel für sowas).


    Alles ab der "Hitzebarriere" Richtung Düse ist das "heiße Ende", alles ab der Hitzebarriere Richtung Kühlkörper gehört zum "kalten Ende" (cold end). Die Hitzebarriere soll es der Wärme des Heizklotzes erschweren, nach oben zu "kriechen", während der Druck läuft. Geschähe das, würde das von oben zugeführte Filament schon weit vor der Düse weich und ließe sich nicht mehr gleichmäßig (oder gar nicht mehr) durch die Düse drücken.


    Um dieses Phänomen noch effektiver zu verhindern, hat man der Hitzebarriere den Kühlkörper verpasst, welcher die Temperatur in dem Rohr oberhalb des Heizklotzes (eben die "Hitzebarriere") in für das Filament erträglichen Bereichen halten soll. Da es ein luftbetriebener Kühler ist, braucht es bewegte Luft, die die Wärme abführt. Deswegen der Ventilator an den verschiedenen Hotends.


    Ich hoffe, das war einstweilen genau genug ;-)