Der C64 soll eine Neuauflage bekommen: The 64

  • Linux schnell booten ist Expertensache. Der Suchbegriff dafür ist "sub-second boot", wie z.B. in diesem Demovideo:



    Der Trick ist, jeden einzelnen Treiber so zu ändern, dass er nicht in Timeouts läuft. Beispielsweise gibt es haufenweise embedded-Linux, die nach einer RTC suchen, und dabei locker 5 Sekunden verbraten. Wenn man weiß, dass eine bestimmte Hardware nicht da ist, dann kann man den Support auch komplett aus dem Kernel herauswerfen. Das ist das Schöne an embedded: Man hat ein wohldefiniertes Ökosystem, in dem man nicht Windows-like nach Hardware suchen muss, und in dem sich Treiber für tausende Zusatzkarten die Klinke in die Hand geben müssen.

    Jens
  • Kernel selber konfigurieren und kompilieren macht heute kaum noch einer. Vor über 10 Jahren oder so war das noch gängiger, habe ich damals auch gemacht. Da gabs noch keine nachladbaren Kernelmodule, sondern das Ding war ein monolithischer Klotz, der erstmal in die unteren 640k geladen werden musste, bevor er starten konnte. Da hat man dann aus dem Kernel rausgeworfen, was nur ging. Hatte der Rechner keinen SCSI-Controller, wurde das ganze SCSI Subsystem rausgeschmissen. Das selbe für nicht verbaute Soundkarten und was weiß ich.

    Für eine definierte Hardwareumgebung, wo der Enduser am eigentlichen OS nicht rumspielen soll, wo definiert nur eine oder wenige Anwendungen auf fest definierter Hardware drauf laufen, da macht diese Kernel-Customisation durchaus (wieder) Sinn.
    2015: 30 Jahre ATARI ST

    Da kringelt sich die Locke in der Glocke!

    1ST1
  • Fuer so ne Emulations-Kiste a la RetroPie waere das schon was. Man kennt ja die Hardware und weiss, was benoetigt wird. Allerdings koennte man da auch wieder sich fragen, warum das dann noch nicht laengst drin ist, gibt es vielleicht doch technische Huerden oder hat sich einfach noch keiner bisher dem Thema annehmen wollen.

    Auf jeden Fall danke fuer den Tip, habe mich mit dem Thema selbst bisher noch nie beschaeftigt und "sub-second boot" hoere ich heute auch zum ersten mal. Werde mich mal reinlesen :thumbup:
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  • katarakt schrieb:

    ogd schrieb:

    Ich glaube, viele Backer wollen einfach bei einer "guten Sache" dabei sein und erwarten nicht immer eine Gegenleistung.
    Aber hallo :hammer: ....selbstverständlich erwarte ich grundsätzlich als backer eine gegenleistung! Wo kommen wir denn da hin! ...wenn ich bei einer guten sache dabei sein will dann gibt es genug spendenkontos (krebshife, leukämie, braunsbach spendenkonto etc.) :hammer:
    Also ich finde das nur fair, mein Bäcker gibt mir die Brötchen auch immer nur für ne Gegenleistung :weg: SCNR
    syshack -> <- TheRyk
  • ogd schrieb:

    Ich glaube, viele Backer wollen einfach bei einer "guten Sache" dabei sein und erwarten nicht immer eine Gegenleistung.
    Und der Papst fährt Fahrrad mit dem Dalai Lama. Der größte Großteil aller Crowdfunding-Kampagnen verspricht(!) ein Produkt, das man erhält, wenn die Produktion läuft. Außer es wird dafür gesammelt, dass einem Cockerspaniel ein Tumor rausoperiert wird - das macht man aus Nächstenliebe und ist ganz einfach eine Spende. Aber niemand, absolut niemand, schiebt einem Abzocker aus Hongkong Geld in den Allerwertesten als Spende für die Entwicklung des "world's greatest USB charging cable".

    Crowdfunding war mal gut gemeint, und hat mal gut funktioniert, aber die Zeiten sind längst schon wieder vorbei. Wo Geld fließt, sind die Geier nicht weit.
  • Also die Leute, die nur $5 oder $10 spenden, die wollen ganz sicher nur bei der guten Sache dabei sein. Gegenleistung ist dann meist die Erwaehnung als Unterstuetzer irgendwo. Aber jeder der da $150 hinblaettert fuer ein fertiges Geraet, der erwartet eigentlich schon, dass das am Ende auch was wird und er sein Geraet bekommt. Also rein aus "gute Sache" werden das die wenigsten machen, in dem Preisbereich.
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  • 1ST1 schrieb:

    Kernel selber konfigurieren und kompilieren macht heute kaum noch einer. Vor über 10 Jahren oder so war das noch gängiger, habe ich damals auch gemacht. Da gabs noch keine nachladbaren Kernelmodule, sondern das Ding war ein monolithischer Klotz, der erstmal in die unteren 640k geladen werden musste, bevor er starten konnte. Da hat man dann aus dem Kernel rausgeworfen, was nur ging. Hatte der Rechner keinen SCSI-Controller, wurde das ganze SCSI Subsystem rausgeschmissen. Das selbe für nicht verbaute Soundkarten und was weiß ich.
    Das ist nicht korrekt.
    Kernelmodule gibt es schon so lange ich denken kann. Meinen erster selbst kompilierter Kernel war irgendwas um 1998 und auch dort habe ich soweit wie möglich zu Kernelmodulen gegriffen, weil die (gepackte) Größe des Kernels begrenzt war. Von der Beschränkung auf 640kb hab ich noch nie was gehört. Woher soll das kommen? Es mag ja sein, dass es ein Teil des Kernels in irgendein bestimmten Bereich des Speichers auf genommen werden muss, aber damit hatte man keine Berührungspunkte unter Linux. Wichtiger war die Begrenzung des Bootloaders auf die ersten 4GB (bei älteren Rechnern auch kleiner), welche man mit der ersten Partition "/boot" umging und die max. Größe des komprimierten Kernels. In diesen musste zumindest der Treiber für das Bootmedium mit unter. Später gabs dann RAM-Disks ...
    Neo Geo AES 3-4 || Apple IIe || C64 ASSY 250425 || A500+ || A1000 (GB-Edition) || A3000D rev.9.01 || A4000D rev.B
  • Kann auch sein, dass das nicht die 640K-Grenze war, sondern was anderes, das weiß ich nicht mehr. Aber das mit den Kernelmodulen ging nicht für alles, viele Funktionen mussten damals noch im Kernel drin sein um booten zu können. Das man selbst solche Sachen modular auslagern konnte, kam erst später. Der Linux-Kernel war anfangs ein ziemlich ungehobelter Klotz und ohne weiztere Vorkehrungen stand man manchmal erstma vor einem Kernel, der nicht weiter booten konnte, weil irgendwas elementares versehentlich in ein Modul ausgelagert war.
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    1ST1
  • 1ST1 schrieb:

    Kann auch sein, dass das nicht die 640K-Grenze war, sondern was anderes, das weiß ich nicht mehr.
    Ich könnte mir vorstellen, dass es auf exotische Hardware so was zu beachten gab. Am x86 gabs das jedoch nicht.

    1ST1 schrieb:

    Aber das mit den Kernelmodulen ging nicht für alles, viele Funktionen mussten damals noch im Kernel drin sein um booten zu können.

    Nicht jeder Treiber ging als Kernelmodul, das ist wahr. Und nicht alles war (und ist) sinnvoll auf der eigenen HW als Kernelmodul (Der Kernel muss ja nen Treiber für die Platte haben, um die Module zu laden). Umgangen hat man das Problem mit einer großen Ram-Disk, die alle Module beinhaltet und beim Starten des Kernels, durch den Bootloader, auch zur Verfügung steht. Daher gibts das Problem so nicht mehr.

    1ST1 schrieb:

    Das man selbst solche Sachen modular auslagern konnte, kam erst später. Der Linux-Kernel war anfangs ein ziemlich ungehobelter Klotz und ohne weiztere Vorkehrungen stand man manchmal erstma vor einem Kernel, der nicht weiter booten konnte, weil irgendwas elementares versehentlich in ein Modul ausgelagert war.
    Das muss aber in der Antike der Kernels gewesen sein. Mein erster Kernel war irgendwas mit ner führend 1 (kurz bevor Kernel 2.x Stabil wurde) und auch dort gabs schon Kernelmodule.
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  • Kann sein dass ich da zeitlich was durcheinander werfe. Angefangen habe ich schon zu Slackware und Yigdrasil (oder ähnlich hieß die), erst später kam mit der SuSE was out of the box einigermaßen funktionierendes. Diese ersten Gehversuche mit Linux damals waren Textadventure pur, man kam sich vor wie in den Zork-Adventures... Und da musste man nnoch fleißig Kernel kompilieren und zusätzliche Treiber reinpatchen bis es wie gewünscht lief. So richtig auf den Desktop hat es Linux bei mir persönlich nie geschafft, trotz Versuche mit allen möglichen (und unmöglichen) Distributionen. Irgendwann kam immer der Punkt wo mich das System - spätestens nach irgendeinem (Kernel-)Update so geärgert hatte, dass ich mal wieder die Schnauze voll hatte. Aber ich habe beruflich schon "einige" "customized" Workstations und Server gebaut, zuletzt ein Monster mit 96 CPU-Kernen, SSD und RAM ohne Ende und vier Tesla-Karten und Remotezugriff im Rack... (ich hätte da aber keinen SLES draufgepackt, aber der Kunde wollte es so, Pakletauswahl zu limitiert, zu viel Handarbeit um nicht unterstützte Pakete rein zu bekommen und dabei Supportverlust, SLED oder RH/CO wäre dafür besser gewesen...)
    2015: 30 Jahre ATARI ST

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    1ST1
  • Auch hier gibt es uebrigens Neuigkeiten... ich weiss, dieses Teil wird eher kontrovers angesehen und ich freue mich auch eher auf den MEGA65, aber ich muss sagen, irgendwie interessiert/reizt mich das Teil schon. Zumindest will ich mitverfolgen, wie es sich so entwickelt. Es wurde vor ein paar Tagen verkuendigt, dass der urspruengliche Plan, die Keyboard-Version Ende des Jahres und die Handheld-Version im April 2017 rauszubringen, nicht eingehalten wird, dass aber nun das naechste Ziel sei, BEIDE Produkte im April 2017 herauszubringen.

    Auch wurde nun nochmal bestaetigt, dass es sich bei den Innereien um einen ARM SoC von Allwinner handelt, mit Verweis auch auf die aktuelle NES Classic Konsole von Nintendo (jetzt wo Nintendo das macht, kann man sicherlich etwas selbstbewusster "zugeben", dass sie die gleiche Technik verwenden - es war ja einer der Hauptkritikpunkte, dass es sich hier nur um Software-Emulation handelt).

    Wer mehr lesen will (auf englisch), einfach hier schauen: the64.computer/news/

    Ich stehe dem Teil nach wie vor offen gegenueber, auch wenn ich wie gesagt eher den MEGA65 praeferiere (oder auch einen neuen FPGA-C64 von Jens). Aber ich lasse mich gerne positiv ueberraschen und bin gespannt, ob das Vorhaben gelingen wird. Nur schade, dass es bisher so wenig Einblicke gibt, bisher gibt es ja nur die Renderings vom Gehaeuse (die immer noch gleich aussehen) und ein Video wo das Board an einen TV angeschlossen ist und Auf wiedersehen Monty gespielt wird.
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  • Gibt wieder Neuigkeiten... 2 neue Videos... die aber leider nicht wirklich viel aussagen ;)
    the64.computer/news/

    Ich hatte mir eigentlich rein aufgrund der Textbeschreibung mehr erhofft, aber das Video bietet eigentlich nicht mehr zu sehen als das was vor ein paar Wochen/Monaten gepostet wurde - ausser einem Bootscreen.
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  • Neu

    Es gibt mal wieder Neuigkeiten (a.k.a. extrem langer Text):
    the64.computer/news/

    Unter anderem wird dort angekuendigt, dass es neben der Keyboard- und der Handheld-Version nun noch eine Mini-Version geben soll. Wie die aussieht wird aber noch nicht verraten. Ansonsten im wesentlichen ein "jaja, wir arbeiten ja dran..." in Langform.
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