CMD FD-2000/4000 - Diskettenarten - Formatierungsarten – Partitionsarten

Es gibt 51 Antworten in diesem Thema, welches 14.506 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (25. Februar 2016 um 15:12) ist von Heiko.

  • Ich konnte mich doch etwas mit dem Emulator (WinVice) anfreunden und mit einer Emulierten FD-4000 alle möglichen Diskettenimages erstellen:

    Folgende Hinweise, für die Verwendung der FD-Laufwerke unter WinVice kann ich geben:

    • Es ist sehr oft ein Rest vonnöten. Am besten die Floppy nach jedem Diskettenwechsel zurücksetzen. Manchmal muss aber bei eingelegter Diskette auch der ganze Rechner zurückgesetzt werden.
    • Ratsam ist auch die Verwendung der FD-Tools in der Version 1.06 diese hat ein paar Basic Zeilen mehr als die Version 1.05.
    • Die richtige Verwendung der Image Arten, gerade bei DD Disketten. Zu verwenden ist ein D4M-Image als Abbild einer ED Diskette mit 81 Spuren, ein D2M-Image als Abbild einer HD Diskette mit 81 Spuren und ein D1M-Image als Abbild einer DD Diskette mit 81 Spuren. Ein normales D81-Image (welches z.B. auch WinVice mit „Image Datei erzeugen“ anlegt) kann nur 80 Spuren speichern. Auf einem solchem Image lassen sich aber dann keine Partitionsdaten, welche auf Spur 81 gespeichert werden, ablegen. Es gibt aber auch D81 Images mit mehr als 80 Spuren, so einspricht ein D81 Image mit 81 Spuren genau einem D1M Image.
    • Bei einigen Versionen von WinVice wurden für die FD-Laufwerke (FD-2000/FD-4000) Dummy-ROM Dateien mit ausgeliefert. Diese Dummy ROMS müssen gegen richtige ROMs getaucht bzw. überhaupt eingerichtet werden. Die DOS Version V1.40 ist wohl die aktuellste.


    Folgende Image- Dateien habe ich erstellt (siehe Anhang):

    Dateiname Partitionsdaten auf Spur 81 Bemerkung
    D1M DD CBM DD 800K STD 1581.d1m Nein, diese werden beim Formatieren von Spur 81 entfernt.
    D1M DD CMD DD 800K NONE + 1541.d1m Ja
    D1M DD CMD DD 800K NONE + 1571.d1m Ja
    D1M DD CMD DD 800K NONE + 1581.d1m Ja
    D1M DD CMD DD 800K NONE + NATV.d1m Ja
    D1M DD CMD DD 800K NONE.d1m Ja
    D1M DD VICE.d1m Ja Diese Datei wurde von WinVice erzeugt.
    D2M HD CMD HD 1.60M NONE + 1541.d2m Ja
    D2M HD CMD HD 1.60M NONE + 1571.d2m Ja
    D2M HD CMD HD 1.60M NONE + 1581.d2m Ja
    D2M HD CMD HD 1.60M NONE + NATV.d2m Ja
    D2M HD CMD HD 1.60M NONE.d2m Ja
    D2M HD VICE.d2m Ja Diese Datei wurde von WinVice erzeugt.
    D4M ED CMD ED 3.20M NONE + 1541.d4m Ja
    D4M ED CMD ED 3.20M NONE + 1571.d4m Ja
    D4M ED CMD ED 3.20M NONE + 1581.d4m Ja
    D4M ED CMD ED 3.20M NONE + NATV.d4m Ja
    D4M ED CMD ED 3.20M NONE.d4m Ja
    D4M ED VICE.d4m Ja Diese Datei wurde von WinVice erzeugt.
    D81 DD VICE.d81 Nein, in dem Image sind nur 80 Spuren abgebildet. Diese Datei wurde von WinVice erzeugt.


    Für jede Diskettenart (DD, HD, ED) habe ich mit WinVice ein neues Image (D1M, D2M, D3M) erzeugt. Diese Images dienten als Grundlage für die Erstellung der weiten Images. So wurden diese Images zuerst mit der jeweiligen passenden DENSITY (DD 800K, HD 1.60M, ED 3.20M) ohne eine Erstellung einer Partition (NONE) formatiert. Danach wurden auf Kopien von diesen Images die jeweiligen Partitionen angelegt. Es wurde immer nur genau eine Partition (1541, 1571, 1581, NATV) angelegt, welche somit auch die Default Partition ist.

    Ich habe übrigens die Version 2.4.25 rev 30505M von WinVice verwendet.

    Gruß
    Hans

  • Ok, das muss einfach bedeuten, dass die FD-4000 die ED Diskette als DD behandelt hat, als diese mit den FD-Tools formatiert wurde. Auf der ED Diskette müssten also alle 80 Spuren für die 800KB der 1581 Partition verwendet worden sein, denn nur so ist es ja gegeben, das die BAM auf Spur 40 landet. Das ED-Erkennungslosch muss beim Formatieren von der FD-4000 missachtet worden sein.

    Die Commodore 1581 konnte nun mit ihrem DD Laufwerk glücklicherweise, von dem falschen Diskettenmaterial (ED), die BAM/Directory (von Spur 40) lesen.

    Die Frage die ich mir jetzt stelle ist: Wie konnte die FD-4000 denn selbst die falsch formatierte Diskette lesen und sogar beschreiben?

    Wenn die ED Diskette der Struktur einer DD Diskette entspricht (BAM auf Spur 40), und die FD-4000 beim Einlegen dieser ED Diskette diese, durch das ED erkennungsloch, für eine ED Diskette hält, sollte selbst die FD-4000 diese nicht lesen können.

    Oder verlässt sich die FD-4000 auch beim Lesen nicht auf des ED Erkennungsloch?Aber wie erfolgt dann die Erkennung der eingelegten Diskette?

    Was ich Dir mitteilen kann: Mit der FD4000 kann manch eine HD Diskette als ED Diskette formatieren. Beim Formatieren scheint die FD4000 wohl nicht unbedingt den Diskettentyp abzufragen. Jedenfalls konnte ich damals Noname Disketten vom Typ "HD" problemlos mit den FD Tools auf ED formatieren und auch nutzen. Es ging zwar nicht jede Diskette so zu formatieren aber einige schon. Wenn der Formatierungsvorgang problemlos durchlief und die Errorleuchte nicht blinkte, wurde die HD Diskette problemlos auf ED formatiert. Bei denen es nicht ging, brach der Formatierungsforgang zur Mitte hin mit der Errorleuchte ab.

  • Wozu dient dann das zusätzliche Loch in der Disk bei ED-Disketten?

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  • Das ist jetzt mal eine Vermutung.
    Aber ich denke, die Erkennung des Diskettenmaterials durch die Hardware und die Behandlung der Diskette durch die Software sind zwei unterschiedliche Dinge.
    Das Loch wird von der Hardware erkannt und dazu genutzt, den richtige Schreibstrom auszuwählen. Und ich habe irgendwie den Verdacht, daß bei ED-Disks eine schmalere Spur geschrieben und gelesen wird.
    Davon wird das DOS aber nichts mitbekommen und die Datengeometrie einfach so herstellen, wie es ihm befohlen wird. Egal, was die Hardware erkannt hat.
    Bei MS-DOS war es ja auch so, daß man auch eine HD-Disk als DD (oder gar SD) formatieren konnte, indem man einfach die entsprechenden Parameter eingab. Dennoch wurde durch die Hardware der richtige (höhere) Schreibstrom genutzt.

  • Ja, so ähnlich sind meine Vermutungen auch.
    Ich vermute die Erkennung anhand der Diskettenlöcher ist nichts mehr als ein Vorgabewert für das Laufwerk, welcher beim Formatieren als auch beim Lesen überstimmt werden kann.
    Beim Formatieren erfolgt dieses „Überstimmen“ durch den Benutzer, welcher eine Bestimmte Einstellung im Formatierungsprogramm vornimmt (wie z.B. der Parameter in MS-DOS).
    Beim Lesen „Überstimmt“ sich das Laufwerk wohl selbst. Um schnell die richtige Datenrate für das Lesen zu ermitteln, wird wohl die Locherkennung genutzt (ist eine Vermutung von mir). Falls mit dieser Datenrate nicht erfolgreich gelesen werden konnte, werden die anderen zulässigen Datenraten nacheinander ausprobiert, bis die korrekte Datenrate gefunden wurde. Ich bin mir aber nicht sicher, ob diese softe Erkennung für jedes Lesen einer Spur erfolgt, oder nur einmal nach dem Wechsel einer Diskette.

    Im Anhang habe ich mal versucht die Hardware-Locherkennung für 3,5 Zoll Disketten (DD, HD, ED) darzustellen.

  • Naja, das glaube ich weniger.
    Ich denke eher, daß die Software garnicht weiß, was die Hardware erkannt hat.
    Die Hardwareerkennung dient lediglich der Auswahl des richtigen Schreibstromes. Dieser kann von der Software ja auch nicht geändert werden. (Man kann also nicht sagen, daß der Schreibstrom für HD benutzt werden soll, obwohl DD eingelegt ist.)
    Andersherum weiß die Hardware nicht, was die Software macht. (Sie positioniert den Kopf genau so, wie es die Software will, und fertig.)
    Wenn man an einem 486er im HD-Laufwerk eine DD formatieren will, die nicht vorher formatiert war oder in einem unbekannten Format, musste man die entsprechenden Parameter zwingend eingeben. Sonst wäre sie so formatiert worden, wie es im BIOS festgelegt ist und wäre so nicht brauchbar.
    Das Eine bekommt vom Anderen normalerweise halt nichts mit.

    Zu Deiner Graphik, DD-Laufwerke hatten keine Erkennung für die Löcher.

  • Gibt es überhaupt so etwas wie ein "DD-Laufwerk" bzw. "HD-Laufwerk"?
    Damit meine ich nun das rein mechanische Laufwerksteil, das dann z.B. in ein FD-2000 oder FD-4000-Gehäuse gesteckt und an die entsprechende Platine angeschlossen wird.

    Silber in "Surfing" bei California Games 2008 :)
    Gold in "Bobsled" bei Winter Olympiad 2009 :D

  • Also im Schneider Euro PC war ein Laufwerk, das man nur als 720 kB einstellen konnte, also DD. Ob die Mechanik jetzt mehr hätte können, weiß ich nicht. Ich würde mich aber eher wundern, wenn letztlich der einzige Unterschied der Chipsatz wäre, der für den Controller verwendet wurde.

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  • Auf dem Euro PC ist tatsächlich nur ein reiner DD Controllerchip laut Datenblatt ^^ Das Laufwerk schreib aber Problemlos auf HD Disketten und ohne Datenverlust.

  • Doch, es gab reine DD Laufwerke.
    Ich kann mir aber gut vorstellen, daß die Produktion irgendwann endete, aber immernoch welche gebraucht wurden (Im XT-Bereich waren HD-Laufwerke eher unüblich obwohl es sie bei Auslaufen der XT-Technologie schon lange gab).
    So hat man dann halt HD-Laufwerke eingebaut, auch wenn nur ein DD Controller vorhanden war.
    Der Euro-PC ist ja 1988 herausgekommen als das 3,5"-HD-Format bereits ein Jahr alt war. Der EuroPC II noch später. Da kann ich mir schon vorstellen, daß keine reinen DD-Laufwerke mehr hergestellt wurden, oder nurnoch in geringer Stückzahl, weil es sich nicht lohnte zwei verschieden Laufwerke zu produzieren zwischen denen es nur wenige Unterschiede gab.

  • Auf dem Euro PC ist tatsächlich nur ein reiner DD Controllerchip laut Datenblatt

    Ich meine ja eben nicht den Controllerchip, sondern die reine Laufwerksmechanik. Gibt es im 3,5"-Bereich reine DD-Geräte?

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  • Ich meine ja eben nicht den Controllerchip, sondern die reine Laufwerksmechanik. Gibt es im 3,5"-Bereich reine DD-Geräte?

    Ja.
    Z.B. die 1581 hatte ein reines DD-Laufwerk. Die erschien bevor die HD-Laufwerke auf den Markt kamen.
    Auch der Amiga 1000 hatte ein reines DD-Laufwerk.